mini|Jerwand Kotschar (1974) Jerwand Kotschar (, französische Umschrift Ervand Kochar oder Yervand Kochar, vollständiger Name Jerwand Kotscharjan; * 15. Juni 1899 in Tiflis, Russisches Reich; † 22. Januar 1979 in Jerewan, Armenische SSR, Sowjetunion) war ein armenischer Maler und Bildhauer. Er zählt zu den bedeutendsten Vertretern der armenischen Moderne des 20. Jahrhunderts und gilt als Begründer der Kunstform „Peintures dans l'espace“ (Malerei im Raum). Ein nach ihm benanntes Museum wurde 1984 in Jerewan eröffnet.

Leben Jerwand Kotschar absolvierte die Nersisian-Schule in Tiflis und studierte in Moskau Malerei. Zwischen 1918 und 1919 studierte er an den Freien Kunststudios in Moskau unter der Leitung von Pjotr Kontschalowski. Er emigrierte 1922 nach Paris, wo er bis 1936 lebte und arbeitete. Dort hatte er Ausstellungen zusammen mit Georges Braque, Henri Matisse, Pablo Picasso, Fernand Léger, Giorgio De Chirico. Jerwand Kotschar gehörte der Pariser Schule an. Er verarbeitete viele Einflüsse seiner Zeit wie den Kubismus und Futurismus. Nach seiner Emigration nach Armenien 1936 wurde er als Bildhauer bekannt. In der stalinistischen Sowjetunion wurde er zunächst mit dem Vorwurf des „Formalismus“ konfrontiert und zeitweise inhaftiert. Dennoch setzte er seine künstlerische Arbeit fort und schuf bedeutende Werke. Nach 1945 stellte er auch in Paris aus. Kotschar starb 1979.

Werk mini|Jerwand Kotschar: Melancholie Yervand Kochar entwickelte in Paris die Kunstform „Peintures dans l'espace“, die Zeit als vierte Dimension in die bildende Kunst einbezieht. 1936 unterzeichnete er gemeinsam mit Künstlern wie Marcel Duchamp, Wassily Kandinsky und László Moholy-Nagy das Manifeste Dimensioniste, das neue ästhetische Prinzipien propagierte.

Sein bekanntestes Werk ist die ab 1965 ausgeführte monumentale Reiterstatue des David von Sasun, die vor dem Bahnhof Jerevans aufgestellt wurde. Für dieses Werk erhielt er 1967 den armenischen Staatspreis. 1975 wurde eine weitere Reiterstatue des Vardan Mamikonian enthüllt.

Weitere bekannte Skulpturen sind Ekstase (1960), Das Unglück des Kriegs (1962) und Der Adler von Swartnoz (1955).

Literatur Henrik S. Igityan: Yervand Kochar = Ervand Kochar. Tigran Mets, Yerevan 2000

Weblinks

Ervand Kotchar Museum (englisch) Armenian History: Ervand Kochar (1899–1979) (englisch) Biographs.org: Ervand Kochar (englisch) WikiArt (englisch)

Einzelnachweise

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