Das KZ-Außenlager Wilischthal war ein Außenlager des KZ Flossenbürg.
Am 30. Oktober 1944 kamen zunächst 100, am 22. November 1944 200 weitere jüdische Insassen aus dem Lager Auschwitz in Wilischthal an. Bei den Häftlingen handelte es sich ausschließlich um Frauen, vorwiegend aus Polen, Ungarn und Italien.
Die Frauen wurden im der Deutschen Kühl- und Kraftmaschinen GmbH und im (DKW-Werk Wilischthal) als Arbeitskräfte eingesetzt. Sie bauten Fertigungsteile des Maschinengewehrtyps MG 151, teilweise waren sie auch an einem Glühofen eingesetzt. Das Lager wurde von der Oberaufseherin Helene Klofik geleitet, die als „äußerst feindselig“ beschrieben wird. Am 13. April 1945 wurden die Frauen nach Theresienstadt geschickt, wo sich die Aufseherinnen absetzten. Anfang Mai 1945 wurden die Frauen schließlich gemeinsam mit den anderen Theresienstädter Häftlingen durch die Sowjetarmee befreit.
Die Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen ermittelte nach 1945 jahrzehntelang gegen die Oberaufseherin und schrieb sie schließlich zur Fahndung aus. 1979 stellte die Kriminalpolizei Marburg-Biedenkopf fest, dass sie schon seit den 1960er Jahren, verheiratet als Helene Schwarz, in Angelburg-Gönnern wohnte. Sie wurde daraufhin vernommen, aber aufgrund fehlender Belege für Mord und der Verjährung anderer Straftaten wie schwerer Körperverletzung und etwaigem Totschlag, die das Gericht trotzdem für sehr wahrscheinlich hielt, wurde das Ermittlungsverfahren eingestellt. Klofik starb 1981 in Dillenburg.
Literatur Pascal Cziborra: KZ Wilischthal. Unter Hitlerauges Aufsicht. Lorbeer Verlag, Lemgo 2007, ISBN 978-3-938969-01-4.
Marleen Schütz: Oberaufseherin im Konzentrationslager Wilischthal – Helene Klofik, in: Randi Becker: Marburger Frauen im Nationalsozialismus, https://doi.org/10.17192/openumr/420 S. 89–92.
Einzelnachweise
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