mini|Latvala und Anttila bei der Rallye Finnland 2015 im Volkswagen Polo R WRC mini|Latvala und Anttila im Ford Fiesta RS WRC bei der Rallye Portugal 2011 mini|Latvala und Anttila im Ford Focus RS WRC 09 bei der Rallye Finnland 2010
Jari-Matti Latvala (* 3. April 1985 in Töysä) ist ein finnischer Rallyefahrer. Latvala fuhr in der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) für Toyota Gazoo Racing. Sein Beifahrer ist Landsmann Miikka Anttila. Jari-Matti Latvala ist der Sohn des Rallyefahrers Jari Latvala.
Latvala wurde dreimal Vizeweltmeister (2010, 2014 und 2015) und gewann 18 Rallyes, der Titelgewinn blieb ihm jedoch bisher versagt. Damit ist Latvala nach Markku Alén, der 19 Siege holen konnte und die Weltmeisterschaft selbst nie gewann, aber nachträglich zum inoffiziellen Weltmeister von 1978 ernannt worden war, der Fahrer mit den zweitmeisten Siegen, der nie Weltmeister wurde.
Karriere Mit 16 Jahren fuhr Jari-Matti Latvala seine ersten Rallys in regionalen und nationalen Meisterschaften in Finnland. Im Jahr 2002 startete er bei der Rallye Großbritannien zu seinem ersten Lauf in der Rallye-Weltmeisterschaft. 2003 gewann er die nationale Rallye-Meisterschaft in Estland. Danach wechselte er in die JWRC und später in die Production Car World Rally Championship (PWRC). Ab 2006 fuhr er für Stobart-Ford und er erreichte bei der Rallye Irland 2007 mit Platz drei erstmals das Podium in der höchsten Rallye-Klasse WRC. Ab 2008 fuhr er, als Nachfolger von Marcus Grönholm, im Ford-Werksteam mit Teamkollege Mikko Hirvonen an der Seite.
Mit dem ersten Gesamtsieg bei der Rallye Schweden wurde Latvala am 10. Februar 2008 mit 22 Jahren jüngster Rallye-WM-Lauf-Sieger der Geschichte bis dahin. Latvala beendete die Saison 2009 mit dem vierten Rang in der Weltmeisterschaft und wurde 2010 Vizeweltmeister hinter Sébastien Loeb.
Auch in der Rallye-Weltmeisterschaft 2011 startete er für das Ford-Werksteam. Mit dem neuen Ford Fiesta RS WRC erreichte er den zweiten Platz bei der Rallye Australien. Als schnellster Fahrer dieses Laufes befolgte er eine von Ford ausgesprochene Stallregie und verlor absichtlich 28 Sekunden und den ersten Rang an Teamkollege Hirvonen.Hirvonen: „Wir haben als Team gearbeitet“ (Motorsport-Total.com am 11. September 2011)
Auch bei der nächsten Rallye in Frankreich überließ Latvala aufgrund von Teamorder seinem Teamkollegen eine bessere Platzierung. Er ließ sich bewusst eine Zwei-Minuten-Zeitstrafe aufladen, um Hirvonen vorbei zu lassen und ihm einen vierten Rang zu ermöglichen.WRC wrap: Home triumph for Ogier (wrc.com am 2. Oktober 2011) Einige Stunden nach der Rallye Frankreich wurde der dritte Petter Solberg disqualifiziert. Sein Fahrzeug war bei der nachträglichen Abwaage um vier Kilogramm zu leicht. Alle Fahrer rückten ab dem vierten Rang um eine Position nach vorne. Latvala wurde somit vierter, während Hirvonen auf den dritten Rang vorrückte. Die Teamorder wäre daher gar nicht unbedingt nötig gewesen. (Rallye-Magazin.de am 2. Oktober 2011) Bei der Rallye Katalonien fuhr Latvala wieder um den Sieg. Er hatte die Aufgabe, möglichst viel Druck auf Hauptkonkurrent Sébastien Loeb auszuüben. Latvala verlor die Führung wegen eines Reifenschadens, danach hielt er über zwei Tage unangefochten den zweiten Rang. Die dritte Ford-Stallregie in Folge zwang ihn erneut, eine Zwei-Minuten-Zeitstrafe auf sich zu nehmen. So gab er seinen zweiten Rang an Hirvonen ab und er wurde Dritter. (Rallye-Magazin.de am 24. Oktober 2011) In Großbritannien gewann Latvala die erste Rallye seit der Rallye Finnland 2010. Er beendete die Saison 2011 mit 50 Punkten Rückstand auf Sébastien Loeb an vierter Stelle der Fahrer-Weltmeisterschaft.
Nach dem Weggang des langjährigen Teamkollegen Mikko Hirvonen zu Citroën wurde Latvala zum Hoffnungsträger um den Weltmeistertitel 2012 bei Ford. Bei der Rallye Monte Carlo schied er am ersten Tag aus. Grund war ein Unfall auf einer vereisten Straße. Latvala gewann die Rallye Schweden und die Rallye Großbritannien. Er beendete das Jahr auf dem dritten Weltmeisterschaftsrang.
Am 17. Oktober 2012 gab Latvala bekannt, dass er 2013 für Volkswagen Motorsport fährt. Am Tag darauf gab Ford den Rücktritt aus der WRC in die Medien. Es ist nicht bekannt, ob Latvalas Entscheidung mit oder ohne Wissen um den neuen Privateer-Status des Ford-Teams bei M-Sport getroffen wurde. Im Jahr 2013 konnte Latvala die Rallye Griechenland gewinnen und wurde WM-Dritter.
Das Jahr 2014 begann gut mit einem fünften Platz bei der Rallye Monte Carlo und einem Sieg in Schweden. Hinter dem Teamkollegen Sébastien Ogier belegte Latvala am Ende der Saison den zweiten Rang in der Weltmeisterschaft.
Das Jahr 2015 begann für Jari-Matti Latvala mit einem zweiten Rang bei der Rallye Monte Carlo, hinter Teamkollege und Fahrerweltmeisterschafts-Rivale Sébastien Ogier, mit einem guten Resultat. Danach folgten drei Rallyes, bei denen Latvala wegen Fahrfehlern oder technischen Problemen ausfiel. Der Vorsprung des amtierenden Weltmeisters Ogier war nun beträchtlich. Mit drei Siegen, vier zweiten Rängen und weiteren Punkteplätzen konnte Latvala den Vize-Weltmeistertitel vom Vorjahr, hinter Ogier und vor dem zweiten Teamkollegen Andreas Mikkelsen, verteidigen.
Das Rallyejahr 2016 verlief für Jari-Matti Latvala nicht besonders glücklich. Einziger Lichtblick blieben sein Gesamtsieg bei der Rallye Mexiko und seine zweiten Plätze in Italien sowie in Finnland. Seine Saison beendete er auf dem 6. Rang der Weltmeisterschaft und als 3. Volkswagen-Pilot hinter Ogier und Mikkelsen.
Als Volkswagen Motorsport am Ende der Saison 2016 den Ausstieg aus der Rallye-WM ankündigte, musste sich Latvala nach einem neuen Cockpit umsehen. Er wurde bei dem von Tommi Mäkinen geleiteten Team Toyota Gazoo Racing fündig, Latvala wurde Hauptfahrer neben Juho Hänninen. Die Partnerschaft mit Toyota begann gleich bei der Rallye Monte Carlo mit einem zweiten Platz und bei der Rallye Schweden mit einem Gesamtsieg. Er führte zwischenzeitlich die Fahrer-Weltmeisterschaft an, die er als Gesamtvierter und bester Toyota-Pilot abschloss.
2018 gewann Latvala die Rallye Australien und wurde erneut WM-Vierter, zog in der Gesamtwertung allerdings diesmal gegen seinen neuen Teamkollegen Ott Tänak den Kürzeren.
Die Saison 2019 verlief für den Finnen deutlich schlechter. Zum ersten Mal seit 2007 gelang es ihm nicht eine Rallye zu gewinnen und er wurde hinter dem neuen Weltmeister Tänak und Kris Meeke mit Rang sieben in der Fahrer-WM der schlechtestplatzierte Toyota-Fahrer.
Für 2020 hat Latvala keinen Stammplatz mehr bekommen in einem Werksteam. Er finanziert sich einige Weltmeisterschaftsläufe selbst und fährt einen Toyota Yaris WRC.
Seit der Rallye-Weltmeisterschaft Saison 2021 ist Jari-Matti Latvala Teamchef des Toyota Gazoo Racing Europe WRC Team.motorsport-total.com: Toyota in der Rallye-WM: Jari-Matti Latvala wird neuer Teamchef, abgerufen am 17. Januar 2021
Statistik
WRC-Siege
Nr. Saison Rallye Beifahrer Fahrzeug 1 2008 Rallye Schweden Miikka Anttila Ford Focus RS WRC 2 2009 Rallye Italien 3 2010 Rallye Neuseeland 4 Rallye Finnland 5 2011 Rallye Großbritannien Ford Fiesta RS WRC 6 2012 Rallye Schweden 7 Rallye Großbritannien 8 2013 Rallye Griechenland Volkswagen Polo R WRC 9 2014 Rallye Schweden 10 Rallye Argentinien 11 Rallye Finnland 12 Rallye Frankreich 13 2015 Rallye Portugal 14 Rallye Finnland 15 Rallye Korsika 16 2016 Rallye Mexiko 17 2017 Rallye Schweden Toyota Yaris WRC 18 2018 Rallye Australien WRC-Einzelergebnisse Jahr Team Fahrzeug 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 Punkte Rang 2002 Jari-Matti Latvala Mitsubishi Lancer Evo VI — — 17 2003 Ford World Rally Team Ford Focus RS WRC — — 10 17 14 10 2004 Jari-Matti Latvala Ford Puma S1600 — — DNF Subaru Impreza WRX STi DNF 27 21 Ford Fiesta S1600 DNF DNF Suzuki Ignis S1600 DNF 23 DNF 29 Mitsubishi Lancer Evo VIII DNF 2005 Jari-Matti Latvala Toyota Corolla WRC — — 16 DNF Subaru Impreza WRX STi DNF 16 DNF 21 16 19 Ford Focus RS WRC DNF 2006 Jari-Matti Latvala Subaru Impreza WRX STi 9 13. 41 25 22 69 6 8 Toyota Corolla WRC 17 Stobart VK Ford Rally Team Ford Focus RS WRC 04 16 DNF 34 Ford Focus RS WRC 06 4 2007 Stobart Ford Rally Team Ford Focus RS WRC 06 30 8. DNF DNF 5 7 8 4 9 12 DNF 8 5 7 4 25 3 10 2008 Ford World Rally Team Ford Focus RS WRC 07 58 4. 12 1 3 15 7 3 7 2 38 Ford Focus RS WRC 08 9 DNF 2 2 Stobart VK M-Sport Ford Rally Team Ford Focus RS WRC 07 6 4 2009 Ford World Rally Team Ford Focus RS WRC 08 41 4. 14 3 12 DNF 6 Ford Focus RS WRC 09 1 3 DNF 3 4 6 7 2010 Ford World Rally Team Ford Focus RS WRC 09 171 2. 3 5 2 8 1 DNF 6 1 4 3 4 4 3 2011 Ford World Rally Team Ford Fiesta RS WRC 172 4. 3 3 3 2 18 7 9 2 14 2 4 3 1 2012 Ford World Rally Team Ford Fiesta RS WRC 154 3. DNF 1 DNF 13 3 7 3 2 1 2 12 2 2013 Volkswagen Motorsport Volkswagen Polo R WRC 162 3. DNF 4 16 3 3 1 3 17 7 4 3 2 2 2014 Volkswagen Motorsport Volkswagen Polo R WRC 218 2. 5 1 2 14 1 3 5 1 DNF 2 1 2 8 2015 Volkswagen Motorsport Volkswagen Polo R WRC 183 2. 2 12 15 DNF 1 6 5 1 2 2 1 2 50 2016 Volkswagen Motorsport Volkswagen Polo R WRC 112 6. DNF 26 1 16 6 2 5 2 48 C 4 14 7 9 2017 Toyota World Rally Team Toyota Yaris WRC 136 4. 2 1 6 4 5 9 2 20 21 7 DNF 5 DNF 2018 Toyota World Rally Team Toyota Yaris WRC 128 4. 3 7 8 DNF DNF 24 7 3 DNF 2 2 8 1 2019 Toyota World Rally Team Toyota Yaris WRC 94 7. 5 21 8 10 5 11 7 19 3 3 6 DNF 5 C 2020 Latvala Motorsport Toyota Yaris WRC — — DNF 2023 Toyota World Rally Team Toyota GR Yaris Rally1 11 16. 5 2024 Toyota World Rally Team Toyota GR Yaris Rally1 6 21. 6
Weblinks
Offizielle Website (dt.) Ergebnisse und Statistiken auf eWRC-results.com WRC-Statistik auf juwra.com
Einzelnachweise
Kategorie:Rallyefahrer (Finnland) Kategorie:Finne Kategorie:Geboren 1985 Kategorie:Mann