I’d Do Anything for Love (But I Won’t Do That) ( für „Für Liebe würde ich alles tun (aber das tu ich nicht)“) ist eine 1993 veröffentlichte Rockballade und das erfolgreichste Lied des US-amerikanischen Rocksängers Meat Loaf. Es wurde als erste Single aus seinem Album Bat out of Hell II: Back Into Hell ausgekoppelt und erreichte in 28 Ländern Platz 1 der Singlecharts. Der von Jim Steinman geschriebene Titel wurde die erste Nummer-1-Single von Meat Loaf in Großbritannien und den USA.

Der Titel des Liedes erscheint als Referenz in Getting So Excited, einem Song auf dem von Jim Steinman produzierten Bonnie-Tyler-Album Faster Than the Speed of Night, wo es ein Teil einer zufällig gehörten Unterhaltung in einer Bar ist. Das Single-Cover ist eine zurechtgeschnittene Version des Gemäldes Leavetaking von Fantasy-Illustrator Michael Whelan, der auch das Coverbild von Bat out of Hell II schuf.

Inhalt Musik & Text Das Lied startet mit einem auf der Gitarre gespielten Sound, der sich wie ein beschleunigendes Motorrad anhört (ein Hinweis auf Todd Rundgrens Beitrag in der Mitte des Liedes „Bat out of Hell“). Nach diesem Gitarrensound setzt das Klavier mit einem sich immer wiederholenden Pattern ein. Die Gitarre und das Schlagzeug setzen erst später ein und erzeugen somit ein anwachsendes Klangspektrum, in dem sich das Klavierpattern mit den Gitarrenriffs überlagert. Das Klangspektrum reduziert sich gegen Ende des Intros, bis nur noch das Klavier übrig bleibt. Dies bildet die Grundlage für den Gesang von Meat Loaf, der mit den Worten:

And I would do anything for love I’d run right into hell and back (dt.: Und für Liebe würde ich alles tun Ich würde in die Hölle und zurück laufen)

beginnt. Dieser Eröffnungsgesang wird zusätzlich durch zarte Backing Vocals untermalt. Nach dem ersten Chorus gibt es einen Tempowechsel. Es wird deutlich schneller und das Klavier mit Gitarre und Schlagzeug spielen ein kurzes Zwischenspiel und leiten somit zur ersten Strophe über. In dieser Strophe wird der Gesang nur durch Schlagzeug und leise Gitarren begleitet. Das Tempo wechselt erst wieder in ein langsameres bei den Worten:

And maybe I’m crazy Oh it’s crazy and it’s true I know you can save me No one else can save me now but you (dt.: Und vielleicht bin ich verrückt Oh, es ist verrückt und es ist wahr Ich weiß, du kannst mich retten Niemand anderes kann mich jetzt retten, außer dir)

Bereits bei den darauffolgenden Zeilen wird das Tempo wieder schneller, und der Gesang wird durch aufsteigende Backing Vocals untermalt. Gegen Ende dieses Abschnitts gibt es ein Ritardando und dieses mündet wieder in ein langsameres Tempo. Nach dem Chorus wiederholt der Chor diese Zeilen:

I would do anything for love Anything you’ve been dreaming of But I just won’t do that (dt.: Ich würde für Liebe alles tun Alles, wovon du geträumt hast Aber das werde ich nicht tun)

Es folgt eine 45 Sekunden andauernde Instrumental-Passage, gefolgt vom Klavier, das die Titelmelodie spielt, begleitet von Gitarre und wortlosen Backing Vocals von Todd Rundgren, Rory Dodd und Kasmin Sulton. Der Hauptgesang beginnt wieder mit einer neuen Strophe. Der beliebte Ausdruck „sex, drugs and rock ’n’ roll“ wurde zensiert und in „Some days I just pray to the god of sex and drums and rock and roll“ abgeändert. Daraufhin folgt ein langsamer Teil, der mit den Worten „Maybe I’m lonely...“ beginnt, welcher wieder von einem schneller werdenden Abschnitt mit aufsteigenden Backing Vocals, abgelöst wird. Am Ende folgt ein Ritardando, welches im langsameren Tempo endet.

Nach 9:28 Minuten wandelt sich das Lied in ein Duett. Dieser Teil kann als ein eigener Abschnitt betrachtet werden, in welchem die Frau dem Mann Fragen stellt, was er alles für sie tun würde. Er antwortet, dass er alles tun würde, was sie eben beschrieben hat. Seine Worte „I can Do that“ werden durch Backing Vocals unterstützt, wodurch seinen Worten mehr Gewicht verliehen wird. Während er das letzte „that“ singt, fällt sie ihm bereits ins Wort, indem sie weitere Dinge nennt, die er für sie tun würde. Sie greift in ihren Strophen auf Bilder zurück wie etwa:

Will you make me some magic with your own two hands? (dt.: Wirst du mir mit deinen beiden Händen etwas zaubern?) Can you build an emerald city with these grains of sand? (dt.: Kannst du mir aus diesen Sandkörnern eine Smaragdstadt bauen?)

Für die beiden Finalabschnitte vermutet die Frau, dass er eventuell Dinge machen würde, die sie verletzen und ihre Beziehung gefährden könnten: dass er alle Erinnerungen an sie und die Gefühle zwischen ihnen vergessen und weitergehen („to move on“) sowie herumhuren („screwing around“) würde. Beide Male antwortet der Mann „Aber ich werde das nicht machen“ („But I won’t do that“).

Das Lied endet mit dem letzten Chorus, der nicht nur durch Klavier und Backing Vocals begleitet wird, sondern auch immer langsamer wird.

All Music Guide sagt: „Meat Loaf verkauft die grenzwertig kitschigen Texte mit gutturaler Stimme, deren bewegende Überzeugung das Herzliche hervorbringt, das sich hinter den klugen Phrasen verbirgt.“ (Engl. Original: Meat Loaf sells the borderline-campy lyrics with a full-throated vocal whose stirring sense of conviction brings out the heart hidden behind the clever phrases.)[ Song Review], www.allmusic.com. (englisch)

Bedeutung des Wortes „that“ Jede Strophe umfasst zwei Dinge, die er für Liebe tun würde, gefolgt von einer Sache, die er nicht machen wird. Jede Erwähnung von „that“ ist ein Hinweis auf ein besonderes Versprechen, das er zuvor in derselben Strophe gegeben hat. „But I’ll never forget the way you feel right now …“ (dt. „Aber ich werde nie vergessen, wie du dich jetzt gerade fühlst …“) „But I’ll never forgive myself if we don’t go all the way tonight …“ (dt. „Aber ich werde mir nie vergeben, wenn wir es heute Nacht nicht machen …“) „But I’ll never do it better than I do it with you …“ (dt. „Aber ich werde es nie besser machen als mit dir …“) „But I’ll never stop dreaming of you every night of my life …“ (dt. „Aber ich werde nie aufhören, jede Nacht meines Lebens von dir zu träumen …“)

Allerdings verstehen einige Menschen den Text falsch und behaupten, der Sänger habe nie genau bestimmt, was „that“ ist, das er nicht bereit ist zu tun. Eine frühe Episode der VH1-Sendung „Pop-Up Video“ behauptete am Ende des Musikvideos: „Was genau Meat Loaf nicht für Liebe tun würde, bleibt bis zum heutigen Tag ein Mysterium“. Ein Kritiker, der für All Music Guide schrieb, verstand den Text ebenfalls falsch und kommentierte: „Der Text erzeugt Spannung durch das Porträtieren eines Romantik zerstörenden Liebhabers, der verspricht, alles für die Liebe zu tun außer ‚das‘, ein Mysterium, das niemals genau festgelegt wird.“

Meat Loaf sagt im Video VH1 Storytellers, dass die Frage „Was ist ‚das‘?“ eine der häufigsten Fragen ist, die ihm gestellt wird. Er erklärte die Bedeutung sogar auf der Bühne und verwendete dabei eine Tafel und einen Zeigestab.

Jim Steinman sagte auf der DVD „Back into Hell: Meat Loaf & Jim Steinman Interview“: „Es ist eine Art kleines Puzzle und ich vermute, dass es weitergehen wird – aber es sind alles großartige Sachen. Ich werde nicht aufhören, wunderschöne Sachen zu machen und ich werde keine schlechten Sachen machen. Es ist sehr nobel. Ich bin stolz auf dieses Lied, denn es ist ziemlich gleich mit der Welt von Excalibur. Für mich ist es wie Sir Lancelot oder etwas – sehr nobel und ritterlich. Es ist mein Lieblingslied auf der Platte – es ist sehr ehrgeizig.“The Artist’s Mind

Kommerzieller Erfolg Chartplatzierungen

Auszeichnungen für Musikverkäufe

Weiblicher Gesangspart Das Lied beinhaltet einen weiblichen Gesangspart, der auf dem Album nur als Mrs. Loud vermerkt wurde. Sie wurde später als Lorraine Crosby erkannt, eine Sängerin aus Nordwestengland, die regelmäßig in Feriencamps und Vereinen sang. Im Video war sie jedoch nicht zu sehen, stattdessen übernahm Dana PatrickIMDb Dana Patrick lippensynchron ihren Gesang. Bei Konzerten übernimmt die amerikanische Sängerin Patti Russo den weiblichen Gesangspart.

Länge Steinmans Lieder sind gewöhnlich viel länger als die meisten anderen Lieder und „I’d Do Anything for Love (But I Won’t Do That)“ ist keine Ausnahme. Das Lied ist ganze 12 Minuten lang und Steinman jammerte, als Führungskräfte ihm rieten, das Lied zu kürzen, um im Radio gespielt zu werden. Manager Allen Kovac warnte, dass alle Lieder über 5 Minuten nicht im Radio gespielt würden und sagte, wenn Steinman und die Gruppe nicht den Schnitt machen würden, machten es die Sender. Sogar nachdem sie die Schnitte machten, sendete Steinman seine eigene Version an die Sender.David Dalton: „To Hell and Back: An Autobiography“ (englisch), ISBN 0-7535-0443-X

Die Singleversion wurde auf 5:25 Minuten reduziert, in der die gesamte Motorrad-Einleitung weggelassen wurde. Die Videoversion, in der das Motorrad-Intro nur in Teilen erhalten blieb, wurde auf 7:38 Minuten geschnitten. In sowohl der Single- als auch der Videoversion wurde der ausführliche Instrumentalabschnitt ausgelassen. In beiden Versionen wurde der Refrain „I’d do anything for love, anything you’ve been dreaming of, but I just won’t do that“, der dreimal vor dem Instrumental-Abschnitt gesungen wird, nur zweimal gesungen. Derselbe Refrain wird noch siebenmal vor der Zeile „But I’ll never stop dreaming of you …“ gesungen, in der Videoversion nur dreimal (in der Singleversion wurde diese Zeile an dieser Stelle rausgeschnitten und kommt im Lied nur einmal vor).

In der Single- und Videoversion wurde die Zeile „And some nights, I lose the feeling. And some nights I lose control. Some nights, I just lose it all when I watch you dance and the thunder rolls“ herausgeschnitten.

Lorraine Crosby (deren Gesang im Video lippensynchron von Model/Schauspielerin Dana Patrick übernommen wurde) hat sechs Abschnitte, in denen sie singt. In der Videoversion wurden die zweite und dritte Strophe entfernt, in der Singleversion zusätzlich die fünfte Strophe.

Musikvideo Produktion und Hintergrund Michael Bay führte beim Musikvideo Regie. Er führte außerdem Regie bei Objects in the Rear View Mirror May Appear Closer Than They Are und Rock and Roll Dreams Come Through (beide vom Album Bat Out of Hell II). Gedreht wurde in Los Angeles County, Kalifornien im Juli 1993. Die anfängliche Verfolgungsjagd wurde in Chávez Ravine gedreht, die Innenaufnahmen des Schlosses in Greystone Mansion, Beverly Hills. Der Kameramann war Daniel Pearl, hauptsächlich bekannt für den Dreh von „The Texas Chain Saw Massacre“ im Jahre 1973. Pearl sagte, dieses Video „ist eines meiner absoluten Lieblingsprojekte … Ich denke, die Kameraführung ist fehlerlos und es erzählt eine Geschichte über das Lied.“

Das Video basiert auf Die Schöne und das Biest, Bram Stoker’s Dracula und Das Phantom der Oper. Bob Keane machte Meat Loafs Make-up, für das bis zu zwei Stunden gebraucht wurden. Das Make-up wurde gestaltet, um einfach und gruselig zu sein, doch „mit der Fähigkeit, ihn sympathisch zu machen.“Meat Loaf. (1993). Back into Hell: Meat Loaf & Jim Steinman interview. (DVD) Das Video überstieg das Budget und wurde 4 Tage bei 32 °C gedreht. Nach Angaben eines Insiders hatte es „wahrscheinlich das Budget von ‚Vier Hochzeiten und ein Todesfall‘.“ Es ist die gekürzte 7-Minuten-Single-Version und nicht die 12-Minuten-Album-Version.