Corgnac-sur-l’Isle (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Nontron und zum Gemeindeverband Communauté de communes Périgord-Limousin. Die Einwohner werden Corgnacois bzw. Corgnacoises genannt.

Geographie mini|300px|Lagekarte der Gemeinde Corgnac-sur-l’Isle Corgnac-sur-l’Isle liegt im Einzugsgebiet der Dordogne an der Isle, die südlich von Limoges im Zentralmassiv entspringt und bei Libourne in die Dordogne mündet. Die Gemeinde befindet sich etwa 28 Kilometer südöstlich von Nontron und etwa 28 Kilometer nordöstlich von Périgueux im Übergangsbereich des Région naturelle des Nontronnais zur Région naturelle des Périgord central. Touristisch fällt sie in den Grenzbereich von Périgord vert und Périgord blanc.

Umgeben wird Corgnac-sur-l’Isle von folgenden acht Nachbargemeinden:

Neben dem Ortskern besteht die Gemeinde aus folgenden Weilern, Gehöften, Lieu-dits, einem Schloss und einer Ziegelei: Baudissou, Bazols, Bord, Boslalègue, Bosloubet, Cambade, Caux de l’Age, Chaumont, Cherveix, Cluzeau, Cronarzin (Cronarzen), Coulonges, Fontarnaud, L’Étang, La Combe du Mas, La Côte, La Flamenchie, La Fontaine de Savignac, La Fouillardie, La Gironnette, La Grange, La Jaligne, La Preyssaque, La Roche, La Tuilerie de Tersac, La Vergne, Lacombe, Lanneaud, Laxion (Schloss), Le Breuil, Le Chemin des Cordes, Le Clos, Le Cluzelet, Le Four, Le Mas, Le Moulin de Vignes, Les Basses Vignes, Les Cambades, Les Grandes Vignes, Les Mondines, Les Peyrières, Les Plantes, Les Valades, Leyméronie (L’Eyméronie), Linard, Métairie Basse, Montmady, Nuelle, Paradis, Petit Breuilh, Petit Savignac, Pouzol, Puyfebert, Rebeuse, Roulède, Saint-Avit, Salevert, Savignac, Vaudrude und Vignaux.

Der topografisch tiefste Punkt im Gemeindegebiet von Corgnac-sur-l’Isle mit befindet sich im Süden beim Austritt der Isle aus dem Gemeindegebiet. Der höchste Punkt mit 255 Metern wird im Nordosten nordwestlich vom Weiler La Roulède angetroffen. Das Zentrum kommt oberhalb der Isle auf etwa zu liegen.

Bodenbedeckung mini|300px|Bodenbedeckung in der Gemeinde Corgnac-sur-l'Isle

Die Bodenbedeckung der Gemeinde Corgnac-sur-l’Isle schlüsselt sich im Jahr 2018 gemäß der europäischen Datenbank CORINE Land Cover (CLC) wie folgt auf:

heterogene landwirtschaftliche Nutzung – 47,7 % Wälder – 38,9 % Grünland – 11,1 % baulich beansprucht – 2,1 % Kulturboden – 0,1 %.

Die landwirtschaftliche Nutzung steht mit 58,9 % im Vordergrund. Sie ist im Vergleich zu 1990 (59,1 %) minimal zurückgegangen.

Klima Das Klima ist gemäßigt; Regen (1018 mm/Jahr) fällt übers Jahr verteilt. Die Gemeinde Corgnac-sur-l’Isle besitzt ein abgeschwächtes ozeanisches Klima mit gemäßigtem Sommer (Cfb nach Köppen und Geiger), das sich durch folgende Parameter auszeichnet:

Klimaparameter im Zeitraum 1971–2000 Jahresmittel: 11,8 °C Anzahl der Tage unter −5 °C: 3,6 Anzahl der Tage oberhalb 30 °C: 7,8 Maximum im Tages-Temperaturunterschied: 15,3 °C Jahresniederschlag: 1018 mm Niederschlagstage im Januar: 12,8 Niederschlagstage im Juli: 7,6

Durch den Klimawandel zeichnen sich Erhöhungen im Jahresmittel ab, die sich bereits auch bemerkbar machen. So ist beispielsweise an der 52 Kilometer entfernten Wetterstation in Brive-la-Gaillarde das langjährige Jahresmittel von 12,7 °C für 1971–2000 über 12,7 °C für 1981–2010 auf 13,0 °C für 1991–2020 angestiegen – ein Zuwachs um 0,3 °C innerhalb von 20 Jahren.

Hydrografie mini|300px|Hydrographische Karte von Corgnac-sur-l'Isle

Hauptfluter in der Gemeinde Corgnac-sur-l’Isle ist, wie im Ortsnamen bereits angedeutet, die Isle, die auf 5,5 Kilometer in südlicher Richtung abfließt. Sie definiert im Norden auf knapp 0,5 Kilometern die Gemeindegrenze zu Nanthiat. Im Süden bildet sie nur an wenigen kurzen Stellen die Grenze zu Saint-Jory-las-Bloux. Rechte Nebenflüsse sind der Ruisseau de Saint-Avit, der auf 850 Meter die Nordgrenze zu Nantheuil stellt, und der zwei Kilometer lange Ruisseau de Chadourgnac der am Ortskern in die Isle mündet. Es sind auch drei linke Nebenflüsse vorhanden, so ein namenloser Bach entlang der Nordgrenze zu Nanthiat, ein weiterer namenloser Bach, der südwestlich vom Weiler Roulède entspringt und beim Weiler Salevert die Isle erreicht, sowie ein weiterer namenloser, zeitweise trockenfallender Bach, der nördlich des Ortskerns von Saint-Jory-las-Bloux entsteht und südlich vom Lieu-dit Cronarzin in die Isle übergeht. Der nach Süden ziehende Ravillou – ein rechter Nebenfluss der Loue – markiert auf 1,8 Kilometern die Ostgrenze zu Saint-Sulpice-d’Excideuil. Er entspringt in der Gemeinde Dussac.

Erwähnenswert sind noch zwei rechte Trockentäler der Isle – ein nach Osten ausgerichtetes, 2,5 Kilometer langes Trockentalsystem südlich des Lieu-dits Les Peyrières und ein nur sehr kurzes Trockental beim Weiler Cherveix.

Geomorphologisch interessant sind zwei Dolinen beim Weiler Bosloubet und südöstlich vom Lieu-dit Boslalègue, die das Dolinenfeld des Mittleren Juras im Süden von Eyzerac fortsetzen.

Die Isle gehört zum Flusssystem Isle-Dronne.

Die Gesamtlänge des Entwässerungsnetzes in Corgnac-sur-l'Isle beträgt 20 Kilometer.

Geologie mini|hochkant=1.6|Geologische Karte der Gemeinde Corgnac-sur-l'Isle

Geologisch gehört Corgnac-sur-l'Isle zu zwei sehr unterschiedlichen Terranen: zum variszischen Grundgebirge des westlichen Zentralmassivs einerseits und zum Aquitanischen Becken andererseits.

Grundgebirge Das metamorphe Grundgebirge besteht vorwiegend aus dem aus der Thiviers-Payzac-Einheit stammenden Grès de Thiviers, der hier in seiner Normalfazies (tfρ3) erscheint – ehemaligen vulkanischen Gesteinen rhyodazitischer Zusammensetzung – sowie dem intrudierten Corgnac-Granit (ζγ3b). Das Grundgebirge bildet den Nordostabschnitt der Gemeinde.

Die geschieferte Einheit des Thiviers-Sandsteins ist nur schwach metamorph (unterhalb des Biotit-Isograds) und zeigt eine generelle ostsüdöstliche Streichrichtung – N 110 – mit sehr steilem Einfallen von 80° nach Südsüdwest. Sie bildet strukturell Teil eines engständig gefalteten Synklinoriums.

Hierin eingeschuppt sind die südlichen zwei der insgesamt drei Lappen des kataklastischen Corgnac-Granits. Er hat monzonitische Zusammensetzung und bewirkte in den Grès de Thiviers eine Kontaktmetamorphose, zu erkennen an Hornfelsen.

Erwähnt sein soll noch ein kleiner, Ostnordost-streichender Diabasgang (δΣβ), der in eine Antiklinale des Thiviers-Sandsteins eingedrungen ist (zu sehen nördlich von Bord).

Sedimentbedeckung Das Grundgebirge wird von flach liegenden Sedimenten des nördlichen Aquitanischen Beckens transgrediert (maximaler Einfallswinkel 10° bzw. 12° nach Südsüdwest bis Südwest), die hier mit dem Lias einsetzen.

Unterer Jura Die Serie des Unterjuras beginnt mit dem Unteren Hettangium (I1) – Konglomerate, Sandsteine und Arkosen. Das folgende Oberhettangium (I2) ist dolomitisch und liegt meist verkieselt vor. Kleine verkieselte Zwickel finden sich bei Le Breuil, südlich von Bord und östlich von Roulède am Ravillou. Das Sinemurium (I3-4) ist oolithisch und ebenfalls oft verkieselt. Es folgt Pliensbachium (I5-6) – grobe, teils dolomitische Sandsteine, die ebenfalls stellenweise verkieselt sind. Die Serie endet mit Toarcium und Aalenium, auf der geologischen Karte als I7-9 zusammengefasst. Das Toarcium mit seinen Tonsteinen und grauen Mergeln war früher von großer Bedeutung für Ziegeleibetriebe. Das den Unterjura abschließende Aalenium besitzt dolomitischen Charakter.

Der Unterjura erscheint beiderseits der Isle. Rechtsseitig liegt er zwischen dem Ruisseau de Saint-Avit und dem Ruisseau de Chadourgnac und baut den Höhenrücken von Bazols (236 Meter) auf. Der Höhenrücken ist horstartig angehoben und endet mit Pliensbachium. In der davorliegenden Scholle ist noch Toarcium/Aalenium erhalten geblieben, welches sich zusammen mit unterlagerndem Pliensbachium auch entlang der rechten Seite des Ruisseau de Chadourgnac findet. Linksseitig der Isle tritt Unterjura unmittelbar vor dem Grundgebirge auf (direkt östlich des Ortskerns). Die Serie ist hier vollständig. Die rechte Talseite des Ravillous wird südlich der Randstörung von Pliensbachium/Toarcium/Aalenium begleitet. Sodann folgen die Vorkommen auf dem Grundgebirge, nördlich von Le Mas, bei Le Breuil und vor allem um La Gironnette, wo Sinemurium erreicht wird.

Mittlerer Jura Der Mittlere Jura nimmt die Südhälfte der Gemeinde ein. Ältestes aufgeschlossenes Schichtglied ist Bajocium der Formation j1b – eine Wechselfolge aus kryptokristallinen Kalken mit bioklastischen und oolithischen Kalken. Dessen Basis kann auch rekristallisiert vorliegen. Sodann erscheinen die Oolithkalke der Formation j1c-2a, die vom Oberbajoc bis ins unterste Bathonium reichen. Darüber folgt Unteres und Mittleres Bathonium (Formation j2b). Hierbei handelt es sich um eine Wechselfolge von kryptokristallinen und bioklastischen Kalken mit teils lignithaltigen Tonen. Sodann Oberbathon (Formation j2-6(a)), bestehend aus einer Wechselfolge von kryptokristallinen, stellenweise kreidigen Kalken mit feinschutthaltigen Kalken. Der Mittlere Jura endet mit einer Abfolge, die vom Oberbathon bis ins Callovium reicht (Formation j2-6(b)) – eine Wechselfolge kryptokristalliner, mehr oder weniger kreidiger Kalke mit bioklastischen und oolithischen Kalken.

Die räumliche Anordnung der Schichtglieder des Mittleren Juras folgt in etwa dem regionalen Einfallen nach Südwesten. So tritt das Bajocium mit seiner rekristallisierten Basis im Nordosten des Mitteljurablocks auf und folgt der rechten Talseite des Ruisseau de Chadourgnac und der Isle. Gen Südwesten folgen dann die Bänder von Oberbajoc, Unter-/Mittelbathon und Oberbathon. Das abschließende Callovium berührt dann gerade noch die Südwestecke der Gemeinde.

Sidérolithique Fetzen des sogenannten Sidérolithique (eisenhaltige, rote, sehr kompakte, tonige Sande der Formation e-p) finden sich südlich von La Roche (auf Hettangium), bei Roulède (auf Sinemurium) und bei Puyfebert (auf Bajocium, stellenweise auch rekristallisiert). Seine zeitliche Stellung wird sehr ungenau mit Eozän bis Pliozän angegeben.

Tertiäre Lockersedimente Die tertiären Lockersedimente umfassen die altpleistozänen Flussschotter der Formation Fs (Sande, Kiese und Schotter, die in eine tonige Grundmasse – hervorgegangen möglicherweise aus marbrierten Paläoböden – eingebettet sind), ihre kolluvialen Umlagerungsprodukte (Formation CF – enthalten mehrheitlich Gerölle und dürften sich zum Großteil aus den Flussschottern entwickelt haben), würmzeitlichen Kalkhangschutt (Formation GP), sowie Flussterrassen der Isle und holozänes Alluvium (Formation K) in den Talniederungen der Isle, des Ruisseau de Chadourgnac, des Ruisseau de Saint-Avit und des Ravillous.

Die Formation Fs erscheint in zwei kleinen Vorkommen nördlich von Vaudrude (auf Grundgebirge) und südlich von Roulède (auf Kolluvium über Unterjura). Das Kolluvium liegt an der Gemeindegrenze zu Saint-Jory-las-Bloux. Kalkhangschutt des Würms bedeckt den Hang um La Vergne nördlich des Ortskerns sowie den Boden des Trockentalsystems südlich von Les Peyrières. Von hier reicht er dann bis Cherveix. Bei den Terrassen können Hoch- von Niederterrassen unterschieden werden. Hochterrassen (Formation Ft) treten als kleine Reste auf, so bei Coulonges, bei La Roche, bei Les Mondines und bei La Tuilerie de Tersac. Die Niederterrassen (Formation Fw) liegen direkt am Ortskern, bei Cronarzin, am Moulin Chambon (Gemeinde Saint-Jory-las-Bloux) und bei Cherveix.

Karstphänomene Karstphänomene in der Gemeinde Corgnac-sur-l’Isle sind die bereits unter der Rubrik Hydrographie erwähnten Dolinen und die Trockentäler.

Tektonik