Der Chevrolet Monte Carlo ist ein Coupé der oberen Mittelklasse, das die zum General-Motors-Konzern gehörende US-amerikanische Automobilmarke Chevrolet mit Unterbrechungen von 1969 bis 2007 verkaufte. In dieser Zeit entstanden sieben Generationen des Monte Carlo, die technisch jeweils von Chevrolets mittelgroßen Familienwagen abgeleitet waren. Anfänglich gehörte der Monte Carlo zu den Personal Luxury Cars; mit der Wiederbelebung des Modells im Jahr 1999 legte Chevrolet den Schwerpunkt mehr auf Sportlichkeit. Parallelmodell des Monte Carlo bei den anderen GM-Marken waren zeitweise der Pontiac Grand Prix, das Oldsmobile Cutlass- und das Buick-Regal-Coupé.

Erste Generation: Serie 138, 1H (1970–1972)

Der Chevrolet Monte Carlo der ersten Generation ist ein viersitziges, zweitüriges Stufenheckcoupé, dessen Design im Bereich der hinteren Kotflügel die Form des 1971 eingeführten Cadillac Fleetwood Eldorado vorwegnimmt. Technisch basiert diese Generation auf der A-Plattform von General Motors. Sie ist deshalb unter anderem eng mit dem zeitgenössischen Intermediate-Modell Chevrolet Chevelle verwandt. Im Gegensatz zum zweitürigen Chevelle Coupé, das einen verkürzten Radstand hat, verwendet der ebenfalls zweitürige Monte Carlo die ungekürzte Plattform des viertürigen Chevelle Sedan.

Tragende Grundlage ist ein separater Rahmen. Der Karosserieteil von der Spritzwand bis zum Heck ist in einem Teil geschweißt, die Front wurde komplett auf einen Hilfsrahmen geschraubt. Die Monte Carlo Coupés der ersten Baureihe werden ausschließlich von Achtzylinder-V-Motoren angetrieben. Erhältlich waren Small-Block- oder Big-Block-Motoren mit 5,7, 6,6 und 7,5 Liter Hubraum. Die Unterscheidung erfolgt durch die Länge des Motorblocks und die Bohrung des Zylinders, die in der Regel weniger als 4 Zoll bzw. 101,6 mm beträgt. Lediglich der LF-400-Small Block mit 6,6 Liter (400 in3) hat eine Bohrung von 4,125 Zollhttps://nastyz28.com/threads/what-is-the-400-small-block-standard-bore-size.8852/ bzw. 104,775 mm. Die Leistung der Motoren variiert in den einzelnen Modelljahren. Bezüglich der Kraftübertragung waren verschiedene Optionen verfügbar. Im Programm standen ein Zweigang-Powerglide-Automatikgetriebe (für die 5,7-Liter-Motoren), eine Dreigang-Turbo-Hydramatic oder ein Viergang-Schaltgetriebe. Die meisten Monte Carlos wurden mit der aufpreispflichtigen Turbo-Hydramatic verkauft.

Die erste Baureihe des Monte Carlo wurde in den Modelljahren 1970 bis 1972 verkauft. In dieser Zeit änderten sich Technik und Design nur geringfügig. Insgesamt verkaufte Chevrolet von der ersten Generation 439.393 Fahrzeuge, darunter waren 5742 SS 454.

Serie 1AH, 1973–1977

Angebotene Motoren Tabelle mit technischen Daten zumChevrolet Monte Carlo (Serienmodelle)Chevrolet Monte Carlo305350400454BestellcodeStd./LG3Std. (L65)LM1L48LF6LT4LS6MotornameSmall Block ChevroletBig Block ChevroletMotorartOttomotorMotorarbeitsverfahrenViertaktMotorbauart8-Zylinder-V-Motor, längseingebautHubraum305 in3350 in3400 in3454 in3Bohrung × Hub3,736 in × 3,48 in4 in × 3,48 in4,125 in × 3,75 in4,25 in × 4 inBankwinkel90°VentilsteuerungOHV, zwei hängende Ventile mit zentraler Nockenwelle, Stößelstangen und KipphebelnNockenwellenantriebKetteQuellen:

1973 Im Sommer 1972 wurde die Chevrolet-Mittelklasse bei unverändertem Radstand und identischer Technik erneuert, davon profitierte auch der Monte Carlo, der 3415 USD kostete. Er erhielt eine neue um rund 100 mm (4 Zoll) längere Karosserie, bei der die gewölbten Seitenflächen aber als Merkmal erhalten blieben. Das bisherige hintere kleine Fenster ließ man weg, dafür wurde in der breiten C-Säule ein schmales Seitenfenster ergänzt. Die Front war deutlich konturierter als bei der 1. Generation. Die Stoßstangen wurden voluminöser, neue Bundesgesetze für 1973 verlangten, dass vordere Stoßstangen einen Aufprall mit 8 km/h (5 Meilen pro Stunde) ohne Beschädigung der Karosserie überstehen mussten (für hintere Stoßstangen wurden dies 1974 zur Norm). Die Motorhaube ragte weiter in den Frontgrill, wodurch dieser deutlich schmaler wurde. Die runden Scheinwerfer hatten nur noch einen kleinen Chromring. Die Blink-Standleuchten-Kombi saß wie bei der Chevelle in den Kotflügelspitzen. Auch das Heckblech wurde überarbeitet. So reichten die senkrecht stehenden Rückleuchten nicht mehr bis in die Stoßstange, sondern endeten darüber. Neue Modellvarianten waren der sportlich gestaltete Monte Carlo „S“ (Listenpreis 3562 USD) sowie, als neue noch besser ausgestattete Luxusversion, der Monte Carlo Landau (Listenpreis 3806 USD). Bei der Landau-Version wurde der hintere Teil des Daches und die C-Säule in Vinyl eingekleidet.

Im Modelljahr verließen 233.689 Monte Carlos das Werk. Angebotene Motoren des Modelljahrs 1973Chevrolet Monte Carlo350454BestellcodeStd. (L65)L48LS4MotornameTurbo-Fire (Small Block Chevrolet)Turbo-Jet (Big Block Chevrolet)Bremsleistung (netto SAE-PS)bei Drehzahl in min−1145 SAE-HP bei 4000175 SAE-HP bei 4000245 SAE-HP bei 4000max. netto Drehmoment bei min−1346 Nm (255 lbf·ft)bei 2400353 Nm (260 lbf·ft)bei 2800508 Nm (375 lbf·ft)bei 2800Verdichtung8,5 : 18,25 : 1Gemischaufbereitungein Fallstrom-Doppelvergaserein Fallstrom-Doppel-RegistervergaserQuelle:

1974 Der Monte Carlo wurde leicht überarbeitet. Dennoch wurde er von der Zeitschrift Motor Trend aufgrund seines Stylings und der Betonung des guten Fahrverhaltens und Handlings zum „Auto des Jahres“ gewählt.

Der Monte Carlo von 1974 erhielt kleinere Detailänderungen gegenüber seinem Vorgänger von 1973, vor allem einen überarbeiteten Kühlergrill vorne, bündig eingebaute Rückleuchten (nicht mehr mit horizontalen Chromleisten). Das hintere Kennzeichen wurde von der Stoßstange auf das Heckblech verlegt, welches auch den Mechanismus des Kofferraumschlosses beherbergte, so dass der Kofferraumdeckel eine kürzere Kante hatte. 1973 befand sich das Kofferraumschloss unterhalb der Kofferraumabdeckung und oberhalb des hinteren Stoßfängers in einem Bereich, der bei den 1974er Versionen nicht mehr vorhanden war.

Er stellte einen neuen Verkaufsrekord für Chevrolet auf, mit 312.217 hergestellten Exemplaren für das Modelljahr. Angebotene Motoren des Modelljahrs 1974Chevrolet Monte Carlo350400454BestellcodeStd. (L65)LM1LF6LT4LS4MotornameTurbo-Fire (Small Block Chevrolet)Turbo-Jet (Big Block Chevrolet)Bremsleistung (netto SAE-PS)bei Drehzahl in min−1145 SAE-HP bei 3800160 SAE-HP bei 3800150 SAE-HP bei 3200180 SAE-HP bei 3800235 SAE-HP bei 4000max. netto Drehmoment bei min−1339 Nm (250 lbf·ft)bei 2200339 Nm (250 lbf·ft)bei 2400400 Nm (295 lbf·ft)bei 2000393 Nm (290 lbf·ft)bei 2400488 Nm (360 lbf·ft)bei 2800Verdichtung8,5 : 18,25 : 1Gemischaufbereitungein Fallstrom-Doppelvergaserein Fallstrom-Doppel-Registervergaserein Fallstrom-Doppelvergaserein Fallstrom-Doppel-RegistervergaserQuelle:

1975 Das Modelljahr erhielt geringfügige Styling-Änderungen, einschließlich eines neuen Kühlergrills mit dem Monte-Carlo-Emblem in der Mitte und neuen, vertikal geformten Rückleuchten mit horizontalen Lamellen. Alle Modelle erhielten Katalysatoren, um die bundesstaatlichen und kalifornischen Abgasvorschriften zu erfüllen, zusätzlich wurde dadurch auch der Kraftstoffverbrauch gesenkt, aber bleifreies Benzin mit niedrigerer Oktanzahl erforderlich.

Die Motoren wurden aus dem Jahr 1974 übernommen, mit der Ausnahme, dass die elektronische High Energy-Zündung (H.E.I.)Die Abkürzung H.E.I. ausgeschrieben High Energy Ignition, (Deutsch: Hochenergiezündung) ist ein elektronisches Zündsystem, das von der Delco-Remy-Division von General Motors entwickelt und 1974 bei einigen GM-Fahrzeugen eingeführt wurde, darunter der Camaro Z28 Special High Performance. Es wurde dann ab 1975 bis Mitte der 1980er Jahre bei allen Motoren verwendet. HEI zeichnet sich dadurch aus, dass bei den meisten Anwendungen die Zündspule in die Verteilerkappe integriert ist. Das System besteht aus einem Steuermodul und einem im Verteiler montierten magnetischen Impulsaufnehmer. Dadurch entfallen der Unterbrecher und die Spule. Die Zündspannung beträgt bis zu 40.000 V (normale Zündspulen liefern ca. 20.000 V). Vorteil ist neben der Wartungsfreundlichkeit auch die Möglichkeit eines deutlich größeren Elektrodenabstandes der Zündkerzen. von GM zur Standardausrüstung gehörte.

Neu für 1975 war eine Custom-Innenausstattung, die eine hochwertigere 50/50-Sitzbank aus Stoff mit Liegesitzfunktion auf der Beifahrerseite und einen Teppichboden in der unteren Türverkleidung umfasste. Die Standard-Innenausstattung bestand nach wie vor aus einer Sitzbank mit Strickstoff- und Vinyl- oder Vollvinyl-Polsterung. Außerdem waren in diesem Jahr zum ersten Mal weiße Vollvinyl-Innenausstattungen erhältlich, entweder mit Sitzbank oder Einzelsitze vorn, mit kontrastierenden Farben für Teppichboden und Instrumententafeln, darunter Schwarz, Rot, Blau und Grün.

Die Verkäufe gingen mit 258.909 Fahrzeugen etwas zurück, was auf die höheren Preise durch den Katalysator, der Monte Carlo kostete nun über 4000 USD, zurückzuführen war. Angebotene Motoren des Modelljahrs 1975Chevrolet Monte Carlo350400454BestellcodeStd. (L65)LM1LT4LS4MotornameTurbo-Fire (Small Block Chevrolet)Turbo-Jet (Big Block Chevrolet)Bremsleistung (netto SAE-PS)bei Drehzahl in min−1145 SAE-HP bei 3800155 SAE-HP bei 3800175 SAE-HP bei 3600215 SAE-HP bei 4000max. netto Drehmoment bei min−1339 Nm (250 lbf·ft)bei 2200339 Nm (250 lbf·ft)bei 2400414 Nm (305 lbf·ft)bei 2000475 Nm (350 lbf·ft)bei 2400Verdichtung8,5 : 18,15 : 1Gemischaufbereitungein Fallstrom-Doppelvergaserein Fallstrom-Doppel-RegistervergaserQuelle:

1976 Neue senkrecht übereinander angeordnete Doppelscheinwerfer waren zusammen mit neu geformten Rückleuchten und einem neuen Kreuzschraffur-Kühlergrill das Erkennungsmerkmal von 1976. Die Seitenlinie wurde glatter, die vormals deutlichen Wölbungen verschwanden. Zugleich schrumpfte der Basismotor auf 5,0 Liter Hubraum (145 SAE-PS / ca. 104 kW), der 7,5-Liter-Motor entfiel, größte Maschine war ein 6,6-Liter-V8-Motor (175 SAE-PS / ca. 130 kW).

Die Innenausstattung blieb in den beiden Ausstattungsvarianten Base und Custom die gleiche wie 1975, aber die Instrumententafel und das Lenkrad wurden mit einem neuen Palisander-Dekor versehen, das die Wurzelrinde der Vorjahre ersetzte. Eine neue Option war eine zweifarbige „Fashion Tone“-Lackkombination. Der Absatz des Monte Carlo erreichte in diesem Jahr mit 353.272 Einheiten einen neuen Rekord. 191.370 „S“-Coupés wurden hergestellt. 161.902 Landau Coupes, die 293 Dollar teurer waren. Angebotene Motoren des Modelljahrs 1976Chevrolet Monte Carlo305350400BestellcodeStd. (LG3)L65LM1LT4MotornameTurbo-Fire (Small Block Chevrolet)Turbo-Jet (Big Block Chevrolet)Bremsleistung (netto SAE-PS)bei Drehzahl in min−1140 SAE-HP bei 3800145 SAE-HP bei 3800165 SAE-HP bei 3800175 SAE-HP bei 3600max. netto Drehmoment bei min−1332 Nm (245 lbf·ft)bei 2000339 Nm (250 lbf·ft)bei 2200353 Nm (260 lbf·ft)bei 2400414 Nm (305 lbf·ft)bei 2000Verdichtung8,5 : 1Gemischaufbereitungein Fallstrom-Doppelvergaserein Fallstrom-Doppel-RegistervergaserQuelle:

1977 Ein überarbeiteter Kühlergrill mit kleineren, senkrechten Segmenten und dem Monte-Carlo-Emblem, das zu einem stehenden Haubenornament verschoben wurde, sowie überarbeitete Rückleuchtengläser kennzeichneten den 1977er Monte Carlo. Der Grilleinsatz im oberen Teil der Stoßstange entfiel. Die Innenausstattung wurde in diesem Jahr geringfügig überarbeitet und umfasste Stoff-, Velours- und Vinylbezüge sowohl in der Basis- als auch in der Custom-Ausstattung. Dieses Modelljahr markiert das einzige Mal in der Geschichte, dass ein Mittelklassemodell in allen Dimensionen größer war als ein Full-Size-Modell, da der B-Body Chevrolet Caprice/Impala bereits für 1977 überarbeitet und verkleinert worden war.

Die Einführung eines verkleinerten Monte Carlo für das Jahr 1978 stand bevor. Im letzten Produktionsjahr der 2. Generation verließen 224.327 „S“-Coupés und 186.711 Landau Coupés die Werke.