Gut Hospelt ist ein Stadtteil von Bad Münstereifel im Kreis Euskirchen, Nordrhein-Westfalen, und gehört zur Dörfergemeinschaft und ehemals eigenständigen Gemeinde Mutscheid.
Lage Der Wohnplatz liegt südöstlich von Bad Münstereifel mitten im Wald. Neben dem Ort liegen Hummerzheim und Odesheim. Östlich des kleinen Orts verläuft die Grenze zum benachbarten Land Rheinland-Pfalz.
Geschichte Gut Hospelt ist, nach der Stadt selbst, der älteste urkundlich belegte Wohnplatz im Münstereifeler Stadtgebiet. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 854. Im Jahr 865 gehörte Hospelt mitsamt vier zugehörigen Bauerngehöften schon der Abtei Prüm, und 893 wurden im Prümer Urbar 24 Gehöfte zum Herrenhof Hospelt gezählt.Joseph Matthias Ohlert: Fast 1000 Jahre unterm Krummstab. In: Mutscheid 893–1993.
Das heutige Herrenhaus ist eine Neuschöpfung des Architekten Paul Schultze-Naumburg und wurde 1924–1925 für den Unternehmer Gustav Cramer (* 28. Oktober 1871 in Düsseldorf; † 27. Oktober 1953)Civilstand der Oberbürgermeisterei Düsseldorf vom 3. November 1871, In: Düsseldorfer Volksblatt vom 4. November 1871Bericht des Aufsichtsrates der Gutehoffnungshütte Aktienverein über das Geschäftsjahr 1952/53 errichtet. Gustav Cramer war, bevor er 1912 nach Münstereifel zog, Vorstand der Gesellschaft für Baumwoll-Industrie in Hilden.
Am 1. Juli 1969 wurde Gut Hospelt zusammen mit der Gemeinde Mutscheid nach Bad Münstereifel eingemeindet.
In unmittelbarer Nähe zu Gut Hospelt liegt eine abgegangene Motte, eine ehemalige Fliehburg, die in die Zeit der Karolinger datiert wird.
Kapelle St. Joseph Schon im 9. Jahrhundert gehörte zum Hospelter Hofverband ein „Presbyter“, vergleichbar mit einem heutigen Pfarrer, und somit vermutlich auch ein Gotteshaus. Die heutige Kapelle stammt aus der Zeit um 1700 und wurde vermutlich vom damaligen Gutsbesitzer Johann Friedrich von Wentz errichtet. Sie war ursprünglich dem heiligen Antonius von Padua geweiht. Nach einer Restaurierung 1878 wurde dann der heilige Josef von Nazareth ihr Schutzpatron. 1889 wurde die Kapelle verlängert und erhielt ihren Dachreiter, der heute eine 39 kg schwere Glocke aus dem Jahr 1657 beherbergt.Toni Falkenstein, Johannes Osterspey: Geschichte der Kirchen- und Kapellenglocken in der Mutscheid. In: Mutscheid 893–1993. Sie trägt den Namen „Maria“ und klingt mit dem Nominal cis' ' ' +4.Gerhard Hoffs: Glocken im Dekanat Bad Münstereifel. (= Glockenbücher des Erzbistums Köln) online als PDF-Dokument, Abruf am 10. April 2020
Verkehr Die Buslinie 819 der RVK hält im Ort. Der TaxiBusPlus ist verfügbar.
Literatur Vereinsgemeinschaft Mutscheid (Hrsg.) Mutscheid 893–1993. Unsere Heimat. Westkreuz-Verlag Berlin / Bonn, Bad Münstereifel 1993, ISBN 3-922131-92-1.
Weblinks
Gut Hospelt auf der Homepage von Bad Münstereifel
Einzelnachweise
Kategorie:Stadtteil von Bad Münstereifel Kategorie:Ersterwähnung 854