Die Belagerung von Madrid fand während des Spanischen Bürgerkriegs statt und dauerte von Oktober 1936 bis zum 28. März 1939. Madrid wurde von Truppen gehalten, die loyal zur Regierung der Zweiten Spanischen Republik standen. Die Belagerer bestanden aus nationalistischen Truppen unter Francisco Franco. Im November 1936 fand die Schlacht von Madrid statt, als die nationalistischen Kräfte mit allen Mitteln versuchten, die Stadt einzunehmen.

Der Aufstand – Juli 1936 Nach dem Beginn der Militärrevolte am 18. Juli 1936 war die republikanische Regierung entschlossen, den Aufstand niederzuschlagen. In Madrid war man sich jedoch nicht sicher, ob man den anwesenden Truppen vertrauen konnte, zögerte aber auch, die Gewerkschaftsmitglieder der CNT und der UGT zu bewaffnen. Die Regierung sandte noch am gleichen Tag Einheiten der Guardia Civil nach Sevilla, um den dortigen Aufstand niederzuschlagen. Als die Truppen der Guardia Civil jedoch die Stadt erreichten, liefen sie sofort zu den Aufständischen über. Am 19. Juli wurde der abgewählte Premierminister Santiago Casares Quiroga durch Diego Martínez Barrio ersetzt. Dieser versuchte, mit dem aufständischen General Emilio Mola per Telefon zu verhandeln. Mola lehnte jedoch das ihm gemachte Angebot ab, und Martinez Barrio wurde als Premierminister durch José Giral ersetzt. Giral gab den Befehl die Gewerkschafter zu bewaffnen, und es wurden 60.000 Gewehre an die CNT- und UGT-Hauptquartiere geliefert.

Madrid verbleibt in republikanischer Hand: 19. Juli bis 20. Juli 1936 Zur gleichen Zeit plante der in der Montaña-Kaserne stationierte General Fanjul den Aufstand des Militärs in der Stadt. Als er jedoch versuchte, die Kaserne mit seinen 2.500 Soldaten Richtung Madrid zu verlassen, wurden er und seine Soldaten von einer wütenden Menge aus Zivilisten und bewaffneten Gewerkschaftsmitgliedern in die Kaserne zurückgedrängt.

Am 20. Juli wurde die Kaserne von etwa 10.000 Arbeitern und Mitgliedern der Guardia de Asalto gestürmt. Die Kämpfe waren vollkommen chaotisch und einige der Soldaten, die sich ergeben wollten, wurden erschossen. Die Entscheidung fiel, als die Asaltos ein 75-mm-Feldgeschütz in Stellung brachten und anfingen, den Komplex zu beschießen. Ein Wachtmeister, der mit den Angreifern sympathisierte, öffnete daraufhin das Haupttor der Kaserne. Er wurde von einem Offizier erschossen, aber das offene Tor ermöglichte es den Republikanern, auf das Gelände vorzudringen. Viele Soldaten, die sich ergaben, wurden von der Menge umgebracht.

Durch die Erstürmung der Montaña-Kaserne verblieb Madrid in republikanischer Hand. Es gab jedoch weiterhin eine große Anzahl Sympathisanten der nationalistischen Seite in der Stadt. Über 20.000 Anhänger der Falange suchten Schutz in ausländischen Botschaften. In den nächsten Wochen kam es in der Stadt zu mehreren Morden an Falangisten durch Republikaner. Am 23. August wurden 70 Gefangene des Gefängnisses Model von Madrid ermordet. Ob dies aus Rache für das Massaker der Nationalisten an 1.500 Republikanern nach der Schlacht von Badajoz geschah, ist spekulativ.

Der Marsch auf Madrid – August bis Oktober 1936

Der anfängliche Plan der Militärs war es gewesen, die gesamte Macht im Land mit dem Putsch zu erringen. Der Widerstand der republikanischen Seite zwang nun Franco, das Land militärisch zu erobern. Franco landete, zusammen mit marokkanischen Truppen der Nordafrikaarmee, in Algeciras. General Emilio Mola, der Befehlshaber der Kolonialtruppen, der Spanischen Fremdenlegion und der Carlisten- und Falangistenmilizen hob nun Truppen im Norden aus. Zusammen planten sie nun den „Marsch auf Madrid“ um die Hauptstadt zu erobern. Im August eroberte Franco Badajoz und rückte von da aus Richtung Madrid vor. Mola begann seinen Vormarsch von Burgos aus. Francos Veteranen der Kolonialtruppen unter General Juan Yagüe und die Luftunterstützung der Legion Condor ließen den republikanischen Widerstand rasch zusammenbrechen. Yague wollte rasch Richtung Madrid vorstoßen, aber Franco bestand darauf, dass man zuerst den in Toledo eingeschlossenen nationalistischen Soldaten zu Hilfe käme (Belagerung des Alcázars von Toledo). Dadurch gewann die republikanische Seite Zeit, die Verteidigung der Stadt vorzubereiten.

In der Zwischenzeit hatte sich in Madrid die Regierung neu zusammengesetzt. Unter der Führung von Francisco Largo Caballero, dem Parteichef der PSOE setzte sich die Regierung nun aus 6 sozialistischen Ministern, 2 Ministern des PCE, 2 Ministern der Republikanischen Linken, einem Minister der Esquerra Republicana de Catalunya, einem Minister der Eusko Alderdi Jeltzalea-Partido Nacionalista Vasco und einem Minister der Unión Republicana zusammen.

Auch wenn die Kommunisten in der Regierung nur die Minderheit stellten, nahmen sie maßgeblich Einfluss, da sie es waren, die die Waffenlieferungen aus der Sowjetunion und die Internationalen Brigaden kontrollierten. Offiziell war der spanische General José Miaja Oberbefehlshaber der republikanischen Armee. Sehr wahrscheinlich hatten jedoch die sowjetischen Militärberater einen maßgeblichen Einfluss auf die militärischen Entscheidungen der republikanischen Seite während des Bürgerkriegs. General Wladimir Gorew war der Befehlshaber der Militärberater. General Jakow Smuschkewitsch befehligte die von der Sowjetunion gestellte Luftwaffe und General Dmitri Pawlow befehligte die gepanzerten Einheiten. Neben den Sowjets waren etwa 90 % der Verteidiger Madrids Milizangehörige, die von verschiedenen linken Parteien und Gewerkschaften ausgehoben wurden und ihre eigenen Anführer wählten. In der Anfangsphase des Krieges hatte der republikanische Generalstab wenig Kontrolle über diese Einheiten.

Auf der anderen Seite unterstützen Deutschland und Italien Franco mit Flugzeugen und gepanzerten Einheiten. Die Legion Condor unterstand jedoch nicht der Befehlsgewalt Francos. Die Nationalisten erreichten Anfang November 1936, aus Norden und Westen kommend, Madrid.

Am 29. Oktober begann die republikanische Seite mit einem Gegenangriff mit dem Fünften Regiment (Kommunisten) unter der Führung Enrique Lísters. Dieser wurde in Parla zurückgewiesen. Am 2. November fielen Brunete, Sevilla la Nueva und Pinto, am 3. November Villaviciosa de Odón und Móstoles, am 4. November Toman Getafe und Alcorcón und Leganés. Durch die Einnahme von Cerro de los Ángeles, Villaverde und Carabanchel Alto am 5. und 6. November erreichten die Nationalisten die westlichen Vororte von Madrid. Am 7. November erreichten sie den Madrider Park Casa de Campo und rückten auf die Eisenbahnbrücke Puente los Franceses über den Manzanares vor.

Mola sagte einem britischen Journalisten, dass er die Stadt mit seinen vier Kolonnen von außen und die „Fünfte Kolonne“ – bestehend aus den rechten Sympathisanten, die Stadt von innen her erobern werde. Der Ausdruck „Fünfte Kolonne“ wurde zum Synonym für Verrat und Spionage auf der republikanischen Seite und diese Paranoia führte zum späteren Massaker an den Gefängnisinsassen von Madrid. Im Glauben, die Stadt würde bald fallen, verließ die Regierung unter Caballero am 6. November Madrid und verlegte den Regierungssitz nach Valencia. General Miaja und die politischen Führer, die blieben, formten die Junta de Defensa de Madrid (Komitee für die Verteidigung Madrids).

Der Versuch der Angreifer die Stadt einzunehmen erlitt jedoch einige Rückschläge. Dies lag vor allem an ihrer zahlenmäßigen Unterlegenheit (das Verhältnis war etwa 1:2 zu Gunsten der Republikaner), aber auch an der Unfähigkeit die Stadt ganz einzukesseln und sie somit von der Versorgung abzuschneiden.

Schlacht um Madrid – November 1936 Den Republikanern kam auch die Topographie bei der Verteidigung Madrids zu Hilfe, da der Fluss Manzanares die Nationalisten vom Stadtzentrum trennte. General Mola plante, den Angriff am 8. November 1936 durchzuführen, und seine Truppen sollten durch den Park Casa de Campo auf einer Front von nur 1 km in die Stadt einmarschieren. Er hoffte somit verlustreiche Straßenkämpfe zu vermeiden, da der Park offenes Gelände war und gegenüber dem Stadtzentrum lag. Mola wollte zuerst nordwestlich des Zentrums den Manzanares überqueren lassen und einen Brückenkopf auf dem Gelände der Universität Complutense Madrid errichten lassen. Dazu ließ er einen Ablenkungsangriff auf das im Südwesten liegende Arbeiterquartier von Carabanchel unternehmen. Es gelang den Republikanern jedoch am 7. November aus einem kampfunfähigen italienischen Panzer die Angriffspläne zu erbeuten. Die Angriffspläne trug der gefallene Hauptmann Vidal-Quadras bei sich, so dass die Republikaner daraufhin ihre Truppen im Park Casa de Campo massierten.Antony Beevor: Der Spanische Bürgerkrieg (= Goldmann. 15492). Taschenbuchausgabe, 2. Auflage. Goldmann, München 2008, ISBN 978-3-442-15492-0, S. 227.

Mola griff am 8. November mit 20.000 Mann und mit Unterstützung von italienischen gepanzerten Fahrzeugen und deutschen Panzerkampfwagen I unter dem Befehl des deutschen Offiziers Wilhelm Ritter von Thoma an. Die Republikaner traten mit 12.000 Mann in Carabanchel und mit 30.000 Mann in Casa de Campo an. Obwohl sie zahlenmäßig weit überlegen waren, waren die republikanischen Truppen schlecht ausgerüstet und hatten vielfach nur kleinkalibrige Waffen und wenig Munition zur Verfügung. Des Weiteren hatten die meisten keine militärische Ausbildung erhalten und keine Kampferfahrung.

Trotz alledem gelang es den Republikanern, den Angriff auf das Casa de Campo abzuwehren. Am 8. November erreichte die XI. Internationale Brigade mit dem Dąbrowski-Bataillon, dem Edgar-André-Bataillon und dem Commune-de-Paris-BataillonAbel Paz: Durruti. Leben und Tod des spanischen Anarchisten. Edition Nautilus, Hamburg 1994, ISBN 3-89401-224-2, S. 562. und einer britischen Maschinengewehr-Kompanie die Front. Die Mannstärke der Internationalen Brigade lag bei 1.900 Mann. Obwohl sie zahlenmäßig nicht ins Gewicht fiel, war ihre Ankunft eine moralische Stärkung für die Verteidiger. Zwei Tage später erreichten 4.000 Mann republikanische Verstärkung aus Aragonien, bestehend aus anarchistischen Milizen des CNT, unter Buenaventura Durruti die Stadt.

Am 9. November lenkten die Nationalisten ihren Angriff vermehrt auf die Vorstadt Carabanchel. Doch durch die Bauweise des Quartiers wurde es zu einem schwer zu überwindenden Hindernis. Die Kolonialtruppen aus Marokko wurden in einen schweren Häuserkampf verwickelt und es kam zu erheblichen Verlusten, da sie keine Erfahrung in dieser Art der Kriegsführung hatten und die Milizen auch über eine bessere Geländekenntnis verfügten.

Am Abend des 9. November begann General Kléber mit der XI. Internationalen Brigade einen Angriff auf die Stellungen der Nationalisten im Casa de Campo. Die Kämpfe dauerten die ganze Nacht und bis zum nächsten Tag. Als die Kämpfe abflauten, waren die nationalen Truppen aus ihren Stellungen gedrängt worden, die geplante schnelle Eroberung Madrids war gescheitert und die XI. Internationale Brigade hatte ein Drittel ihrer Soldaten verloren. Auf der ganzen Frontbreite von Madrid kam es am 9., 10, und 17. November zu Gegenstößen der Republikaner. Dabei wurden die Nationalisten an einigen Stellen zwar zurückgedrängt, aber die Republikaner erlitten schwere Verluste.

Am 11. November kam es auf republikanischer Seite zu einem Massaker an 1.029 „nationalen“ Gefangenen, die aus dem Gefängnis Modelo abtransportiert wurden und im Jaramatal, durch republikanische Milizen erschossen wurden. Es gibt die unbewiesene Behauptung, dass die Erschießungen durch den kommunistischen Führer Santiago Carrillo angeordnet wurden. Eine andere Theorie geht davon aus, dass der Befehl von José Cazorla, dem Stellvertreter von Carrillo, oder vom sowjetischen Berater Michail Kolzow kam. Dieses Kriegsverbrechen wurde vom Direktor des Gefängnisses Melchor Rodriguez verurteilt.