Die Horten H XIII war ein projektiertes überschallschnelles Nurflügel-Versuchsflugzeug der Brüder Horten.

Geschichte Entworfen wurde das Flugzeug im Jahre 1944 als Überschallprojekt Horten H X. Das Flugzeug erhielt auf dieser Grundlage einen mit 60° stark gepfeilten Nurflügel. Durch die dadurch entstehende große Flügeltiefe waren die Tragflächen relativ schmal. Nach Berechnungen sollte die H XIII mit 1400 Kilopond Schub die Schallmauer in großer Höhe durchbrechen können.

Gebaut wurde 1944 eine H-XIII-a-Variante als antriebsloses Segelflugzeug, um die stark gepfeilten Flügel zu untersuchen. Genutzt wurden die Tragflächen einer Horten H III, die durch ein neues Mittelstück mit einer darunter hängenden Pilotenkabine ergänzt wurden. Durch diese Kombination ergab sich die Typbezeichnung: H X (Pfeilung) + H III (Flächen) = H XIII. Der in Göttingen am 27. November 1944 im Schlepp einer Hs 126 durchgeführte Erstflug mit Hermann Strebel verlief erfolgreich. Zuvor war am 17. November ein kurzer Schleppversuch mit einem Auto durchgeführt worden, da die Hs 126 zu diesem Zeitpunkt noch nicht verfügbar war. Anschließend wurde die H XIII a zum Hornberg überführt, wo noch etwa 20 weitere Flüge stattfanden.Hans-Peter Dabrowski: Deutsche Nurflügel bis 1945. Die Motor- und Turbinenflugzeuge der Gebrüder Horten. Dörfler, 2001, ISBN 3-89555-308-5, S. 76. Das Flugzeug wurde im April 1945 zerstört, je nach Quelle entweder durch Flugplatzangehörige oder befreite Zwangsarbeiter.

In der geplanten Überschallvariante H XIII b sollte eine Strahlturbine Heinkel HeS 109-011 A mit einem Schub von 1300 Kilopond sowie ein zusätzliches, für 12 Sekunden 1000 Kilopond Schub leistendes Flüssigkeitsraketentriebwerk WASAG 109-522 eingesetzt werden. Die beiden Triebwerke sollten am unteren Flügelmittelteil angebracht werden. Der Pilot sollte in einer deltaförmigen Seitenflosse mit angeschlossenem Seitenruder Platz finden. Vorgesehen war weiterhin ein einziehbares Normalfahrgestell. Der Bau eines Prototyps V1 wurde noch während des Krieges begonnen, konnte jedoch nicht mehr beendet werden. Er sollte zunächst ohne Antrieb und anschließend mit einem Argus As 10 C erprobt werden. Für die V2 war dann ein kombinierter Strahl- /Raketenantrieb geplant. Dafür sollten anfangs als Überbrückung bis zur Verfügbarkeit des Heinkel/WASAG-Antriebs ein BMW 109-003 A2 und ein BMW 109-718, in Kombination als BMW 109-003 R bezeichnet, Verwendung finden.

Technische Daten

Kenngröße Daten (Horten H XIII a) Daten (Horten H XIII b) Besatzung 1 Spannweite 12,00 m Länge 11,28 m 12,00 m Höhe 1,90 m 3,10 m Flügelfläche 36,0 m² 40 m² Pfeilung 60° Leermasse 250 kg max. Startmasse 330 kg 7.000 kg Flächenbelastung 9,2 kg/m² Antrieb – ein Heinkel HeS 109-011 A, 1.300 kpein WASAG 109-522, 1.000 kp Höchstgeschwindigkeit 180 km/h 1.200 km/h Landegeschwindigkeit 44 km/h geringstes Sinken 1,1 m/s bei 60 km/h und 9,2 kg/m² Gleitzahl 16 bei 80 km/h und 9,2 kg/m² Dienstgipfelhöhe 15.000 m Reichweite 2.000 km Bewaffnung – 4 × MK 108 oder4 × MK 213C

Literatur

Weblinks

http://www.sailplanedirectory.com/horten.htm (englisch, Bilder, Index) http://nurflugel.com/Nurflugel/Horten_Nurflugels/horten_nurflugels.html (englisch, Bilder, Index)

Einzelnachweise

H 13 Horten13 Kategorie:Erstflug 1944 Kategorie:Nicht realisiertes Flugzeugprojekt