Gildwiller () ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie gehört zum Kanton Masevaux-Niederbruck und ist Mitglied des Gemeindeverbandes Sud Alsace Largue.

Geografie Gildwiller liegt 13 Kilometer südlich von Cernay im Sundgau im Tal des Soultzbach. Gildwiller liegt im nordwestlichen Teil des hier mit Lösslehm bedeckten Sundgauer Tertiärhügellandes.

Geschichte Der Name Gildwiller ist abgeleitet vom germanischen Personennamen Geldulf und vom lateinischen Wort villare, was Gehöft oder Weiler heißt, und wiederum von villa abgeleitet ist.villare. Wiktionary Er bedeutet also „Gehöft des Geldulf“.

In den Urkunden des Klosters Murbach, das in Gildwiller einen Dinghof besaß, wird der Ort als Gyldulfoviler 728 erstmals erwähnt.Patrimoine / Histoire auf gildwiller.fr (französisch). Dem Heiligen Morandus (1075–1115) wird nachgesagt, dass er das Bildnis Unserer Lieben Frau in der Wallfahrtskirche auf einem Hügel bei Gildweiler jeden Freitag besuchte. Die Wallfahrtsstätte gilt als einer der ältesten im Elsass.

Bis 1324 gehörte der Ort zur Grafschaft Pfirt (Herrschaft Thann) und kam dann nach dem Aussterben der Pfirter im Mannesstamm durch die Heirat der Johanna von Pfirt mit Herzog Albrecht II. von Österreich an Habsburg. Im Westfälischen Frieden 1648 ging der Ort mit dem ganzen elsässischen Besitz der Habsburger an die französische Krone.

Nach dem Deutsch-Französischen Krieg (1870/71) bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Gildweiler im Reichsland Elsass-Lothringen zum Deutschen Reich, Kreis Altkirch, Bezirk Oberelsaß. Im Ersten Weltkrieg kam Gildwiller gleich zu Kriegsbeginn unter französische Kontrolle und litt wiederholt unter heftigen Kampfhandlungen, da es sich in unmittelbarer Nähe der Hauptkampflinie befand. Am 4. September 1914 setzte französisches Militär die Kirche in Brand, um zu verhindern, dass diese Landmarke den Deutschen als Orientierungspunkt diente. Artilleriebeschuss und Minen führten zu erheblichen Schäden im Dorf. Im Zweiten Weltkrieg gelangte Gildwiller nach dem Waffenstillstand im Juni 1940 unter deutsche Verwaltung. Am Kriegsende kam es bei Gildwiller zu schweren Gefechten, als Truppen der französischen 1. Armee unter General de Lattre de Tassigny am 28. November zuerst den Kirchberg, dann das Dorf eroberten. Damit war Gildwiller von der Naziherrschaft befreit.

Bevölkerungsentwicklung Jahr 1910 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2017 Einwohner 253 152 169 188 244 282 278 280 271 mini|links|Kirche der Erscheinung des Herrn (Église de l’Épiphanie-de-Notre-Seigneur)

Wirtschaft Das Bild der Landschaft wird von Obstbäumen, Feldern und Wald geprägt. Haupterwerbszweige sind Ackerbau, Rinderzucht und Forstwirtschaft. In Gildwiller ist außerdem eine Brauerei ansässig.

Bauwerke Die der Erscheinung des Herrn geweihte Kirche (Église de l' Épiphanie-de-notre-Seigneur), eine alte Wallfahrtsstätte, wurde nach der Zerstörung im Ersten Weltkrieg 1924 wieder aufgebaut. Von der alten Kirche sind das gewölbte Untergeschoss des Chorturms (jetzt Eingangshalle) und die Sakristei (jetzt eine Heilig-Grab-Kapelle) erhalten.

Gildwiller besitzt noch eine ganze Anzahl in der altertümlichen Ständerbauweise errichtete Fachwerkbauten mit traufwandhohen Wandständern und zum Teil geschossübergreifenden Langstreben. In der Rue des Vergers zum Beispiel stehen solche wohl aus der Wiederaufbauzeit nach dem Dreißigjährigen Krieg stammenden Häuser. Das Haus Nr. 12 ist dagegen in der neueren Stockwerkbauweise errichtet.

Literatur Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 308–310.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Grand Est