Urs Joseph Flury (* 25. August 1941 in Bern) ist ein Schweizer Komponist.

Leben Urs Joseph Flury ist der Sohn des Solothurner Musiklehrers und spätromantischen Komponisten Richard Flury und seiner zweiten Ehefrau Rita Gosteli.Chris Walton: Richard Flury. The life and music of a Swiss romantic. Toccata Press, London 2017. Er bekam in seinem Elternhaus die ersten musikalischen Eindrücke.

Nach der Maturität absolvierte er das Violindiplom bei Walter Kägi am Konservatorium in Biel. Von 1961 bis 1967 war er Primgeiger des Flury-Quartetts, dem seine Mutter als zweite Geigerin, sein Vater als Bratschist und Jost Meier als Cellist angehörten. An den Universitäten Bern und Basel betrieb er Studien in Philosophie, Kunstgeschichte und Musikwissenschaft. Von 1965 bis 1968 besuchte er die Meisterklasse von Hansheinz Schneeberger in Basel und war Mitglied des Basler Kammerorchesters.

Nach Abschluss des Violindiploms war Flury während einiger Jahre Violinlehrer an den Stadtschulen Solothurn sowie Theorielehrer am Konservatorium Biel. 1968 wurde er als Violinlehrer an die Kantonsschule Solothurn gewählt. Von 1971 bis 2021 leitete er das Solothurner Kammerorchester, von 1970 bis 2016 das Orchestre du Foyer in Moutier.

Musik Flurys kompositorisches Schaffen steht in neuromantisch-impressionistischer Tradition, bewegt sich aber in einer eigenen Tonsprache. Es umfasst neben Kammermusik- und Orchesterwerken auch Instrumentalkonzerte, Lieder und Chorwerke. Daneben bemüht sich Flury intensiv um die Bearbeitung und Rekonstruktion wenig bekannter Kostbarkeiten und Raritäten aus vergangener Zeit. So hat er Kompositionen des Philosophen Jean-Jacques Rousseau, der Dichterin und Komponistin Annette von Droste-Hülshoff, des polnischen Freiheitshelden Andrzej Tadeusz Bonawentura Kościuszko, des Clowns und Musikers Adrien Wettach (Grock), des österreichischen Dramatikers Arthur Schnitzler und vieler anderer zur Aufführung gebracht.

Flurys Vorlass wird seit 2007 in der Zentralbibliothek Solothurn aufbewahrt und laufend ergänzt.Swisscollections, Systemnummer 991170427535405501.

Werk (Auswahl) Kammermusik Sonate für Violine solo Fantasie für Violine solo Variationen über «Es ist ein Ros’ entsprungen» für Violine solo 2 Suiten für Violine und Klavier Variationen für Klaviertrio Sonate und Variationen für Violine und Orgel Suite und Variationen für Violine und Viola Oboenquartett Bläserquintett

Orchesterwerke 3 Suiten Concerto di carnevale Die kleine Meerjungfrau (musikalisches Märchen nach H. C. Andersen) Fantasien über Weihnachtslieder für Orgel und Orchester Vineta (sinfonische Dichtung)

Instrumentalkonzerte Violinkonzert in D Concertino veneziano für Violine und Orchester Romanze für Violine und Orchester Cellokonzert Romantisches Klavierkonzert in a-Moll

Vokalwerke Lieder (auf Texte von Olga Brand, U. Tesche u. a.) Soledurner Wiehnechtsoratorium Hirten sind und Engel nah (Weihnachtskantate auf Gedichte von Olga Brand) 3 Messen Salve Regina

Auszeichnungen Urs Joseph Flury erhielt 1993 den Musikpreis des Kantons Solothurn und 2016 den Kunstpreis des Kantons Solothurn.

Literatur «Urs Joseph Flury – Biographische Notizen und Werkverzeichnis» in «Musik in Geschichte und Gegenwart». Bärenreiter-Verlag, ISBN 3-9522088-0-9.

Weblinks Website von Urs Joseph Flury – unter anderem mit ausführlichem Werkverzeichnis.

Einzelnachweise

Kategorie:Komponist klassischer Musik (20. Jahrhundert) Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1941 Kategorie:Mann