Der Goldpreis ist auf dem Goldmarkt der Marktpreis des Handelsobjekts Gold, überwiegend in US-Dollar notiert. Der Preismechanismus entsteht an Rohstoffbörsen durch das weltweite Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage.

Allgemeines Die wichtigsten Goldpreisnotierungen in Europa erfolgen in London, Paris und Zürich.Gabler Wirtschaftslexikon, abgerufen am 9. April 2017.

Wichtige Einflussfaktoren sind der Dollarkurs, Zinssätze und der Ölpreis sowie die Preise anderer Edelmetalle (z. B. Silber-, Platin- und Palladiumpreis) und unedler Metalle (z. B. Kupfer und seltene Erden). Auch Emotionen spielen an den Rohstoffbörsen eine Rolle, z. B. Inflationsängste, politische Ereignisse, Spekulationen und langfristige Erwartungen.

Der Goldpreis und die Goldmenge bestimmen den Metallwert, den ein Gold enthaltendes Handelsobjekt (Schmuck, Goldbarren, Goldmünzen oder Kunstgegenstände) besitzt.

mini|hochkant=1.5|Goldpreis seit 1914 in US-Dollar pro Feinunze: ,

Geschichte Antike Erste Goldmünzen unter König Krösus mini|Der lydische König Krösus ließ um 560 v. Chr. die ersten Goldmünzen herstellen.

Um 560 v. Chr. ließ der lydische König Krösus erstmals Goldmünzen, einheitlich in Größe und Wert, mit Prägestempeln versehen, die gleichzeitig neben einer Propagandafunktion auch einen – eingeschränkten – Qualitätsstandard für das Edelmetall darstellten. Diese frühen Goldmünzen in Kleinasien, bei denen noch die ursprüngliche Barrenform erkennbar war, waren die ersten Kurantmünzen.

Gold und andere Metalle erfüllten die klassischen Geldfunktionen (Tauschmedium, Zahlungsmittel, Wertmesser und Wertaufbewahrungsmittel/Wertspeicher) bereits zu Beginn des 3. Jahrhunderts v. Chr. im Alten Orient und in Ägypten. Jedoch war die Palastwirtschaft in Verbindung mit der Oikoswirtschaft sowie die mit ihnen verbundene Subsistenzproduktion hinderlich für die Entwicklung einer Geldwirtschaft, da nicht selbst produzierte Güter meist im Wege des Tausches oder der Dienstverpflichtung beschafft wurden. Münzgeld setzte sich daher erst später und zunächst nur in einigen Wirtschaftszweigen durch.Hubert Cancik: Der Neue Pauly. Enzyklopädie der Antike. Metzler, Stuttgart (unter anderem) 2000, ISBN 3-476-01484-3, S. 873.

Goldwährung im Römischen Reich Um 225 v. Chr. wurden die ersten Goldmünzen im Römischen Reich geschlagen. Die Römer übernahmen das Prägen von den Griechen. Unter Julius Caesar wurden vermehrt Goldmünzen geprägt, unter anderem der Aureus.

Infolge der Expansion des Reiches flossen immer größere Mengen Silber nach Rom. Ein Großteil der staatlichen Ausgaben wurde durch die Neuprägung von Silbermünzen finanziert, was in den folgenden Jahrhunderten zunächst zur Geldentwertung und im 3. Jahrhundert n. Chr. zum völligen Zusammenbruch der römischen Silberwährung führte. Da das Geld stark an Bedeutung verlor, musste beispielsweise der Sold der römischen Soldaten direkt in Getreide ausgezahlt werden. Als Reaktion ersetzte Kaiser Konstantin der Große um 310 n. Chr. die Silberwährung durch eine Goldwährung. Als Zahlungsmittel diente der sogenannte Solidus. Der Wert der Goldmünze betrug 1/72 des römischen Pfundes (also in der Regel 4,55 Gramm), was bisweilen durch die Zahl LXXII auf der Münze ausgedrückt wurde. 72 Solidi ergaben also ein Pfund und 7200 Solidi einen römischen Zentner (centenarium).Heinrich Chantraine: Solidus. In: Der Kleine Pauly, Band 5, Deutscher Taschenbuch Verlag, Stuttgart 1979, ISBN 3-423-05963-X, S. 259 f.

Mittelalter Goldmünzen als Leitwährungen mini|Solidus Konstantins II.

Nach dem Ende der Spätantike um 600 blieb der Solidus in Ostrom die wichtigste Währung. Sie war bis zum beginnenden 12. Jahrhundert die Leitwährung in Europa, Nordafrika und Vorderasien. Gründe dafür sind der hohe Goldgehalt und die daraus folgende Stabilität der Goldwährung. Mit dem Niedergang von Byzanz verfiel auch dessen Währung.

Die Goldzirkulation im Rahmen der staatlichen Institutionen an sich nahm im frühen Mittelalter ab. Andererseits entwickelte sich das Geld in zunehmendem Maße zu einem Tauschmittel, welches dem Handels- und Marktgeschehen diente. Die ursprüngliche Goldwährung verlor als Zahlungsmittel an Bedeutung und wurde nur noch als eine Art Wertspeicher gehortet. Die meisten Reiche wechselten wieder zur Silberwährung, da Gold seltener und teurer war als Silber. Silber wies lediglich noch den reinen Rechenbezug zum Gold auf.Hubert Cancik: Der Neue Pauly. Enzyklopädie der Antike. Metzler, Stuttgart (unter anderem) 2000, ISBN 3-476-01484-3, S. 886–888.

Mit den Kreuzzügen und dem immer ausgeprägteren Fernhandel wurde die Goldwährung erneut eingeführt. Der Florin und Goldgulden aus Florenz, der Dukat (Zecchine) Venedigs sowie der Genovino aus Genua verbreiteten sich in ganz Europa und avancierten zu internationalen Reservewährungen des Mittelalters.

Diese Währungen entstanden ursprünglich aus dem Handel mit Nordafrika (Maghreb). Dort konnten die Kaufleute mit europäischem Silber günstig afrikanisches Gold kaufen. Um das im Silberhandel oder im noch lukrativeren Salzhandel erworbene Gold mit Gewinn wieder abzusetzen, waren Goldmünzen das geeignete Medium. Goldmünzen stellten in Europa eine Ware dar, da ihr Kurs gegenüber den Silbermünzen zunächst nicht fix, sondern vom Wertverhältnis der beiden Edelmetalle abhängig war. Gold hatte in Europa gegenüber Silber einen erheblich besseren Kurs (1:10 bis 1:12 in Europa, 1:6 bis 1:8 im Maghreb). Auf diese Weise wurden gute Gewinne gemacht und zugleich gelangte auch ein wertstabiles Zahlungsmittel auf den Markt.Brockhaus Enzyklopädie. 21. Auflage. Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus, Mannheim 2005, Band 11, ISBN 3-7653-4142-8, S. 590.

Dauerdeflation im Spätmittelalter mini|Goldgulden des Mainzer Kurfürsterzbischofs Johann II. von Nassau (geprägt um 1400 in Frankfurt-Höchst)

Im 14. und 15. Jahrhundert setzte ein allgemeiner Niedergang des Bergbaus ein. Dies findet eine Erklärung im Bevölkerungsrückgang auch durch Pestepidemien. So fehlten die Arbeitskräfte, und da die Anzahl der Bergwerke insgesamt gering war, kam es zu einem Mangel an Zahlungsmitteln. Pest, Kriege und Hungersnöte dezimierten die Einwohnerzahl der Länder Europas von 1340 bis 1450 um ein Drittel. Die Münzproduktion sank im gleichen Zeitabschnitt um rund 80 Prozent. Somit überstieg der Bedarf an Zahlungsmitteln das Angebot. Da Goldmünzen knapp und wertvoll waren, wurden sie zunehmend gehortet. Das entzog dem Geldumlauf das Edelmetall, verringerte somit dessen Umlaufgeschwindigkeit und verschärfte die Deflation. Es wird vermutet, dass erst durch die Entdeckung Amerikas 1492 und durch das von dort nach Europa strömende Gold der Goldwert wieder sank und somit die Dauerdeflation endete.Christoph Bartels, Markus Andreas Denzel: Konjunkturen im europäischen Bergbau in vorindustrieller Zeit. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2000, ISBN 3-515-07684-0.

Frühe Neuzeit Inflation durch die Entdeckung Amerikas mini|Christoph Kolumbus trifft 1492 in Amerika ein. Die Entdeckung Amerikas und der massenhafte Import von Gold aus Südamerika nach Spanien durch die Konquistadores führte zu einer großangelegten Inflation des Goldpreises.

Durch die Unterwerfung und die Ausplünderung der mittelamerikanischen Kulturen im 16. Jahrhundert gelangten viele Schiffsladungen Gold und Silber nach Europa. Von 1494 bis 1850 sollen schätzungsweise 4700 Tonnen Gold aus Südamerika gekommen sein, das in Form von Goldmünzen Zahlungsmittel wurde (Münzregal) oder in den Staatsschatz einging.

Die Zunahme der Goldmenge hatte Folgen für die Volkswirtschaften der Erde. Die Preise begannen weltweit zu steigen. In Spanien betrug die Inflation im gesamten 16. Jahrhundert 400 Prozent. Das sind 1,6 Prozent pro Jahr. Die Preisrevolution breitete sich von dort über ganz Europa und bis nach Asien aus. Das Phänomen der stetigen Inflation, das heute als normal gilt, hatte es in Europa vor dem 16. Jahrhundert so nicht gegeben. In Deutschland lag der Roggenpreis 1461/'70 bei 9 Gramm Gold, 1611/'20 bei 35 Gramm Gold. Das entsprach innerhalb von 150 Jahren einer knappen Vervierfachung. Die sogenannte Preisrevolution zeigte den Menschen, wie die Kaufkraft nicht nur bei Waren, sondern auch bei Geld von Angebot und Nachfrage abhängt.Friedrich-Wilhelm Henning: Das vorindustrielle Deutschland 800 bis 1800. Uni-Taschenbücher, Stuttgart 1994, ISBN 3-8252-0398-0, S. 184.

Münzverschlechterung mini|links|Der Begriff Kipper- und Wipperzeit entstand aus dem „Umwippen“ der Münzwaage, wenn vollwertige Münzen vor dem Beschneiden („Kippen“) aussortiert wurden.

Während der Kipper- und Wipperzeit führte die betrügerische Münzentwertung zu steigenden Gold- und Silberpreisen. Vollwertige Münzen wurden mittels einer Schnellwaage aussortiert, um sie dann entweder einzuschmelzen oder an den Rändern zu beschneiden und mit dem so gewonnenen Metall unter Zugabe von Kupfer neue Münzen herzustellen. Die Geldentwertung lässt sich am Verhältnis von Goldgulden zu Kreuzern (Kurantmünze) erkennen: Lag der Wert für einen Goldgulden 1559 noch bei 60 Kreuzern, stieg er bis 1620 auf 180 Kreuzer und überstieg 1622 die Grenze von 1000 Kreuzern.Baden-Württembergische Bank: Gold – ein neuer Megatrend? (PDF; 1,0 MB) Dezember 2000.

Der Siebenjährige Krieg brachte eine massive Münzverschlechterung (Inflation) mit sich. Die Münzen dieser Zeit spiegelten dem Bürger im Edelmetallgehalt vollwertige (Vorkriegs-)Kurantmünzen durch ihr Gepräge vor, waren aber in Wirklichkeit in ihrem Feingehalt minderwertig. Friedrich der Große finanzierte unter anderem damit den 1756 begonnenen Siebenjährigen Krieg. Durch die Herstellung und die Ausgabe solcher Münzen machte die königliche Münze einen erheblichen Gewinn. Dafür war vor allem der Bankier und Münzpächter Veitel Heine Ephraim (1703–1775) aus Berlin zuständig, der diese Münzen herstellte, die nach ihm Ephraimiten genannt werden.

Beispiel für den Wert von zwei goldenen 5-Taler-Münzen (August d’or) von 1758 nach einer preußischen Valvationstabelle von 1820: „Zwei „Mittel-August d’Or“ (nominell 10 Taler) = 6 Taler, 21 Groschen, 6 Pfennige (preuß. Courant)“, das heißt, es fehlten mindestens eineinhalb Taler Gold am Nominalwert pro 5-Taler-Münze.

Festlegung von Gold- bzw. Silberumtausch in Großbritannien mini|Isaac Newton legte 1717 einen zu niedrigen Goldpreis für Silber fest und somit den „Grundstein“ des Goldstandards.

In Großbritannien basierte das Münzwesen bis Anfang des 18. Jahrhunderts wesentlich auf Silber, die Goldmünzen waren großen Schwankungen unterworfen. Am 21. September 1717 legte Isaac Newton, Leiter des königlichen Münzamtes, den Preis für eine Guinee in Silber fest. Der Kurs für den Umtausch von Pfund Sterling in Gold betrug 3,89 Pfund pro Feinunze. Newton setzte einen zu niedrigen Goldpreis für Silber fest. Silber war nun im Verhältnis teurer als Gold und wurde deshalb mit der Zeit aus dem Geldumlauf verdrängt.Ulrich van Suntum: Die unsichtbare Hand. Ökonomisches Denken gestern und heute. Springer-Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-540-25235-5.

Seit 22. Dezember 1717 bestand durch königliche Proklamation de facto die Umtauschbarkeit der britischen Währung in Gold zur fixierten Goldparität. Am 10. Mai 1774 vollzog das britische Parlament den Übergang zum späteren gesetzlichen Goldstandard.