mini|Der jetzige Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte Donald Trump und der Oberbefehlshaber der saudischen Streitkräfte König Salman. Die Streitkräfte des Königreiches Saudi-Arabien (, ) umfassen die militärischen Kräfte des Königreichs Saudi-Arabien. Sie gelten nach den Streitkräften Israels und den Türkischen Streitkräften als das schlagkräftigste Militär des Nahen Ostens.
Sie bestehen aus fünf Teilstreitkräften Heer, Marine, Luftwaffe, Luftverteidigung und Strategische Raketentruppen sowie Nationalgarde mit einer Gesamtstärke von ungefähr 227.000 Mann. Es gibt keine Wehrpflicht, die Streitkräfte sind eine reine Berufsarmee, das Mindestalter für den Eintritt beträgt siebzehn Jahre. In den saudischen Streitkräften können seit 2021 auch Frauen dienen, allerdings dürfen diese nicht in die Luftstreitkräfte eintreten und können auch maximal nur Unteroffiziere werden. Auch aufgrund des starken Bevölkerungswachstums konnte das saudi-arabische Militär in den letzten Jahrzehnten erheblich ausgebaut werden. Mitte der 1980er Jahre lag die Truppenstärke noch bei ca. 60.000 Mann.Streitkräfte 1985/86. Die „Military Balance“ des Internationalen Instituts für Strategische Studien, London. Koblenz 1986, S. 226
In Saudi-Arabien befindet sich der König-Chalid-Stützpunkt des Golf-Kooperationsrates.
Budget Saudi-Arabien gab im Jahr 2024 ungefähr 80,3 Mrd. US-Dollar (68,9 Mrd. Euro) für seine Verteidigung aus, im Internationalen Vergleich belegte das Königreich damit Platz 7. Gemessen am BIP steht der Wüstenstaat auf Weltranglisten Platz 4, seine Wehrausgaben liegen regelmäßig zwischen 7 % und 10 % des Bruttoinlandsproduktes. Damit ist Saudi-Arabien, fiskalisch betrachtet, eines der am stärksten militarisierten Länder der Erde. Laut der Stockholm International Peace Research Institute erreichten die Militärausgaben im Nahen Osten 2024 einen Anstieg von 19 % gegenüber 2015. Im gleichen Zeitraum sanken die Militärausgaben Saudi-Arabiens um 20 %.
Umrechnung in den Euro vom Wechselkurs am 18. Oktober 2025
Budget im regionalen Vergleich
Das Militärbudget des Königreiches ist in der Region (Stand: 2024) das mit Abstand größte, wie die folgende Tabelle aufzeigt:
Land Budget in US-Dollar Budget in Euro1 Streitkräfte Saudi-Arabiens 80,3 Milliarden 68,9 Milliarden 46,5 Milliarden 39,9 Milliarden 25,0 Milliarden 21,5 Milliarden 7,9 Milliarden 6,8 Milliarden 2,4 Milliarden 2,1 Milliarden 1: Umrechnung in den Euro vom Wechselkurs am 18. Oktober 2025 Zwischen dem Militärbudget Saudi-Arabiens und dem Land mit dem nächsthöheren Militärbudget, Israel, liegt mit 33,8 Mrd. US-Dollar eine relativ hohe Summe, was die saudischen Streitkräfte als Kunde für Rüstungskonzerne besonders interessant macht.
Der primäre Grund für das überdurchschnittlich hohe Militärbudget Saudi-Arabiens ist laut Experten die Befürchtung der Regierung, der königlichen Familie Saud, dass eine militärische Niederlage die bereits angespannte innenpolitische Lage verschlechtern und zu einem Sturz der Monarchie und damit der Dynastie der Al Saud führen könnte. Diese Meinung deckt sich mit der Tatsache, dass die Regierung seit Jahren massiv und konstant in den inneren Sicherheitsapparat investiert.Gewehre und Prediger – Saudi-Arabien, bin Ladens Heimat, beteiligt sich am Antiterrorkampf – mit ungewöhnlichen Mitteln Zeit.de:Gewehre und Prediger
Führung mini|Der ehemalige US-Verteidigungsminister James N. Mattis mit dem saudischen Verteidigungsminister Mohammed bin Salman Kronprinz Mohammed bin Salman bekleidet das Amt des Minister für Verteidigung und zivile Luftfahrt (Verteidigungsminister) und ist der Generalinspekteur des Königreiches. Einer seiner Vorgänger, Prinz Sultan ibn Abd al-Aziz stattete das Militär des Königreichs durch Waffengeschäfte mit den USA, Großbritannien und Frankreich aus. Ein Großteil von Prinz Sultans Wohlstand soll aus Provisionen staatlicher Waffengeschäfte gekommen sein.
Den alleinigen militärischen Oberbefehl über die Streitkräfte hat der absolut herrschende König und Premierminister Salman ibn Abd al-Aziz.Minister of Defense and Aviation (MODA) Globalsecurity: Minister of Defense and Aviation (MODA) Er besitzt die alleinige Vollmacht, Krieg und Frieden zu erklären sowie den Generalstabschef, die Minister und die Kommandeure der Teilstreitkräfte zu berufen oder zu entlassen. Die Gouverneure der Landesprovinzen (manatiq) und die ihnen unterstehenden Kommandeure der Nationalgarde für die jeweilige Provinz können ebenfalls nur vom König berufen und entlassen werden. Jeder Befehlshaber einer Teilstreitkraft und der Direktor des Geheimdienstes müssen in regelmäßigen Treffen dem König, dem Innenminister und dem Kronprinzen sowie deren Beratern Bericht erstatten.http://www.arabnews.com/?page=1§ion=0&article=107942&d=17&m=3&y=2008&pix=kingdom.jpg&category=Kingdom
Die Führung der Streitkräfte in der Verfassung
Die Führung der Streitkräfte ist in der saudischen Verfassung verankert, so heißt es in Artikel 60: In Artikel 61 heißt es: Die Gewaltenteilung des Königs über das Militär ist wie auch über den Staat nicht begrenzt, daher kann der König Befehle erteilen, ohne diese mit jemandem besprechen oder abstimmen zu müssen, und er ist niemandem eine Erklärung oder Rechenschaft für Befehle oder Absichten schuldig. Oberstes sicherheitspolitisches Gremium ist ebenfalls der König, er besitzt die alleinige und uneingeschränkte (absolute) Vollmacht über die Polizei, den Geheimdienst (al-Muchabarat al-'Amma) und das Militär. Alle Verträge für Rüstungsimporte müssen vom König genehmigt werden.
Geschichte und aktuelle Situation mini|300px|Die zehn höchsten Militärausgaben (und EU) in Milliarden Euro (2006) In den 1930er-Jahren zeigte Abd al-Aziz ibn Saud, der Staatsgründer, wenig Interesse am Aufbau eines saudischen Sicherheitsapparats und verließ sich in dieser Hinsicht auf die in der Region anwesenden britischen Einheiten. Das saudische Militär wurde nach einer politischen Auseinandersetzung Saudi-Arabiens mit den Briten mit Hilfe des US-amerikanischen Verbündeten seit dem Beginn des Ölbooms in den 1940er-Jahren stark ausgebaut. Die guten Beziehungen der USA zu Saudi-Arabien beruhten dabei vor allem auf denen zwischen dem saudischen Königshaus und der Mineralölgesellschaft Aramco.
Die USA und Saudi-Arabien unterzeichnen im Februar 1945 einen Vertrag über eine Militärbasis im Persischen Golf, zur Palästina-Frage und ein Militärbündnis. Seitdem gelten die USA als engster Verbündeter des Königreiches.TP: Saudi-Arabien – ein Königreich in der Krise
An den militärischen Handlungen der Arabisch-Israelischen Kriege nahm das Königreich nicht teil; es unterstützte aber die gemeinsame Sache der Araber durch massive finanzielle Hilfe an die Palästinenser-Organisationen sowie durch zeitweilige Reduzierung der Erdöllieferungen in die westliche Welt unter König Faisal, siehe: Ölkrise. Dennoch blieben die guten wirtschaftlichen und diplomatischen Beziehungen Saudi-Arabiens zum Westen prinzipiell erhalten. Obwohl die saudischen Streitkräfte mit Ausnahme des Zweiten Golfkrieges bisher nicht an Kampfeinsätzen im Ausland teilgenommen haben, ist die Unterstützung der arabischen Nachbarn Israels im Nahostkonflikt eine Konstante der saudischen Sicherheitspolitik.
Saudi-Arabien befindet sich seit 1948 (Palästinakrieg) mit Israel offiziell im Kriegszustand, der Staat Israel wird weiterhin nicht anerkannt, Politische Kontakte beider Länder gibt es nicht,Focus Online: Saudi-Arabien, Kein Händedruck mit Israelis weswegen Israel Rüstungsexporten an Saudi-Arabien kritisch gegenübersteht. So versuchten die USA 1978, Saudi-Arabien gegen Lieferung von F-15-Kampfflugzeugen Stationierungsorte fernab des Roten Meeres abzuhandeln, was jedoch fehlschlug.
Mit den Stützpunkten in Turaif, Guraiet und Tabuk besitzt Saudi-Arabien drei Stützpunkte in unmittelbarer Nähe zu Israel, saudische Flugzeuge benötigten für die Strecke von Tabuk nach Eilat weniger als sechs Minuten.Quelle: Jewish Virtual Library. Zugriff am 28. November 2007.
Trotz der politischen Spannungen zwischen dem Königreich und Israel setzt Saudi-Arabien sich für eine Friedensinitiative im Nahostkonflikt ein.
In den 1980er-Jahren beabsichtigte das saudische Militär, den deutschen Kampfpanzer Leopard 2 zu kaufen. Trotz Zusage von Bundeskanzler Helmut Schmidt und Franz Josef Strauß kam das Geschäft nicht zustande, die Widerstände erwiesen sich als zu groß. Die darauffolgende Bundesregierung unter Helmut Kohl hielt an ihrem 1983 gefassten Beschluss fest, das Waffensystem nicht an einen potentiellen Gegner Israels zu liefern.Zu Schmidts Haltung vgl. Mainhardt Graf von Nayhauss: Helmut Schmidt. Mensch und Macher, Bergisch Gladbach 1988, S. 395 u. 401ff.; zum Vorstoß von Strauß, Frankfurter Rundschau 21. und 26. Februar 1985. Trotzdem ist die Bundesrepublik Deutschland ein wichtiger Waffenlieferant Saudi-Arabiens, neben den verschiedenen Maschinengewehren im Bestand der saudischen Streitkräfte ist vor allem der Panavia Tornado, der Eurofighter und das MLRS sowie das inzwischen ausgemusterte LARS-Raketensystem mit deutscher Produktionsbeteiligung zu erwähnen. (Stockholm International Peace Research Institute) Arms Transfer Project, 2006.
1981 kaufte Saudi-Arabien in einem hoch dotieren Rüstungsabkommen moderne AWACS-Luftüberwachungsflugzeuge aus den USA.
Im Zweiten Golfkrieg kämpfte Saudi-Arabien gegen den Irak, so auch in der Schlacht um Chafdschi, die mit einem Sieg der saudischen Streitkräfte endete.
Im Juli 2007 teilte die US-Regierung mit, die saudischen Streitkräfte weiter mit Waffensystemen im Wert von 20 Milliarden US-Dollar aufrüsten zu wollen. Das Paket für die saudischen Streitkräfte umfasst nach US-Angaben Raketen, Frühwarnsysteme, Waffen für Luftwaffe und Marine sowie andere Systeme zur Bekämpfung „nicht-konventioneller Bedrohungen“welt.de: Saudi-Arabien bekommt neue Waffen aus den USA. Um sicherzustellen, dass Saudi-Arabiens Militär technologisch nicht mit Israel gleichzieht, wird die Rüstungshilfe der USA an Israel von 24 auf 30 Milliarden Dollar für die nächsten zehn Jahre aufgestockt.Spiegel.de: Bushs Nahost-Rüstungsdeal empört Bundesregierung US-Senator Joe Biden warnte dennoch, dass die Waffen die Sicherheit Israels bedrohen könnten. Bush solle nicht versuchen, „mit Waffenverkäufen eine umfassende und schlüssige Strategie für die Region“ zu ersetzen. Bush aber gab an, dass er seinen „saudischen Freunden“ vertraue. Hierfür erhielt er vom saudischen König einen Ehrenorden. Während die Opposition im israelischen Parlament den Handel kritisierte, sagte der israelische Premierminister Ehud Olmert, dass dieser Handel „verständlich“ und „in Ordnung“ sei.iht.com:Israel says U.S. aid to Saudi military is understandable