Das Killinger & Freund Motorrad von 1938 ist der Prototyp eines frontgetriebenen Motorrads. Die Entwicklung basierte auf dem Megola-Motorrad.

Geschichte Das Modell wurde um 1938 von fünf Münchener Konstrukteuren entworfen, gebaut und auf der Automobilausstellung von 1938 vorgestellt. Das Projekt lief unter den Namen „Friedenstaube“ und „Endsieg“.Michael Schick hingegen gibt an, dass das Motorrad nach dem Endsieg den Namen Friedenstaube erhalten sollte, siehe seinen Einzelbeleg.Michael Schick: Killinger & Freund – Das versuchte Remake der Megola. ein Kapitel auf seiner Homepage über Fritz Cockerell. Robert Killinger war für den Motor verantwortlich, an dem auch Fritz Cockerell mitgewirkt hat. Der Entwurf des Rahmens stammt von Walter Freund. Mit Frontantrieb im Vorderrad und mit stromlinienförmigen Verkleidungen wog das Motorrad nur 135 kg. Im Vorderrad waren drei Zweitaktmotoren nicht sternförmig angeordnet, sondern ihre Zylinder lagen tangential zu einem großen Zahnrad, das von den drei Kurbelwellen angetrieben wurde;Siegfried Rauch in Christian Bartsch (Hrsg.): Ein Jahrhundert Motorradtechnik. VDI-Verlag GmbH, Düsseldorf 1987, ISBN 3-18-400757-X, S. 150. der Hubraum betrug 600 cm³, das Gewicht des Vorderrades – mit Zweigang-Planetengetriebe und Kupplung – 50 kg. Beide Räder waren gefedert, hinten mit einer Langschwinge,Siegfried Rauch in Christian Bartsch (Hrsg.): Ein Jahrhundert Motorradtechnik. VDI-Verlag GmbH, Düsseldorf 1987, ISBN 3-18-400757-X, S. 150. die Vorderradfederung wirkte fast senkrecht zur Fahrbahn, so dass der Radstand beim Ein-/Ausfedern fast konstant blieb. Insgesamt kann dieses Motorrad als Weiterentwicklung der Megola gesehen werden, jedoch war der kupplungs- und getriebelose Fünfzylinder-Viertaktmotor durch drei Zweitaktmotoren mit Kupplung und Getriebe ersetzt worden.

Wie viele Maschinen gebaut wurden, ist nicht bekannt. Eine Maschine wurde 1945 von den US-Streitkräften erbeutet.Nachweis der Daten im Artikel Das Motorrad wurde untersucht und als technologisch zu komplex betrachtet. In den 1960er-Jahren entdeckte der Kfz-Enthusiast Harry Buck die Maschine nahe Philadelphia im Keller einer Frau, deren Vater in das Projekt involviert gewesen war und sie aus Deutschland mitgebracht hatte. Nach dem Tod des Vaters erwarb Harry Buck die Maschine. Harry zeigte das teilweise zerlegte Motorrad auf einem Treffen in Oley, Pennsylvania, wovon es Bilder gibt.

Das Motorrad existiert noch. Es steht im mittleren Westen der USA bei einem Motorradliebhaber, der unerkannt bleiben möchte. Es ist bis dato nicht nach Deutschland zurückgekehrt. Weiter befindet es sich im unrestaurierten Originalzustand. (Stand: 2010)

Technik Die Besonderheit des Antriebs besteht in drei sternförmig angeordneten Zweitaktmotoren, die jeweils ein eigenes Kurbelgehäuse haben. Der Antrieb ist kein Sternmotor. Weitere Einzelheiten finden sich in nachfolgendem Auszug der technischen Beschreibung:

Anmerkungen

Siehe auch Zweirad mit Frontantrieb Frontantrieb Megola Vélosolex

Literatur Karl Reese: Motorräder aus München. Kleine-Vennekate Verlag, Lemgo 2005, ISBN 3-935517-17-3. Erwin Tragatsch: Alle Motorräder – 1894 bis 1981. Motorbuch Verlag, Stuttgart 1976, ISBN 978-3-87943-410-7. Matthias Murko: Motorrad-Legenden. Nürnberger Zweiradgeschichte. Tümmels, Nürnberg 1994, ISBN 3-921590-27-2.

Weblinks Bilder, Konstruktionszeichnungen, Schriftverkehr (deutsch) Killinger and Freund Motorcycle, Bilder und Informationen (englisch) Killinger & Freund Motorcycles (englisch) bikeexif.com (englisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Einzelmotorrad Kategorie:Zweirad mit Frontantrieb