Christian Tangermann (* 1769 in Groß Quenstedt bei Halberstadt;Geburtsjahr und -ort nach eigener Angabe in seiner Autobiografie (Reimar F. Lacher: Künstler(auto)biografien. In: Berliner Klassik. Eine Großstadtkultur um 1800.)Geburtsdatum 1769 in Sterbeurkunde: Jerusalem-Gemeinde Berlin, Totenbuch 1826–1831, Seite 198. In: Ancestry.com. Deutschland, ausgewählte evangelische Kirchenbücher 1500–1971 † 24. Mai 1830 in Berlin) war ein deutscher Porträtmaler.

mini|hochkant|Bildnis eines schreibenden Herrn im Pelz, 1809 mini|hochkant|Friedrich Wilhelm III., Miniaturporträt, um 1815

Leben Tangermann war der Sohn eines Kleinbauern und Schuhmachers aus Groß Quenstedt. Trotz seines Interesses an einer künstlerischen Ausbildung, begann er aufgrund fehlender finanzieller Mittel und auf Wunsch des Vaters eine 3-jährige Schuhmacherlehre in Halberstadt. Nach seiner Lehrzeit wanderte Tangermann zunächst nach Magdeburg und anschließend nach Berlin, wo er neben seiner Tätigkeit als Schuhmacher bei dem Maler HeybaumHeybaum oder Heybom war ein Berliner Maler, der an den Akademieausstellungen 1791 und 1793 Blumenstücke in Aquarell zeigte. Zeichenunterricht erhielt. Um einen Ausbildungsplatz an der Königlichen Akademie der bildenden Künste und mechanischen Wissenschaften zu Berlin zu bekommen, nahm er 1786 Kontakt zum Akademierektor, Maler und Radierer Johann Christoph Frisch auf und erhielt nach Vorlage einiger Kopien von dessen Werke Unterricht bei Heinrich Gottlieb Eckert. Die anschließende Stelle als Zeichenlehrer an einer Schule ermöglichte ihm die Aufgabe seines Handwerksberufes. In dieser Zeit erhielt er vermehrt Aufträge für Porträtgemälde. Um 1807 bis 1809 ist Tangermann in St. Petersburg und um 1812 in Wien nachweisbar. Von 1793 bis 1822 war er auf den Akademieausstellungen in Berlin vertreten und Mitglied im 1814 gegründeten Berlinischen Künstler-Verein.

Christian Tangermann malte Porträts in Öl und Pastell, arbeitete aber vor allem als Miniaturmaler.

Christian Tangermann war mit Sophie Elisabeth Hennig verheiratet. Die einzige Tochter, Pauline Henriette Ernestine (1815–1888), heiratete den Architekten Gustav Stier.Neue Kirche Berlin, Heiraten 1830–1847, Seite 122. In: Ancestry.com. Deutschland, ausgewählte evangelische Kirchenbücher 1500–1971

Werke Domherr Friedrich Wilhelm Graf von Schlabrendorf, 1794 Bildnis eines schreibenden Herrn im Pelz, 1809 Gerhard von Scharnhorst, Miniaturporträt, 1812 Prinz Carl von Preußen als Vierzehnjähriger, 1815 (im Schloss Glienicke, Berlin) Friedrich Wilhelm III., Miniaturporträt, um 1815 Prinz Albrecht von Preußen, 1815 Carl Heinrich Albert Bietz (Berliner Arzt), 1821 Frau Prediger Bietz, geb. von Barnewitz, 1826

Literatur

Reimar F. Lacher: Künstler(auto)biografien. In: Berliner Klassik. Eine Großstadtkultur um 1800. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, 2005, S. 73 ff.

Einzelnachweise

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