gerahmt|Offizielles Logo des Theaters Krefeld und Mönchengladbach gGmbH seit der Spielzeit 2011/2012

Die Theater Krefeld und Mönchengladbach gGmbH ist ein Zusammenschluss der ehemals städtischen Theater von Krefeld und Mönchengladbach. Das Theater ist ein Vierspartenhaus: Schauspiel, Musiktheater, Ballett und Konzerte der Niederrheinischen Sinfoniker gehören zum Programm. Darüber hinaus bietet das Theater diverse Theater-Extras, Gastspiele und unter anderem mit den Jugendclubs in Krefeld und Mönchengladbach ein umfassendes Programm im Bereich Kinder und Jugend an.

Geschichte Theater in Krefeld bis 1906 Erstmals erwähnt wird ein Wandertheater in Krefeld im Jahre 1776, als die Doblersche Schauspielergesellschaft nach Gastspielen in Wesel und Kleve auf dem Weg nach Düsseldorf und Köln Station in Krefeld machte. Es folgten Gastspiele verschiedener Theatertruppen. Ein erster Holztheaterbau wurde 1779 auf der Lutherischen Kirchstraße errichtet. 1825 ließ Michael Rump auf eigene Rechnung ein Theaterlokal an der Uerdinger Landstraße bauen. Dieser Holzbau vor der Stadt, in Krefeld „Zelt“ genannt, diente als Tanz-, Theater- und Konzertsaal. In Rumps Theaterlokal gastierten unter anderem Josef Derossi und seine Truppe aus Düsseldorf, zu der zeitweise Albert Lortzing und Felix Mendelssohn Bartholdy gehörten, aber auch verschiedene „reisende Kunststückmacher“.Hans Martin Frese: Komödianten. Theater in Krefeld und Mönchengladbach. Verlag Joh. Van Acken, Krefeld, 1984. Nach Rumps Tod fiel das verschuldete Theaterlokal per Los an seinen Schwager Johann Bernhard Keussen, der es erst vermietete und dann verkaufte. 1859 gründete sich in Krefeld eine private Operngesellschaft und ein Theaterverein, der die Leitung des Krefelder Theaters dem Schauspieler Ferdinand Wenzel auf eigene Rechnung übertrug. Wenzel baute als Prinzipal ein eigenes Schauspielensemble auf, verbannte seichte Schwänke aus dem Programm und setzte stattdessen auf Shakespeare, Lessing, Goethe, Schiller und Kleist. Weil er das Theater nicht finanzieren konnte, ging er 1865 nach Mainz. Auch seine verschiedenen Nachfolger konnten das Theater nicht zu einem rentablen Unternehmen machen. Nach dem Brand des Wiener Ringtheaters im Jahre 1881, entschlossen sich die Stadtväter das Theater an der Rheinstraße zu schließen. Als Spielstätte für Wandertruppen diente in den Jahren darauf der Nebeck’sche Saal am Ostwall. Ein Gastspiel der Deutschen Oper Amsterdam im Frühjahr 1884 begründete die Krefelder Musiktheatertradition der „Monatsoper“: das in einem Jahr erarbeitete Repertoire eines gastierenden Ensembles wurde innerhalb weniger Wochen abgespielt. 1885 gründete sich die Actien-Gesellschaft Crefelder Stadttheater, die das ehemalige Theaterlokal und angrenzende Gebäude kaufte und den Kölner Architekten Hochgürtel und den Kölner Theatermeister Albert Rosenberg mit dem Umbau des Theaters beauftragte. Eine neue Straßenbahn sorgte dafür, dass es nicht nur aus Krefeld, sondern auch aus den damaligen Nachbarorten Uerdingen, Hüls und Fischeln erreichbar war. Als Theaterdirektor wurde Carl Heuser aus Bern verpflichtet. Zum Programm gehörte fortan nicht nur Schauspiel, sondern auch Oper. Am 2. Oktober 1886 wurde das neue Krefelder Theater mit dem Freischütz eröffnet. Am 10. Februar 1887 beschloss das Stadtverordneten-Collegium, das klassische Bildungstheater für drei Jahre mit 8000 Talern zu unterstützen, und verlieh der „Crefelder Kapelle“ das Recht, sich „Städtische Kapelle“ zu nennen. Im selben Jahr wurde Anton Otto neuer Direktor des Krefelder Theaters. Er führte in der zweiten Spielzeit die rechtsgültige Eintragung in Abonnementslisten ein. Aus finanziellen Gründen verzichtete Otto auf den Ausbau des Musiktheaters und setzt stattdessen im Rahmen der Monatsoper auf Gastspiele aus Aachen, Düsseldorf, Elberfeld oder Essen. Trotzdem musste das Theater neben der städtischen Subvention immer wieder auf Unterstützung durch die großen Krefelder Familien zurückgreifen. In den 19 Jahren seiner Zeit als Direktor entwickelte Otto das Krefelder Theater zu einer beliebten Spielstätte mit eigenem Ensemble. Eine Verlagerung des Schwerpunktes vom Sprech- zum Musiktheater wurde im Jahre 1900 eingeleitet, als Reinhold Pester zur Monatsoper nach Krefeld kam. Er brachte seine Frau, die Primadonna der Kölner Oper Bertha Pester-Prosky und weitere Kölner Kräfte mit und machte sich binnen zweier Spielzeiten bei den Krefeldern unentbehrlich, so dass in der Stadt erneut der Wunsch nach einem eigenen Musiktheater entstand. Für Otto war dies 1906 der Grund, Krefeld den Rücken zu kehren. An seiner Stelle wurde Pester Theaterdirektor. In Mönchengladbach war Pester schon 1904 zum Theaterchef geworden.

Theater in Mönchengladbach und Rheydt bis 1906 Die Theatergeschichte Mönchengladbachs beginnt am 11. Dezember 1862 mit einem Gastspiel des Krefelder Theaters im Noever’schen Saal. Gegeben wurde die Komödie „Das Glas Wasser“. Bis zur Jahrhundertwende blieb Gladbach allerdings auf Gastspiele angewiesen. Erst Mitte September 1903 gründete sich im Gasthof Herfs eine Theatervereinigung, deren Vorsitz der Stadtverordnete und ehrenamtliche Beigeordnete Adolf Friedrich Peltzer einnahm. Am 29. November 1903 wurde die Kaiser-Friedrich-Halle eingeweiht und hier am 5. Januar 1904 das erste Theater M.Gladbach mit Fidelio eröffnet. Die Leonore wurde gesungen von Bertha Pester-Prosky. Kurz darauf wurde Ferdinand Pester Theaterchef und holte am 12. Januar 1904 das Krefelder Schauspiel zu einem Gastspiel nach Gladbach. Seit dem 1. Juli 1906 führte Pester das Krefelder und das Gladbacher Haus. In Rheydt hatte Roland Müller-Stein vor dem Ersten Weltkrieg die Rheydter Kammerspiele ins Leben gerufen.

1906 bis 1919 – Theater Krefeld und Mönchengladbach unter gleicher Leitung Reinhold Pester, seit 1906 Theaterleiter in Krefeld und Mönchengladbach, engagierte den Wagner-Interpreten Curt Cruciger als Kapellmeister. Cruciger arbeitete in Krefeld mit der „Krefelder Kapelle“ und in Gladbach mit dem „Gladbacher Orchester“. Dazu kam das Engagement des Regisseurs Franz Eilers, der der Bayreuther Tradition verpflichtet war. Der erste geschlossene Ring wurde vom 7. bis 13. April 1906 im Krefelder Theater gegeben. Vom Schauspiel verlagerte sich in dieser Zeit in beiden Städten der Schwerpunkt auf die Oper, und zwar besonders auf das Werk Richard Wagners. Pester und Cruciger setzten hiermit zumeist auf Altbewährtes, brachten aber auch schon 1911 als eine der ersten Bühnen im Rheinland Richard Strauss’ Oper Der Rosenkavalier heraus. Die Rolle des Baron Ochs übernahm Leo Schützendorf. Im Sprechtheater verzichteten sie fast gänzlich auf Neuerungen, was zu einem Niedergang der Schauspielsparte führte.

1919 – Das Stadttheater Krefeld entsteht Nach dem Ende des Krieges beschloss die Stadt Krefeld, die Finanzen des Krefelder Theaters endgültig selbst zu übernehmen. Reinhold Pester wurde vom Pächter zum Direktor „degradiert“ und das Krefelder Stadttheater entstand.

Der erste Theatervertrag von 1921 – Das Stadttheater Krefeld-M.Gladbach Nachdem das Theater Krefelds bereits in städtischer Hand war, wurde im Mai 1921 ein Fusionsvertrag mit Mönchengladbach geschlossen, der 50 Vorstellungen in Oper und Schauspiel garantierte. Der Intendant des Theaters sollte in der paritätisch besetzten Theaterkommission gemeinsam bestimmt werden. Pester wurde durch Otto Maurenbrecher abgelöst, der wieder mehr Wert auf das Schauspiel legte, ohne jedoch Crucigers Kompetenzen zu beschneiden. Maurenbrecher blieb bis zur Auflösung des Theatervertrages am Stadttheater Krefeld-M.Gladbach und danach noch eine weitere Spielzeit in Krefeld. Zur Auflösung des Theatervertrages führte die Unzufriedenheit der Gladbacher Bürger. Man fühlte sich Krefeld gegenüber benachteiligt und forderte ein eigenes Mönchengladbacher Stadttheater. Der Theaterkulturverband, die vom späteren Braunschweiger Ministerpräsidenten Hubert Schlebusch gegründete Freie Volksbühne und der Bühnenvolksbund trugen maßgeblich dazu bei.

Das Krefelder Stadttheater von 1924 bis 1943 Von 1924 bis 1932 war Ernst Martin Intendant des Krefelder Stadttheaters. Er entwickelte ein Programm, das sich auch überregional sehen lassen konnte. Unter anderem erhielt er die Uraufführungsrechte von Lion Feuchtwangers Kalkutta, 4. Mai und er holte unter anderem Fritzi Massary, Olga Pawlowa, Paul Wegener, Eugen Klöpfer, Asta Nielsen, Fritz Kortner, Max Pallenberg, Helene Thimig, Klara Ebers und Julie Schützendorf-Körner zu Gastspielen nach Krefeld. Ebenfalls von 1924 bis 1932 war Franz Rau als Nachfolger von Cruciger Opernchef am Krefelder Theater. Rau und Martin taten sich einerseits durch gemeinsame Opernaufführungen mit dem Schwerpunkt Mozart, aber auch durch neueste Produktionen hervor. Unter anderem fand am Stadttheater Krefeld die deutsche Erstaufführung von Rimski-Korsakows Oper Iwan der Schreckliche statt und die Uraufführung des Heliodor des jungen Kölner Komponisten Gustav Kneip. Im Jahre 1928 wurde der Zuschauertrakt umgebaut. Zu Beginn der 30er Jahre geriet das Theater allerdings infolge der Weltwirtschaftskrise erneut in finanzielle Schwierigkeiten. In der Folge gründete sich der Verein der Freunde des Stadttheaters mit dem Ziel das Theater zu erhalten. 1932 übernahm Hans Herbert Michels den Intendantenposten, wurde aber schon 1933 auf Betreiben der neuen nationalsozialistischen Machthaber durch den Schauspieler Hans Tannert abgelöst. Auf Tannert folgten Rolf Prasch (1935/36), Peter Fassot (1936/37), Paul Trede (1937–1943) und schließlich Herbert Junkers (1943/44). Der Opernchef Rau wurde 1932 durch Walther Meyer-Giesow ersetzt, dem nach einer Vakanz von zwei Jahren 1937 Werner Richter-Reichhelm folgte. Am 22. Juni 1943 wurde das Theater, wie auch zwei Drittel der Krefelder Innenstadt, durch einen Bombenangriff zerstört.

Das Mönchengladbacher Stadttheater von 1924 bis 1944 mini|Die Kaiser-Friedrich-Halle

Nach Auflösung des Theatervertrages wurde 1923 zunächst Heinz Bongartz Direktor des Operntheaters in Mönchengladbach. Er arbeitete auf eigene künstlerische und wirtschaftliche Verantwortung und musste schon nach einer Spielzeit aufgeben. Die Stadt beschloss daraufhin, ein eigenes Stadttheater zu gründen. Erster Intendant wurde Johannes Heinrich Braach, der trotz anerkannter künstlerischer Leistungen noch in seiner ersten Spielzeit ebenfalls wegen Misswirtschaft zurücktreten musste. Sein Nachfolger Paul Medenwaldt erlegte dem Theater einen rigiden Sparkurs auf. Von ihm übernahm 1926 Paul Legband das Theater. Als am 1. August 1929 die Städte M.Gladbach und Rheydt erstmals vereinigt wurden, wurden auch die Bühnen beider Städte zusammengelegt. Man verfügte nun über zwei Spielstätten: die Kaiser-Friedrich-Halle in Mönchengladbach und das neue Haus in Rheydt an der Odenkirchener Straße. Eine finanzielle Absicherung des Hauses gelang erst, als 1930 Fritz Kranz an das Theater Mönchengladbach-Rheydt kam. Während Krefeld das Krefelder Theater über die wirtschaftlich schwierige Spielzeit 1931/32 durch die Bürger der Stadt gerettet wurde, schlossen sich in Gladbach und Rheydt die Künstler unter Leitung des Intendanten zu einer Notgemeinschaft zusammen, um den Theaterbetrieb auf eigene Gefahr und Rechnung zu übernehmen. Zum Erstaunen der Bürger gelang es so, das Theater zu erhalten. Zur Spielzeit 1933/34 wurde die Intendanz an Hans Gustav Schmitz-Mutzbauer übergeben. Auch nach der von Joseph Goebbels bewirkten Trennung von Mönchengladbach und Rheydt im August 1933 blieben die Theater der beiden Städte unter der GmbH Städtische Theater der Gladbach-Rheydter Theaterbetriebe zusammen. 1941 wurde Erich Schumacher auf Wunsch Goebbels’ Intendant. Er blieb in seinem Amt, bis am 1. September 1944 alle deutschen Theater geschlossen wurden.

Vom Kriegsende bis zum Zusammenschluss der Krefelder und Mönchengladbacher Bühnen 1950