mini|Satellitenaufnahme des Brandes vom 22. Oktober 2007 mini|Waldbrand in Santa Clarita, Kalifornien, Oktober 2007 Die Waldbrände in Südkalifornien 2007 waren eine Serie von achtzehn Waldbränden in Südkalifornien, die am 20. Oktober bei Malibu im US-Bundesstaat Kalifornien ihren Anfang nahm und 19 Tage andauerte. Insgesamt sind 2800 km² Fläche verbrannt, mehr als 1500 Häuser und zehn Personen wurden Opfer der Flammen, mehr als siebzig Personen wurden verletzt. Die Sachschadenshöhe betrug mehr als eine Milliarde US-Dollar. Im Verlauf entstanden zahlreiche Brandherde.
Die Gründe für den Ausbruch der Brände sind unterschiedliche. Manche der Feuer entstanden durch menschlichen Einfluss. Einige der Feuer wurden durch Elektrizitätsleitungen ausgelöst, die den Belastungen durch die starken Winde nicht standhielten, und mindestens ein Feuer wurde gelegt. Ein Feuer wurde durch einen umgestürzten Sattelzug entzündet, und in einem weiteren Fall wurde durch die Staatspolizei ein der Brandstiftung Verdächtigter vor Ort erschossen.
Nach Behördenangaben wurden etwa 900.000 Personen durch das Feuer zum Verlassen ihrer Wohnungen gezwungen. Die Evakuierungen waren die umfangreichsten in der Geschichte Kaliforniens.
Gründe für die rasche Ausbreitung der Waldbrände war eine lang anhaltende Dürreperiode in Südkalifornien, das warme Wetter und außerordentlich starke Santa-Ana-Winde, die in Böen bis zu 140 km/h erreichten. Betroffen waren sieben Countys, die sich von der mexikanischen Grenze bis nördlich von Los Angeles erstrecken. Über die Countys San Diego, Los Angeles, Ventura, Orange, San Bernardino, Santa Barbara und Riverside verhängte der Gouverneur Kaliforniens, Arnold Schwarzenegger den Ausnahmezustand, und der amerikanische Präsident George W. Bush erklärte Kalifornien zum Katastrophengebiet, wodurch Bundeshilfen freigegeben wurden und durch die Federal Emergency Management Agency die Koordination der Hilfsmaßnahmen übernommen wurde. Auf dem Höhepunkt der Waldbrände waren über 6000 Feuerwehrleute im Einsatz, die durch Einheiten der Streitkräfte der Vereinigten Staaten und der Nationalgarde der Vereinigten Staaten unterstützt werden.
Einzelfeuer Insgesamt wurden bis zum Sonntag, dem 28. Oktober, mehr als 2800 km2 ein Raub der Flammen, das sind fast 0,7 Prozent der Gesamtfläche Kaliforniens. Der Sachschaden betrug allein im San Diego County mehr als eine Milliarde US-Dollar.
San Diego County mini|Aktive Waldbrände nach NOAA (Angaben vom 23. Oktober 2007) mini|Verbreitung der Feuer am 23. Oktober 2007. (Dopplerradardarstellung) Im San Diego County brannten die beiden größten Einzelfeuer. Das größte, das Witch-Creek-Feuer verbrannte eine große Fläche nördlich und nordöstlich von San Diego. Das zweitgrößte, das Harris-Feuer betraf ein Gebiet nordwestlich der mexikanischen Grenze bei San Diego. Die Behörden befürchteten, dass die Brände die Schäden des Cedar Fire des Jahres 2003 übertreffen würden. durch das seinerzeit 1134 km2 Land und 2820 Gebäude abbrannten und 15 Personen getötet worden waren, bevor es am 3. November 2003 eingedämmt wurde. Zu dem Zeitpunkt handelte es sich dabei um das größte Feuer in der aufgezeichneten Geschichte Kaliforniens.
Die Bewohner unterlagen, abhängig von der vorausgesagten Ausbreitung der Feuer, teilweise einer verbindlichen und teilweise einer freiwilligen Evakuierung. Die Anwohner wurden teilweise durch Lautsprecherwagen und teilweise durch automatisierte Telefonanrufe informiert.
Nach zwei Tagen Dauer der Waldbrände war für etwa eine halbe Million Menschen in mindestens 346.000 Häusern eine obligatorische Evakuierung angeordnet, was somit eine der größten Evakuierungen in der Geschichte der Region war. Die Menschen wurden unter anderem im Qualcomm Stadium gesammelt, aber auch in vielen Schulen, Behördeneinrichtungen und Kirchen in der Region. Die Notunterkünfte wurden durch das Amerikanische Rote Kreuz betrieben.
Die meisten öffentlichen Schulen und Universitäten im Raum San Diego waren geschlossen, viele Wirtschaftsbetriebe ebenfalls. Um sicherzustellen, dass die Straßen für Einsatzfahrzeuge frei blieben, forderte der Bürgermeister von San Diego, Jerry Sanders, die Einwohner auf, zu Hause und innerhalb der Häuser zu bleiben.
Am 23. Oktober wurden einige Evakuierungen wieder aufgehoben, was etwa 50.000 Bewohnern von Del Mar, Chula Vista, und Poway sowie zweier Stadtteile San Diegos die Rückkehr in ihre Häuser ermöglichte.
Mehrere Hauptstraßen waren wegen des Feuers und der Rauchentwicklung nicht befahrbar. Am 22. Oktober wurde die Interstate 15 zwischen den Kreuzungen mit der California State Route 78 und der California State Route 56 gesperrt. Am 24. Oktober erzwang das Horno-Feuer die Sperrung der Interstate 5 und die Einstellung der Amtrak-Verbindungen zwischen Oceanside und San Clemente. Der Verkehr wurde von der Interstate 5 auf die inzwischen wieder offene Interstate 15 umgeleitet.
Die vier großen Feuer im San Diego County verbrannten vom 21. Oktober an nahezu 1200 km2 und zerstörten oder beschädigten mehr als 1350 Wohnhäuser und 100 Gewerbebetriebe.
+Übersicht der Brände im San Diego County Bezeichnung Zeit des Ausbruches Verbrannte Fläche Zerstörte Bauwerke Verletzte Eindämmung Witch Creek 21. Oktober, 11:00 Uhr 801 km2 1040 Wohnhäuser414 Nebengebäude239 Fahrzeuge70 beschädigte Wohnhäuser25 beschädigte Nebengebäude 2 Tote39 Feuerwehrleute2 Zivilisten 100 % Harris 21. Oktober, 9:30 Uhr 366 km2 206 Wohnhäuser252 Nebengebäude253 beschädigte Bauwerke 5 Tote34 Feuerwehrleute21 Zivilisten 100 % Poomacha 23. Oktober, 3:13 Uhr 203 km2 143 Wohnhäuser77 Nebengebäude 21 Feuerwehrleute 100 % Horno/Ammo 24. Oktober 85,3 km2 6 Feuerwehrleute 100 % Rice 22. Oktober, 4:16 Uhr 36,4 km2 206 Wohnhäuser2 kommerzielle Bauten40 Nebengebäude 5 Feuerwehrleute 100 % McCoy 21. Oktober 1,21 km2 1 Wohnhaus1 Nebengebäude 100 % Coronado Hills 22. Oktober, 1:50 Uhr 1,01 km2 2 Nebengebäude 100 % am 22. Oktober Wilcox 23. Oktober 0,4 km2 100 % Datenquelle: California Department of Forestry and Fire Protection
Witch-Creek-Feuer mini|Vom Rauch erfüllter Sonnenaufgang (22. Oktober) mini|Die von Rauch erfüllte Skyline von San Diego bei Sonnenaufgang (23. Oktober) Das Witch-Creek-Feuer war der größte Einzelwaldbrand in Südkalifornien im Oktober 2007 und verursachte die Evakuierung von Hunderttausenden, fast auf den Tag genau vier Jahre nach dem Cedar Fire.
Das Feuer hatte seinen Ursprung im Witch Creek Canyon bei Santa Ysabel und breitete sich rasch bis nach Ramona, Rancho Bernardo, Poway und Escondido aus. Aus der Umgebung des San Pasqual Valley wurden Windspitzen von mehr als 160 km/h gemeldet. Von dort sprang das Feuer über den Interstate 15 und setzte sich nach Westen fort, wo es wesentliche Schäden in Lake Hodges, 4S Ranch, Del Dios und Rancho Santa Fe verursachte.
Starke Santa-Ana-Winde trieben das Feuer in westlicher Richtung auf die Küste zu. Der Sheriff des San Diego Countys befürchtete, dass das Feuer folgenschwerer sein werde, als der Brand des Jahres 2003. Zwar wurden viele Gemeinden an der Küste evakuiert, doch drehende Winde hielten das Feuer davon ab, diese Gebiete direkt zu gefährden.
Alle Einwohner südlich des Del Dios Highway, nördlich der California State Route 56, westlich des Interstate 15 und östlich des Interstate 5 wurden angewiesen, das Gebiet zu verlassen. Am Abend des 22. Oktober empfahl die Stadtverwaltung von Del Mar allen Einwohnern die Evakuierung. Die Evakuierung wurde auch für Scripps Ranch angeordnet und auch die Mesa Grande Indian Reservation wurde wegen des Witch-Feuers evakuiert. Den Einwohnern des Indianerreservats Barona wurde ebenfalls empfohlen, das Gebiet zu verlassen. Etwa um 1:00 Uhr am 23. Oktober brach in der Nähe von Wildcat Canyon südlich des Reservates ein Feuer aus. Dort wurden 2003 während des Cedar-Feuers viele Häuser zerstört und mehrere Menschen getötet. Die Einwohner von Wildcat Canyon und Muth Valley wurden zum Verlassen ihrer Häuser aufgefordert, und die Zufahrtsstraße wurde geschlossen. Um 21:50 Uhr wurde auch die Evakuierung von Julian angeordnet. Die Stromversorgung und das Telefonnetz waren innerhalb des Ortes wegen des Brandes außer Betrieb.
Harris-Feuer
mini|Luftaufnahme des Harris-Feuers vom 23. Oktober (12:05 Uhr Ortszeit) Von seinem Entstehungspunkt an der Harris Ranch Road bei Potrero entwickelte sich das Harris-Feuer in nordwestlicher Richtung. Am 23. Oktober erreichte das Feuer den östlichen Bereich von Chula Vista. Eine Reihe von Gemeinden wurde evakuiert und die Evakuierten wurden in einer nahegelegenen High School untergebracht. Ein 52 Jahre alter Mann wurde in Potrero auf seinem Grundstück getötet und vier Arbeitsmigranten fielen dem Feuer in der Nähe der mexikanischen Grenze zum Opfer. Mehr als 1200 Feuerwehrleute waren an der Bekämpfung dieses Feuers beteiligt.
Durch das Harris-Feuer wurde auch der Norden Mexikos in der Nähe der Stadt Tecate in Mitleidenschaft gezogen, siehe Baja California.
Andere Brände mini|Das Feuer am Palomar Mountain (Aufnahme von Temecula aus mit Blick nach Süden) Das Ammo-Feuer brannte in der Nähe von Las Pulgas und der Basilone Road.
Das Wilcox-Feuer begann bei Santa Margarita hinter dem Marine Corps Air Station Camp Pendleton.
Das Horno-Feuer verbrannte eine Fläche von 85 km2 in der Nähe der Kreuzungen der Basilone Road mit der Canyon Road bei Las Flores.
Das Poomacha- oder Mt.-Palomar-Feuer entwickelte sich im La Jolla Indianerreservat aus einem Gebäudebrand und griff dann zunächst auf Palomar Mountain über, wo es sich mit dem Witch-Feuer verband und dann auf die Agua Tibia Wilderness. Dieses war der letzte der im Oktober entstandenen südkalifornischen Waldbrände, der unter Kontrolle gebracht werden konnte. Erst am 9. November meldeten die Behörden die Eindämmung des Feuers.
Das Rice-Canyon-Feuer brach am frühen Morgen des 22. Oktobers im Rice Canyon in der Nähe von Fallbrook aus. Der Weg des Feuers war zunächst westwärts gerichtet, aber am 26. Oktober drehte sich der Wind und wurde anlandig.
Das Coronado-Hills-Feuer entstand bei San Marcos und brannte südlich der California State University, San Marcos.
Das El-Capitan-Feuer war ein kurzlebiger Brand, der die Vegetation in der Nähe des Wasserspeichers El Capitan nördlich von Alpine vernichtete, dann aber wegen des Mangels an brennbarem Material von selbst ausging.
Das McCoy-Feuer hatte seinen Brandherd in der Nähe des Stützpunktes der Forstverwaltung am Cuyamaca Mountain. Es vernichtete ein Bauwerk in Pine Hills; eine Fläche von 1,6 km2 war von diesem Feuer betroffen.
Los Angeles County und Ventura County +Übersicht der Brände im Los Angeles County und im Ventura County Bezeichnung Zeit des Ausbruches Verbrannte Fläche Zerstörte Bauwerke Verletzte Eindämmung Ranch (Castaic / Piru) 20. Oktober um 21:42 Uhr 236 km2 1 Haus9 Nebengebäude 100 % Buckweed 21. Oktober um 12:55 Uhr 155 km2 63 3 Zivilisten1 Feuerwehrmann 100 % Canyon 21. Oktober um 4:50 Uhr 18,5 km2 22 3 100 % Magic 22. Oktober um 14:17 Uhr 11,4 km2 100 % Meadowridge 23. Oktober um 12:30 Uhr 0,162 km2 100 % Nightsky 21. Oktober um 10:35 Uhr 0,1 km2 100 % October 22. Oktober um 10:40 Uhr 0,1 km2 3 Wohntrailer 100 % Datenquelle: California Department of Forestry and Fire Protection mini|Santa Clarita in der Nacht vom 21. Oktober 2007 mini|Das sog. Magic Fire am Vergnügungspark Magic Mountain am 22. Oktober 2007 Das Buckweed-Feuer löste weitgehende Evakuierungen aus. Von diesem Brandherd nördlich von Santa Clarita waren Agua Dulce und Canyon Country betroffen. Das Feuer war durch das Zündeln eines Kindes mit Streichhölzern ausgelöst worden.
Das Canyon-Feuer in der Umgebung von Malibu (Kalifornien), insbesondere im Malibu Canyon war der erste der südkalifornischen Waldbrände dieses Jahres, der landesweit ein deutliches Medieninteresse hervorrief. das Feuer vernichtete auch zwei Sehenswürdigkeiten Malibus: Castle Kashan und das Kirchengebäude der Presbyterianer.