Bissenberg ist ein Haufendorf, das für Altsiedellandschaften charakteristisch ist, und ein Stadtteil der Stadt Leun im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis.

Geographie Geographische Lage Bissenberg liegt im Lahntal zwischen Wetzlar und Weilburg am unteren Ende des Westerwaldes.

Nachbarorte

Geschichte Ortsgeschichte Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Bissenberg erfolgte unter dem Namen Byssinberg im Jahr 1313. Das Dokument der Ersterwähnung findet sich im Fürst zu Solms’schen Archiv in Braunfels (Abt. Urk. LV, 16).Die Geschichte des Kirchspiels Biskirchen, Bissenberg und Stockhausen, 1. Auflage, 1994, S. 19 ff.

Der älteste Teil Bissenbergs ist im Bereich der Kirche zu finden. Die Häuser stehen fast durchweg ohne eine bestimmte Ausrichtung zu einer Straße. Ab dem 18. Jahrhundert zeigt sich bei den Häusern im Fuhrweg und in der Allendorfer Straße schon eine planmäßige Ausrichtung. Ab der Bauphase 1870 bis 1950 beginnt die aufgelockerte Bebauung.

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten die bis dahin selbständigen Gemeinden Bissenberg, Biskirchen, Stockhausen sowie die Stadt Leun zum 31. Dezember 1971 auf freiwilliger Basis zur erweiterten Stadt Leun. Für die ehemals eigenständigen Gemeinden von Leun wurde je ein Ortsbezirk gebildet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Bissenberg angehört(e):

1313: Byssinberg [Fürst zu Solms’sches Archiv in Braunfels Abt. Urk. LV 16] vor 1806: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Solms-Braunfels, Anteil der Grafschaft Solms, Amt Greifenstein ab 1806: Herzogtum Nassau,Mediatisierung infolge der Rheinbundakte. Amt Greifenstein1815: Abtrennung der Justiz (standesherrliches Justizamt Greifenstein). ab 1816: Königreich Preußen,Infolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses. Provinz Großherzogtum Niederrhein, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Braunfels ab 1822: Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar1848: Endgültige Trennung zwischen Justiz (Kreisgericht Wetzlar) und Verwaltung. ab 1866: Norddeutscher Bund,Der Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs. Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Freistaat Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Kreis Wetzlar ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Wetzlar. ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Wetzlar, Stadt LeunAm 31. Dezember 1971 als Ortsbezirk zur Stadt Leun. ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis, Stadt Leun ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Lahn-Dill-Kreis, Stadt Leun

Bevölkerung Einwohnerentwicklung Im Folgenden findet sich die Entwicklung der Bevölkerungszahlen mit ihren Originalquellen.Magistrat der Stadt Leun, Die Geschichte des Kirchspiels Biskirchen, Bissenberg und Stockhausen, 1. Auflage, 1994, S. 80 ff. Jahr/Datum Einwohner Quelle 1695 82 1 1806 230 2 1817 268 2 1828 294 3 1830 345 1 1840 291 4 1846 355 4 1852 335 4 1858 351 4 1864 385 4 1871 369 4 1875 408 4 1885 376 4 1895 328 4 1905 359 4 1910 402 4 Jahr/Datum Einwohner Quelle 1925 444 4 1939 475 4 1946 615 4 1950 592 4 1956 570 4 06.06.1961 587 4 31.12.1964 601 8 1967 593 4 27.05.1970 601 5 1971 620 5 1977 628 5 1987 698 5 1993 773 6 31.12.2006 766 31.12.2007 760 7 30.06.2012 732 450px|Bevölkerungsentwicklung Quellen 1) Heinrich Zutt, Geschichte vom Kirchspiel Biskirchen, Wiesbaden, 1926 2) Fürstliches Archiv Braunfels Az.: A 73.6 IV 3) Topogr.Stat. Beschreibung der Königl. Preuß. Rheinprovinzen von F.v. Restdorff, Königl. Preuß. Oberst-Lieutnant. Nicolaische Buchhandl., Berlin und Stettin, 1830 4) Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen, Heft 1, S. 98–101. Die Bevölkerung der Gemeinden 1834–1967, Hessisches Statistisches Landesamt Wiesbaden 5) Hessisches Statistisches Landesamt Wiesbaden 6) Kommunales Gebietsrechenzentrum Gießen, Einwohnerwesen 7) BVB-Verlagsgesellschaft mbH, 48529 Nordhorn, Informationsbroschüre Stadt Leun, 2008 8) Hessisches staatliches Landesamt, Wiesbaden, Die hessischen Gemeinden, 19666

Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag, dem 9. Mai 2011, in Bissenberg 747 Einwohner. Darunter waren 12 (1,6 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 138 Einwohner unter 18 Jahren, 306 zwischen 18 und 49, 159 zwischen 50 und 64 und 144 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 312 Haushalten. Davon waren 90 Singlehaushalte, 90 Paare ohne Kinder und 111 Paare mit Kindern, sowie 21 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 60 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 207 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Historische Religionszugehörigkeit • 1834: 344 evangelische (= 99,74 %), ein katholischer (= 0,29 %) Einwohner • 1961: 535 evangelische (= 91,14 %), 52 katholische (= 8,86 %) Einwohner

Politik Ortsbeirat Für Bissenberg besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Bissenberg) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2026 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 63,99 %. Dabei wurden gewählt: zwei Mitglieder der SPD, zwei Mitglieder der IfB (Initiative für Bissenberg) und ein Mitglied der CDU. Der Ortsbeirat wählte Marco Zimmermann (IfB) zum Ortsvorsteher.

Ortsvorsteher Ortsvorsteher ist seit dem 17. April 2026 Marco Zimmermann (IfB). Zeitraum NameBemerkung05.12.1972 – 02.05.1977Erwin Hartmann 03.05.1977 – 01.10.1979 Bernd Hofmann 02.01.1979 – 05.05.1981 Rita Volk 06.05.1981 – 16.04.1985 Erwin Bott 17.04.1985 – 19.04.1989 Johannes Bensel20.04.1989 –Erwin BottOtto Weber – 02.05.2021Gerd Ulrich Heberling 03.05.2021 – 16.04.2026 Michael Hofmannseit 17.04.2026Marco Zimmermann

Kultur und Sehenswürdigkeiten Vereine Nr. Name Gründung Bemerkung 1 Kriegerverein Oktober 1875 aufgelöst 1945 nach Ende des Zweiten Weltkrieges 2 Gesangverein „Eintracht 1882 e. V. Bissenberg“ 14. Feb. 1882 1933 wurde der Verein von den Nationalsozialisten verboten. 1946 wurde dem Verein die Genehmigung zum Chorgesang wieder erteilt. 3 Turn- und Spielverein 1920 e. V. Bissenberg 3. März 1920 Zusammenschluss des am 3. Juli 1913 gegründeten Turnvereins mit dem am 29. Juni 1919 gegründeten Fußball-Club 1919 4 Freiwillige Feuerwehr Bissenberg 18. Okt. 1933 5 Frauenchor Bissenberg 1947 aufgelöst 2017 6 VdK-Ortsgruppe Bissenberg 1. April 1948 7 Verein für Deutsche Schäferhunde im Ulmtal 21. Nov. 1959 8 Obst- und Gartenbauverein Bissenberg 14. März 1961 9 Vogelschutzverein Bissenberg 21. Okt. 1967 10 Schützenverein „Alle Zehn 1968“ 31. März 1968 inzwischen aufgelöst 11 Jugendorchester Bissenberg 30. Dez. 1968 gegründet als Spielgruppe Bissenberg 16. Februar 1974 Umbenennung in Jugendorchester Bissenberg 12 Verkehrsverein Bissenberg 14. April 1973 seit 1. Januar 1986 ruht der Verein 13 Seniorengruppe Bissenberg 3. April 1986 inzwischen aufgelöst 14 Hobby- und Freizeitclub „Blau-Weiß-Bissenberg“ 25. Juli 1986 15 Pool-Billard-Freunde Bissenberg 1987 16 Heimatkundlicher Arbeitskreis 29. Sept. 1987 Am 29. Mai 2004 im Heimat- und Kulturverein Bissenberg e. V. aufgegangen 17 Country-Club Bissenberg 7. Juni 1994 Aufgelöst am 31. Dezember 2019. 18 Heimat- und Kulturverein Bissenberg e. V. 29. Mai 2004 19 Wanderfreunde Leun-Bissenberg – 20 Happy-Go-Lucky Dancer Leun e. V. –

Der am 19. Mai 1988 gegründete Gemeinschaftskreis Bissenberg koordiniert die Veranstaltungen und gemeinsamen Aktivitäten der Bissenberger Vereine. Aus der Mitte der Vereinsvorsitzenden wird ein Vorsitzender gewählt.

Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ Schon bei der ersten Teilnahme (1974) an dem Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ wurde ein gutes Ergebnis erzielt. (3. Bezirkssieger) 1975 wurde im Bezirksentscheid der 1. Platz belegt. Beim folgenden Gebietsentscheid wurde am 7. Juli 1975 ein 1. Platz erreicht. Beim Landesentscheid am 9. August 1975 musste man sich mit einem 4. Platz zufriedengeben, obwohl Bissenberg punktgleich mit den Gemeinden war, die auf Platz 2 und 3 gesetzt worden waren. Dies war für die Bissenberger enttäuschend und das Interesse in der Bevölkerung ließ nach. Beim 18. Wettbewerb am 15. Juni 1976 nahm Bissenberg zum letzten Mal teil und erreichte unter 25 Gemeinden den 10. Platz.

Bauwerke

Kirche mini|Bissenberger Kirche

Die Bissenberger Kirche ist ein kleiner romanischer Rechteckbau mit verputztem Fischgrätenmauerwerk, der 1723 bis 1726 erhöht, nach Westen verlängert und mit verschiefertem Turmaufbau versehen wurde.Dehio, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler (Hessen), Deutscher Kunstverlag, 2. bearbeitete Auflage, München 1982, ISBN 3-422-00380-0, S. 94. Bemerkenswert ist die kleine romanische Pforte auf der Südseite und der große Bogen im Osten. Im flach gedeckten Inneren ist eine dreiseitige Empore und Kanzel aus dem 18. Jahrhundert. Nennenswert ist eine Pilasterverzierung im hölzernen Turmgeschoss, wofür das Balkenwerk des abgebrochenen Eisenhammers (Bissenberger Hütte) verwendet wurde. Am 18. Oktober 1726 wurde die Kirche neu eingeweiht.

Alte Schule mini|Bissenberg: Alte Schule Die „Alte Schule“ im Ortskern wurde 1862/63 als typisch schlichter, zweigeschossiger Schulbau mit Lehrerwohnung von Kommunalbaumeister Mayer in prägnanter Lage am südlichen Ortsrand in Bruchsteinmauerwerk erbaut. Sie ist in einfacher Weise durch ein Sohlbankgesims, die Fenstergruppierung und den mittigen Eingangsrisalit gegliedert, dessen neugotischer Treppengiebel sich nicht erhalten hat (Abbruch nach dem Zweiten Weltkrieg). Sie steht im Winkel Fuhrweg/Stockhäuser Straße. Zur Schule gehörten ein kleiner Stall, eine Abortanlage, Holzschuppen sowie ein großer Schulgarten, längs der Stockhäuser Straße. Heute steht dort das Feuerwehrhaus.

Das Dolle Dorf Am 24. September 2021 wurde Bissenberg vom Hessischen Rundfunk als „Dolles Dorf“ porträtiert. Die am Abend des 25. September ausgestrahlte Hessenschau brachte Bissenberg einem Millionenpublikum nahe.

Wirtschaft und Infrastruktur Staatlich anerkannter Erholungsort Am 19. Juni 1975 wurde Bissenberg das Prädikat „Staatlich anerkannter Erholungsort“ vom damaligen hessischen Sozialminister Horst Schmidt zuerkannt.

Kurzentrum Walter von Gierke gründete und erbaute 1977 das biologisch-homöopathische Kurzentrum am Dianaburgweg im Außenbereich unterhalb des Hainfeldes.

Bildung Die erste Bissenberger Schule entstand 1725/26. Das heute noch erhaltene Gebäude im Winkel Brunnenstraße und Stockhäuser Straße wurde bis 1863 genutzt.

Am 14. Januar 1863 wurde die zweite Schule nach zweijähriger Bauzeit eingeweiht. Zwischen 1931 und 1939 wurde ein Zweitlehrer eingestellt. Da nach dem Zweiten Weltkrieg die Schülerzahlen stiegen, wurde 1947 erneut ein Zweitlehrer beschäftigt. Am 12. Juli 1952 wurde vom Gemeinderat der Bau einer neuen Schule beschlossen. Das Gebäude an der Ecke Fuhrweg und Stockhäuserstraße wird heute als Alte Schule bezeichnet.