mini|Kawasaki P-1 vor dem Berg Fuji Die Kawasaki P-1 (Programmbezeichnung P-X, anfangs auch als XP-1 bezeichnet) ist ein Seeaufklärungs- und U-Boot-Jagdflugzeug der Japanischen Maritimen Selbstverteidigungsstreitkräfte. Es wurde von Kawasaki Heavy Industries entwickelt und soll die Lockheed P-3C ersetzen.

Geschichte Die Entwicklung des Flugzeuges begann im Jahre 2001. Der Erstflug des ersten Prototyps fand am 28. September 2007 auf der Gifu Air Base in Kakamigahara statt. Der zweite folgte am 19. Juni 2008. Das Programm verzögerte sich, als 2011 an den Bruchzellen XP-1 Haarrisse in Teilen von Rumpf und Tragflächen entdeckt wurden. Die ersten zwei Serienflugzeuge wurden am 26. März 2013 an die Streitkräfte geliefert. Geplant ist der Bau von etwa 70 Flugzeugen zu einem Stückpreis von etwa 140 Millionen Dollar, um die 80 P-3C Orion zu ersetzen.First P-1 delivered to JMSDF. In: AIR International Mai 2013, S. 14 mini|Untersicht bei extremem Rollwinkel

Die P-1 werden zurzeit (2019) von zwei Basen eingesetzt. Atsugi ist die Haupteinsatzbasis und Kanoya eine erste vorgeschobene Basis. Eine Variante für elektronische Kriegsführung ist in Planung. Darüber hinaus wurde 2025 bekannt, dass Italien prüft, die P-1 zu beschaffen.

Konstruktion Ähnlich der British Aerospace Nimrod und S-3 Viking ist die P-1 ein strahlgetriebenes Flugzeug zur U-Boot-Jagd. Es teilt sich einige Komponenten mit dem zur gleichen Zeit entwickelten und als Ersatz der Kawasaki C-1 und C-130H vorgesehenen Transportflugzeug Kawasaki C-2. Angetrieben wird der Tiefdecker von vier Turbofan-Triebwerken des Typs XF7-10, die von Ishikawajima-Harima Heavy Industries entwickelt wurden. Das hochentwickelte Flugsteuerungssystem verfügt über Künstliche Intelligenz und kann dem Piloten den besten Angriffskurs auf entdeckte U-Boote berechnen und anzeigen. Die Steuerung des Flugzeuges erfolgt über Fly-by-light, was gegenüber Fly-by-wire-Systemen die elektromagnetischen Störungen reduziert, was für die Entdeckung von U-Booten durch Magnetfeldmessungen von großer Bedeutung ist. An Sensoren verfügt das Flugzeug außer Magnetfeldsensoren über ein Radar mit aktiver elektronischer Strahlschwenkung sowie Infrarot- und Videosuchsysteme. Trotz klarer äußerer Unterschiede teilt die P-1 zahlreiche technische Komponenten mit dem Transportflugzeug Kawasaki C-2. Dies umfasst die Grundkonstruktion der Tragflächen, die Cockpits und viele elektrische Teilsysteme.

Technische Daten Allgemeine Daten Besatzung: 2 + Missionsbesatzung (insgesamt 13) Länge: 38,00 m Spannweite: 35,40 m Höhe: 12,10 m Startmasse: 79.700 kg Antrieb: 4 × IHI-XF7-10-Turbofans mit je 50 kN Schub

Leistung Höchstgeschwindigkeit: 995 km/h Marschgeschwindigkeit: 830 km/h Reichweite: 8.000 km Dienstgipfelhöhe: 13.520 m

Avionik Radar: Toshiba, Active Electronically Scanned Array Radarsystem Sonar: NEC, Multistatic sound navigation system Sound NEC Multistatic Sound Navigationssystem Anti-U-Boot-Systeme: SHINKO ELECTRIC CO. LTD., Advanced combat direction system Andere: Mitsubishi – Elektronische Gegenmaßnahmen (CMD, RWR, MWS, ESM)

Bewaffnung Kampfmittel bis zu 9000 kg in internem Waffenschacht und an acht Außenlaststationen

Luft-Boden-Lenkwaffen 4 × LAU-117/A-Startschiene für je 1 × Raytheon AGM-65 „Maverick“ – videogelenkt 4 × Boeing AGM-84A/B/C „Harpoon“ – radargelenkt 4 × Mitsubishi ASM-1C (Typ 91)

Torpedos 8 × Mark-46-Leichtgewichtstorpedo (Durchmesser 324 mm) 8 × Typ-97-Leichtgewichtstorpedo (G-RX4) 8 × Typ-12-Leichtgewichtstorpedo (G-RX5)

Ungelenkte Freifallbomben abwerfbare Seeminen abwerfbare Wasserbomben

Sonarbojen aus Abwurfschächten >30 geladene Sonarbojen >70 von innen abwerfbare Sonarbojen

Siehe auch Liste von Flugzeugtypen

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Seeaufklärer Kategorie:U-Boot-Jagdflugzeug P-1 Kategorie:Vierstrahliges Flugzeug Kategorie:Erstflug 2007 Kategorie:Militärluftfahrzeug (Japan)