Floodland ist das zweite Musikalbum der britischen Band The Sisters of Mercy. Es wurde 1987 veröffentlicht und war der kommerzielle Durchbruch für die Band.

Vorgeschichte Auflösung der Band Nach der Veröffentlichung des ersten Albums First and Last and Always im März 1985 plante der Sänger Andrew Eldritch zunächst, mit der Band eine ABBA-Coverversion als Single aufzunehmenSchnell und vergänglich. In: SPEX-Magazin August 1985, Seite 5. und versuchte, dafür Jim Steinman als Produzenten zu gewinnen: „Angerufen habe ich ihn schon , als die Band "Gimme Gimme Gimme" im Repertoire hatte, und ich erzählte ihm von dem Song und daß unsere Version absolut 'stupid' klingen musste. Er war ganz meiner Meinung, hatte aber zuwenig Zeit. Dann löste sich die Band auf.“Michael Ruff: Prinz der Feuchtgebiete. In: SPEX-Magazin Januar 1988.

Das Ende der Band kam während der Vorbereitungen zur zweiten LP im Oktober 1985. Eldritch: „Das nächste Sisters-Album sollte 'Left on Mission and Revenge' heißen.“Andrew-Eldritch-Fernsehinterview (SkyTrax-Sendung auf Sky Channel Ende 1987).

Eldritch, der das Album nun als Solokünstler realisieren wollte, rief noch am selben Tag die Bassistin Patricia Morrison an, die sich gerade mit ihrer Band Fur Bible auf Großbritannientour mit Siouxsie and the Banshees befand, und bat sie mit ihm zusammenzuarbeiten. Morrison: „An dem Tag, an dem bei ihnen alles auseinanderfiel, rief er mich an und sagte 'Würdest du das machen?' Und ich sagte ja. […] Wir hatten aber noch ein paar Touren geplant, also wartete ich solange, bis das erledigt war, und stieg dann aus.“ Steve Sutherland: Sister Midnight. In: Melody Maker-Magazin vom 4. Juni 1988, Seite 14.

Die Auflösung der Band wurde in der Musikpresse am 2. November 1985 bekanntgegeben: „The Sisters of Mercy bestehen seit dieser Woche nur noch aus Andrew Eldritch und seinem getreuen Drumcomputer Doktor Avalanche, nachdem Gitarrist Wayne Hussey und Bassist Craig Adams die Band verlassen haben. Obwohl dies Studiopläne für eines neues Album diesen Monat zunichte gemacht hat, will Andrew jetzt dieses Album im neuen Jahr aufnehmen und könnte dabei Wayne als Sessiongitarrist einsetzen. […] Andrew hat außerdem Patricia Morrison, momentan bei Fur Bible, gebeten auf dem Album mitzuwirken, es ist aber noch nicht bekannt, ob Andrew unter dem Namen Sisters of Mercy weitermachen wird.“Sounds-Magazin vom 2. November 1985, Seite 3.

Andrew Eldritch gab später an, dass er nicht vorgehabt hatte, unter dem alten Bandnamen weiterzumachen: „Für mich war erst mal Schluß mit der Band.“Markus Hartmann: ...and the wind blows wild again.... In: Zillo-Magazin November 1990, Seite 12. „Als wir getrennte Wege gingen, einigten die Leute, die jetzt The Mission sind, und ich uns darauf, daß niemand den Bandnamen weiterbenutzt.“ Steve Sutherland: His Master's Voice. In: Melody Maker-Magazin vom 5. September 1987.

The Sisterhood und This Corrosion Am 20. Januar 1986 veröffentlichte Andrew Eldritch die Single Giving Ground unter dem Namen The Sisterhood, auf der der mit ihm befreundete Musiker James Ray sang.

Ende Februar 1986 gab das Merciful Release-Label eine Presseerklärung heraus, in der das „in Kürze erscheinende Andrew Eldritch-Album“ angekündigt wurde, „das einige Monate lang den Arbeitstitel 'Left on Mission and Revenge' trug.“

Dieses Soloalbum, letztlich Gift genannt, brachte Eldritch im Juli 1986 wieder unter dem Namen The Sisterhood heraus. Auf diesem Album, das in den Fairview Recording Studios in Hull aufgenommen worden war und auf dem Eldritch aus vertraglichen Gründen nicht selbst sang, Fairview Recording Studios (Great Gutter Lane West, Willerby, Hull HU10 6DP). arbeitete Patricia Morrison zum ersten Mal mit Eldritch zusammen, auch wenn ihr einziger gesicherter Beitrag nur eine gesprochene Passage auf dem Track Jihad war.

Das Album erwies sich als finanzieller Misserfolg und wurde in der Musikpresse gnadenlos verrissen, Eldritch verlor infolgedessen seinen Vertrag mit dem Musikverlag von RCA Records, RCA Music Limited. Darstellung auf der der offiziellen The-Sisters-of-Mercy-Webseite (Stand vom 8. Februar 2000).

Eine geplante The-Sisterhood-Maxi-Single mit dem Titel This Corrosion, von der die britische Sounds am 20. Februar 1986 berichtet hatte, dass sie „bald in den Läden sein wird, mit denselben Musikern und außerdem einem mysteriösen und bislang ungenannten amerikanischen Sänger“, Neil Spencer, Martyn Strickland: The Eldritch Story. In: Sounds-Magazin vom 22. Februar 1986. war zwar in den Fairview Recording Studios mit Alan Vega bereits aufgenommen worden, blieb aber unveröffentlicht.

James Ray: „Wir arbeiteten wochenlang an einer zweiten The-Sisterhood-Single, 'This Corrosion', aber Eldritch beschloß schließlich, daß er den Song benutzen wollte, um die Sisters neu zu starten.“ (PDF; 1,4 MB) Interview : James Ray. In: Glasperlenspiel 06-Fanzine Juni 2003, Seite 6.

Vorbereitung des Albums Nach dem „Sisterhood-Fiasko“ Ann Scanlon: Bridge over Troubled Water. In: Sounds-Magazin vom 19. Dezember 1987, Seite 10. beschloss Eldritch, wieder den Namen The Sisters of Mercy zu verwenden: „Ich glaube, das Ganze hatte ein schlechtes Licht auf den Namen The Sisters of Mercy geworfen, und allein schon deswegen war es Zeit, ihn wiederzubeleben.“ „Wenn ich es noch so versucht hatte, den Namen wäre ich nicht losgeworden. Aber ich sah auch keinen Sinn darin, ihn zu wechseln. Ich schreibe die Songs noch immer auf die gleiche Weise und nehme sie auch genau so auf wie früher.“

Eldritch, der 1985 erst nach Bramfeld und dann nach St. Pauli gezogen war,Ute Arndt, Bernd Gerstacker, Thomas Duffé: St. Pauli - Gesichter und Ansichten vom Kiez (Historika Photoverlag 1995). begann in Hamburg ein neues WEA-Album zu komponieren. Die Demos wurden hauptsächlich mit einem Casio-CZ-101-Synthesizer, akustischen Gitarren und einem neuen Drumcomputer angefertigt: „Als 'Floodland' geschrieben wurde, gab Andrew alles verfügbare Geld für einen Computer und einen Sequenzer aus und suchte nach einem erschwinglichen MIDI-Drumcomputer mit einem schmissigen Snare-Sound. Also schaffte er sich einen Yamaha RX5 wegen des Snare-Sounds an (die Bassdrum klang ebenfalls ziemlich schmissig) und komponierte das Album damit.“ Doktor-Avalanche-Sektion auf offizieller The-Sisters-of-Mercy-Webseite (Stand vom 31. Januar 2000).

Mit Ausnahme von This Corrosion nahm Eldritch in Hamburg 1986 von sämtlichen Floodland-Songs Demoversionen auf, die ab 1988 auf dem Bootlegmarkt auftauchten. Zusätzlich existiert ein etwa siebenminütiges Instrumentalstück ohne Titel, das in demselben Stil wie der spätere Vision-Thing-Song I Was Wrong komponiert ist und unveröffentlicht blieb. Bootleg Black Dominion (Eintrag Discogs.com-Webseite) und Bootleg Kill the Lights (Eintrag Discogs.com-Webseite).

Laut Eldritch war Patricia Morrison am Songwriting nicht beteiligt: „Die Scheibe war eigentlich das volle Soloalbum. Meine damalige Partnerin Patricia Morrison hatte offenbar Kreativitätsstau. Sie lieferte weder Songideen noch konnte ich sie dazu bewegen, ihren Bass in die Hand zu nehmen.“ Merciful-Release-Büroleiter Boyd Steemson: „Ihr musikalischer Beitrag war eher minimal.“Ken McIntyre: The Sisterhood. In: Classic Rock-Magazin Juli 2007, Seite 61.

Eldritch bestritt später, dass seine Art Songs zu schreiben sich im Vergleich zu früher geändert habe: „'This Corrosion' klingt wie 'Temple of Love' II, '1959' klingt wie 'Afterhours' part 2. Ich sehe da keinen Bruch zu früher, keine wirklich neue Entwicklung. Ich finde, daß ich da weitergemacht habe, wo ich aufgehört habe.“Sven Niechziol: Flucht aus der Gruft. In: ME/Sounds-Magazin Februar 1988.

Eldritch lizenzierte die Songs an den Musikverlag SBK Songs Limited (heute Teil von EMI Music Publishing) und begann Verhandlungen mit seiner Plattenfirma WEA.

Ausgangspunkt war der Song This Corrosion, für den Eldritch von vornherein Jim Steinman als Produzenten vorsah: „Als ich 'This Corrosion' hatte, dachte ich sofort an ihn.“ „Steinman ist der Mann für Übertreibungen. Es war die erste Sisters-Platte seit Jahren, also mußte etwas wirklich Besonderes her.“ „Um Steinman 'Corrosion' schmackhaft zu machen, sagten wir ihm, daß es wie der Höhepunkt eines Discoabends bei den Borgias klingen sollte, und da ist er voll drauf abgefahren.“

Eldritch wollte außerdem mit Steinman zusammenarbeiten, weil er seine Plattenfirma dazu bringen wollte, ihm ein möglichst großes Budget zur Verfügung zu stellen: „Einer der Gründe, warum ich Jim Steinman nahm, ist, wenn er der Plattenfirma sagt 'Wir wollen Chöre, und ihr müßt das sofort bezahlen' dann schieben sie einfach das Geld rüber. Wenn ich frage, heißt es sofort 'Was hat er wohl wirklich mit dem Geld vor?'“ Ann Scanlon: Bridge over Troubled Water. In: Sounds-Magazin vom 19. Dezember 1987, Seite 9.

Laut Boyd Steemson handelte der Chef von Warners A&R-Abteilung, Max Hole, für die Band ein 50.000 Pfund-Budget für This Corrosion aus: „Wir wußten, daß wir mit 'This Corrosion' etwas in der Hand hatten. Max ging in ein Meeting wegen eines Budgets von 50.000 Pfund. […] Die Plattenfirma sagte 'Also 50.000 Pfund, das ist doch nicht schlecht für ein Album', und Max sagte 'Nein, das brauchen wir für einen Song!'“

Aufnahmesessions New York 1987 Die Aufnahmen zu This Corrosion und Dominion/Mother Russia begannen im Januar 1987 in New York.

Steinman und Eldritch benutzten das Power Station Studio in Manhattan, wo sie mit dem Tontechniker Larry Alexander zusammenarbeiteten. Alexander: „Ich habe die beiden Jim Steinman-Tracks in der Power Station in New York aufgenommen und war am Ende auch Co-Produzent von 'Dominion/Mother Russia'.“ Information von Larry Alexander (11. September 2010).

Auf beiden Songs setzte Steinman sechs Background-Sänger Tawatha Agee, Brenda King, Curtis King, Holly Sherwood, Gina Taylor und Vaneese Thomas (laut offizieller Sisters-Webseite, Stand vom 7. Dezember 2000). und 40 Mitglieder der New York Choral Society ein. Eldritch: „Wir hatten einen Haufen Leute auf der Platte und machten damit einen Riesenlärm. So viele Leute hatten wir noch nie auf einer Platte. Warum? Keine Ahnung. Für uns war das damals eine gute Idee, daß vierzig Leute auf einmal singen. Ich hab keine Ahnung warum. […] Jedes Mal, wenn man denkt 'Sollen wir wirklich soweit gehen?' und zu Jim sagt 'Jim, bist du dir da sicher?', und jeder andere sagen würde 'Mach das nicht!', sagt Jim 'Noch mehr! Noch mehr! Mehr Leute, mehr Gesang!' Und es funktioniert.“Andrew-Eldritch-Fernsehinterview (Bingo-Musiksendung auf BRT 26. Februar 1988).

Laut Eldritch konzentrierte Steinman sich bei der Produktion größtenteils auf die Chorgesänge: „Man muß allerdings sagen, daß er weder zur Komposition noch zum Arrangement [der Songs] etwas beigetragen hat. […] Einer der Gründe, warum er nur die Hälfte von 'Dominion' produziert hat, ist, daß er sich kaum für Schlagzeug, Bass, Gitarren interessiert. Er beschäftigt sich eben mit Background-Stimmen und Chören.“

England 1987 Der Rest des Albums wurde in England aufgenommen.

Zuerst arbeitete Eldritch mit einem unbekannten Produzenten zusammen: „Ich hatte einen Produzenten, aber den mußte ich feuern. Deswegen habe ich alles selber gemacht, das war sehr anstrengend.“

Stattdessen rief Eldritch in New York an und engagierte Larry Alexander als Co-Produzenten: „Ich wurde dann eingeladen nach England zu kommen und den Rest des Albums zu koproduzieren. Ich glaube, das erste Studio hieß Strawberry StudiosStrawberry Recording Studios (3 Waterloo Road, Stockport SK1), 1993 geschlossen. in Manchester. Wir haben eine ganze Zeitlang dort gearbeitet und fuhren dann nach Bath in ein Studio namens The Wool Hall.The Wool Hall Studios (15 Castle Corner, Beckington, Bath BA11 6TA), 2004 geschlossen. Danach kamen die AIR Studios in London, AIR Studios (214 Oxford Street, London W1C 1DA), 1991 geschlossen und umgezogen nach Hampstead. wo wir die Endbearbeitung machten.“