mini|Holger Wulschner (2013) Holger Wulschner (* 8. Dezember 1963 in Wriezen, Kreis Bad Freienwalde, DDR) ist ein deutscher Springreiter.
Biografie mini|Wulschner mit Skipper beim Pfingstturnier Wiesbaden 2018 mini|Holger Wulschner mit Coeur de Lion bei der ersten Qualifikation zum Deutschen Spring-Derby 2012 Holger Wulschner gilt als der bekannteste Springreiter der neuen Bundesländer. Er lebt in Passin bei Güstrow, ist verheiratetIm Hafen der Ehe: Herzlichen Glückwunsch Astrid Dreier und Holger Wulschner, hippothek.de, 4. November 2011 und hat zwei Söhne aus vorheriger Ehe. Sein Sohn Benjamin ist ebenfalls als Springreiter tätig.CSI*** Wiener Neustadt: Nachbarschaftsduell, St. Georg, 11. Oktober 2010
Bis 1990 Mit sieben Jahren begann er in der Nähe seines damaligen Heimatorts Neurüdnitz zu reiten. Im Alter von 15 Jahren gewann er die DDR-Jugendmeisterschaft der Springreiter. Bereits im jugendlichen Alter beschloss er, Pferde und Reiten zu seinem Beruf zu machen. Dies setzte er nach Abschluss der Schule um und machte in der LPG Zäckericker Loose eine Ausbildung zum Facharbeiter für Pferdezucht. In den folgenden Jahren arbeitete er bei der Zwischenbetrieblichen Einrichtung (ZBE) Schweineproduktion Schlaitz als Bereiter und Gestütwärter. Im Rahmen dieser Tätigkeit ritt er auch das Pferd Missouri. Mit diesem trat er, vielfach eigenfinanziert, auch bei Turnieren in anderen Staaten des Warschauer Paktes an.
Nach der deutschen Einheit Nach der deutschen Einheit trat er im November 1990 beim Weltcupturnier in der Berliner Deutschlandhalle an. Hier erreichte er als einziger Reiter aus den neuen Bundesländern die Qualifikationsprüfung und gewann damit ein Preisgeld von 1000 Mark. Daraufhin kam es zu einem internationalen Interesse an dem ihm zur Verfügung gestellten Pferd Missouri, es kam zu Kaufgeboten von einer Million Mark. Da sein Arbeitgeber, der ZBE Schweineproduktion Schlaitz, aufgrund gefallener Schweinepreise in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten war, drängte die dortige Belegschaft auf einen Verkauf des Pferdes. Zu diesem Zeitpunkt machte Wulschner Bekanntschaft mit dem Berliner Hausverwalter Herbert Herzog. Dieser plante zu diesem Zeitpunkt, eine Reitanlage in Passin zu sanieren und war auf der Suche nach einem Ausbilder. Wulschner nahm das Angebot an, Herbert Herzog kaufte in der Folge Missouri.
In der Folge war Holger Wulschner bemüht, reiterliche Erfahrungen von westdeutschen Springreitern zu bekommen. Franke Sloothaak wies ihn ab, jedoch bekam er Hilfe von Ulrich Kirchhoff, zu dem Wulschner bis heute einen freundschaftlichen Umgang pflegt. Kirchhoff machte Holger Wulschner mit dem Dressurtraining vertraut. Bei Paul Schockemöhle lernte er in einem dreimonatigen Praktikum, wie ein Reitstall gemanagt wird. In der Folge wurde Wulschner Teilhaber der Reitanlage in Passin.
Im September 1992 fanden Kontrolleure beim CHI Donaueschingen in Missouris Blut ein Anabolikum, Nandrolon. Wulschner gab hierzu an, dass er das Mittel zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht kannte. Die FEI sperrte ihn daraufhin für drei Monate. Da die Substanz als Doping zählt, konnte er folglich auch bei den nächsten Olympischen Spielen 1996 in Atlanta, für die ihn Herbert Meyer als Ersatzreiter vorgesehen hatte,Missouri kommt nach Passin zurück, Karl-Heinz Bergmann / Berliner Zeitung, 21. November 1996 nicht teilnehmen. Infolge dieser Ereignisse reagierte Wulschner trotzig, wollte es allen zeigen. Hierbei setzte er sich jedoch so stark unter Druck, dass er schlecht ritt, er war nach eigener Aussage „am Punkt, mit dem Sport aufzuhören“. Seine damalige Ehefrau Iris und die Familie Herzog hielten ihn davon ab. In der nachfolgenden Zeit gelang ihm als Teil der deutschen Mannschaft der endgültige internationale Durchbruch mit den zweiten Plätzen in den Nationenpreisen in Washington 1994 und in Modena 1995. Zu seinen bisher größten Erfolgen zählen die Siege bei den Großen Preisen von Hickstead, Linz, Hamburg und Rotterdam sowie der Sieg im Deutschen Springderby 2000. In Hamburg gelang ihm mit Capriol das bisher einmalige Kunststück, neben den beiden Qualifikationen auch das Finale zu gewinnen. 1997 nahm er am Weltcupfinale teil.
Selbständigkeit Am 1. Juli 2003 machte er sich selbständig und betreibt seitdem mit seinem Team eine Anlage in Groß Viegeln in der Nähe von Rostock.
Das Jahr 2008 wurde zu einem der erfolgreichsten in seiner Karriere, so gewann er die Großen Preise von Nörten-Hardenberg und Hickstead und wurde 8. im Großen Preis von Aachen. In Aachen hatte er ein Jahr zuvor den Preis von Europa gewonnen. Das Jahr 2009 hingegen war vor allem durch Verletzungen seiner Turnierpferde geprägt. Im November 2014 wurde er erstmals „Rider of the year“, Gesamtsieger der Riders Tour 2014.
Im Dezember 2005 und 2006 hatte er auf seiner Anlage in Groß Viegeln (Gemeinde Dummerstorf) je ein nationales Turnier ausgetragen. Seit dem Sommer 2013 richtet er auf seiner Anlage ein internationales Springreitturnier aus, zudem wird das Mecklenburger Jugend-Derby seit 2013 hier ausgetragen. Seinen 50. Nationenpreis bestritt Holger Wulschner im Juli 2016 in Falsterbo.Platz sechs bei Wulschners 50. Nationenpreis in Falsterbo, Mitteilung des Landesverbands Mecklenburg-Vorpommern für Reiten, Fahren und Voltigieren e. V., 12. Juli 2016
In der Hallensaison 2016/2017 glückten Wulschner mit Skipper mehrere gute Platzierungen in Weltcupspringen, so etwa ein dritter Platz in Mechelen. Mit dem 13. Platz in der Gesamtwertung der Westeuropaliga qualifizierte er sich zum zweiten Mal für das Weltcupfinale. Ein Abszess am Huf von Skipper verhinderte jedoch die Teilnahme am Weltcupfinale., Julia Basic / Deutsche Reiterliche Vereinigung, 16. März 2017, abgerufen am 28. März 2017 Wulschner war im Jahr 2018 Mitglied des Perspektivkaders (ehemals B-Kaders) der deutschen Springreiter.Aktuelle Kader Springreiten auf der Seite der Deutschen Reiterlichen Vereinigung
Ab 2021 ist Holger Wulschner gewählter Aktivensprecher aller Disziplinen im Vorstand des DOKR.Holger Wulschner zum Aktivensprecher aller Disziplinen gewählt, Julia Basic / Deutsche Reiterliche Vereinigung, 5. Mai 2021
Aktuelle und ehemalige Turnierpferde Sein erfolgreichstes Pferd in den 2000er Jahren war der Wallach Clausen. Mitte 2008 machte Clausens damaliger Besitzer, Siegfried Kludt, im Rahmen des CHIO Aachen medial auf sich aufmerksam. Nachdem es bereits verschiedentlich Kaufangebote für Clausen gegeben hatte, entschied sich Kludt dafür, das Pferd zu einem symbolischen Preis hälftig an Holger Wulschner zu verkaufen, da dieses Pferd für Wulschner „das Pferd seines Lebens“ sei. Um einen Verkauf unmöglich zu machen, verschenkte Kludt die restlichen Anteile am Pferd an seine minderjährige Tochter., equi-news.de
Wulschners ehemaliges Spitzenpferd Missouri wurde im Herbst 1995 an Paul Schockemöhle verkauft. Das Pferd nahm in der Folge mit dem damals von Schockemöhle trainierten saudi-arabischen Reiter Kamal Bahamdan an den Olympischen Spielen 1996 teil.Ergebnisse Springreiten bei den Olympischen Spielen 1996 (PDF; 67 kB) Die in den Jahren 2013 und 2014 von ihm gerittene Stute Fine Lady gewann bei den Olympischen Spielen 2016 mit Eric Lamaze die Einzel-Bronzemedaille.
Aktuelle Vega de Laubry Z (* 2017), Zangersheider Fuchsstute, Vater: Vigo d'Arsouilles, Muttervater: Alibi de Laubry Kanthago (* 2018), brauner Holsteiner Wallach, Vater: Kannan, Muttervater: Carthago Mbappé 2 (* 2019), brauner Holsteiner Hengst, Vater: Million Dollar, Muttervater: Stakkato Carlotta van't Zorgvliet (* 2021), Westfale braune Stute, Vater: Cornet Obolensky, Muttervater: Heartbreaker Diamant de Plaisir (* 2012), brauner Hannoveraner Hengst, Vater: Diamant de Semilly, Muttervater: For Pleasure Quantico 33 (* 2014), brauner Hannoveraner Wallach, Vater: FRH Quaid, Muttervater: Landor S Lakota 58 (* 2018), schwarzbrauner Holsteiner Wallach, Vater: Lint, Muttervater: Christian 25
Ehemalige Catch Me T (* 2008), dunkelbraune Hannoveraner Stute, Vater: Contagio, Muttervater: Werther; ab Oktober 2017 von Simon Delestre gerittenFEI-Pferdedatenbank: Catch Me THolger Wulschners Wiesbaden-Siegerin Catch Me an Simon Delestre, Dominique Wehrmann / St. Georg, 11. Oktober 2017 Fine Lady 5 (* 2003), braune Hannoveraner Stute, Vater: Forsyth, Muttervater: Drosselklang II, bis 2012 von Andre Stude geritten, ab Mai 2014 von Eric Lamaze gerittenFEI-Pferdedatenbank: Fine Lady Rabea 75 (* 2001), Oldenburger Fuchsstute, Vater: Landor S, Muttervater: Raphael; ab 2012 von Ralf Schneider gerittenFEI-Pferdedatenbank: Rabea 75 Little Liberty 5 (* 2000), dunkelbrauner Oldenburger Wallach, Vater: Liberty Son, Muttervater: Don CarlosGrußwort auf der Internetseite von Holger Wulschner, Stand 27. Juli 2010, seit April 2012 von Simone Wettstein geritten Cefalo (* 1999), brauner Holsteiner Hengst, Vater: Caretino, Mutter: Echse (stammt ab von Laurin, Echse ist ebenfalls die Mutterstute von Hinrich Romeikes Olympiasiegerpferd Marius)FEI-Pferdedatenbank: CefaloNachkommen von Echse, Übersicht auf horsetelex.com, zuletzt 2012 im internationalen Sport eingesetzt Clausen (* 1996; † 2025), brauner Holsteiner Wallach, Vater: Calato, Muttervater: Corleone, Anfang 2012 aus dem Sport verabschiedetFEI-Pferdedatenbank: ClausenClausen: ein ganz großer sagt Adieu - Clausen genießt jetzt Weiden und Natur als Frührentnerleben, 10. Januar 2012 Salieri 6 (* 1989; † 2019), Hannoveraner Rapphengst, Vater: Salvano, Muttervater: Servus, aus dem Sport verabschiedet, Salieri hat als Zuchthengst verschiedene Nachkommen, der bekannteste ist der Hannoveraner Salinero (das Erfolgspferd von Anky van Grunsven)FEI-Pferdedatenbank: SalieriListe der Nachkommen von Salieri, Übersicht auf horsetelex.com Capriol (* 1988; † 2012), dunkelbrauner Holsteiner Hengst, Vater: Capitol I, Muttervater: Ladykiller xx, aus dem Sport verabschiedet Prinz Oldenburg (* 1985; † 2013), Oldenburger Schimmelhengst, Vater: Picasso, Muttervater: Pik Bube, 2002 aus dem Sport verabschiedetPrinz Oldenburg von der Zuchtbühne abgetreten Missouri 25 (* 1982; † 2017), brauner Hengst der Rasse Edles Warmblut (Mecklenburger Abstammung), Vater: Mistral II, Muttervater: Intendant, aus dem Sport verabschiedet , sporthorse-data.com BSC Cavity (* 2003), dunkelbrauner Holsteiner Wallach, Vater: Caretino, Muttervater: LansingFEI-Pferdedatenbank: BSC Cavity, zuletzt im Juni 2017 im internationalen Sport eingesetzt BSC Skipper (* 2004), Hannoveraner Rappwallach, Vater: Stolzenberg, Muttervater: Lord Liberty; bis Anfang 2014 von Jasmin Selke-John gerittenFEI-Pferdedatenbank: BSC Skipper, seit Mai 2024 von Isabel Röpkes geritten BSC Cha Cha Cha (* 2005), brauner Holsteiner Wallach, Vater: Casall Ask, Muttervater: Le Grand IFEI-Pferdedatenbank: BSC Cha Cha Cha, zuletzt im Juli 2023 von Madlen Stiebitz im Sport eingesetzt
Erfolge Deutsche Meisterschaften 2019: Platz 11 mit Cha Cha Cha 2017: Platz 10 mit Cha Cha Cha (bester Reiter in der zweiten Wertungsprüfung) 2015: Platz 8 mit Cha Cha Cha G 2014: Platz 10 mit Cha Cha Cha G 2012: Platz 13 mit Cavity G 2008: Platz 10 mit Clausen 2007: Platz 9 mit Clausen und Platz 10 mit Cool-Man 2006: Platz 8 mit Clausen 2003: Platz 9 2002: Platz 6 1999: Silbermedaille 1998: Platz 4 mit Prinz Oldenburg 1996: Bronzemedaille mit Capriol 1994: Platz 12 1992: Platz 13
Weitere Erfolge 2020: 2. Platz im Großen Preis des CSI 3* von Schardscha mit Casirus 2018: 1. Platz im Großen Preis der Pferdewochen Rostock (CSI 4* Groß Viegeln) mit Skipper, 1. Platz im Nationenpreis von Calgary (CSIO 5*) mit Skipper 2017: 1. Platz im Nationenpreis von Lummen (CSIO 5*) mit Skipper, 1. Platz im Maimarkt-Championat von Mannheim (CSI 3*) mit Cavity, 1. Platz im Großen Preis von Redefin (CSI 3*) mit Cha Cha Cha, 1. Platz im Großen Preis von Wiesbaden (CSI 4*) mit Catch Me T, 3. Platz im Nationenpreis von Calgary (CSIO 5*) mit Cha Cha Cha, 1. Platz im Großen Preis von Herning (CSI 3*) mit Skipper