Die Dálnice 3 (tschechisch für „Autobahn 3“) ist eine teilweise noch in Planung befindliche Autobahn in Mittelböhmen und Südböhmen, die fertiggestellt vom Autobahnring Prag über Tábor und Budweis zur Staatsgrenze nach Österreich führen soll und dort an die österreichische Mühlviertler Schnellstraße S 10 anknüpfen wird, die nach Unterweitersdorf und weiter als Mühlkreis-Autobahn A 7 über Linz zur West Autobahn A 1 verläuft. Eine 98 Kilometer lange Strecke zwischen Mezno (Bezirk Benešov) über České Budějovice bis Kaplice nádraží ist bereits in Betrieb, weitere 15,5 Kilometer sind im Süden bis zur Staatsgrenze bis 2027 im Bau.

Planungsgeschichte Obwohl nach dem Münchner Abkommen und der Besetzung des Sudetenlandes 1938 sowie mit der vollständigen Zerschlagung der Tschechoslowakei 1939 auf dem Gebiet des durch den NS-Staat errichteten Protektorats Böhmen und Mähren zahlreiche Reichsautobahnen geplant und zum Bau freigegeben wurden, fand sich in den Netzplänen zunächst keine Verbindung zwischen Prag über Budweis nach Linz. Im Mai 1941 ist erstmals eine solche Reichsautobahnplanung im Netzplan verzeichnet. Allerdings fehlte sie im Netzplan vom 1. August 1941 wieder.

Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, der Gründung der Tschechoslowakischen Sozialistischen Republik und dem Kalten Krieg bestand für diese Verkehrsverbindung über lange Zeit kein Bedarf an der Errichtung einer Autobahn. Deshalb fand die Linie auch keinen Eingang in das durch Beschluss der Regierung Nr. 286 vom 10. April 1963 geplante Autobahnnetz. Erst 1987 kam mit Regierungsbeschluss Nr. 24 die Strecke Prag – Budweis – Österreich hinzu. Nach der Teilung der Tschechoslowakei 1993 wurde durch die Regierung der Tschechischen Republik mit dem Regierungsbeschluss Nr. 631/93 die D3 in das Autobahnnetz aufgenommen und ein Bau bis 2005 vorgenommen. Allerdings erfolgte 1996 eine Überprüfung des Projektes mit der Folge, dass im Februar 1997 mit dem Beschluss Nr. 86/1997 die Autobahn D3 aus dem Autobahnbauplan bis 2005 ausgeschlossen wurde. Die Vorentwürfe für nahezu die gesamte Trasse in Mittelböhmen waren zu dieser Zeit bereits ausgearbeitet. 1999 wurde durch Entscheidung der Regierung Nr. 741 die Autobahn D3 wieder in die Netzplanung bis 2010 aufgenommen, südlich von Český Krumlov allerdings als Schnellstraße R3. Daraufhin wurden die Planungsarbeiten vorangetrieben und der Bau vor allem hoch belasteter Teilabschnitte begonnen. Mit dem Änderungsgesetz Nr. 268/2015 wurde die gesamte Strecke mit Wirkung zum 1. Januar 2016 zur Dálnice 3 umklassifiziert.

Bau und fertiggestellte Abschnitte Prag – Nová Hospoda Mit dem Bau des nördlichen Teils der Dálnice 3, der vom Autobahnring Prag (Dálnice 0) abzweigen, westlich von Benešov und parallel zur bisherigen Silnice I/3 verlaufen sowie schließlich bei Nová Hospoda in die bereits fertiggestellten Teile der D 3 münden soll, ist bisher noch nicht begonnen worden. Im Einzelnen ist folgender Planungsstand erreicht:

Nr. des Abschnitts Abschnitt Länge Status Baubeginn Fertigstellung Querschnitt Entwurfs-geschwindigkeit Besonderheit301 Prag – Jílové9,514 kmProjektplan genehmigtgeplant: 2028geplant: 2032D27,5120einschließlich südlicher Umgehung von Jílové u Prahy als Silnice II/105302 Jílové – Hostěradice4,486 kmProjektplan genehmigtgeplant: 2028geplant: 2032D27,5120303 Hostěradice – Václavice11,292 kmProjektplan genehmigtgeplant: 2028geplant: 2032D27,5120einschließlich Zubringer Týnec und Benešov (Silnice II/112) sowie Rastplatz Dunávice (beidseitig)304Václavice – Voračice16,700 kmProjektplan genehmigtgeplant: 2028geplant: 2031D27,5120einschließlich Rastplatz Minartice beidseitig305/I Voračice – Nová Hospoda16,454 kmProjektplan genehmigtgeplant: 2028geplant: 2032D27,5120

Nová Hospoda – České Budějovice Der mittlere Teil der Dálnice 3 von Nová Hospoda bis České Budějovice ist bereits fertiggestellt:

Nr. des AbschnittsAbschnitt Länge Status Baubeginn Fertigstellung Querschnitt Entwurfs-geschwindigkeit Besonderheit305/IINová Hospoda – Mezno1,700 kmunter VerkehrJuli 2008 (Vorarbeiten: 2007)22. Dezember 2009D26,5120306/IMezno – Chotoviny6,800 kmunter Verkehr24. Juni 200417. Dezember 2007D26,5120einschließlich Autobahnmeisterei Chotoviny306/IIChotoviny – Tábor 8,757 kmunter Verkehr1988Juni 2005D26,5120Ortsumgehung Tábor: begonnen 1988, einbahnig fertiggestellt im Juni 1991, im Oktober 2008 im Autobahnquerschnitt dem Verkehr übergeben; Teilstrecke Chotoviny – Čekanice: Baubeginn Februar 2002, Fertigstellung: Juni 2005307A, B und CTábor – Soběslav 16,295 kmunter Verkehr2. Oktober 200827. Juni 2013D27,5120308A und 308BSoběslav – Veselí nad Lužnicí8,715 kmunter Verkehr2. Oktober 200827. Juni 2013D27,5120308CVeselí nad Lužnicí – Bošilec5,125 kmunter Verkehr7. April 201512. Oktober 2017D27,5120im August 1998 bereits Umgehungsstraße Veselí nad Lužnicí einbahnig als Teil der künftigen Autobahn fertiggestellt309/IBošilec – Ševětín8,137 kmunter Verkehr22. September 201524. Juni 2019D27,5120309/IIŠevětín – Lhotice10,680 kmunter Verkehr15. März 201710. Dezember 2019D27,5120einbahnig zwischen 1987 und 1994 errichtet; Tank- und Rastanlage Chotýčany (beidseitig), fertiggestellt am 14. September 2023 309/IIILhotice – Úsilné3,160 kmunter Verkehr7. April 201527. September 2017D27,5120

České Budějovice – Staatsgrenze CZ/A Ein 28,3 Kilometer langer Abschnitt zwischen České Budějovice und Kaplice-nádraží, der am Anfang als Umfahrung von České Budějovice dient, wurde am 21. Dezember 2024 in Betrieb genommen. Am 31. Juli 2026 wurde der 3,2 Kilometer lange Abschnitt von Nazidka bis zur Österreichischen Grenze für den Verkehr freigegeben.https://ceskobudejovicky.denik.cz/zpravy_region/dalnice-d3-budejovice-kaplice-otevreni.html Die Trasse des 15,5 km langem Abschnitts von Kaplice-nádraží bis Staatsgrenze ist seit Januar sowie Juni 2024 im Bau und soll bis September 2027 fertig gebaut sein. Der Abschnitt zwischen Třebonín und der Staatsgrenze mit Österreich war ursprünglich als Schnellstraße (rychlostní silnice) R3 geplant, wurde seit der Umwidmung der tschechischen Autobahnen und Schnellstraßen mit Wirkung zum 1. Januar 2016 Bestandteil der D3., Oktober 2015, abgerufen am 25. Dezember 2015 Dieser Abschnitt ist daher nur mit einem Querschnitt 25,5 geplant worden. Im Einzelnen sind Bau und Planungen wie folgt vorangeschritten:

Nr. des AbschnittsAbschnitt Länge Status Baubeginn Fertigstellung Querschnitt Entwurfs-geschwindigkeit Besonderheit310/IÚsilné – Hodějovice7,197 kmunter Verkehr17. April 201921. Dezember 2024D27,5120310/IIHodějovicen – Třebonín12,550 kmunter Verkehr 29. März 201921. Dezember 2024D27,5120311Třebonín – Kaplice nádraží8,577 kmunter Verkehr4. Februar 202221. Dezember 2024D25,5120mit Rastplätzen Velešín-Westseite und Velešín-Ostseite312/IKaplice nádraží – Nažidla11,990 kmim Bau28. Juni 2024geplant: 2026/2027D25,5120312/IINažidla – Dolní Dvořiště (Staatsgrenze)3,543 kmunter Verkehr9. Januar 202431. Juli 2026D25,5/D26130Rastplatz Suchdol (beidseitig) in Bau

Tempolimit In Tschechien wird bereits seit mehreren Jahren eine abschnittsweise Erhöhung des Tempolimits auf Autobahnen über 130  km/h hinaus diskutiert. Ab Oktober 2025 wurde auf einem ca. 47 Kilometer langen Abschnitt der D3 zwischen Tábor und České Budějovice im Rahmen eines Testbetriebes das Tempolimit auf 150  km/h erhöht. Die Geschwindigkeit wird in Abhängigkeit von Wetter und Verkehrsbelastung über Wechselverkehrszeichen geregelt werden.Test: 150 auf Tschechiens Autobahnen, MDR Aktuell vom 10. Oktober 2025. Bei positiven Erfahrungen soll eine Ausweitung von Tempo 150 auch auf der D1 (Abschnitt Přerov – Ostrava) und die D11 (Abschnitt Kolín – Jaroměř) erfolgen.Höheres Tempolimit in Tschechien: Tempo 150 auf erster Autobahn rückt näher, Sächsische Zeitung vom 15. August 2025

Weblinks

D3 auf Ceska dalnice (tschechisch) Offizielle Website zur Dálnice D 3 von Ředitelství silnic a dálnic ČR (tschechisch)

Einzelnachweise

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