Wicked – Die Hexen von Oz oder Wicked – Die Hexen von Oz. Die wahre Geschichte der bösen Hexe des Westens (Originaltitel: Wicked. The Life and Times of the Wicked Witch of the West) ist der erste Roman der Tetralogie The Wicked Years von Gregory Maguire aus dem Jahr 1995, mit Illustrationen von Douglas Smith. Der Roman bildet die, wenn auch eher lose, literarische Vorlage für das erfolgreiche Broadway-Musical Wicked – Die Hexen von Oz sowie die darauf basierende Filmadaption.

Wicked ist ein politischer, gesellschaftlicher und ethischer Kommentar zur Frage, was Gut und Böse wirklich sind. Zu diesem Zweck unterzieht Macguire das Land von Oz, bekannt aus den Werken von L. Frank Baum, einem revisionistischen Blick und beschreibt die Vorkommnisse vor und während Der Zauberer von Oz (1900) mit einem Fokus auf der Antagonistin, der bösen Hexe des Westens und anderen bekannten und neuen Nebencharakteren. Was zu einer Umdeutung der Ereignisse und deren Bedeutung führt. Hierbei dient vor allem die Filmadaption Der Zauberer von Oz (1939) als stilistische Inspiration.

Anders als die beliebten Filme und Musicals sowie die Werke Baums richtet sich dieser Roman nicht an Kinder und benutzt teilweise sehr explizite Sprache und Inhalte. Neben den drei anderen Büchern (Son of a Witch, A Lion Among Men und Out of Oz) aus The Wicked Years wurde das Wicked-Universum noch um die Sequel-Trilogie Another Day (Trilogie) und den Prequel-Roman Elphie erweitert. Nur Wicked wurde bisher ins Deutsche übersetzt.

Zusammenfassung Die Handlung spielt im Land von Oz, vor und während der Vorkommnisse von Der Zauberer von Oz. Sie konzentriert sich auf das Leben von Elphaba, von der Geburt, über die Kindheit als missverstandenes grünhäutiges Mädchen, bis hin zum Tod als die berüchtigte „Böse Hexe des Westens“. Gregory Maguire kreierte den Namen „Elphaba“ (Aussprache: EL-fa-ba) aus den Initialen von Lyman Frank Baum, L-F-B. Die Geschichte ist in fünf verschiedene Abschnitte aufgeteilt.

Munchkins Elphaba Thropp kommt als Tochter von Melena Thropp – der Enkelin der Eminenz Thropp – und Frexspar dem Göttlichen (kurz: Frex), eines Pfarrers der unionistischen Religion, zur Welt. Melena ist mit Frex durchgebrannt, um dem Leben am Hof und der Nachfolge als Eminenz zu entgehen, da Titel in Oz matrilinear vererbt werden. Mit ihrem Leben in einem kleinen Fischerdorf ist sie dennoch nicht sonderlich glücklich, auch weil Frex, aufgrund missionarischer Tätigkeiten, oft über längere Zeit abwesend ist.

So auch am Tag von Elphabas Geburt, an dem Frex aufbricht um vor „der Uhr des Zeitdrachens“, einer wichtigen Reliquie des „Freudenkults“, zu warnen. Die Warnung stößt allerdings auf taube Ohren und während Frex von einem Lynchmob verfolgt wird, wird Elphaba im Schutze eben jener Apparatur geboren. Da Elphaba grüne Haut, Hai-Milchzähne und eine Phobie vor Wasser hat, wird das alte Kindermädchen „Ämmchen“, das schon Melena in ihrer Kindheit betreute, zur Unterstützung herbeigerufen. Auf Ämmchens Nachfrage ob die, in ihrer Jugend wohl eher promiske, Melena eine Affaire gehabt hätte, verneint diese bzw. gibt an, sich nicht erinnern zu können. Erwähnt aber einen Reisenden, der ihr ein Elixier aus einem grünen Fläschchen gegeben hat, das sie in einen Rausch versetzt hat.

Ungefähr anderthalb Jahre später taucht ein reisender Quadling, genannt Schildkrötenherz, bei Melena und Frex auf und Melena gewährt ihm Obdach und Verpflegung. Für Elphaba stellt der Glasbläser eine hübsche glitzernde Schale aus Glas her. Melena beginnt eine Affäre mit dem Quadling, während Frex auf Missionsreise unterwegs ist. Als dieser wieder zurückkehrt, freundet er sich mit Schildkrötenherz an, scheinbar ohne um die Liebesbeziehung von Melena und dem Quadling zu wissen. Am Ende des ersten Teils stellt sich heraus, dass Melena erneut schwanger ist.

Gillikin Anmerkung: Im Land Oz wird zwischen den intelligenten, sprechenden TIEREN (Großschreibung) und den nicht-sprechenden Tieren (Kleinschreibung) unterschieden.

Der zweite Teil des Buches beginnt in einem Abteil eines Zuges nach Shiz, einer Stadt im südwestlichen Gillikin. Die beiden Passagiere, Doktor Dillamond und das Mädchen Galinda, sind auf dem Weg zur Shiz-Universität. Nach deren Ankunft zieht sich Dillamond in die Unterkunft der Professoren zurück, währenddessen sich Galinda ins Grattler-Kolleg, der Mädchenuniversität in Shiz, begibt.

Da Galinda ihre Muhme Schnapp, die unterwegs in einen rostigen Nagel getreten ist, zurücklassen muss, hat sie niemanden, der sie bei der Zimmereinteilung vertreten kann. Um nicht im Rosa-Schlafsaal untergebracht zu werden, stimmt sie schließlich zu, sich mit Elphaba ein Doppelzimmer zu teilen. Die beiden verstehen sich nicht besonders gut, da Elphaba wenig Interesse daran hat, sich in Freundesgruppen zu integrieren, während Galinda einen großen Wert auf ihren gesellschaftlichen Status legt. Die Zimmerkameradinnen nehmen an der Biologievorlesung des sprechenden GEISSBOCKS, Doktor Dillamond, teil. Ein zentraler Schwerpunkt des Kurses ist der Konflikt zwischen TIERE und Tieren. Dr. Tillamond versucht zu beweisen, dass TIERE den Menschen ähnlicher wären als Tiere. Er warnt seine Studierenden davor, dass die tyrannische Herrschaft des Zauberers von Oz zur Diskriminierung der TIERE führt und einige bereits zu Tieren degradiert wurden. Unterstützt wird diese Unterdrückung von Madame Akaber (Herleitung von makaber), der Direktorin des Grattler-Kollegs. Ein von ihr organisierter Poesieabend entpuppt sich als reine Propagandaveranstaltung mit der Botschaft: „Tiere sollte man sehen und nicht hören“.

Elphaba setzt sich bald für die Rechte der TIERE ein und wird später Dillamonds Sekretärin und Laborassistentin.

Unterdessen freundet sich Elphaba mit einem jungen Munchkin namens Boq an, der für Galinda schwärmt. Da Galinda eine große Gillikinesin ist, aber er ein kleiner Munchkin, weist sie ihn ab. In der Hoffnung, ihr näherzukommen, verbringt Boq mehr Zeit mit Elphaba und wird schließlich in ihre und Dillamonds Forschungen verwickelt. Ihre Freundschaft wird jedoch erschüttert, als Dillamond ermordet wird.

Gleichzeitig erleidet die Muhme Schnapp eine mysteriöse Starre. Galinda fühlt sich dafür verantwortlich, aber der Mord an Doktor Dillamond trifft sie stärker. Aus Respekt ihm gegenüber übernimmt sie die traditionellere Aussprache ihres Namens „Glinda“, stürzt sich in ihr Studium und belegt einen Kurs in Zauberei auf Drängen von Madame Akaber. Elphabas Schwester Nessarose kommt nach Shiz und bringt Ämmchen, eine neue Muhme für Galinda, Elphaba und sich selber mit. Von ihrem Vater bekommt Nessa ein Geschenk, nämlich Edelsteinschuhe, die mit selbstgeblasenen Perlen besetzt sind. Gleichzeitig kommt Fiyero, ein adeliger Winkie, nach Shiz, währenddessen Elphaba Doktor Dillamonds Forschungen im Geheimen fortsetzt.

Mit der Zeit verschlechtert sich Schnapps Zustand und – als es immer wahrscheinlicher wird, dass sie stirbt – versucht Glinda den Fluch zu brechen. Kurzzeitig erlangt die Muhme ihre Klarheit zurück und erzählt, dass Grommetik, der mechanische Diener von Madame Akaber, Doktor Dillamond ermordet hat, was bedeutet, dass das Mordattentat wahrscheinlich auf Madame Akaber zurückzuführen ist.

Nach der Bestattung von Schnapp macht Madame Akaber Elphaba, Glinda und Nessarose das Angebot, als „Botschafter des Friedens“ für den Zauberer zu arbeiten: Elphaba soll in das westliche Munchkinland gehen, Glinda soll in den Norden von Gillikin gehen und Nessarose soll in das südliche Quadlingen gehen. Obwohl alle drei spüren, dass sie ablehnen sollten, hält sie ein Zauber davon ab, sich gegen Madame Akaber zu stellen. Elphaba widersteht als Einzige und beschließt, dass sie handeln muss.

Glinda und Elphaba reisen in die Smaragdstadt, um den Zauberer von Oz zu treffen und ihm ihr Anliegen bezüglich der TIERE vorzutragen. Doch der Zauberer weist sie ab und befiehlt ihnen nach Shiz zurückzukehren. Elphaba weigert sich jedoch, folgt dem Befehl nicht und schickt stattdessen Glinda alleine zurück. Sie erklärt ihr, dass sie sich entschlossen habe, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und dass sie sich nie wiedersehen werden.

Die Smaragdstadt Fast fünf Jahre sind vergangen, seit Elphaba ihre Freunde aus dem Kolleg zum letzten Mal gesehen hat. Sie versteckt sich in der Smaragdstadt und arbeitet in einer Untergrundbewegung, die dafür kämpft, die TIERE zu befreien und den Zauberer zu beseitigen. Fiyero, der mittlerweile Kinder hat, kommt in die Smaragdstadt, um dort mit den Politikern zu verhandeln. Er sieht Elphaba, als sie zu einem Abbild der Heiligen Glinda betet.

Fiyero folgt ihr nach Hause, dort treffen sie wieder aufeinander. Fiyero lässt seine Frau Sarima und seine Kinder Irij, Manek und Nor im Schloss Kiamo Ko zurück und beginnt mit Elphaba eine innige Liebesbeziehung. Zum ersten Mal in ihrem Leben ist Elphaba wirklich glücklich. Er erfährt, dass sie mit der Zauberei angefangen hat. Er erzählt ihr von Nessarose, die ebenfalls das zaubern lernt und Glinda, die mittlerweile eine ausgebildete Zauberin ist.

Ihr Leben ändert sich schlagartig an dem Tag, an dem die Untergrundbewegung zuschlagen soll. Elphaba gelingt das Unterfangen nicht, da in letzter Sekunde eine Gruppe von Kindern in die Schusslinie gerät. Fiyero, der im Unterschlupf von Elphaba wartet, wird von einem Sturmtrupp, der eigentlich auf der Suche nach Elphaba war, überrannt und stirbt.

Im Winkus Nach einer einjährigen Bewusstlosigkeit und nach sechs weiteren Jahren als Nonne reist Elphaba in den Winkus, das Land, in dem Fiyero Prinz war. Dort trifft sie auf seine Frau und seine Kinder. Elphaba bringt einen Jungen namens Liir mit, den sie eigentlich gar nicht kennt, den aber die Nonnen mit ihr geschickt haben. Für anderthalb Jahre bleiben sie in Kiamo Ko. Sie versucht Sarima, Fiyeros Frau, von der Beziehung zwischen ihr und Fiyero zu erzählen, aber Sarima verweigert sich und sagt, dass sie nicht über ihren Ehemann sprechen möchte. Fiyeros Familie, Elphaba und Liir wachsen unerwartet wie zu einer großen Familie zusammen. Doch als Manek, einer der Söhne Sarimas, Liir dazu überredet, sich in einem Brunnen zu verstecken, und ihn dann dort allein zurücklässt, kommt Liir fast dabei um. Der Zorn Elphabas führt dazu, dass ein Eiszapfen auf Manek fällt und ihn tötet. Liir behauptet, dass ihm während seines Aufenthaltes im Brunnen ein FISCH erzählt habe, Liir sei Fiyeros Sohn.

Elphaba bekommt einen Brief von ihrem Vater Frex, in dem er sie bittet, zu kommen und ihm zu helfen, mit Nessarose zu sprechen, die Elphabas Position als Eminenz Thropp von Munchkinland eingenommen hat. Dort erfährt sie, dass Nessa eine Hexe geworden ist, die Böse Hexe des Osten. Sie verlässt sie, nachdem Nessa ihr verspricht, dass sie Elphaba die berühmten Edelsteinschuhe gibt, die Frex für sie hatte machen lassen. Die Schuhe wurden inzwischen von Glinda verzaubert, die für Nessa wie zu einer Schwester geworden ist. Als sie nach Kiamo Ko zurückkehrt, sind Sarima, ihre Schwestern und ihre Kinder weg, da das Schloss von Soldaten des Zauberers angegriffen wurde. Nur Ämmchen und Liir sind zurückgeblieben und das Grimorium, ein magischer Text, den Elphaba im Schloss gefunden hat.

Der Mord und seine Folgen Ein Sturm bricht über Munchkinland herein und trägt ein Haus mit sich, das auf Nessa fällt und sie erschlägt. Im Haus befindet sich ein kleines Mädchen, das Dorothy heißt und ihr Hündchen Toto. Glinda, die in der Nähe ist, passt Dorothy ab und schickt sie mit Nessas Schuhen zum Zauberer von Oz, von dem sie hofft, dass er Dorothy zurück nach Kansas (von dem Glinda noch nie etwas gehört hat) bringen kann. Elphaba erscheint zu Nessas Begräbnis und ist wütend, weil Glinda Dorothy die Schuhe gab, die rechtmäßig ihr gehörten. Später hat sie ein Treffen mit dem Zauberer, um mit ihm über die Freilassung Nors zu verhandeln, die von der Armee des Zauberers aus Kiamo Ko verschleppt wurde.