Das Dorf Burgbracht ist ein Ortsteil der Gemeinde Kefenrod im hessischen Wetteraukreis.

Geographie Burgbracht liegt an dem kleinen Fluss Bracht.

Flächennutzungsstatistik 1854 Morgen: 1590, davon 682 Acker, 578 Wiesen, 298 Wald 1961 Hektar: 405, davon 109 Wald

Geschichte Ortsname Förstemann leitet den Ortsnamen vom ahd. Wort „bracha“ ab, das ursprünglich das erste Umbrechen eines unbebauten Landes für den Ackerbau bedeutete, später eine Bedeutungsveränderung zu nhd. Brache erfuhr.Ernst Wilhelm Förstemann, Die deutschen Ortsnamen. Nordhausen 1863, S. 80 f.

Mittelalter Eine Urkunde des Klosters Fulda mit der Nennung von „Brahtaha“ datiert in die Zeit von 750 und 802.Edmund Ernst Stengel, Urkundenbuch des Klosters Fulda. = Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen und Waldeck 10. S. 456 Nr. 397, zum Ortsnamen vgl. S. 595. Damit ist eindeutig Kirchbracht gemeint und nicht Burgbracht.Werner Wagner, Die Dörfer und Städte des 1972 aufgelösten Landkreises Büdungen und die Ersterwähnung jedes einzelnen Ortes. in: Büdinger Geschichtsblätter XXII, 2011, S. 225 ff, S. 229. Als Datum der Ersterwähnung gilt 1333 für Burg Prachta.Beschreibung der Hanau-Münzenbergischen Lande, welche zum Verständnüß der Reichs=Lehen=Briefe und anderer Documente dienlich ist. Hanau 1720. S. 8.

1334 übertrug Hermann III. von Lißberg, genannt von „Prachta,“ gegen 1.000 Pfund Heller dem Herzog Heinrich von Bayern den Lißbergischen Teil an Burgbracht.Friedrich Battenberg, Isenburger Urkunden 1. Darmstadt 1976 Nr. 418 und 423.

Nach einem Weistum zum Büdinger Wald aus dem Jahre 1380 gehörten die an der Bracht liegenden Höfe in die Büdinger Mark. 1410 heißt es „Bracht, das Slos und das Stedtel darunder gelegen.“Valentin Ferdinand Gudenus, Codex diplomaticus, Bd. V, S. 1079, Nr. 75. Seit 1438 besaß der Ort eine Ratsverfassung mit Schultheiß, Bürgermeister und Rat.Heinrich Wagner Kunstdenkmäler Büdingen, S. 114 f.

Reinhard, Adolph und Henrich von, Grafen von Weilnau, verkauften 1430 ihren Erbteil „an unserm Sloße und Teyle Bracht, Burg und Tale,“ an Gottfried, Herrn von Eppenstein. Dazu gehörten die „Luden, Dorffen, Gerichten, Weiden.“ Der Kaufpreis betrug 810 Gulden „guter Franckfurter Werung.“Helfrich Bernhard Wencks Hessische Landesgeschichte. Mit einem Urkundenbuch. Darmstadt und Gießen 1783, S. 238. Nr. 12. Die genannte Unterscheidung zwischen Burg und Tal war die Unterscheidung zwischen Burg Bracht und Dorf.Johann Ernst Christian Schmidt, Geschichte des Grossherzogthums Hessen. 2. Bd. Gießen 1819, S. 134

Von der ehemaligen Wasserburg, die 1462 in der Mainzer Stiftsfehde zerstört wurde, sind heute nur noch Mauerreste vorhanden. Auch das Dorf sei damals „an Gebeu vergangen gewest.“Heinrich Wagner, Kunstdenkmäler im Großherzogthum Hessen. Provinz Oberhessen. Kreis Büdingen. Darmstadt 1890. S. 115.

In der Gemarkung gab es „kleine Eisenlager, die dann zur Anlegung von Hammerwerken führten, wie zu Burgbracht, Büdingen, Hirzenhain und Hessenbrücken-Hammer.“Friedrich von Thudichum, Wettereiba. Eine Gau-Geschichte. Festschrift der juristischen Fakultät der Universität Gießen zur 300-Jahrfeier der Universität. Sonderdruck 1907, S. 47 ff.

An Burgbracht grenzten im ausgehenden Mittelalter die Gerichte Reichenbach, Wolferborn und Wenings.

Neuzeit Eine Schule gab es in dem Dorf schon vor 1757. Seit 1970 besuchen die Grundschüler die Schule in Kefenrod, schon 1964 mussten die Hauptschüler dorthin wechseln.www.gemeinde-kefenrod.de

Die Evangelische Kirche Burgbracht wurde von 1738 bis 1741 als Querkirche erbaut.Kathrin Ellwardt: Kirchenbau zwischen evangelischen Idealen und absolutistischer Herrschaft. Die Querkirchen im hessischen Raum vom Reformationsjahrhundert bis zum Siebenjährigen Krieg. Petersberg 2004. S. 230, ISBN 3-937251-34-0 Zu dieser Zeit lebten in Burgbracht lediglich 16 "Hausgesäße."

Nach der Liste der Auswanderer (Wolgadeutsche) aus dem Büdinger Raum, die von Johann Fabricius zwischen dem 13. November 1765 und dem 18. Februar 1766 rekrutiert wurden, um nach Russland zu ziehen, befanden sich unter diesen acht Familien aus Burgbracht. Deren Familiennamen waren Acker, Fischer, Jost, Juncker und Müller. Alle waren reformierte Christen.forum.wolgadeutsche.net

Hessische Gebietsreform (1970–1977) Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten zum 31. Dezember 1971 die bis dahin selbständigen Gemeinden Kefenrod, Bindsachsen, Burgbracht und Hitzkirchen zur erweiterten Gemeinde Kefenrod. Zum 1. August 1972 kam kraft Landesgesetz die Gemeinde Helfersdorf hinzu. Für alle eingegliederten Gemeinden und Kefenrod wurden Ortsbezirke errichtet.

Verfassung 1787 gehörte Burgbracht zum Fürstentum Isenburg-Birstein in das Amt Wenings mit dem Gericht Wenings. 1816 fiel der Ort an das Großherzogtum Hessen mit dem Amt Wenigs, kam dann 1820 zum Landratsbezirk Büdingen. In der Folge der Revolution von 1848 wurden die Verwaltungsbezirke des Großherzogtums Hessen neu geordnet und Burgbracht wurde in den Regierungsbezirk Nidda eingegliedert, welcher aber bereits 1852 wieder aufgelöst wurde. Dann gehörte das Dorf zum Landkreis Büdingen, der mit dem Landkreis Friedberg 1972 zum Wetteraukreis fusionierte.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Burgbracht angehört(e):

vor 1806: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Isenburg-Birstein, Amt Wenings, Gericht Wenings ab 1806: Fürstentum Isenburg (Rheinbund),Infolge der Rheinbundakte. Amt Wenings ab 1813: Generalgouvernement Frankfurt,Infolge der Befreiungskriege. Amt Wenings ab 1815: Kaisertum Österreich,Infolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses. Amt Wenings ab 1816: Großherzogtum Hessen (Souveränitätslande),Durch Staatsvertrag mit Österreich und dem Königreich Preußen sowie Einigung zwischen Großherzogtum Hessen und Kurhessen. Provinz Oberhessen, Amt Wenings (zur Standesherrschaft Isenburg gehörig) ab 1822: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk BüdingenTrennung zwischen Justiz (Landgericht Büdingen) und Verwaltung. ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Nidda ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen ab 1867: Norddeutscher Bund,Der Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs. Infolge des Deutschen Krieges wurde die Provinz Oberhessen dort zwangsweise Mitglied. Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen ab 1918: Deutsches Reich,Infolge des Ersten Weltkriegs entsteht die Weimarer Republik. Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Büdingen ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis BüdingenIm Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Oberhessen aufgelöst. ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Büdingen ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Wetteraukreis, Gemeinde Kefenrod

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Burgbracht 261 Einwohner. Darunter waren 6 (2,3 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 60 Einwohner unter 18 Jahren, 93 zwischen 18 und 49, 54 zwischen 50 und 64 und 48 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 102 Haushalten. Davon waren 27 Singlehaushalte, 24 Paare ohne Kinder und 39 Paare mit Kindern, sowie 15 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 15 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 69 Haushaltungen lebten keine Senioren.

Einwohnerentwicklung

Historische Religionszugehörigkeit • 1961: 205 evangelische (= 89,13 %), 21 katholische (= 9,13 %) Einwohner

Politik Für Burgbracht besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Burgbracht) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 64,93 %. Alle Kandidaten gehörten der „Bürgerliste Burgbracht“ an. Der Ortsbeirat wählte Alfred Jost zum Ortsvorsteher.

Sonstiges Den Einwohnern steht ein Dorfgemeinschaftshaus zur Verfügung. Burgbracht gehört mit Kefenrod und Hitzkirchen/Helfersdorf zum Kirchspiel Hitzkirchen.

Vereine SV Burgbracht (Fußball) Imkerverein Gedern Burgbracht Dorfgemeinschaft Burgbracht Feuerwehrverein Burgbracht

Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen

Einzelnachweise

Weblinks

Ortsteile In: Webauftritt der Gemeinde Kefenrod.

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