Kronowo () ist ein Dorf sowie Schulzenamt in der Stadt-und-Land-Gemeinde Barczewo ehemals (Wartenburg i. Ostpr.). Es gehört zum Powiat Olsztyński (ehemaliger Kreis Allenstein) in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren.
Geographische Lage Das Dorf liegt im ehemaligen Ostpreußen und ist etwa sechs Kilometer von Barczewo (Wartenburg) und rund zehn Kilometer von Jeziorany (Seeburg) entfernt. mini|300px|Ortseingang (2007) Geschichte Ortsgeschichte Groß Cronau wurde zwischen 1355 und 1373 gegründet.GenWiki: Groß Kronau 1785 hatte das königliche Bauerndorf im Amt Wartenburg, Kreis Heilsberg, 41 Feuerstellen, 1820 waren es 58 Feuerstellen bei 253 Einwohnern. Am 3. Dezember 1861 erbrachte eine Volkszählung 74 Wohngebäude bei 622 Einwohnern.
Am 7. Mai 1874 wurde Groß Cronau Amtssitz des neu errichteten Amtsbezirks Cronau im ostpreußischen Kreis Allenstein im Regierungsbezirk Königsberg (ab 1905: Regierungsbezirk Allenstein).Rolf Jehke: Amtsbezirk Cronau
Im Jahre 1910 zählte Groß Cronau 861 Einwohner.
Aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags stimmte die Bevölkerung im Abstimmungsgebiet Allenstein, zu dem Groß Cronau gehörte, am 11. Juli 1920 über die weitere staatliche Zugehörigkeit zu Ostpreußen (und damit zu Deutschland) oder den Anschluss an Polen ab. In Groß Cronau stimmten 440 Einwohner für den Verbleib bei Ostpreußen, auf Polen entfielen 100 Stimmen.Herbert Marzian, Csaba Kenez: Selbstbestimmung für Ostdeutschland. Eine Dokumentation zum 50. Jahrestag der ost- und westpreussischen Volksabstimmung am 11. Juli 1920. Herausgeber: Göttinger Arbeitskreis, 1970, S. 68
Am 30. September 1928 vergrößerte sich Groß Cronau um den Nachbarort Klein Cronau (polnisch Kronówko), der eingemeindet wurde. Am 3. Juli 1929 schließlich wurde Groß Cronau in „Cronau“ umbenannt. 822 Einwohner waren 1933 in Cronau ansässig, 804 waren es im Jahre 1939.Michael Rademacher:
Nach Beendigung der Kampfhandlungen des Zweiten Weltkriegs 1945 wurde das gesamte südliche Ostpreußen von der Sowjetunion der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. Der Ortsname Cronau wurde zu „Kronowo“ polonisiert. Der Ort ist heute in die Landgemeinde Barczewo im Powiat Olsztyński eingegliedert, zwischen 1975 und 1998 der Woiwodschaft Olsztyn, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugehörig. Im Jahre 2011 zählte Kronowo 437 Einwohner.
Amtsbezirk Cronau (1874–1945) Der Amtsbezirk Cronau umfasste bei seiner Errichtung sechs Orte. Aufgrund struktureller Veränderungen waren es am Ende noch vier: Deutscher Name Polnischer Name Anmerkungen Eichenstein Dębno 1928 in die Landgemeinde Kirschdorf eingegliedert Groß Cronau,ab 1929: Cronau Kronowo Klein Cronau Kronówko 1928 nach Groß Cronau eingemeindet Kollacken1938–1945 Kallacken Kołaki Prohlen Próle Wieps Wipsowo 1881 in den Amtsbezirk Ramsau um gegliedert ab 1881: Kirschdorf (LG) Kiersztanowo bis 1881 zum Amtsbezirk Lemkendorf zugehörig Kirschdorf (Gut) bis 1881 Amtsbezirk Lemkendorf, ab 1928 Landgemeinde Kirschdorf
Im Januar 1945 bildeten noch die Gemeinden Cronau, Kallacken, Kirschdorf und Prohlen den Amtsbezirk Cronau.
Kirche mini|links|180px|Bildstock bei Kronowo Evangelisch Bis 1945 war (Groß) Cronau in die evangelische Kirche Wartenburg (Ostpreußen)Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 490 in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union eingepfarrt. Heute gehört Kronowo zur Christus-Erlöser-Kirche Olsztyn bzw. zur Kirche Biskupiec (Bischofsburg) in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.
Römisch-katholisch (Groß) Cronau bzw. Kronowo gehörte bis 1945 bzw. gehört heute zur Pfarrei Groß LemkendorfGenWiki: Kirchspiel Groß Lemkendorf (polnisch Lamkowo), jetzt im Erzbistum Ermland gelegen.
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Am Dorf gibt es einen großen Kiestagebau, in dem ein Teil der Einwohner des Dorfes beschäftigt ist. Sonst ist der Ort eher landwirtschaftlich geprägt. Ebenfalls gibt es einen kleinen Lebensmittelladen im Ort, der privat betrieben wird, und eine Grundschule, die auch von Kindern aus den umliegenden Dörfern besucht wird.
Verkehr Straße Kronowo liegt an der Woiwodschaftsstraße 595, die die beiden Städte Jeziorany (Seeburg) und Barczewo (Wartenburg i. Ostpr.) miteinander verbindet. Lokale Nebenstraßen von Gradki (Gradtken) bzw. Wipsowo (Wieps) kommend enden in Kronowo.
Schiene Barczewo ist die nächste Bahnstation und liegt an der Polnischen Staatsbahn (PKP) -Linie 353: Posen–Toruń–Olsztyn–Korsze–Skandawa, die früher bis nach Tschernjachowsk (Insterburg) in der heutigen russischen Oblast Kaliningrad führte.
Persönlichkeiten Magdalena Szaj (* 1995), polnische Fußballspielerin
Literatur Groß Kronau, Dorf, Landkreis Allenstein, Regierungsbezirk Allenstein, Provinz Ostpreußen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Groß Kronau (meyersgaz.org).
Weblinks
Amtsbezirk Cronau (Territorial.de)
Cronau (Amt) bei GenWiki.
Einzelnachweise
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Ermland-Masuren Kategorie:Gmina Barczewo