mini|Der Kreis Znin in den Grenzen von 1887 bis 1919
Der Kreis Znin war von 1887 bis 1919 ein preußischer Kreis im Regierungsbezirk Bromberg der Provinz Posen. Er lag im nordöstlichen Teil der Provinz, Kreisstadt war Znin. Das ehemalige Kreisgebiet gehört heute größtenteils zum Powiat Żniński in der polnischen Woiwodschaft Kujawien-Pommern.
Vorgeschichte Der Ostteil des späteren Kreisgebiets mit der Stadt Znin gehörte nach der Ersten Teilung Polens von 1772 bis 1807 zum Netzedistrikt in der preußischen Provinz Westpreußen, während der Westen des späteren Kreisgebietes nach der Zweiten Teilung Polens von 1793 bis 1807 zur preußischen Provinz Südpreußen gehörte. Nach dem Frieden von Tilsit kam das gesamte Gebiet 1807 zum Herzogtum Warschau, fiel aber nach dem Wiener Kongress am 15. Mai 1815 erneut an das Königreich Preußen und kam zum Regierungsbezirk Bromberg in der Provinz Posen.
Verwaltungsgeschichte Am 1. Oktober 1887 fand in der Provinz Posen eine umfassende Kreisreform statt, bei der unter anderem der neue Kreis Znin eingerichtet wurde. Zum Kreis kamen vom Kreis Mogilno die Stadt Rogowo, der Polizeidistrikt Rogowo sowie vom Polizeidistrikt Pakosch die Landgemeinden Friedrichswalde, Klein Laski und Piastowo vom Kreis Schubin die Städte Gonsawa und Znin sowie der Polizeidistrikt Znin vom Kreis Wongrowitz die Stadt Janowitz sowie der größte Teil der beiden Polizeidistrikte Janowitz und Juncewo. Sitz des Landratsamtes wurde die Stadt Znin.
Am 27. Dezember 1918 begann in der Provinz Posen der Großpolnische Aufstand der polnischen Bevölkerungsmehrheit gegen die deutsche Herrschaft, und bereits am 18. Januar 1919 war die Kreisstadt Znin unter polnischer Kontrolle. Am 16. Februar 1919 beendete ein Waffenstillstand die polnisch-deutschen Kämpfe, und am 28. Juni 1919 trat die deutsche Regierung mit der Unterzeichnung des Versailler Vertrags den Kreis Znin auch offiziell an das neu gegründete Polen ab.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1890 31.568 1900 35.857 1910 40.210 Von den 31.568 Einwohnern im Jahr 1890 waren 82 % Polen, 15 % Deutsche und 3 % Juden. Ein Teil der deutschen Einwohner verließ nach 1919 das Gebiet.
Landräte 1887–1896Karl von Davier (1853–1936) 1896–1909Carl von Peistel (1862–1930) 1909–1917Eugen Naumann (1874–1939) 1917–1920Franz Erich Schüler
Städte und Gemeinden Vor dem Ersten Weltkrieg umfasste der Kreis Znin die folgenden Städte und Landgemeinden: Adlig Ochodza Annowo Bialozewin Bielau Biskupin Boschwitz Bozacin Bozejewiczki Brudzin Brzyskorzystew Budzislaw Cegielnia Cerekwica Coton Dochanowo Drewno Dziewierzewo Eitelsdorf Eitelsdorf Friedrichshöhe Friedrichswalde Galenschweo Galensewko Galenzewo Geistlich Chomionza Glowy GodawyGogulkowo Gonsawa, Stadt Gontsch Gora Gorzyce Goscieszyn Goscieszynek Hermannshof Jadownik Janowitz, Stadt Janowitz Ost Januszkowo Jaroszewo Jeziora Johannisgrün Juncewo Kaczkowo Klein Laski Koldromb Komratowo Komsdorf Königlich Grochowiska Kornthal Kwasuty Laßkirch Lubcz LysininMarcinkowo dolne Marcinkowo gorne Marienfeld Miastowitz Miniszewo Mittelwalde Murczyn Narajewo Neitwalde Obersee Obiecanowo Obudno Ocwieka Osno Ottensund Piastowo Pniewy Podgorzyn Podobowitz Poslugowko Poslugowo Retsch Rettschütz Roggenau Rogowo, Stadt Rom RosalinowoRusiec Rydlewo Ryszewko Ryszewo Sarbinowko Sarbinowo Sartschin Schwichowo Sielec Hufen Skarbiniec Skorken Slabomierz Slembowo Stawek Sulinowo Szelejewo Tonndorf Venetia Weldin Welna Wiesensee Wiktorowo Woycin Wybranowo Zalesie Zerniki Znin, Stadt Zum Kreis, der 1910 eine Fläche von 740 km² besaß, gehörten außerdem zahlreiche Gutsbezirke. Die Landgemeinden und Gutsbezirke waren in Polizeidistrikten zusammengefasst.
In der Zeit nach 1900 wurden mehrere Ortsnamen eingedeutscht: Bialozewin → Bialoschewin (1901) Brzyskorzystew → Birkenfelde (1907) Dziewierzewo → Lindenbrück (1905) Goscieszyn → Goscheschin (1903/08) Goscieszynek → Goscheschinek (1903/08) Januszkowo → Januschkowo (1901) Jaroszewo → Jaroschewo (1907) Kaczkowo → Katschkowo (1903/08) Lubcz → Lubtsch (1908) Miniszewo → Minchau (1903/08) Murczyn → Murtschin (1901) Osno → Oschnau (1901) Podgorzyn → Podgorschin (1903/08) Podobowitz → Podau (1906) Poslugowo → Poslau (1907) Ryszewko → Ryschewko (1903/08) Ryszewo → Ryschewo (1903/08) Skarbiniec → Skarbinitz (1908) Szelejewo → Schelejewo (1901/02) Zerniki → Herrnkirch (1903/08)
Siehe auch Landkreis Dietfurt (Wartheland), während des Zweiten Weltkriegs im besetzten Polen eingerichteter Landkreis
Literatur Königlich Preußisches Statistisches Landesamt: Gemeindelexikon der Regierungsbezirke Allenstein, Danzig, Marienwerder, Posen, Bromberg und Oppeln. Auf Grund der Volkszählung vom 1. Dezember 1910 und anderer amtlicher Quellen. Berlin 1912, Heft V: Regierungsbezirk Bromberg, S. 70–75, Kreis Znin.
Weblinks Kreis Znin (Territorial.de)
Einzelnachweise
Znin Kategorie:Powiat Żniński Znin Kategorie:Aufgelöst 1919