mini|300px|100-Jahrfeier des Regiments an der Hauptwache in Nürnberg Das 14. Infanterie-Regiment „Hartmann“ war, zusammen mit dem 21. Infanterie-Regiment, ein Verband der 9. Infanterie-Brigade der Bayerischen Armee. Der Friedensstandort des Regiments war Nürnberg.

Geschichte Entstehung Das Regiment wurde am 15. August 1814 gemäß Allerhöchstem Entschlusses in Aschaffenburg als 14. Infanterie-Linien-Regiment aufgestellt. Es wurde aus dem Großherzoglichen Frankfurter Infanterie-Regiment „Zweyer“ (genannt Fürst Primas) und dem königlich bayerischen leichten Infanterie-Bataillon „von Flad“ gebildet. Es war in drei Bataillone zu je einer Schützenkompanie und fünf Füsilierkompanien gegliedert. Erster Oberstkommandant (die Bezeichnung Kommandeur wurde ab 1872 gebräuchlich) war Georg von Welsch, dem nach dessen Tode am 25. März 1820 Friedrich von Flad (ad interim) nachfolgte. Stammtruppen Das Großherzoglich Frankfurtische Infanterie-Regiment wurde 1763 als Kurmainzer Regiment zu Fuß Ried aufgestellt. 1803 wurde die Kontingente der Reichsstädte Regensburg und Wetzlar, im Jahr 1806 das Albinische Jägerkorps, das Kontingent der Reichsstadt Frankfurt sowie das der Fürsten und Grafen von Löwenstein-Wertheim. 1810 wurden das Regensburger und 1813 das Fuldaer Kontingent wieder angeben. Inhaber waren: 1763 Freiherr Philipp Wilhelm von Ried 1765 Karl von Rodenhausen 1766 Freiherr Ludwig Wilhelm von Harstall 1770 Freiherr Franz Arnold von Brencken 1774 Freiherr Philipp Franz von Fechenbach 1785 Graf Franz von Haßfeldt 1796 Johann Joseph von Faber 1806 Freiherr Franz von Zweyer

Das 6. Leichte Infanterie Bataillon wurde am 22. März 1803 aus folgenden Schwäbischen Kreis Kontingenten gebildet: dem Bataillon des Hochstiftes Augsburg, den 2 Kompanien der Reichsstadt Ulm, den Kontingenten der Abteien Elchingen, Irsee Kaisheim, Roggenburg, Ursberg, Wettenhausen sowie der Reichsstädte Bopfingen und Nördlingen. Diese Kontingente bestanden seit 1681 teilweise seit 1664 und gehörten während der Reichskriege zu verschiedenen Kreis Regimentern. Zunächst das des Hochstiftes Augsburg seit 1681 zum Regiment Ottingen 1691 Würz 1702 Fürstenberg-Stühlingen 1704 Enzberg 1724 Fürstenberg 1760 Rodt 1782 Fugger 1793 Fürstenberg

Kommandeure des Bayerischen 6 Leichten Infanterie Bataillons: 22. März 1803 Oberstleutnant Max Lessel 27. März 1804 Oberstleutnant Friedrich Freiherr von Weinsbach 23. September 1806 Oberstleutnant Friedrich Graf Taxis 1. April 1809 Oberstleutnant Joseph von La Roche 15. September 1812 Oberstleutnant Peter Palm 16. Februar 1814 Oberstleutnant Friedrich von Flad

Feldzug gegen Frankreich 1815 Das Regiment war während des Feldzugs der 2. Brigade der 1. Armee-Division unterstellt. Außer Märsche führte es keine weiteren Handlungen durch.

Nach dem Feldzug wurde das Regiment auf zwei aktive und ein Reservebataillon abgerüstet. Am 27. November 1815 wurde das I. und II. Bataillon der Mobilen Legion Aschaffenburg als IV. und V. Bataillon, im Mai 1816 wurden 250 Darmstädter Soldaten aus verschiedenen hessischen Ämtern für das III. Bataillon aufgenommen. Am 26. Juni 1817 erfolgte die Auflösung des III. Reserve-Bataillon und das IV./V. zu III. sowie IV. (Rahmen-)Bataillon umgegliedert. Am 1. Juni 1822 wurden die Rahmenbataillone aufgelöst. Das I. Bataillon war seinerzeit in Aschaffenburg, das II. Bataillon in Germersheim stationiert. Am 28. Oktober 1835 wurde das Regiment nach seinem ersten Inhaber Generalleutnant Georg von Weinrich in Infanterie-Regiment „Weinrich“ umbenannt. Ab 12. Dezember 1836 Infanterie-Regiment „vacant Weinrich“ wurde am 29. August 1837 Generalleutnant Maximilian von Zandt Inhaber des Regiments, das zugleich in Infanterie-Regiment „Zandt“ umbenannt wurde. Das III. Bataillon wurde am 21. April 1848 wieder aufgestellt. Ab 26. August 1848 hieß es 14. Infanterie-Regiment „Zandt“. Im Mai 1849 waren Teile des Regiments während des Unruhen in der Pfalz eingesetzt. Von dort wurde das Regiment im Jahre 1851 bataillonsweise nach Nürnberg verlegt. In den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts fanden weitere Umgliederungen innerhalb des Regiments statt. Am 12. Mai 1863 wurden die 5., 10. und 15. Füsilier-Kompanie zu Schützen-Kompanien umgerüstet.

Krieg gegen Preußen 1866 Am 16. Mai 1866 wurde das I. und II. Bataillon der 6. Brigade/3. Division unterstellt, das III. Bataillon wurde bei Hof an der oberfränkischen Grenze zu Wachaufgaben abgestellt. Die Bataillone traten zu je zwei Schützen- und vier Füsilierkompanien à 144 Mann an. Im Juli 1866 wurde das IV. Bataillon zur Sicherung an der Grenze zu Böhmen aufgestellt, welches am 31. August 1866 wieder aufgelöst wurde. Das Reserve-Bataillon war bis 23. August 1866 Garnison der Festung Ingolstadt und wurde zum 1. September 1866 wieder aufgelöst. Im Gefechte bei Dermbach am 3. Juli 1866 musste die 1. Schützen-Kompanie acht Gefallene und dreißig Verwundete hinnehmen. Bei Zella (4. Juli) war das II. Bataillon beteiligt und verlor 21 Mann. Das I. Bataillon hielt zusammen mit einigen Kompanien des 6. Infanterie-Regiments am 10. Juli 1866 den Offenthaler Berg (bei Hammelburg) über vier Stunden gegen dreizehn preußische Bataillone. Am 24. Juli wurde das III. Bataillon zur Reserve-Brigade abgegeben, das I. und II. Bataillon fochten tags darauf bei Helmstadt. Dabei hatten die beiden Bataillone fünfzehn Tote und 39 Verwundete zu beklagen. Das III. Bataillon kam am 26. Juli 1866 zum Einsatz und büßte dabei einen Offizier, einen Unteroffizier sowie zwei Mann ein. Insgesamt hatte das Regiment während des gesamten Deutschen Krieges an Gefallenen nur zwei Offiziere und dreißig Mann hinzunehmen.

Nach dem Krieg wurde das Regiment geschlossen in Nürnberg einquartiert. Am 18. März 1867 hieß das Regiment 14. Infanterie-Regiment „vacant Zandt“, das am 28. April 1867 dem Generalleutnant Jakob Ritter von Hartmann als Inhaber übertragen wurde. Es wurde zugleich in 14. Infanterie-Regiment „Hartmann“ umbenannt. Am 10. Mai 1868 wurden die Schützenkompanien aufgelöst.

Deutsch-Französischer Krieg 1870/71 Das Regiment trat in Stärke 56 Offiziere, ca. 2400 Mann und 62 Pferden an. Das Regiment wurde nicht geschlossen eingesetzt. Nach der Mobilmachung am 16. Juli 1870 wurden am 28. Juli das I. und II. Bataillon der 6. Brigade/3. Division sowie das III. Bataillon der 8. Brigade/4. Division unterstellt. Das III. Bataillon des Regiments hatte am 4. August 1870 seine Feuertaufe in der Schlacht bei Weißenburg, in der zehn Mann fielen, 45 Mann verwundet und zwei Mann vermisst wurden. Zwei Tage später bei Wörth hatte das Bataillon fünfzehn Tote, 35 Verwundete und zwei Vermisste zu beklagen. Das I. und II. Bataillon waren während der Schlacht von Sedan am 1. September 1870 über den ganzen Tag im Gefecht gestanden und hatten einige kritische Situationen zu meistern. Die beiden Verbände mussten acht Offiziere und 78 Mann als Gefallene, zehn Offiziere und 165 Mann als Verwundete und 23 Mann als Vermisste hinnehmen. Das III. Bataillon war an der Besetzung von Schloss Bellevue bei Fresnois beteiligt. Die 11. Kompanie hatte die Ehre, als Ehrenkompanie mit der Fahne des Regiments bei der Zusammenkunft von König Wilhelm I. von Preußen und Kaiser Napoleon III. aufzumarschieren. In dem Gefecht bei Sceaux am 19. September 1870 kämpften das I. und II. Bataillon unter vergleichsweise geringen Verlusten erfolgreich, wobei das II. Bataillon die sogenannte Bayernschanze im Sturm nehmen konnte. Das III. Bataillon war als Regimentsreserve bei Chatenay in Bereitschaft. In dem Gefecht von Châtillon am 13. Oktober 1870 hatte das Regiment vierzehn Tote und 39 Verwundete. Am 1. März 1871 marschierte das Regiment in Paris ein. Am 26. Juni 1871 trat das Regiment seine Rückverlegung an und erreichte am 2. Juli 1871 Nürnberg.

Die Gesamtverluste des Regiments beliefen sich auf 12 Offiziere und 123 Mann als Gefallene, 17 Offiziere und 268 Mann als Verwundete und 27 Mann als Vermisste. An Krankheiten sind 95 Mann gestorben.

Am 23. Februar 1873 verstarb der Regimentsinhaber, Generalleutnant Ritter von Hartmann, das zur Umbenennung des Regiments in 14. Infanterie-Regiment „vacant Hartmann“ führte. Am 5. Juni 1874 wurde Generalleutnant Karl Theodor Herzog in Bayern zum letzten Inhaber des Regiments ernannt. Am 13. Juni 1879 wurde Theodor Ritter von Angstwurm zum Kommandeur des Regiments und 1883 als Führer der 7. Infanterie-Brigade à la suite des Regiments gestellt. Zugleich wurde das Regiment in 14. Infanterie-Regiment „Herzog Karl Theodor“ umbenannt. Am 31. März 1881 wurde die 7. Kompanie an das 18. Infanterie-Regiment, am 1. Oktober 1890 die 3. an das 19. Infanterie-Regiment abgegeben. Mit dem 2. März 1893 wurde das IV. Halbbataillon mit der 13. und 14. Kompanie aufgestellt, welche am 1. April 1897 zur Errichtung des 21. Infanterie-Regiments versetzt wurden. Von September 1893 bis April 1896 wurde das I. Bataillon nochmals nach Fürth verlegt. Am 28. Juli 1895 wurde vom Prinzregenten Luitpold verfügt, dass das Regiment für immer den Namen Hartmann zu tragen habe und als 14. Infanterie-Regiment „Hartmann“ zu bezeichnen ist. Zum Expeditionskorps nach China anlässlich des Boxeraufstandes meldeten sich im Jahre 1900 sechs Unteroffiziere und 47 Mann als Freiwillige zum 4. Ostasiatischen Infanterie-Regiment. Am 1. Oktober 1908 wurde die 1. Maschinengewehr-Kompanie aufgestellt. Die Hundertjahrfeier des Regiments am 11. Juli 1914 war das herausragende Ereignis für die Garnisonsstadt Nürnberg vor Beginn des Ersten Weltkriegs, an der die Bevölkerung der Stadt rege teilnahm.

Erster Weltkrieg 1914 Das Regiment trat in einer Gefechtsstärke von 70 Offizieren und 3000 Mann (Stand: 2. August 1914) unter dem Kommando von Oberst Ludwig Hierthes, der am 5. Oktober 1913 das Regiment übernahm, in Lothringen an. Es war der 9. Infanterie-Brigade, im Folgenden der 5. Infanterie-Division und dem III. Armee-Korps der 6. Armee unterstellt. Die Kämpfe vor Nancy – Épinal vom 25. August bis 11. September 1914 waren geprägt von äußerster Härte. Allein am 25. August musste das Regiment bei der Abwehr des von dem französischen XX. Armeekorps vorgetragenen Angriffs 36 Gefallene und 217 Verwundete hinnehmen. Insbesondere die fehlende Artillerieunterstützung machte den vorn eingesetzten Bataillonen das Leben schwer. Das Regiment grub sich bei Réméréville ein. In der Nacht vom 4. auf 5. September 1914 hatte es nochmals schwere Verluste zu ertragen. Als das Regiment durch Teile des Reservekorps am 11. September 1914 abgelöst wurde, hatte es bis dahin über 140 Franzosen gefangen genommen. Es war trotz des Ersatzes von 12 Offizieren und 350 Mann auf 35 Offiziere und 1.264 Mann zusammengeschmolzen, so dass die Bataillone in je zwei Kompanien umgegliedert werden mussten. Von 12. bis 18. September 1914 verlegt das Regiment nach Metz (→ Festung Metz) und wurde dort dem V. Armee-Korps unter General der Infanterie Hermann von Strantz unterstellt. Es trafen inzwischen auch ca. 330 Mann Ersatz ein, so dass die Bataillone wieder zu je vier Kompanien (140 bis 150 Mann) gegliedert waren. Am Sturm auf das Erdwerk Apremont im Bois Brûlé, das mittels eines Sappenangriffs eingenommen wurde, hatte das Regiment wesentlich Anteil, fünfzehn Offiziere, 60 Unteroffiziere und 496 Mannschaften fielen während der Kämpfe. Von den dreizehn verwundeten Offizieren sind zwei ihren Verletzungen erlegen. Die Anzahl der verwundeten Unteroffiziere und Mannschaften ließ sich nicht mehr ermitteln.

1915