Die Pflanzengattung der Borstenhirsen (Setaria) gehört zur Unterfamilie der Panicoideae innerhalb der Familie der Süßgräser (Poaceae). Sie sind von den Gemäßigten Gebieten über die Subtropen bis in die Tropen und auf Kulturland oder auf Ruderalflächen weitverbreitet.
Beschreibung mini|Illustration der Kolbenhirse (Setaria italica) mini|Illustration aus Species graminum, Volume 3 von Setaria parviflora
Vegetative Merkmale Borstenhirsen-Arten sind einjährige oder ausdauernde krautige Pflanzen. Die schlanken bis kräftigen oder zuckerrohrähnlichen Halme besitzen Knoten (Nodien).
Die wechselständig an den Halmen angeordneten Laubblätter sind in Blattscheide und Blattspreite gegliedert. Deren Blattscheiden sind offen, kahl und höchstens auf der Oberseite und an den Rändern behaart. Die Blatthäutchen bilden einen dichten Haarkranz mit häutiger Basis. Die einfachen Blattspreiten sind linealisch bis lanzettlich und manchmal an ihrer Basis zu einem Scheinblattstiel verengt.
Generative Merkmale Der ährenförmige, rispige Blütenstand ist dicht oder ausgebreitet. Die langen Borsten am Grunde der Ährchen entsprechen reduzierten Rispenästen. Die langen Borstenhaare sind mit vor- oder rückwärts gerichteten Borstenhaaren besetzt und bleiben nach dem Abfallen des Ährchens stehen. Die Ährchen sind elliptisch, auf einer Seite gewölbt und zweiblütig. Die untere Blüte ist männlich oder steril, die obere zwittrig. Die untere Hüllspelze ist dreinervig und bis halb so lang wie das Ährchen. Die obere Hüllspelze ist fünf- bis siebennervig und halb- bis ebenso lang wie das Ährchen. Die Deckspelze der unteren Blüte ist so lang wie das Ährchen, die der oberen Blüte so lang wie das Ährchen oder wenig kürzer, fünfnervig, kahnförmig, verhärtet, glatt oder runzelig und mit ihren Seitenflächen die Vorspelze umschließend. Die Vorspelze ist zweinervig, verhärtend, glatt oder runzelig. Es sind drei Staubblätter vorhanden.
Die Frucht ist fast so lang wie die Blüte und von der verhärteten Deck- und Vorspelze umschlossen.
Chromosomensätze Die Chromosomengrundzahl beträgt bei fast allen Setaria-Arten x = 9. Es kommen unterschiedliche Ploidiegrade vor.
Systematik und Verbreitung Die Gattung Setaria wurde 1812 durch Ambroise Marie François Joseph Palisot de Beauvois in Essai d'une Nouvelle Agrostographie, Seite 51 aufgestellt. Ein Homononym ist Setaria , das 1803 in Flora Boreali-Americana (Michaux), 2, Seite 331 veröffentlicht wurde. Synonyme für Setaria nom. cons. sind: Acrochaete non , Camusiella , Chaetochloa , Cymbosetaria , Tansaniochloa . Der Name Setaria wurde konserviert gegenüber Acharius ex Als Lectotypus wurde 1920 „Panicum viride L.“ LT durch Hitchcock in Contr. U.S. Natl. Herb. 22, 3, S. 156 festgelegt und 1920 Setaria viridis als Lectotypusart durch S. A. Hitchcock in The genera of grasses of the United States. U.S.D.A. Bull. (1915-23), 772. S. 241 festgelegt.
Die Gattung Setaria gehört zur Subtribe Cenchrinae Tribus Paniceae in der Unterfamilie der Panicoideae innerhalb der Familie Poaceae. Die Subtribus Cenchrinae (Syn.: Setariinae , Paspalidinae , Spinificinae , Subtribe Uranthoeciinae , Xerochloinae , Snowdeniinae , Pseudoraphidinae ) enthält bei Delfini et al. 2023 etwa 24 Gattungen mit etwa 328 Arten. Der Photosynthese-Pfad ist bei dieser Subtribus C4 NADP–ME. Je nach Autor sind einige Arten der Gattung Setaria s. l. in der Gattung Paspalidium .
Die Gattung Setaria ist von den Gemäßigten Gebieten über die Subtropen bis in die Tropen fast weltweit verbreitet. In Europa kommen vier bis neun Arten vor, davon in Deutschland vier bis acht, in Afrika 43 Arten, im gemäßigten Asien 18 Arten, im tropischen Asien 16 Arten, in Australasien 16 Arten, auf pazifischen Inseln neun Arten, in Nordamerika 27 Arten und in Südamerika 48 Arten vor. Einige Setaria-Arten gedeihen auf Kulturland oder auf Ruderalflächen in vielen Gebieten der Welt. Zwölf Arten kommen nur in Madagaskar vor. In der Neuen Welt ist Brasilien mit 30 Arten das Zentrum der Artenvielfalt.
mini|Setaria apiculata mini|Blütenstand von Setaria barbata mini|Blütenstand von Setaria dielsii mini|Kolbenhirse (Setaria italica) mini|Rote Borstenhirse (Setaria pumila) mini|Habitus von Setaria sphacelata mini|Setaria sulcata mini|Quirlige Borstenhirse (Setaria verticillata) mini|Setaria vulpiseta
Die Gattung Setaria umfasst je nach Autor 100 bis 180 Arten: Setaria adhaerens : Sie kommt in einigen Gebieten der Alten Welt vor. Setaria albovillosa (Gilt oft als Paspalidium albovillosum ): Sie kommt in den australischen Bundesstaaten Queensland sowie New South Wales vor. Setaria alonsoi : Sie kommt in Argentinien vor. Setaria ankarensis (Gilt oft als Paspalidium ankarense ): Sie kommt in Madagaskar vor. Setaria apiculata : Sie kommt in den australischen Gebieten Western Australia, Northern Territory sowie Queensland vor. Setaria appendiculata : Sie kommt in Äthiopien bis Tansania, Angola bis Südafrika vor. Setaria arizonica : Sie kommt vom südlichen Arizona bis nordwestlichen Mexiko vor. Setaria atrata : Sie kommt von Äthiopien bis zum südlichen tropischen Afrika vor. Setaria australiensis : Sie kommt in den australischen Bundesstaaten Queensland sowie nordöstliches New South Wales vor. Setaria austrocaledonica : Sie kommt nur in Neukaledonien vor. Setaria aversa (Gilt oft als Paspalidium aversum ): Sie kommt im östlichen bis südöstlichen Australien. Setaria barbata : Sie gedeiht in Tropen bis Subtropen der Alten Welt. Setaria barbinodis : Sie kommt nur in Bolivien vor. Setaria basiclada (Gilt oft als Paspalidium basicladum ): Sie kommt in den australischen Gebieten Western Australia, Northern Territory, South Australia sowie Queensland vor. Setaria bathiei : Sie kommt in Madagaskar nur in der Provinz Fianarantsoa vor. Setaria bosseri : Sie kommt in Madagaskar vor. Setaria brigalow (Gilt oft als Paspalidium caespitosum ): Sie kommt in Queensland bis ins nördliche New South Wales vor. Setaria brownii (Syn.: Paspalidium gracile ): Sie kommt in weiten Gebieten Australiens vor. Setaria carinata : Sie kommt nur im nördlichen Venezuela vor. Setaria cernua : Sie kommt in Ecuador vor. Setaria chapmanii : Sie kommt in Florida, im südöstlichen Mexiko und auf Karibischen Inseln vor. Setaria chondrachne : Sie kommt in Südkorea, Japan und in den chinesischen Provinzen Anhui, Guangxi, Guizhou, Henan, Hubei, Hunan, Jiangsu, Jiangxi, Sichuan, Yunnan sowie Zhejiang vor. Setaria clementii (Gilt oft als Paspalidium clementii ): Sie kommt in weiten Gebieten Australiens vor. Setaria clivalis (Syn.: Setaria laxa var. nativitatis , Setaria laxa var. navitatis orth. var.): Sie kommt in Malesien vor. Setaria constricta (Syn.: Paspalidium constrictum ): Sie kommt in weiten Gebieten Australiens vor. Setaria cordobensis : Sie kommt im nördlichen Argentinien vor. Setaria corrugata : Sie kommt in den südöstlichen USA bis Texas, und von Kuba bis Hispaniola vor. Setaria criniformis (Syn.: Paspalidium criniforme ): Sie kommt in den australischen Bundesstaaten Queensland sowie New South Wales vor. Setaria desertorum : Sie kommt im nordöstlichen tropischen Afrika bis Kenia und auf der Arabischen Halbinsel vor. Setaria dielsii (Syn.: Setaria buchananii , Setaria buchanani orth. var., Setaria macrostachya auct. non ): Sie kommt auf den Kleinen Sundainseln und in weiten Teilen Australiens vor. Setaria distans : Sie kommt auf den Ogasawara-Inseln, in Neukaledonien, auf Neuguinea und vielleicht im nördlichen bis östlichen Australien vor. Setaria distantiflora : Sie kommt auf Karibischen Inseln vor. Setaria elegantula : Sie kommt in Neukaledonien und vielleicht im nördlichen bis nordöstlichen Queensland vor. Fabers Borstenhirse (Setaria faberi ): Sie stammt aus dem westlichen Sibirien, aus Russlands Fernem Osten bis China und aus dem gemäßigten Ostasien und ist beispielsweise in Europa und Nordamerika ein Neophyt. Setaria fiebrigii : Sie kommt von Bolivien bis zum südlichen Brasilien und nordöstlichen Argentinien vor. Setaria finita : Sie kommt in Namibia vor. Setaria flavida (Gilt oft als Paspalidium flavidum ): Sie kommt auf der Arabischen Halbinsel bis zum tropischen Asien und Queensland vor und auf Inseln im westlichen Indischen Ozean. Setaria forbesiana : Die etwa zwei Varietäten kommen auf dem Indischen Subkontinent und im südlichen bis zentralen China vor. Setaria gausa (Gilt oft als Paspalidium gausum ): Sie kommt im nördlichen bis östlichen Queensland und im nordöstlichen New South Wales vor. Setaria geminata : Sie ist in zwei Varietäten in den Tropen und Subtropen weitverbreitet. Setaria globoidea (Gilt oft als Paspalidium globoideum ): Sie kommt in den australischen Bundesstaaten Queensland sowie New South Wales vor. Setaria globulifera : Sie kommt vom südöstlichen bis südlichen Brasilien und im nordöstlichen Argentinien vor. Setaria gracillima : Dieser Endemit kommt nur in Sri Lanka vor. Setaria grandis : Sie kommt nur in Malawi vor. Setaria grandispiculata (Gilt oft als Paspalidium grandispiculatum ): Sie kommt vom südöstlichen Queensland bis zum nordöstlichen New South Wales vor. Setaria grisebachii : Sie ist von Oklahoma bis Belize, von Kolumbien bis Ecuador und auf den Galapagos-Inseln verbreitet. Setaria guizhouensis : Die zwei Varietäten sind Endemiten in der chinesischen Provinz Guizhou und gedeihen in Höhenlagen von 1300 bis 1600 Metern. Setaria hassleri : Sie kommt in Venezuela, Brasilien sowie im nördlichen Argentinien vor. Setaria homonyma : Sie ist in der Paläotropis verbreitet. Setaria humbertiana : Dieser Endemit kommt in Madagaskar nur in der Provinz Toliara vor. Setaria hunzikeri : Sie kommt in Paraguay sowie im nördlichen Argentinien vor. Setaria incrassata : Sie kommt vom tropischen bis ins südliche Afrika vor. Setaria isalensis : Sie kommt in Madagaskar vor. Setaria intermedia : Sie kommt in Pakistan, Indien, Bhutan, Sri Lanka, Myanmar und China vor. Kolbenhirse, Italienische Borstenhirse (Setaria italica ): Sie ist nur aus Kultur bekannt. Setaria jaffrei : Dieser Endemit kommt nur in Neukaledonien vor. Setaria kagerensis (Syn.: Setaria grantii , Setaria microprolepis , Setaria ramentacea , Setaria seriata ): Sie kommt im tropischen Afrika vor. Setaria lachnea : Sie kommt in Brasilien, Argentinien, Paraguay, Uruguay, Bolivien und Peru vor. Setaria latifolia : Sie kommt in Mexiko vor. Setaria leucopila : Sie kommt in den Vereinigten Staaten und in Mexiko vor. Setaria liebmannii : Sie kommt in Arizona, Mexiko, Guatemala, Honduras, El Salvador, Nicaragua und Costa Rica vor. Setaria limensis : Sie kommt nur in Peru vor. Setaria lindenbergiana : Sie kommt im tropischen und im südlichen Afrika vor. Setaria longipila : Sie kommt in Mexiko, Guatemala, Honduras, El Salvador und Nicaragua vor. Setaria longiseta : Sie kommt im tropischen Afrika vor. Setaria macrosperma : Sie kommt in den südöstlichen und im nordöstlichen bis zentralen Mexiko vor. Setaria macrostachya : Sie ist auf Karibischen Inseln und in Südamerika verbreitet. Setaria madecassa : Dieser Endemit kommt in Madagaskar vor. Setaria magna : Sie ist von den südlichen Vereinigten Staaten bis Mexiko, auf den Karibischen Inseln und in Südamerika verbreitet. Setaria megaphylla : Sie kommt vom tropischen bis ins südliche Afrika vor. Setaria mendocina : Sie kommt in Argentinien vor. Setaria mildbraedii : Dieser Endemit kommt nur auf der Insel Annobón im Golf von Guinea vor. Setaria montana : Sie kommt nur in Neuguinea vor. Setaria nicorae : Sie kommt in Südamerika vor. Setaria nigrirostris (Syn.: Setaria acromelaena :): Sie kommt vom nordöstlichen und östlichen tropischen Afrika bis zur Demokratischen Republik Kongo, Malawi bis Lesotho, Eswatini und Südafrika vor. Setaria oblongata : Sie kommt in Südamerika vor. Setaria obscura : Dieser Endemit kommt nur in KwaZulu-Natal vor. Setaria oplismenoides (Syn.: Setaria schultzii ): Sie kommt in den australischen Gebieten Northern Territory sowie Queensland vor.