Stattegg ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) in der Steiermark nördlich angrenzend an Graz, am Fuße des Schöckls.

Geografie Stattegg liegt im Tal des Andritzbaches, direkt nördlich des Grazer Stadtbezirkes Andritz. Es erstreckt sich zwischen 387 m und Seehöhe am Niederschöckl. Die Gemeinde gehört zum Grazer Bergland. Im Gemeindegebiet befinden sich fünf Berge über Höhe: der Zwölferkogel (), die Erhardhöhe (), der Hohenberg (), die Hohe Rannach () und als Vorgipfel des Schöckls der Niedere Schöckl ().

Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende 13 Ortschaften (Einwohner Stand ):

Die Gemeinde besteht aus den beiden Katastralgemeinden Stattegg und Stattegg-St. Veit ob Graz.

Nachbargemeinden

Geschichte Der Name Stattegg leitet sich vom Namen der Burg ab, die auf einem Hügel errichtet wurde. Die erste Silbe kommt von „sta“ (althochdeutsch: stehen), „eck/egg“" ist ein scharfer Geländewinkel (circa 120 Grad). Weil dort das ebene Land am Berg ansteht, wurde sie „Stadeck“ genannt.Friedrich Stehlik: „Stattegg“, Eigenverlag der Gemeinde Stattegg, 1984.

Im Mittelalter waren die Stadecker ein bedeutendes Ministerialengeschlecht (Diener des Landesfürsten). Ihr Stammsitz war die Burg Stadeck im heutigen Ortsteil Hub auf dem Hügel zwischen Huberwirt und Volksschule. Sie stellten einen Erzbischof von Salzburg (Erzbischof Ulrich I. von Stadeck, 26. Erzbischof von Salzburg, 1256–1265), einen Minnesänger, Rudolf von Stadegge und mehrere Landeshauptleute (Leutold von Stadeck (1255), Hartnid von Stadeck (1292–1299), Leutold von Stadeck (1362–1364), Hans von Stadeck (1396–1398)). Im Jahr 1400 sind sie mit dem Tod von Hans von Stadeck und dessen Sohn Leuthold ausgestorben.

Seit 1951 wird der Stattegger Schlossberg von der Freiwilligen Feuerwehr Stattegg als Übungsgelände benützt.

Bevölkerungsentwicklung

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Kirche Maria Schutz in Kalkleiten mini|Das alte Kalkwerk

Kirche Maria Schutz in Kalkleiten, erbaut 1962 (am Hochplateau im Osten am Schöckl) Altes Kalk- und Schotterwerk (gegründet 1890, eingestellt 1966, zwei Kalköfen seit 1981 unter Denkmalschutz) Andritz-Ursprungquelle (Jakob-Lorber-Begegnungsstätte), wird von vielen als Heilwasser mit besonderen Wirkungen bezeichnet. Untersuchungen zeigen jedoch, dass es sich um einfaches Quellwasser handelt, das in dieser Form im ganzen Alpenraum zu finden ist. Weiters fand man aufgrund der darin schwimmenden Fische und Enten zahlreiche Verunreinigungen des Wassers. Der Quellteich ist von einer 400-jährigen Mauer umgeben. Ruinenreste der Burg Stadeck auf dem Stattegger Schlossberg zwischen Huberwirt und Volksschule (heute Festplatz der Freiwilligen Feuerwehr) Alpengarten Rannach (auf dem Höhenrücken westlich des Statteggertales, 2007 wieder eröffnet)Alpengarten Rannach

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren Von den 65 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden 22 im Haupt- und 43 im Nebenerwerb geführt. Die Haupterwerbsbauern bewirtschafteten 65 Prozent der Flächen. Im Produktionssektor arbeiteten 29 Erwerbstätige in der Bauwirtschaft und 11 im Bereich Herstellung von Waren. Die wichtigsten Arbeitgeber des Dienstleistungssektors waren die Bereiche soziale und öffentliche Dienste (93), freiberufliche Dienstleistungen (78) und der Handel (40 Mitarbeiter). WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige202120112001202120112001Land- und Forstwirtschaft 1)386575544241Produktion15146544015Dienstleistung21815649442250116 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999, Arbeitsstätten im Jahr 2021

Arbeitsmarkt, Pendeln Im Jahr 2011 lebten 1321 Erwerbstätige in Stattegg. Davon arbeiteten 192 in der Gemeinde, mehr als 85 Prozent pendelten aus.

Verkehr Stattegg liegt abseits der Hauptverkehrsstraßen. Da die Gemeinde am Talschluss liegt, gibt es keinen Durchgangsverkehr. Die Pyhrn Autobahn (A 9) ist rund fünf Kilometer entfernt und über die Anschlussstelle Graz-Nord (175) erreichbar. Die Grazer Straße (B 67) ist etwa vier Kilometer entfernt. In Stattegg befindet sich kein Bahnhof. Die Entfernung zum Hauptbahnhof Graz beträgt circa. sieben Kilometer. Die Linie 53 der Graz AG Verkehrsbetriebe fährt vom Hauptbahnhof nach Stattegg, Fuß der Leber und die Linie 45 von Andritz über St. Veit nach Rannach. Die Linie 47 von Andritz über Kalkleiten zur Leber wurde im Jahr 2015 eingestellt. Der Flughafen Graz ist rund 17 km entfernt.

Die Abwässer der Gemeinde werden in der Kläranlage der Stadt Graz in Gössendorf gereinigt und anschließend der Mur zugeführt.Holding Graz zitiert in: Josef Riegler: Chronik der Marktgemeinde Gössendorf. 2., aktualisierte und erweiterte Auflage, Marktgemeinde Gössendorf 2017, S. 163–165.

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus 21 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2025 aus Mandataren folgender Parteien zusammen: 12 ÖVP, 4 Grüne, 3 SPÖ und 2 FPÖ

Die letzten Gemeinderatswahlen brachten die folgenden Ergebnisse: Partei20252020 2015 2010Sti.%M.Sti.%M. Sti. % M. Sti. % M. ÖVP96954,7512681417 1055 63 10 1033 62 10 SPÖ24213,6739660 266 16 2 423 25 4 Die Grünen37821,364299183 256 15 2 130 8 1 FPÖ18110,2323220 111 7 1 90 5 0Bürgerliste537335 Wahlbeteiligung71,96 %68 % 73 % 75 %

Bürgermeister

bis 2006 Helmut Möstl (ÖVP) bis 2020 Karl Zimmermann (ÖVP) seit 2020 Andreas Kahr-Walzl (ÖVP)

Wappen Die Verleihung des Gemeindewappens erfolgte mit Wirkung vom 1. Juni 1954.

Blasonierung (Wappenbeschreibung): Ein silberner Pfahl im grünen Felde.

Persönlichkeiten Ehrenbürger

Mit Stattegg verbundene Persönlichkeiten Franz Feiertag (* 5. Dezember 1955 in Graz), Einzel-Europameister im Orientierungsreiten 2010Sigi Palz: Vergoldetes Urgestein; in: Kleine Zeitung vom 7. September 2010, S. 46. Gerald Ganglbauer (* 24. Februar 1958), Village Jazz Festival, Kultursommer Franz-Josef Lässer (* 17. Jänner 2001) Radsport, Teilnehmer Para-Olympics, Paris 2024 Simone Sill (* 23. Jänner 1993), Basketballnationalteam Viktoria Willhuber (* 11. Februar 2001), Leichtathletik, ÖLV – Rekordhalterin 4-mal-100-Meter-Staffel Florian Kainz (* 24. Oktober 1992), österreichischer Fußballer

Literatur Friedrich Stehlik, Brigitte Ludwig: Zeitreise durch Stattegg, Gemeinde Stattegg, 2013, ISBN 3-200-03239-1

Weblinks

offizielle Seite Private Wetterstation Bundesdenkmalamt: Bild des Kalkofens Die Grünen Stattegg

Einzelnachweise

Kategorie:Grazer Bergland Kategorie:Ort im Einzugsgebiet Mur Kategorie:Ort im Einzugsgebiet Rötschbach