mini|Karte der Stadt Rees mit den Ortsteilen und Bauerschaften Rees ist eine Hansestadt am unteren Niederrhein. Sie liegt im Nordwesten des Landes Nordrhein-Westfalen und ist eine kreisangehörige Stadt des Kreises Kleve im Regierungsbezirk Düsseldorf. Rees ist Mitglied der Euregio Rhein-Waal.

Geographie Stadtgliederung Das Stadtgebiet ist in acht Gemeindebezirke (Ortschaften) gegliedert, deren Interessen jeweils durch einen Ortsvorsteher vertreten werden:Hauptsatzung der Stadt Rees (PDF; 34 kB) § 3 Gemeindebezirke

Einwohnerzahlen Dezember 2020:

Bienen (911 Einwohner) Empel (511 Einwohner) Haffen (985 Einwohner) Haldern (5.143 Einwohner) Mehr (2.180 Einwohner) Millingen (2.881 Einwohner) Rees (Innenstadt) und Esserden (9.200 Einwohner) mini|hochkant=1.4|Gesüdete Karte von Johann Bucker anno 1713

Nachbargemeinden Die Stadt Rees grenzt im Norden an die Gemeinde Oude IJsselstreek (Provinz Gelderland, NL) und die Stadt Isselburg (Kreis Borken), im Osten an die Städte Hamminkeln und Wesel sowie im Süden an die Stadt Xanten (alle drei im Kreis Wesel) und im Westen an die Städte Kalkar und Emmerich am Rhein (beide im Kreis Kleve).

Lage am Rhein Der Raum Rees lag in seiner ganzen Historie im Einwirkungsbereich des Rheinstroms mit Überschwemmungen, Uferabbrüchen, Inselbildungen und Verlagerungen. Die Zeichnung des Kartographen Johann Bucker aus dem Jahre 1713 zeigt Rees und das Umland mit einigen im Rhein liegenden kleineren und größeren Inseln und Sanden (z. B. das alde Eilant, dat Reesche Grindt und den Poddeckel), die heute in dieser Form nicht mehr existieren. Auch einige alte Rheinarme auf beiden Uferseiten sind heute weitgehend verlandet. Die etwas rheinabwärts an der anderen Uferseite liegende Insel Middel Grindt bildet heute das Vorland zum Dorf Hönnepel.Erich Wisplinghoff, Erläuterungen aus dem Jahre 1984 zu: Johann Bucker, Karte des Rheines von Duisburg bis Arnheim aus dem Jahre 1713, Herausgeber: Nordrhein-Westfälisches Staatsarchiv, Düsseldorf 1984, S. 5–10. Im Bereich der ehemals befestigten Reeschen Schantz (heute als Reeser Schanz ein Naturschutzgebiet) entsteht inzwischen ein Freizeit- und Wassersportzentrum. mini|zentriert|1200px|Ansicht der Stadt Rees vom gegenüberliegenden Rheinufer (Reeser Schanz)

Naturschutzgebiete Auf dem Stadtgebiet Rees sind etwa 18 Prozent der Fläche als Naturschutzgebiete ausgewiesen.Die Naturschutzgebiete sind auf der Seite des Naturschutzzentrums Kreis Kleve beschrieben.Auf der Internetseite des Kreises sind Karten und Maßnahmenkataloge ausgewiesen Insgesamt handelt es sich um vierzehn schützenswerte Gebiete, die vor allem in den Ortsteilen rund um die Innenstadt angesiedelt sind. Bei den Naturschutzgebieten handelt es überwiegend um Altrheinarme und deren angrenzende Wiesen, die im Laufe der Jahrhunderte durch den Wechsel des Rheinverlaufes am Niederrhein entstanden sind.Informationen hierzu, siehe die Website "Natur erleben NRW" natur-erleben-nrw.de Jedes Jahr überwintern 200.000 arktische Gänse in den Wiesen und Auen rund um Rees und am Niederrhein. Darüber hinaus haben die Schutzgebiete (zum Beispiel Bienener Altrhein, Millinger Meer und Hurler Meer, Grietherorter Altrhein und Hetter-Millinger Bruch) für seltene Brutvögel wie Trauerseeschwalbe, Flussregenpfeifer, Uferschnepfe, Rotschenkel, Löffelente und Knäkente landesweit besondere Bedeutung.

Geschichte

Frühgeschichte Erste Zeugnisse menschlichen Lebens im Reeser Stadtgebiet entdeckte man im Jahr 1961 bei Bauarbeiten zur Autobahn (A 3) auf dem Colettenberg / Wittenhorst bei Haldern. Man fand Reste von Grabbeigaben (Becherscherben, Dolche) aus dem Ende der Jungsteinzeit (vor 4000 Jahren). Im Zuge der dort durchgeführten Ausgrabungen fand man darüber hinaus Reste einer Siedlung aus der Hallstattzeit (800 bis 450 vor Christus).S. H. Hinz: Ausgrabungen auf der Wittenhorst in Haldern. In: Heimatkalender Landkreis Rees 1963. Rheinberg 1962, S. 63–66.

Mittelalter Um 500–800 n. Chr. entstand auf einer erhöhten Stelle, einer „Ward“, eine fränkische Siedlung. Der Name Rees soll auf „Rys“ = Reis = Rees (Weidengehölz mit Röhricht) zurückgehen.

Von 695 bis 739 wurde der Niederrhein durch den angelsächsischen Mönch Willibrord christianisiert, um 700 in Rees eine erste Kirche gebaut. Um 1000 wurde die Burg Aspel erstmals urkundlich erwähnt. Vermutlich um 1040 ließ Irmgard von Aspel über den Gräbern ihrer Eltern im nun befestigten Rees ein neues Gotteshaus bauen und gründete dort ein Kanonikerstift, zu dem bald auch eine Lateinschule gehörte. Am 14. Juli 1228 erhob der Kölner Erzbischof die Siedlung mit etwa 150 Gebäuden und 600 Bewohnern zur Stadt, Rees gilt damit als älteste Stadt am unteren Niederrhein.

1289/90 begann der Bau der Stadtmauer und wurde um 1350 abgeschlossen. Im Jahr 1392 wurde Rees vom Kölner Erzbischof Friedrich von Saarwerden, gegen Abtretung der Stadt Linn, der Grafschaft bzw. dem späteren Herzogtum Kleve überlassen.Friedrich von Restorff: Topographisch-Statistische Beschreibung der Königlich Preußischen Rheinprovinz. Nicolai, Berlin und Stettin 1830, S. 458 (Google Books). Der wirtschaftliche Aufschwung ermöglichte den Bau weiterer Befestigungen und des gotischen Rathauses um 1450.

Neuzeit mini|Festung Rees und Umland von Joan Blaeu um 1650 Im Jahr 1549 wies der Magistrat die Juden aus der Stadt. 1571 wurde erstmals eine evangelische Gemeinde in Rees erwähnt. Während des Spanisch-Niederländischen Krieges (Achtzigjähriger Krieg) nahm 1598 ein spanisches Berufsheer unter Francisco de Mendoza die Stadt ein. Nach dem Tode des letzten Klever Herzogs Johann Wilhelm (1609) fiel Rees im Jahr 1614 aufgrund des Vertrages von Xanten an den Kurfürsten von Brandenburg. Um seine Neuerwerbung zu sichern, bat Kurfürst Johann Sigismund von Brandenburg die Niederländer um Hilfe, die daraufhin Rees besetzten.F.L. Carsten: Die Staten-Generaal und die Stände von Cleve. In: Tijdschrift voor Geschiedenis. Jg. 55, 1940, S. 14–24, hier S. 14. Von 1616 bis 1625 errichteten die Niederländer die große ausgedehnte Festung Rees nach holländischem System. Am 7. Juni 1672 nahmen Franzosen unter Marschall Turenne Rees ein, bis es 1674 Brandenburg-Preußen zurückeroberte und anschließend die Festungswerke schleifte. Der im Siebenjährigen Krieg in preußischen Diensten stehende Ferdinand von Braunschweig ließ 1758 eine Schiffbrücke über den Rhein schlagen und siegte in einer Schlacht gegen die Franzosen unter Marschall Contades.

Um 1800 hatte Rees etwa 3.000 Bewohner. 1806 kam nach dem Vertrag von Schönbrunn der rechtsrheinische Rest des zuvor preußischen Herzogtums Kleve zum Großherzogtum Berg, zu dem Rees bis 1813 gehörte. Nach der Einführung neuer Verwaltungsstrukturen nach französischem Vorbild im Großherzogtum (1808) war Rees Sitz eines Kantons, der zum Arrondissement Essen im Departement des Rheins gehörte. Nach der Niederlage Napoleons in der Völkerschlacht bei Leipzig nahm Preußen seine verlorenen rechtsrheinischen Gebiete Ende 1813 wieder in Besitz, was der Wiener Kongress 1815 bestätigte. Von 1816 bis 1842 war Rees Sitz des neuen Kreises Rees. Dessen Name blieb nach der Verlegung des Kreissitzes nach Wesel erhalten („Kreis Rees, Sitz in Wesel“). Anschluss an das Bahnnetz erhielt Rees 1856 durch die Eisenbahnstrecke Oberhausen – Arnheim der Köln-Mindener Eisenbahn.

20. Jahrhundert mini|Stadtansicht um 1909, Foto von Erwin Quedenfeldt Zu Beginn des 20. Jahrhunderts zählte Rees 4096 Einwohner, von denen der überwiegende Teil römisch-katholisch war. 330 waren evangelisch und 52 waren Juden.Die Angabe der Einwohnerzahl bezieht sich auf die Stadt Rees selbst ohne Umland. Weitere Einwohnerzahlen: 1890: 3817 E., 1925: 4462 E., 1933: 4825 E., 1939: 4796 E. Siehe hierzu: Statistik des Deutschen Reichs, Bände 150, 401, 451 und 552.Wilhelm Keil: Neumanns Orts- und Verkehrslexikon. Band 2, Leipzig 1905, S. 875.Zur jüdischen Gemeinde Rees vgl.: Ursula Reuter: Jüdische Gemeinden vom frühen 19. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts (= Geschichtlicher Atlas der Rheinlande. VIII.8.) Bonn 2007 und Elfi Pracht-Jörns: Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen, Teil II: Regierungsbezirk Düsseldorf (= Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern im Rheinland. 34.2.) Köln 2000, S. 355–360.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden auch in Rees jüdische Bürger verfolgt, deportiert und ermordet.siehe dazu etwa die Liste der Stolpersteine in Rees Bei einem großen Luftangriff am 16. Februar 1945 im Rahmen der Operation Veritable wurde die Stadt fast gänzlich zerstört. In Rees-Groin existierte von November 1944 bis zum 25. März 1945 ein Zwangsarbeiterlager der Nationalsozialisten mit Namen „Ausländerlager Groin, Bauabschnitt Röhrig, Einheit Heinze“, benannt nach den beiden Lagerleitern. 5000 Gefangene aus verschiedenen Ländern, davon über die Hälfte aber aus den Niederlanden, mussten in Rees Schanzarbeiten ausführen. Die Gefangenen waren unter unmenschlichen Bedingungen in einer Ziegelei im Ortsteil Rees-Groin oder in Hallen im Ortsteil Bienen untergebracht. Etwa 10 Prozent der Gefangenen überlebten das Lager nicht.Bachelor-Arbeit zum Lager in Rees von Lukas Bergmann (2014)

Eingemeindungen 1969 und 1975

Am 1. Juli 1969 wurden im Zuge des ersten kommunalen Neugliederungsprogramms die bis dahin selbständigen Gemeinden Bergswick, Esserden, Reesereyland, Reeserward und Speldrop des ehemaligen Amtes Rees-Land sowie die Gemeinden Bienen, Grietherbusch und Grietherort des ehemaligen Amtes Vrasselt in die Stadt Rees eingegliedert. Rees hat jetzt 8.100 Einwohner.

Am 1. Januar 1975 wurden im Zuge des zweiten Neugliederungsprogramms die Gemeinden Empel und Millingen des ehemaligen Amtes Millingen sowie die Gemeinden Groin, Haffen-Mehr (teilweise), Haldern (teilweise) und Heeren-Herken des ehemaligen Amtes Haldern mit der Stadt Rees zusammengeschlossen. Daraufhin steigt die Einwohnerzahl der Stadt auf 17.300 Menschen. Gleichzeitig wurden der Kreis Rees aufgelöst und das frühere westliche Kreisgebiet mit den ehemaligen Kreisen Geldern und Kleve sowie mit Teilgebieten des Kreises Moers zum neuen niederrheinischen Kreis Kleve zusammengefügt. Rees ist seitdem eine kreisangehörige Stadt dieses Kreises.

Bevölkerungsentwicklung Die folgenden Angaben beziehen sich auf das heutige Gebiet der Stadt Rees.Bevölkerung aller Gemeinden in Nordrhein-Westfalen ab dem 31. Dezember 1962 jeweils am Jahresende nach dem jetzigen Gebietsstand (landesdatenbank.nrw.de).

mini|400px|Einwohnerentwicklung von Rees von 1975 bis 2016

Jahr Einwohner 1975 16.665 1980 17.453 1985 17.794 1990 18.616 1995 20.010 2000 21.618 Jahr Einwohner 2005 22.559 2010 22.267 2015 21.349 2020 21.124 2022 21.475

Politik Stadtrat Die Kommunalwahlen 2014, 2020 und 2025 hatten folgende Ergebnisse: Partei2025 2020 2014 Kommunales Rechenzentrum Niederrhein%Sitze%Sitze%Sitze CDU45,791644,9815 49,7 17 SPD19,41724,939 29,4 10 GRÜNE15,74621,677 15,2 5 FDP2,0318,423 5,7 2AfD12,024 - - - -UFR4,852 - - - -

Bürgermeister

Bürgermeister der Stadt Rees ist seit dem 26. April 2023 Sebastian Hense (CDU), der von Christoph Gerwers (2009 bis 2022) das Amt übernahm, als dieser zum Landrat des Kreises Kleves gewählt wurde. Am 13. September 2020 war Gerwers mit 59,54 % der Stimmen wiedergewählt worden. Seine Gegenkandidaten waren Bodo Wissen (SPD, 33,44 %) und Clemens Willing (FDP, 7,02 %). Kommunales Rechenzentrum Niederrhein

Wappen, Siegel, Banner und Logo Der Stadt Rees wurde zuletzt 1965 ein Wappen, ein Siegel und eine Flagge (Banner) verliehen. Zudem führt die Stadt ein Logo.

Wappen

Blasonierung: „In Rot ein silberner (weißer) Schlüssel, dessen Bart nach rechts zeigt.“ Bedeutung: Der Schlüssel, dessen Bart Kreuzform besitzt, weist auf den Apostel Petrus, Patron des Erzbistums Köln, hin.rees-erleben.de Wappenbeschreibung der Stadt Rees

Siegel

„Das Dienstsiegel gleicht in Form, Größe und Inhalt dem dieser Hauptsatzung beigedruckten Siegel.“ Leider fehlt das Siegel.

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