mini|Von seinem Sohn Wilhelm Gösser 1937 geschaffene Gedenktafel für Hans Brandstetter an dessen Geburtshaus in Sankt Bartholomä Hans Brandstetter (* 23. Jänner 1854 in Michlbach, Gemeinde Sankt Bartholomä, Steiermark; † 4. Jänner 1925 in Graz) war ein österreichischer Bildhauer und Holzschnitzer.

Leben Hans Brandstetter wurde als Sohn des Musikers und Nagelschmieds Peter Brandstetter und dessen Ehefrau Juliana Thurner am Bauernhof vulgo Schulzen im heute zur Gemeinde Sankt Bartholomä gehörenden Teil von Michlbach geboren. Anfangs als Bürstenputzer und Nagelschmiedgeselle tätig, schnitzte er in seiner Freizeit Christusbilder und andere sakrale Werke. Nebenbei verdiente er sich auch durch andere Handlangertätigkeiten bei Ziegeleien und Gehöftebauten oder auch als Dorfmusikant Geld für die Anschaffung von Hölzern und Zubehör zum Schnitzen. Von seinem Vater wurde er im Gitarren- und Violinspiel ausgebildet, sodass er mit einer kleinen Dorfmusikkapelle zum Tanz aufspielen konnte. Beim Bruder seines Vaters in Friesach begann er eine Lehre zum Nagelschmied, die er nach zwei Jahren jedoch vorzeitig beenden musste, nachdem er sich die rechte Hand eingequetscht hatte und dadurch für diesen Beruf untauglich geworden war.

In der Folge unterstützte ihn sein Vater, der sich beim Bildhauer Franz Kelz nach einer möglichen Lehrstelle für seinen Sohn erkundigte. Nachdem der Vater Werke des Grazer Bildhauers Jakob Gschiel gesehen hatte, begann Brandstetter – wie später auch sein Sohn Wilhelm Gösser – eine Bildhauerlehre bei Gschiel. Nachdem er über ein Jahr lang auf eine freie Stelle warten musste, wurde er mit 15. September 1870 von Gschiel aufgenommen. Eine seiner ersten Tätigkeiten bei Gschiel war die Lieferung eines für das Grabmal des früheren Fürstbischofs von Seckau, Ottokar Maria von Attems, gestalteten Marmorkruzifixes per Handkarren an den Grazer Versuchshof. Für dieses Werk erhielt Gschiel bei der Grazer landwirtschaftlichen und Industrieausstellung 1870 eine Bronzemedaille. Zu Beginn seiner Lehre half Brandstetter wiederholt als Hausgehilfe aus und war zudem häufig auf dem von Gschiels Frau und einem befreundeten Vergolder gemieteten Gut Fischerhof in Rettenbach bei Mariatrost beschäftigt.

Nach weiterer Ausbildung im Kunstgewerbeverein studierte er an der Wiener Akademie der bildenden Künste zunächst bei Edmund Hellmer, dann, in nächster Stufe, bei Carl Kundmann. Außerdem verbrachte Brandstetter Studienaufenthalte in Rom und Paris. Nach mehr als 20 Jahren als Professor an der Staatsgewerbeschule Graz trat er 1914 in den Ruhestand.

Kurz vor Vollendung seines 71. Lebensjahres starb Brandstetter in seiner Wohnung in der Schillerstraße 20 im Grazer Bezirk St. Leonhard an einer Sepsis und wurde zwei Tage später bestattet.Sterbebuch Graz-Herz Jesu, tom. III, fol. 166 (Faksimile), abgerufen am 11. Jänner 2026. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Stadtfriedhof St. Peter.

Werke (Auswahl) mini|Styria von Hans Brandstetter 1891 für die Hauptbrücke geschaffen, seit dem Neubau im Grazer Stadtpark Innenausstattung der Herz-Jesu-Kirche in Graz (gilt als sein Hauptwerk) Waldlilie (1885) im Grazer Stadtpark Robert-Hamerling-Denkmal in Graz Karl-Morré-Denkmal in Graz Peter-Rosegger-Brunnen in KapfenbergErnst Decsey (Red.): Der Waldschulmeister-Brunnen in Kapfenberg. (Abweichend: Festschrift zur Enthüllung des Walschulmeister-Brunnens in Kapfenberg). Leykam, Graz 1908, OBV. Erzherzog-Johann-Standbild im Vestibül der Grazer Wechselseitigen Versicherungs-Gesellschaft Gedenktafel für Wilhelm Bücher in der Stiftskirche Admont Einige Statuen am Hauptgebäude der Universität Graz, insbesondere die Nischenfiguren von Erzherzog Karl II. und Kaiser Franz I. Grabdenkmal des Fürstbischofs von Graz-Seckau Johann Baptist Zwerger in der Krypta der Grazer Herz-Jesu-Kirche Statuen des hl. Urban und der hl. Helena für den neoromantischen Altar in der Gölkkapelle in Krieglach; als Gehilfe von Gschiel im Jahr 1871 geschnitzt

Ehrungen (Auswahl) In Graz ist eine Gasse nach ihm benannt.

Literatur Ferdinand Krauss: Die Lehrjahre eines Bildners aus der Steiermark. Biographische Skizze über Hans Brandstetter. Goll, Graz 1885, OBV. Emil Marriot (Sammler): Skulptur „Kora aus Hamerlings Aspasia“ von Hans Brandstetter. 1 Fotografie mit eigenhändiger Widmung von Hans Brandstetter. Nachlass Emilie Mataja, s. l., s. a., OBV.

Bruno Brandstetter (Zusammenstellung): Die Werke des Bildhauers Hans Brandstetter. Brandstetter, Graz 1965, OBV. Isolde Wilding: Der Bildhauer Hans Brandstetter (1854–1925). Leben und Werk. Dissertation. Universität Graz, Graz 1988, OBV. Margarete Payer: Hans Brandstetter. In: lithes.uni-graz.at, Juni 2011, abgerufen am 9. Februar 2018.

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Einzelnachweise

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