Soller ist ein Stadtteil von Bad Münstereifel im Kreis Euskirchen, Nordrhein-Westfalen und gehört zur Dörfergemeinschaft und ehemals eigenständigen Gemeinde Mutscheid.
Lage Der Ort liegt etwa 14 km südöstlich der Altstadt von Bad Münstereifel. Durch den Ort verläuft die Kreisstraße 50.
Mit einer Wohnbebauung, die bis auf über reicht, ist Soller der höchstgelegene Ort der Mutscheid und eines der höchstgelegenen Dörfer von Bad Münstereifel (vgl. Tabelle).
Klima Nach den Daten des Klimaatlas Nordrhein-Westfalen beträgt die mittlere Jahreslufttemperatur im Bereich von Soller für die Klimanormalperiode (1991–2020) 8,6 °C. Die mittlere jährliche Niederschlagssumme beträgt im selben Zeitraum 819 mm – der benachbarte Michelsberg () kommt auf eine Jahreslufttemperatur von 8,3 °C und eine jährliche Niederschlagssumme von 851 mm.
Das Klima ist aufgrund der Höhenlage vergleichsweise kühl. Gleichzeitig liegen die Niederschlagsmengen deutlich unter denen der besonders niederschlagsreichen westlichen Hochlagen der Eifel und des Hohen Venns. Insbesondere bei Nordstaulagen können die Niederschläge aufgrund der exponierten Lage auch langanhaltend und ergiebig ausfallen. Das Klima von Soller kann daher zusammengefasst als kühles, feuchtgemäßigtes Höhenklima der Eifel charakterisiert werden.
Die im Klimaatlas dargestellten Klimadaten basieren auf Messungen des Deutschen Wetterdienstes und werden unter Berücksichtigung der Geländetopografie auf ein Raster von 1 km × 1 km interpoliert. Die Angaben für Soller stellen daher einen räumlich zugeordneten Rasterwert und keinen Messwert einer Wetterstation im Ort dar.
Geschichte mini|Schlussverse aus dem dritten Brandbrief des Räubers Johann Müller aus Schönau
Während der Franzosenzeit um 1800 litt Soller unter den Streichen des berüchtigten Räubers Johann Müller aus Schönau. Als der Ortsvorsteher von Soller nach einem Anschlag auf das benachbarte Esch Nachtwachen aufstellte, forderte Müller in einem Brandbrief die Rücknahme der Maßnahme und drohte damit, beide Orte niederzubrennen. Nachdem er in Soller ein Backhaus anzündete und einen weiteren Erpresserbrief schrieb, ließen sich die beiden Gemeinden tatsächlich auf Unterhandlungen mit Müller ein und boten ihm ein Schutzgeld.Willibald Alexis: Schinderhannes. In: Der neue Pitaval. Eine Sammlung der interessantesten Criminalgeschichten aller Länder aus älterer und neuerer Zeit. Leipzig 1869.
Soller gehörte zur eigenständigen Gemeinde Mutscheid, bis diese am 1. Juli 1969 nach Bad Münstereifel eingemeindet wurde.
Kapelle St. Johannes In Soller stand bis in die 1840er Jahre eine Kapelle, die wegen Baufälligkeit niedergelegt werden musste. 1953 begannen an anderer Stelle die Bauarbeiten für eine neue Kapelle, die 1956 dem heiligen Johannes geweiht wurde. Über viele Jahre zelebrierte hier der in Soller gebürtige und wohnhafte Monsignore Peter Lessenich regelmäßige Messfeiern. Der kleine Glockenturm beherbergt eine 20 kg schwere Glocke, von der weder das Gussjahr noch der Hersteller bekannt sind.
Verkehr Die VRS-Buslinie 819 der RVK verbindet den Ort mit Bad Münstereifel und weiteren Nachbarorten, überwiegend als TaxiBusPlus im Bedarfsverkehr.
Linie Verlauf
Die Grundschulkinder werden zur katholischen Grundschule St. Helena nach Mutscheid gebracht.
Literatur Die Vereinsgemeinschaft Mutscheid (Hrsg.): Mutscheid 893–1993. Unsere Heimat. Westkreuz-Verlag Berlin/Bonn, Bad Münstereifel 1993, ISBN 3-922131-92-1.
Weblinks
Soller auf der Homepage von Bad Münstereifel
Einzelnachweise
Kategorie:Stadtteil von Bad Münstereifel