Beim Ascona A handelt es sich um die erste Generation des Ascona, eine Mittelklasse-Baureihe von Opel, zu der auch das Coupé Manta A gehört. Er hatte keinen wirklichen Vorgänger, ersetzte aber mit Olympia, Kadett LS und Kadett 1700 S Varianten des Opel Kadett B, die im Juli 1970 aus dem Programm genommen wurden. Den Ascona hatte man zwischen Kadett und Rekord positioniert, er zielte vor allem auf Aufsteiger vom KadettWerner Oswald Deutsche Autos 1945–1990 und sein wichtigster Konkurrent war der Ford Taunus. Das geradlinige, schnörkellose Design schuf der Opel-Chefdesigner Chuck Jordan.

Die Produktion des Ascona A begann September 1970, seine Vorstellung erfolgte dann im November auf dem Turiner Autosalon und er blieb bis Juli 1975 in Produktion, wobei 691.438 Wagen in Bochum und AntwerpenBernd Tuchen: Opel der Zuverlässige, Drei Jahrzehnte Opel-Werbung. Heel Verlag GmbH, Königswinter 2005, ISBN 3-89880-426-7, S. 9. vom Band liefen.

Debüt 1970 mini|Karosserievarianten des Ascona A. Strichillustration Entwicklung Der Ascona weist eine ungewöhnliche Entstehungsgeschichte auf: Opel plante ihn als Kadett-Nachfolger und beschloss erst während der Entwicklung eine völlig neue Modellreihe. Der Kadett B blieb daraufhin im Programm und wurde erst 1973 abgelöst. Die Ursache dafür lag bei der Konkurrenz. Als der Opel-Vorstand nach Erscheinen des Capri die große Resonanz beim Publikum sah und eine Limousine mit dem gleichen Chassis erahnen konnte, beschloss er im Frühjahr 1969, dem eine neu geschaffene Fahrzeuggröße entgegenzusetzen.

Der Werbeslogan lautete zunächst: Opel Ascona. Der Außenseiter. Dann folgte: Opel Ascona. Mit jedem Kilometer wächst die Freundschaft.Bernd Tuchen: Opel der Zuverlässige, Drei Jahrzehnte Opel-Werbung. Heel Verlag GmbH, Königswinter 2005, ISBN 3-89880-426-7, S. 122.

Limousine mini|Ascona Normalausführung mini|Ascona Luxus mini|Luxus-Grill an einem umgebauten Ascona Den Ascona gab es als zwei- und viertürige Limousine, wobei letztere in Deutschland wenig Kunden fand. Beide konnten in Normal- oder Luxusausführung mit allen Motorisierungen kombiniert werden. Das Einstiegsmodell kostete 7.365 DM.

Ursprünglich konnte man die Luxus-Ausstattung daran erkennen, dass der Kühlergrill und die quadratischen Scheinwerferzierblenden aus blank poliertem Aluminium bestanden. Bei der Normalausführung trugen beide schwarzen Lack, wobei der Kühlergrill einen alufarbenen Rahmen und einen ebensolchen Mittelsteg behielt. Weil der Trend hin zum schwarzen Kühlergrill ging, entfiel dieser Unterschied bereits im August 1971.

Generell war der Ascona im Vergleich zu Importwagen spartanisch ausgestattet; so kosteten heizbare Heckscheibe, elektrische Scheibenwaschanlage, Verbundglas-Frontscheibe oder Gürtelreifen auch im Falle der Luxusausstattung Aufpreis. Diese bot für 600 DM Mehrpreis im Wesentlichen Stoffpolster, Teppichboden, Zeituhr, Zigarrenanzünder, Beleuchtungen für Motorraum, Handschuhfach und Kofferraum, Handbremswarnleuchte, zusätzliche Chromleisten, Zierringe um die Radkappen sowie beim Zweitürer ausstellbare Heckfenster. Bei der Normalausführung gab es neben Tachometer und Kombiinstrument nur einen Blinddeckel.

Voyage mini|Ascona Voyage mini|Heruntergekommener Ascona Voyage mini|Fahrzeugtuning am Ascona Voyage mini|Laderaum des Ascona Voyage Beim Voyage (frz. für Reise) handelte es sich um einen dreitürigen Kombi in der Luxusausstattung. Gegen ca. 500 DM Aufpreis gab es für ihn nach amerikanischem Vorbild („Woody“) eine aufgeklebte „Kunststofffolie mit Edelholzmaserung“ an den Seiten und der Heckklappe, umrandet von Chromleisten. Das Dekor bestellte aber kaum jemand, so dass man es praktisch nur von Pressefotos kannte. Wegen der auffälligen Erscheinung erlangten diese Fotos aber eine große Bekanntheit, woraufhin der Voyage noch heute häufig damit verbunden wird. Opel vermarktete den Wagen als Freizeitmobil, hervorragend geeignet, um Schlauchboote und Campingmöbel zu transportieren. Aus diesem Grund gab es ihn auch nur dreitürig, er sollte dadurch sportlicher wirken.

Aufpreisliste Einige Elemente der Luxusausstattung bot Opel auch einzeln an. Dazu gehörten insbesondere die Chromleisten an der Karosserie, so dass man die Luxusausstattung daran nicht identifizieren konnte. Einzeln gab es zudem die hinteren Ausstellfenster, die Zeituhr, den Zigarrenanzünder, die zusätzlichen Beleuchtungen, die Radzierringe und ein Paket bestehend aus abblendbaren Rückspiegel, Spiegel in Beifahrersonnenblende, Beifahrer-Haltegriff sowie zwei Aschenbecher für die Hintensitzenden.

Anstelle der Zeituhr bzw. den Blinddeckel konnte man einen Drehzahlmesser erhalten. Die Scheibenwaschanlage funktionierte bis zum Produktionsende mit einem Gummibalg im Fußraum und nur gegen Aufpreis elektrisch mit gleichzeitiger Aktivierung der Scheibenwischer – obwohl so etwas bei anderen Marken wenigstens zur Luxusausstattung gehörte. Das Sportlenkrad hatte ebenfalls zwei Speichen, aber einen kleineren Durchmesser.

Es gab eine leistungsfähigere Lichtmaschine, die Voraussetzung für die heizbare Heckscheibe oder die auf der Stoßstange stehenden Halogen-Fernscheinwerfer war, nicht aber für die unter der Stoßstange hängenden Halogen-Nebelscheinwerfer. Zu letzteren gehörte eine ebenfalls unter der Stoßstange hängende Nebelrückleuchte. Die Parkleuchten waren ein Relikt aus den 1960er-Jahren, sie saßen auf den Vorderkotflügeln und leuchteten mit einer einzigen Lampe und somit stromsparend nach vorne weiß und nach hinten rot. Es kaufte sie kaum noch jemand, so dass sie zwar noch bis zum Produktionsende im Programm blieben, für den Ascona B aber entfielen.

Rundum getöntes Glas gab es beim Ascona A nicht, wohl aber die Front- oder die Front- und Heckscheibe in getönt. Dann handelte es sich um eine Verbundglas-Windschutzscheibe, die auch ohne Tönung zu bekommen war. Sicherheitsgurte bot Opel nur mit Aufrollautomatik an, wobei Kopfstützen nicht dazu gehörten, sondern einzeln bestellt werden mussten. Sie konnten auch leicht nachgerüstet werden, in dem man den Bezug der Lehne an den stets vorhandenen Aufnahmen einschnitt. Das Stahlschiebedach öffnete mit einer Kurbel, nicht elektrisch, und durfte für den Voyage nicht mit dem – fest montierten – Dachgepäckträger kombiniert werden, zu dem fünf Chromleisten gehörten, die von vorne bis hinten über das Dach verliefen.

Bei den Reifen übertrieb es Opel mit der Sparsamkeit. Nicht nur, dass bei den meisten Importwagen Gürtelreifen zum Standard gehörten, es gab zu allem Überfluss auch noch zwei Größen von Radialreifen. Die Dimension 165 S 13 war nur beim Voyage serienmäßig. Dies hatte für jede Achsübersetzung zwei Tachometer zufolge, einen für die Standardgröße 155 S 13 und einen mit passender Übersetzung für den größeren Abrollumfang der Diagonalreifen 165 S 13 und Radialreifen 165 SR 13.

Für alle Ascona A ließ sich eine Einschicht-Metallic-Lackierung bekommen, aber nur für die Luxusausstattung ein – häufig gekauftes – Vinyldach. Letzteres ließ sich beim Voyage auch mit dem Dekor kombinieren.

Farben Standard: SierrabeigeBB ArktisweißRR GranitgrauVV CitrusgelbCC KardinalrotJJ OckerSS ZiegelrotWW KosmosblauKK LagoblauXX Einschicht-Metallic: MonzablauHH CostaricabraunLL SilberUU BronzeGG PampasgrünPP

Polster Stoff: Beige Blau Rot Schwarz Kunstleder: Hellgrau Blau Rot Schwarz

Kombinationen Lackierung Beige Hellgrau Blau Rot SchwarzSierrabeigeArktisweißGranitgrauCitrusgelbKardinalrotOckerZiegelrotKosmosblauLagoblauMonzablauCostaricabraunSilberBronzePampasgrün

Antrieb Zunächst gab es nur Ascona 16 und 16 S mit 68 PS (50 kW) bzw. 80 PS (59 kW). Unter deren Motorhaube lag der bekannte CIH-Motor mit einem neuen Hubraum, der nur in den Baureihen Ascona/Manta A, Ascona/Manta B und – allerdings nicht von Anfang an – Kadett C vorkam. Wie seinerzeit alle Opel-CIH-Motoren hatte auch dieser 69,8 mm Hub, woraufhin die Bohrung 85 mm betrug. Der Ascona 16 zeigte sich wenig drehfreudig, lief aber leise, unterstützt durch ein niedriges Drehzahlniveau – hatte er doch die gleiche Achsübersetzung wie der 16 S.

Mit manueller Schaltung besaß der Ascona A immer ein Vierganggetriebe. Für den 16 S konnte man die Opel-Automatik aus dem Werk Straßburg bekommen. Der Schalt- bzw. Wählhebel befand sich stets auf dem Getriebetunnel.

Fahrwerk Da der Kadett erst bei der großen Überarbeitung für das Modelljahr 1968 eine neue Hinterachse mit Schrauben- anstatt der bisherigen Blattfedern bekommen hatte, konnte sie für den Ascona übernommen werden. Wie von Opel gewohnt war sie ordentlich geführt, nämlich mit Dreieckslenker und Panhardstab. Vorne blieb es zwar bei Doppelquerlenker, da hier nun ebenfalls der Übergang auf Schraubenfedern stattfand, handelte es sich um eine Neukonstruktion, erneut mit Zahnstangenlenkung, die einen hervorragenden Geradeauslauf bot – in diesem Punkt ließ der Kadett B Wünsche offen – und später vom Kadett C übernommen wurde.

Der Ascona besaß serienmäßig vordere Scheibenbremsen. Da diese beim Kadett mittlerweile immer in Kombination mit einem Bremskraftverstärker vorkamen, gehörte ein solcher zum Serienumfang. Das Zweikreissystem war ebenfalls schon beim Kadett eingeführt worden, die hinteren Trommelbremsen waren Standard in der Fahrzeugklasse.

Änderungen im ersten Modelljahr Ascona 19 Auf dem Genfer Auto-Salon im März 1971 stellte Opel den Ascona 19 vor, mit dem 1,9 l-Motor und 90 PS (66 kW) aus dem Rekord, den es im Manta von vornherein gab und der ebenfalls mit der Opel-Automatik kombiniert werden konnte. Damit orientierte sich Opel an der BMW 02er-Reihe. Der Plan erfüllte aber die Erwartungen nicht: während bei BMW der große Hubraum am häufigsten gewählt wurde, war der Ascona 19 am wenigsten gefragt. Am besten verkaufte sich der Ascona 16 mit insgesamt 206.766 Fahrzeugen.

Ascona SR mini|Ascona SR Ab März 1971 ließ sich der Ascona A sowohl in der Normal- wie auch in der Luxusausführung für rund 200 DM mit SR-Ausstattung bekommen, die dem 16 S oder dem 19 vorbehalten war. Erkennen konnte man sie an den rot umrandeten Buchstaben „SR“ hinter dem wie gewohnt schwarz umrandeten Schriftzug auf der Kofferraumklappe. Zur Ausstattung gehörte vor allem das Sportfahrwerk mit härteren Federn und angepassten Stoßdämpfern; darüber hinaus doppelte Seitenstreifen an den Karosserieflanken, verchromtes Auspuffendrohr, Stahlsporträder ohne Radkappen, das Sportlenkrad, Drehzahlmesser, Holzfurnier-Imitat an der Instrumententafel sowie eine Konsole für Zusatzinstrumente unterhalb des Radios mit Zeituhr, Ampèremeter und Öldruckanzeige. Damit handelte es sich um den einzigen Ascona A, den Opel sowohl mit Drehzahlmesser als auch mit Zeituhr auslieferte. Den zusätzlichen Instrumententräger gab es ähnlicher Form bereits in Kadett, Rekord und Commodore.

Im Gegensatz zum Manta SR gab es weder eine schwarze Motorhaube, noch eine kürzere Hinterachsübersetzung und kein Kombinationsverbot mit dem Automatikgetriebe. Der Kühlergrill war aber von Anfang an schwarz lackiert. Die SR-Ausstattung ließ sich auch für den Voyage erhalten, um ihn nochmals mehr als Freizeitmobil erscheinen zu lassen – war doch ein Kombi mit Sportfahrwerk noch ungewöhnlich. Der günstige Preis führte zum großen Erfolg: 34.589 Ascona 19 SR standen nur 41.041 gewöhnlichen Ascona 19 gegenüber. Der Ascona 16 SR fand allerdings wenig Käufer, das Verhältnis betrug 8.835 Fahrzeuge zu 137.206 gewöhnliche Ascona 16 S.

Modelljahr 1972 Änderungen in der Aufpreisliste Im Herbst 1971 kamen Zweifaden-Halogenlampen auf den Markt. Daraufhin reagierte Opel schnell und bot für den Ascona ab März 1972 Hauptscheinwerfer mit diesen H4-Lampen an, sie blieben bis zum Produktionsende für alle Ausführungen ein Extra.

Farben Standard: SierrabeigeBB ArktisweißRR GranitgrauVV CitrusgelbCC KardinalrotJJ OckerSS ZiegelrotWW KosmosblauKK LagoblauXX Einschicht-Metallic: MonzablauHH SaharagoldDD SilberUU BronzeGG LimonengrünPP

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