miniatur| Karl Bienenstein, handschriftlich: Herrn Schriftsteller Rudolf Greinz mit herzlichen Grüßen gewidmet vom Verfasser Karl Bienenstein, Marburg, November 1906. mini|Gedenktafel in Bruck an der Mur Karl Bienenstein (* 1. November 1869 in Wieselburg; † 1. Februar 1927 in Bruck an der Mur) war ein österreichischer deutschnationaler Dichter, Erzähler und Schriftsteller.

Leben Karl Bienenstein wurde in Wieselburg an der Erlauf in Niederösterreich geboren. Er besuchte das Lehrerseminar in St. Pölten und wirkte als Lehrer an verschiedenen Orten Niederösterreichs. Im Sommer 1904 übersiedelte Bienenstein in die untersteirische Stadt Marburg, (heute Maribor, Slowenien) wo er zunächst ab 29. August 1904 als Fachlehrer unterrichtete, jedoch bald zum Bürgerschuldirektor befördert wurde.

Nach dem Umsturz wurde Bienenstein, wie fast alle deutschen Lehrer, von der Nationalregierung SHS in Laibach/Ljubljana zum 1. April 1919 aus dem Schuldienst entlassen und mangels Erwerbsmöglichkeit zur Abwanderung gezwungen. Er optierte für Österreich und bekam zum 29. August 1919 eine Anstellung als Bürgerschuldirektor in Bruck an der Mur. Zum Schulrat ernannt, lebte und wirkte Karl Bienenstein bis zu seinem frühen Tod 1927 in dieser steirischen Stadt.

Neben seinen beruflichen und schriftstellerischen Tätigkeiten schrieb Karl Bienenstein auch Buchbesprechungen und Kurzerzählungen für diverse Zeitungen. Einen Namen machte sich der gute Bekannte Peter Roseggers vor allem als realistisch- naturverbundener Erzähler. Bienensteins Nachlass befindet sich im Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek.

Am 29. Oktober 1969 wurde er an der Fassade der damaligen Mädchenhauptschule in Bruck/Mur eine Gedenktafel für Bienenstein enthüllt. Kurze Zeit später folgte eine weitere Gedenktafel am Geburtshaus Bienensteins in Wieselburg.

Werke Aus tiefstem Herzen, Gedichte, 1893 (Digitalisat) Kunst und Volk, Essays, 1893 Gedichte, 1895 Feindschaften, Lebensbilder aus den österreichischen Voralpen, 1896 Dialektdichtung der deutsch-österreichischen Alpen, 1897 Die Heimatscholle, Volksstück, 1897 Aus Traum und Sehnsucht, Gedichte, 1898 (Digitalisat) Idealisten, Zwei Geschichten von kleinen Beamten, 1903 Unter der Märchentanne, Märchen, 1906 Der Weltverdruß, Novellen, 1908 Maria am Weg, Novellen, 1908 Wenn Berge wandern, Novellen, 1908 Vor hundert Jahren, Erlebnisse eines Wiener Freiwilligen 1809, 1908 Wildwuchs, Erzählungen, 1908 Die Toten im Eise, Novellen, 1909 Ein Gerechter, Volksstück, 1909 Drei Humoresken, 1910 Waldgeschichten, 1910 Der Einzige auf der weiten Welt, Roman, 1911 Die Leute vom Hochstein, Erzählung, 1911 Deutsches Sehnen und Kämpfen, Roman, 1912 Die drei Getreuen, Humoresken, 1912 Deutsches Blut, Erzählung, 1913 Wo Menschen Frieden finden, Roman, 1913 Im Schiffmeisterhause, Roman, Grethlein, Leipzig 1913 Das Hasenglöckerl, Humoresken, 1915 Gärender Wein, Roman, 1917 Unter der Karfunkelsonne, Märchen, 1917 Seelen, die heimgefunden, Novellen, 1918 Das Wunder der heiligen Cäcilia, in Liebesmären, 1919 Der schwarze Stein, Erzählung, 1919 Die Worte der Erlösung, Roman, 1922 Die Eisenherren, Roman, 1922 Heimat, Roman, 1923 Das Lied der Höhen, Roman, 1923 Der Admiral der Donau, Roman, 1924 Daxlhofers kritischer Tag, 1924 Der wiedererstandene Acker, Roman, 1925 Der Fuchsbergerhof, Roman, 1927

Für die Jugend bearbeitet Münchhausens Reisen und Abenteuer, 1922 Till Eulenspiegel, 1922

Im Nachlass Verlorene Heimat, Roman Pflicht, Roman

Auszeichnungen und Ehrungen In Mureck ist der Karl Bienenstein-Weg nach ihm benannt, in Wieselburg die Bienensteingasse.

Literatur Franz Karl Nepel: Karl Bienenstein, ein südsteirischer Dichter. In: Franz Hausmann (Hrsg.): Südsteiermark. Ein Gedenkbuch. Moser, Graz 1925, S. 333–340. Paul Anton Keller (Hrsg.): Ruf von der Grenze. Ein Buch steirischer Kunst. Leykam, Graz u. a. 1942 (Der Kranz. Aus Steiermarks schöpferischer Kraft 2, ). Andreas Brandtner: Edward Samhaber und Karl Bienenstein. Zwei Deutschnationale im österreichisch-slowenischen Nationalitätenkonflikt. In: Andreas Brandtner, Werner Michler (Hrsg.): Zur Geschichte der österreichisch-slowenischen Literaturbeziehungen. Turia + Kant, Wien 1998, ISBN 3-85132-185-5, S. 221–242 (Ausstellungskatalog, Ljubljana/Laibach, Literaturausstellung des Adalbert-Stifter-Institutes des Landes Oberösterreich, 27. Oktober – 20. November 1998).

Karl Kraushofer:

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