mini|Dom Gerardus Rubens, Abt Kloster Hemiksem (lat.: Abbatia Sancti Bernardi ad Scaldim; fläm.: Sint Bernardusabdij) ist eine ehemalige Zisterzienserabtei in Belgien, in der Gemeinde Hemiksem in der Provinz Antwerpen.

Geschichte Die 1236 an die Beggelbeek in Vremde bei Boechout gestiftete, jedoch schon 1246 nach Hemiksem an die Schelde bei Antwerpen verlegte Abtei war ein Tochterkloster von Kloster Villers-la-Ville aus der Filiation der Primarabtei Clairvaux. Sie verdankt ihre Gründung im Wesentlichen den Herzögen Heinrich I. und Heinrich II. von Brabant. Bei der Gründung des Bistums Antwerpen 1559 fiel sie in Kommende und der Bischof wurde zugleich Abt. Während des Bildersturms wurde sie 1578 vorübergehend verlassen. 1649 wurde sie wieder vom Bistum getrennt. 1672 brannte sie großenteils ab. Nachdem französische Truppen im Ersten Koalitionskrieg 1792 das Umland von Antwerpen erobert hatten, wurde das Kloster von der Besatzungsmacht 1797 aufgehoben.Ursmer Berlière: Art. Ordre de Cîteaux. Abbaye de Saint-Bernard sur l’Escaut à Hemiksem. In: Léon-Ernest Halkin und andere (Hg.): Monasticon Belge. Teil 8: Province d’Anvers. Abbaye de Maredsous, Maredsous / Centre National de Recherches d’Histoire Religieuse, Lüttich 1992, Band 1, S. 31–79, hier S. 78. Die verbliebenen Mönche kauften 1836 das Kloster Bornem, das noch bis 2017 als Zisterzienserkloster bestand.

Äbte siehe Liste der Äbte von Hemiksem

Anlage und Bauten mini|Die zwei erhaltenen gotischen Nischen des früheren Chorraums Die bestehenden Gebäude datieren aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Die Westfassade ist aus Ziegeln und Sandstein errichtet. Die Fensterlaibungen des Erdgeschosses tragen ein Hahnenkammmotiv. Der von einer kuppelüberwölbten Rotunde gekrönte Mittelturm erhebt sich beträchtlich über das Gebäude. Die gotische Abteikirche wurde im 19. Jahrhundert abgebrochen. Sie befand sich im Norden der Klausur. Das Langhaus war dreischiffig und besaß acht Joche. Erhalten haben sich lediglich zwei gotische Spitzbogennischen in der südlichen Chorwand, die von der hohen kunstgeschichtlichen Bedeutung der abgegangenen Abteikirche zeugen.

Die Klostergebäude wurden nach der Aufhebung des Klosters in ein Matrosenheim und später in ein Gefängnis, ein Lager für Kollaborateure und ein Militärlager umgewandelt. Seit 1973 stehen sie unter Denkmalschutz. 1988 übernahm die Gemeinde die Gebäude, in denen sich heute Verwaltungseinrichtungen und ein Museum befinden.

Literatur Ursmer Berlière: Art. Ordre de Cîteaux. Abbaye de Saint-Bernard sur l’Escaut à Hemiksem. In: Léon-Ernest Halkin und andere (Hg.): Monasticon Belge. Teil 8: Province d’Anvers, bearbeitet von Ursmer Berlière. Abbaye de Maredsous, Maredsous / Centre National de Recherches d’Histoire Religieuse, Lüttich 1992, Band 1, S. 31–79. Michiel Heirman, Linda Van Santvoort: Le guide de l’architecture en Belgique. Éditions Racine, Brüssel 2000, ISBN 2-87386-236-X, S. 298–299. Marc Van de Cruys, Marc Cheron: Heraldiek van Abdijen en Kloosters, Band 2: St. Bernardus aan de Schelde. Homunculus, Wijnegem 2003, 2., überarbeitete Aufl. 2018.

Weblinks

Website der Certosa di Firenze mit einigen Fotos

Fußnoten

Hemiksem, Kloster Hemiksem, Kloster Kategorie:Bauwerk in der Provinz Antwerpen

Kategorie:Umgenutztes Bauwerk in Belgien Kategorie:Kulturdenkmal in der Provinz Antwerpen Hemiksem Hemiksen Kategorie:Aufgelöst 1797