mini|Imran Khan (2023)
Imran Ahmad Khan Niazi (; ; * 5. Oktober 1952 in Lahore) ist ein pakistanischer Politiker und ehemaliger Cricketspieler. Von August 2018Ex-Kricket-Star ist Ministerpräsident. tagesschau.de, 17. August 2018Pakistans neuer Premier Imran Khan legt Amtseid ab t-online. de, 18. August 2018 bis April 2022 war er Premierminister Pakistans.
Vor seinem Eintritt in die Politik war Khan Kapitän der pakistanischen Cricket-Nationalmannschaft und gewann in dieser Funktion 1992 den Cricket World Cup für Pakistan. Dieser Erfolg ließ ihn zum Nationalhelden werden. Seit 1996 ist er Vorsitzender der Partei Pakistan Tehreek-e-Insaf (PTI), der Pakistanischen Bewegung für Gerechtigkeit. Er war Mitglied der Nationalversammlung Pakistans von 2002 bis 2007 und erneut zwischen 2013 und 2018. Bei der Parlamentswahl in Pakistan 2018 war er Spitzenkandidat seiner Partei für das Amt des pakistanischen Premierministers.
Nach seiner Neutralitätshaltung gegenüber der russischen Invasion in der Ukraine wurde Khan im April 2022 durch ein Misstrauensvotum im Parlament abgesetzt. Proteste gegen Khans Entlassung und die Unterdrückung seiner Partei erfassten danach das Land. Khan wurde im August 2023 zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, jedoch im selben Monat eine Freilassung Khans gerichtlich angeordnet. Seine Inhaftierung war in Pakistan weithin, auch von vielen Kritikern seiner Regierung, als Versuch des Militärs angesehen worden, seine Partei von der Teilnahme an bevorstehenden Wahlen abzuhalten. Ende Januar 2024, nur eine Woche vor der nächsten Wahl, wurde er dennoch an zwei aufeinanderfolgenden Tagen zu Haftstrafen von 10 und 14 Jahren verurteilt. Zwar wurden die Urteile aufgehoben, Khan erhielt jedoch mehrjährige Freiheitsstrafen in anderen Fällen. Die UN-Arbeitsgruppe gegen willkürliche Inhaftierungen und Amnesty International bewerteten die Verfahren als Willkür und politisch motiviert und forderten die Freilassung Khans.
Kindheit und Ausbildung Khan ist der Sohn von Shaukat Khanum und Ikramullah Khan Niazi, einem Bauingenieur, aus Lahore. Er wuchs als einziger Sohn der Familie zusammen mit vier Schwestern auf. Die in der Provinz Punjab beheimatete Familie entstammt dem paschtunischen Stamm Niazi, Unterstamm Sherman Khel, aus Mianwali. Er selbst bezeichnet seine Identität ebenfalls als paschtunisch, obwohl er mit diesem Volk nur entfernt verwandt ist, und bespricht diese Zugehörigkeit ausführlich in seinem Buch Warrior Race: A Journey Through the Land of the Tribal Pathans. Unter seinen Familienmitgliedern mütterlicherseits befinden sich eine Vielzahl von Cricketspielern, unter anderem seine Cousins Javed Burki (* 1938) und Majid Khan (* 1941), die beide Kapitäne der pakistanischen Nationalmannschaft waren.
Khan begann seine schulische Ausbildung am Aitchison College Lahore und an der Cathedral School in Lahore. Nach der Mittelschule ging er nach England und besuchte dort die Royal Grammar School in Worcester, an der er sich in Cricket auszeichnete. 1972 studierte er dann Politik und Wirtschaft am Keble College in Oxford und war 1974 Kapitän des Cricketteams von Oxford. The Oxford Student, 1999; abgerufen am 5. November 2007.
Cricket-Karriere
Das Debüt des sechzehnjährigen Khan im First-Class-Cricket in Lahore war eher unauffällig. Zu Beginn der 1970er spielte er für die Mannschaften seiner Heimatstadt: Lahore A (1969/70), Lahore B (1969/70), Lahore Greens (1970/71) und schließlich Lahore (1970/71).Imran Khan. CricketArchive; abgerufen am 5. November 2007. Khan war in den Saisons 1973 bis 1975 Spieler des Cricket-Teams von Oxford, 1974 war er Kapitän der Universitäts-Elf. In Worcestershire, wo er von 1971 bis 1976 County Cricket spielte, wurde er nur als durchschnittlicher Medium Pace Bowler eingeschätzt. In dieser Dekade spielte Khan auch für weitere Cricket-Teams, darunter Dawood Industries (1975/76) und Pakistan International Airlines (von 1975/76 bis 1980/81). 1983 ging er nach Sussex und spielte dort bis 1988. Overseas Pakistanis Foundation; abgerufen am 5. November 2007.
1971 gab Khan sein Debüt im Test Cricket gegen England in Birmingham. Drei Jahre später debütierte er in einem One-Day International, ebenfalls gegen England in Nottingham und nahm in der Folge am Cricket World Cup 1975 teil. Nach seinem Abschluss in Oxford und dem Ablauf seiner Anstellung in Worcestershire kehrte er 1976 nach Pakistan zurück und sicherte sich seit der Saison 1976/77 mit den Spielen gegen Neuseeland und Australien einen permanenten Platz in seiner Nationalmannschaft.
mini|links|Khans Bowling-Statistik im Test Cricket für Verlauf seiner gesamten Cricket-Karriere von 1971 bis 1992.
Nach den Spielen in Australien besuchte er die West Indies Cricket-Mannschaft, wo er Tony Greig traf, der ihn für Kerry Packers World Series Cricket unter Vertrag nahm. Unter der Obhut von John Snow und Mike Procter änderte er seinen Bowling-Stil vom speerwurfartigen Bewegungsablauf der frühen 1970er zu einer seitwärts gerichteten Haltung, bei der Brust und Hüfte zum Zeitpunkt des Ballwurfes einen Winkel von 90 Grad zum Batsman bilden. Sein Ruf als einer der Bowler mit dem härtesten Wurf der Welt entstand, als er 1978 mit 139,7 km/h den dritten Platz eines Fast-Bowling-Wettbewerbs in Perth hinter Jeff Thomson und Michael Holding, aber noch vor Dennis Lillee, Garth Le Roux und Andy Roberts belegte. Compare Infobase; abgerufen am 5. November 2007
Khan erreichte das All-rounders triple (3.000 Runs und 300 Wickets) in 75 Tests, das ist die zweitbeste Anzahl nach Ian Botham, der dafür 72 Tests benötigte. Er hält weiterhin die zweitbeste Batting Average von 61,86Best averages by batting position. Cricinfo; abgerufen am 5. November 2007 als Batsman auf der Position 6 der Schlagreihenfolge in Test Matches. Im Januar 1992 spielte er gegen Sri Lanka in Faisalabad sein letztes Test Match für Pakistan. Sein letztes One-Day International war das historische Finale des Cricket World Cup 1992 gegen England in Melbourne, das als Krönung von Khans Karriere angesehen werden kann.
Khan beendete seine Karriere mit 88 Test Matches, 126 Innings und 3807 erreichten Runs (entsprechend einer Batting Average von 37,69), darunter sechs Centuries und 18 Half-centuries. Sein Highest Score ist 136 Runs. Als Bowler in Test Matches hat er 362 Wickets erzielt und ist damit der erste Pakistaner und der vierte Bowler überhaupt, der diese Anzahl erreichte. In ODIs ist sein Best Bowling 6 Wickets für 14 Runs. Khan zog sich im September 1992, also sechs Monate nach dem World-Cup-Finale 1992, dauerhaft aus dem Cricket zurück.Nigel Farndale: Imran Khan is ready to become political force. The Sunday Telegraph, 14. August 2007. Abgerufen am 5. November 2007.
Die Zeit als Kapitän der pakistanischen Nationalmannschaft Auf dem Höhepunkt seiner Karriere im Jahre 1982 löste der dreißigjährige Khan Javed Miandad als Kapitän der pakistanischen Cricket-Nationalmannschaft ab. In dem zweiten Spiel der pakistanischen Mannschaft mit dem Kapitän Khan führte er sie zu ihrem ersten Sieg seit 28 Jahren auf englischem Boden, im Lord’s.Imran: Wrong time to tour. BBC; abgerufen am 5. November 2007
Khans erstes Jahr als Kapitän war der Grundstein für seinen Ruf als Fast Bowler und als All-rounder. Er erreichte 1981/82 das beste Best Bowling seiner Karriere in Test-Matches mit acht Wickets für 58 Runs gegen Sri Lanka in Lahore. 1982 führte er mit 21 Wickets und einer Batting Average von 56 sowohl die Bowling- als auch die Batting-Statistik in einer Serie von drei Test-Matches gegen England an. Später in diesem Jahr zeigte er mit 40 Wickets und einer Bowling Average von 13,95 in sechs Test-Matches eine hoch anerkannte Leistung in einer Heim-Serie gegen die starke Indische Cricket-Nationalmannschaft. Am Ende dieser Serie 1982/83 hat Khan nach einem Jahr als Kapitän in 13 Test-Matches 88 Wickets erzielt.
Die Test-Serie gegen Indien führte jedoch bei Khan zu einer Stressfraktur in seinem Schienbein, die ihn für mehr als zwei Jahre vom Cricket abhielt. Erst eine neuartige Behandlung, die von der pakistanischen Regierung finanziert wurde, führte zu seiner Genesung und so konnte er Ende 1984 ein erfolgreiches Comeback im internationalen Cricket in der letzten Hälfte der Saison 1984/85 feiern.
1987 führte Khan seine pakistanische Mannschaft zu ihrem ersten Sieg in einer Test-Serie in Indien, auf den der erste pakistanische Sieg in England im selben Jahr folgte. Während der 1980er erzielte seine Mannschaft außerdem drei achtbare Unentschieden gegen die West Indies. Indien und Pakistan richteten 1987 gemeinsam den Cricket World Cup aus, aber keine der beiden Mannschaften kam über das Halbfinale hinaus. Am Ende des World Cups zog sich Khan vom internationalen Cricket zurück. 1988 wurde er vom Präsidenten von Pakistan, General Mohammed Zia ul-Haq, gebeten, die Rolle des Kapitäns wieder zu übernehmen, und am 18. Januar 1988 gab er seine Entscheidung bekannt, wieder in die Mannschaft zurückzukehren.
Kurz nach seiner Rückkehr als Kapitän führte er Pakistan durch eine siegreiche Tour in die West Indies, an die er sich als seinen stolzesten Augenblick im Cricket erinnert. Er erreichte 23 Wickets in 3 Test-Matches und wurde zum Spieler der Serie 1988 gegen die West Indies ernannt. Später erinnert er sich: „Ich war 35 und nicht sehr fit, wir hatten eine recht schwache Mannschaft, und dann erzielte ich 11 Wickets im ersten Test. Das war das letzte Mal, dass ich wirklich gut gebowlt habe.“ Als Kapitän spielte Khan insgesamt 48 Test-Matches, davon wurden 14 von Pakistan gewonnen, 8 wurden verloren und die restlichen 26 gingen unentschieden aus. Er spielte weiterhin 139 ODIs mit 77 Siegen, 57 Niederlagen und einem Unentschieden.
Gewinn des World Cups Der Höhepunkt von Khans Karriere als Kapitän und Cricketspieler kam, als er Pakistans Nationalmannschaft 1992 zum Sieg des ICC Cricket World Cups in Australien und Neuseeland führte. Da seine Mannschaft nur über eine schwache Schlag-Aufstellung verfügte, pries Khan sich selbst als Batsman an, um der Aufstellung zusammen mit Javed Miandad eine Stabilität zu geben. Dementsprechend waren seine Beiträge als Bowler in diesem Spiel minimal. Im letzten Spiel, im Alter von 39 Jahren, erzielte Khan von allen pakistanischen Batsmen die höchste Anzahl an Runs und nahm das letzte Wicket zum Sieg selbst. So konnte die pakistanische Cricket-Nationalmannschaft im Melbourne Cricket Ground das Finale gegen England mit 22 Runs für sich entscheiden.
Kontroversen Der Batsman Allan Lamb sowie der ehemalige englische Kapitän und legendäre All-rounder Ian Botham behaupteten, dass Khan sie im indischen Magazin India Today als „rassistisch, ungebildet und ohne Klasse“ bezeichnet habe. Khan setzte sich zur Wehr und entgegnete, dass er falsch zitiert worden sei. Er habe sich nur verteidigt, nachdem er einmal zugegeben hatte, in einem County Match 18 Jahre zuvor einen Ball manipuliert zu haben.Botham, Lamb end legal battle. BBC; abgerufen am 5. November 2007.
1994 gab Khan zu, dass er während Test-Matches „gelegentlich die Seite des Balls aufgeraut und die Naht angehoben“ habe. Er fügte hinzu: „Nur einmal habe ich ein Objekt verwendet. Als ich 1981 mit Sussex gegen Hampshire spielte, ließ sich der Ball überhaupt nicht anschneiden. Ich ließ mir vom 12. Mann einen Kronkorken bringen und anschließend flatterte der Ball sehr viel“.Cricket’s sharp practice. BBC; abgerufen am 5. November 2007. Khan gewann den Prozess, den der Richter als „Übung in Sinnlosigkeit“ bezeichnete, mit einer Mehrheitsentscheidung der Jury von 10:2.
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