Der Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP) vertritt als Berufsverband die Interessen der Psychologinnen und Psychologen und Studierende der Psychologie in Österreich, wurde 1953 gegründet und hat 7.500 Mitglieder. Präsidentin ist Beate Wimmer-Puchinger.
Geschichte Im Jahr 1953 gründeten Otto Pawlick, Ernst Hofer und Erich Mittenecker den BÖP, und zielten darauf ab, die Interessen akademischer Psychologinnen und Psychologen zu vertreten. In den folgenden Jahren setzte sich der Verband für gesetzliche Regelungen, Ethikrichtlinien und die Stärkung der Position von Psychologinnen und Psychologen ein.
In den 90er Jahren wurde das erste Psychologengesetz verabschiedet, nachdem der Verband jahrzehntelang dafür gekämpft hatte. Weitere Entwicklungen umfassten die Gründung von Fachsektionen, Landesgruppen und die Zusammenarbeit mit anderen psychologischen Organisationen.
Die 2020er Jahre waren durch Professionalisierungsmaßnahmen und bedeutende Projekte zur psychologischen Unterstützung gekennzeichnet. Der Verband feierte sein 70-jähriges Bestehen und erreichte eine Mitgliederzahl von über 6.700. Im Jahr 2024 konnte ein weiterer Meilenstein erreicht werden:
Klinisch-psychologische Behandlung wurde nach jahrzehntelanger berufspolitischer Arbeit des BÖP Kassenleistung. Seitdem ist es Versicherten der großen Kassen (ÖGK, SVS, BVAEB) in Österreich möglich, für klinisch-psychologische Behandlung rückwirkend einen Kostenzuschuss zu erhalten.
Im Jahr 2025 waren erstmals in der Geschichte des Vereins mehr als 7.500 Personen Mitglied des BÖP.
Seit Jänner 2026 stehen Versicherten der ÖGK, SVS und BVAEB erstmals gänzlich kostenfreie klinisch-psychologische Behandlungsplätze zur Verfügung. Bis 2029 werden jährlich über die BÖP-Servicestelle psyhelp mehr als 120.700 Behandlungseinheiten an Betroffene vermittelt. Im Gegensatz zur psychotherapeutischen Versorgung funktioniert die Steuerung hier erstmals zentral österreichweit über eine einzige Plattform. Finanziert wird diese Maßnahme nicht von den Sozialversicherungen, sondern vom Bund im Rahmen des Gesundheitsreformmaßnahmenfonds.
Projekte
Seit 2022 setzt der BÖP die Projekte „Gesund aus der Krise“ und „#change“ initiiert. „Gesund aus der Krise“ wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz finanziert und vom Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP) in enger Kooperation mit dem Österreichischen Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) umgesetzt. Das Projekt bietet Kindern und Jugendlichen kostenlosen und niederschwelligen Zugang zu klinisch- und gesundheitspsychologischer, psychotherapeutischer sowie musiktherapeutischer Behandlung.
Das ebenfalls seit 2022 bestehende Projekt „#change“ wird vom Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz gefördert und vom BÖP umgesetzt. Es bietet Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Projekten des Sozialministeriumservice (SMS) klinisch- und gesundheitspsychologische Beratung und Behandlung und soll ihre Teilnahme an den Maßnahmen sowie den (Wieder-)Einstieg in den Arbeitsmarkt unterstützen.
Die Wirksamkeit der Projekte wurden in Studien bestätigt.
Struktur
Das BÖP-Generalsekretariat unter der Leitung von Generalsekretärin Dana M. Müllejans bildet die operative Abwicklungsstelle des Verbandes. Das Generalsekretariat besteht aus 20 Mitarbeiter:innen und verantwortet u.a. den Mitgliederservice, die berufspolitische Arbeit, das Veranstaltungsmanagement, die Rechtsberatung, die Kommunikations- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die kaufmännischen Agenden des Vereins.
Der BÖP ist Gründungsmitglied der Europäischen Föderation der Berufsverbände von Psychologen (EFPA), Mitglied der Arbeitsgemeinschaft der Verbände deutschsprachiger Psychologinnen und Psychologen (ADP) und mit der Österreichischen Gesellschaft für Psychologie (ÖGP) in einer gemeinsamen Föderation.
Der BÖP umfasst 14 Fachsektionen (Arbeits-, Wirtschafts- und Organisationspsychologie, Gesundheitspsychologie, Gerontopsychologie, Kinder-, Jugend- und Familienpsychologie, Klinische Psychologie, Mediation, Notfallpsychologie, Pädagogische Psychologie, Psychotherapie, Rechtspsychologie, Sportpsychologie, Verkehrspsychologie, Umweltpsychologie und Traumapsychologie), neun Landesgruppen und Studierende im BÖP | BÖP-S.
Der BÖP gibt die Zeitschrift Psychologie in Österreich heraus und hat eine eigene Akademie für Psychologie (ÖAP), die sowohl Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen für Psychologinnen und Psychologen als auch Veranstaltungen über psychologische Themen für Nicht-Psychologinnen und Nicht-Psychologen anbietet.
Weblinks Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen Österreichische Akademie für Psychologie Studierende im BÖP | BÖP-S psyhelp
Belege
Kategorie:Berufsverband (Österreich) Kategorie:Psychologische Organisation Kategorie:Verbandsgründung 1953