Die Blohm & Voss BV 144 war ein deutsches Kurz- und Mittelstrecken-Passagier- und -Transportflugzeug der Firma Blohm & Voss.
Geschichte Entwickelt wurde das Flugzeug 1940 nach Ausschreibung der Deutschen Lufthansa für einen Ersatz der Junkers Ju 52/3m. Die Transportkapazität sollte etwas über der der Ju 52/3m liegen sowie für den zivilen Nachkriegsluftverkehr wirtschaftlich sein. Nach dem Entwurf Hans Amtmanns konstruierten wegen fehlender Kapazität überwiegend französische Breguet-Ingenieure das Flugzeug in Hamburg. Die Fertigung zweier Prototypen wurde bei Breguet in Anglet (Frankreich) in Auftrag gegeben. Im August 1944 soll der erste geflogen sein, der zweite war bis zur Befreiung Frankreichs durch die Alliierten noch unvollendet. Nach Aussage des Flug- und Bordingenieurs Fritz Gröhn fand im August 1944 durch ihn lediglich die Prüfung der Bordelektronik sowie die Rollerprobung statt, da der vorgesehene Testpilot Helmut Wasa Rodig auf dem Weg nach Toulouse, wohin die BV 144 V1 nach ihrer Fertigstellung per Straßentransport zur Erprobung überführt worden war, in Paris aufgrund der unübersichtlichen Lage nach der alliierten Invasion den Rückflug nach Deutschland antrat. Auch Gröhn selbst trat mit einigen deutschen Mitarbeitern die Flucht an und beide BV 144 fielen unversehrt und ungeflogen den Westalliierten in die Hände.Horst Lommel: Vom Kurzstarter zum Interceptor – Kuriositäten und ernsthafte Projekte. (=Luftfahrt History Band 20) Lautec, Siegen, S. 15–20. Beide Flugzeuge wurden von den Franzosen übernommen. Nach Kriegsende soll die Flugerprobung des ersten Prototyps durchgeführt und das zweite Flugzeug fertiggebaut worden sein.
Konstruktion Das Flugzeug war ein freitragender Schulterdecker in Ganzmetallbauweise. Auf Grundlage der mit der Blohm & Voss Ha 140 mit verstellbaren Flügeln gemachten Erfahrung wurde die BV 144 ebenfalls mit einem bis zu 9° um die Querachse kippbaren Flügel ausgestattet. Damit war es möglich, das Flugzeug im Steig- und Sinkflug gerade zu halten; ein Komfortgewinn für die Passagiere. Des Weiteren wurde ein kurzes, einziehbares Dreiradfahrgestell verwendet, mit dem die Maschine relativ wenig Bodenfreiheit hatte, was jedoch dem Einstieg der Passagiere zugutekam. Angetrieben wurde das Flugzeug von zwei Doppelsternmotoren BMW 801A mit je 1560 PS Startleistung. Die Besatzung bestand aus Pilot, Kopilot und Funker. Es konnten 18 Passagiere mit Gepäck oder bis zu 23 ohne Gepäck transportiert werden.
Technische Daten Kenngröße Daten Besatzung 3 (Pilot, Kopilot und Funker) Passagiere 18 mit Gepäck Länge 21,8 m Spannweite 27,0 m Höhe 5,1 m Flügelfläche 89,4 m² Flügelstreckung 8,15 Leermasse 9.910 kg max. Startmasse 14.100 kg Reisegeschwindigkeit Höchstgeschwindigkeit 470 km/h Dienstgipfelhöhe 8600 m Reichweite 1440 km Triebwerke 2 × BMW 801A, je
Literatur Hans Redemann: Blohm & Voss BV 144 – Luftfahrtgeschichte. Flug-Revue, Dezember 1974
Weblinks
Beschreibung mit Fotos und Seitenrissen
Einzelnachweise
BV 144 Kategorie:Ziviler Flugzeugtyp Kategorie:Zweimotoriges Flugzeug mit Kolbenmotoren Kategorie:Erstflug 1944 Kategorie:Nicht realisiertes Militärflugzeugprojekt (Deutschland)