Das 12. Infanterie-Regiment „Prinz Arnulf“ war ein von 1814 bis 1919 bestehender Verband der Bayerischen Armee.
Geschichte Aufstellung und Entwicklung Das Regiment wurde am 16. Juli 1814 gemäß Reskript des Königs vom 16. Juli 1814 als Bayerisches Linien-Infanterie-Regiment „Würzburg“ in Würzburg aufgestellt und am 14. August 1814 als 12. Linien-Infanterie-Regiment in Dienst gestellt. Es wurde aus dem I. und II. Bataillon des Großherzoglich-Würzburgischen Infanterie-Regiments mit je einer Voltigeur- und vier Füsilierkompanien sowie dem 3. leichten Infanterie-Bataillon mit acht nicht voll aufgefüllten Kompanien errichtet und wies eine Stärke von 3307 Mann auf. Es hatte zunächst 219 Mann über Soll. Zum ersten OberstkommandantDie Bezeichnung Kommandeur wurde erst 1872 gebräuchlich. wurde mit 10. Juli 1814 Wilhelm Moser von Filseck. Am 15. September 1814 gab das Regiment die Würzburger Fahnen an das Zeughaus in Würzburg ab.
Feldzug gegen Frankreich 1815 Im Jahre 1815 wurde das Regiment von drei in zwei Bataillone und ein Reservebataillon umgegliedert. Das I. und II. Bataillon mit zusammen 2048 Mann und zwölf Pferden waren der 2. Brigade der 2. Division unterstellt. Vor dem Ausmarsch wurden ihm neue Fahnen übergeben. Vom 11. Juni 1815 bis 19. März 1817 waren die beiden Bataillone bei Nancy, das III. Bataillon vom 6. November 1815 bis August 1816 im Raum Forbach als Besatzung verwendet. Am 23. Juni 1815 wurde Carl Albert von MerzAllgemeines Intelligenzblatt für das Königreich Baiern, München, 1820, Seite 880–881 – Google Books (Albert Ritter Merz von Quirnheim) zum Oberstkommandanten ernannt; er sollte die Führung des Regiments über fünfzehn Jahre wahrnehmen. Am 27. November 1815 wurden das I. (90 Mann) und II. Bataillon (25 Mann) der mobilen Legion Würzburg aufgenommen und als IV. und V. Bataillon einverleibt. Am 24. Oktober 1816 wurden vierzig Dienstpflichtige aus den ehemaligen Fuldaischen Ämtern Brückenau, Weihers und Hammelburg, die als Entschädigung für an Österreich abgetretene Gebiete an das Königreich Bayern gefallen waren, eingezogen. Mit dem 26. Juni 1817 wurde das III. Reserve-Bataillon aufgelöst, das IV. und V. Bataillon wurden zum III. und IV. Rahmen-Bataillon. Die Rahmenbataillone wurden am 1. Juni 1822 aufgelöst. Das Regiment war zu diesem Zeitpunkt in zwei Bataillone zu je einer Schützen- und fünf Füsilierkompanien gegliedert und hatte eine Stärke von 63 Offizieren, 1939 Unteroffiziere und Mannschaften sowie zwölf Pferde.
Zwischen Restauration und Deutschem Krieg Am 1. Juni 1823 wurde Prinz Otto von Bayern zum Inhaber des Regiments ernannt, das nunmehr die Bezeichnung 12. Linien-Infanterie-Regiment „Prinz Otto von Bayern“ führte. Vom 1. Oktober bis 14. November 1830 wurden drei Kompanien unter Führung von Major Herbst an die Kurhessische Grenze zur Unruhebekämpfung verlegt. Ab dem 1. Dezember 1830 wurde Franz Zurnieden mit dem Kommando über das Regiment betraut. Am 28. Oktober 1831 bildete es mit zwei Bataillonen den Cholera-Kordon zwischen Tann und Dürrenried. Am 16. Juni 1832 wurden zwei Kompanien mit je 110 Mann nach Aschaffenburg kommandiert mit dem Auftrag, Unruhen nach dem Hambacher Fest niederzuschlagen. Am 8. August wurde Prinz Otto von Bayern auf den griechischen Königsthron berufen. Das Regiment wurde zugleich in 12. Linien-Infanterie-Regiment „König Otto von Griechenland“ umbenannt. Das II. Bataillon nahm unter der Führung von Major Wilhelm Herbst mit 22 Offizieren und 740 Mann an der Griechenland-Expedition vom 3. Dezember 1832 bis 27. Juli 1835 teil. In der Zeit sind zwei Unterlieutenants und 127 Mann verstorben, sechs Offiziere und 101 Mann wurden als felduntauglich gemustert und 22 Mann traten in griechische Dienste über. Major Herbst wurde zum Oberstleutnant befördert, am 6. Februar 1834 mit dem Goldenen Ritterkreuz des Griechischen Erlöser-Ordens ausgezeichnet und erhielt von König Otto einen Ehrendegen. Der Regimentsangehörige Franz Xaver von Predl verfasste ein Erinnerungsbuch über die Expedition. Am 28. Mai 1834 wurde Karl Freiherr von Jeetze zum Oberstkommandanten ernannt, der am 30. Dezember 1836 das Kommando an Wilhelm Herbst übergab. Das Regiment erhielt am 8. Oktober 1835 die Bezeichnung Infanterie-Regiment „König Otto von Griechenland“. Am 5. Januar 1840 übergab Königin Amalie von Griechenland dem II. Bataillon ein selbst gesticktes Fahnenband als Denkzeichen für die Griechenland-Expedition. Am 29. Mai 1842 wurde das Regiment mit den neuen Fahnen Modell 41 ausgestattet. Im Dezember 1846 rückten sieben Offiziere, ein Arzt sowie 150 Unteroffiziere und Mannschaften nach Hilders-Liebhards aus, um sogenannte Holzfrevler zu entwaffnen. Das Regiment wurde von 28. März bis 6. August 1848 in die Pfalz verlegt und dem Truppenkorps unter Generalleutnant Valentin Hartmann unterstellt. Während der Niederschlagung der Aufständischen fielen zwei Mann und zwei Mann wurden verwundet. Gleichzeitig wurden von März bis Juni 1848 drei Kompanien mit insgesamt dreizehn Offizieren und 379 Mann in die Kreise Miltenberg, Neustadt und Tann kommandiert mit dem Auftrag, Unruhestifter zu bekämpfen. Am 31. März 1848 wurde Heinrich von Dufresne zum Oberstkommandanten ernannt. Mit dem 21. April 1848 wurde das II. Bataillon in einer Stärke von dreizehn Offizieren, 93 Unteroffizieren, achtzehn Spielleuten und 687 Mann aufgestellt. Am 26. April 1848 erhielt das Regiment die Bezeichnung 12. Infanterie-Regiment „König Otto von Griechenland“. Mit dem 6. Juni 1848 wurde angeordnet, dass an die Regimentsfahnen Fahnenbänder in den Farben Schwarz-Rot-Gold anzuheften seien. Sie mussten am 17. Mai 1851 wieder abgenommen werden. Am 5. Oktober 1848 wurde die Fahnenweihe und -übergabe beim III. Bataillon begangen, das zunächst in Aschaffenburg einquartiert wurde. Es zog im Mai 1849 nach Würzburg um. Das I. und II. Bataillon nahmen unter der Führung der 1. Brigade beim Korps Generalleutnant Fürst Thurn und Taxis an der Besetzung Mannheims vom 6. bis 16. Juli 1849 teil. Am 9. Oktober 1849 übernahm Oberst Maximilian von Schlägel, der für sein tapferes Benehmen in der Schlacht bei Bar-sur-Aube (27. Februar 1814) mit dem Ritterkreuz des Militär-Max-Joseph-Ordens ausgezeichnet worden war, das Kommando über das Regiment. Der Regimentsstab verlegte im November 1849 von Würzburg nach Landau in der Pfalz. Das I. Bataillon zog im November 1851 in die neue Garnison München um. Im selben Jahre wurden die 5., 10. und 15. Füsilierkompanie aufgelöst. Im November 1852 kam das II. Bataillon nach Straubing, das III. Bataillon nach Landau. Das I. Bataillon wurde im Oktober 1853 ebenfalls nach Landau verlegt, das III. einen Monat später in Regensburg untergebracht. Inzwischen wurde am 31. März 1855 Oberst Wilhelm Merkel zum Oberstkommandanten ernannt. Im September 1855 kam der Regimentsstab mit dem I. Bataillon nach Kempten, das III. wurde nach Augsburg verlegt. Im Oktober 1856 lag das II. Bataillon in Kempten, das III. in Lindau. Am 15. November 1856 wurden die drei Schützenkompanien aufgelöst. Im September 1858 wurde das I. Bataillon endgültig nach Neu-Ulm verlegt. Ab Oktober 1861 befand sich der Regimentsstab ebenfalls in Neu-Ulm. Am 12. Mai 1863 wurden drei Füsilierkompanien in Schützenkompanien umgegliedert. Im Dezember 1863 gab das Regiment 48 Mann an das neu aufzustellende 7. Jäger-Bataillon ab; fünf Mann wurden der 4. Sanitäts-Kompagnie überstellt. Am 20. Mai 1866 wurde Achilles Schiber zum Oberstkommandanten ernannt, der jedoch das Kommando bereits am 25. Mai 1866 an Oberst Christoph Freiherr von Leoprechting übergab.
Krieg gegen Preußen 1866 Vor Kriegsbeginn wurden das I. und II. Bataillon als Feldbataillone, das III. Bataillon in Stärke 155 Mann als Besatzung von Ulm sowie das IV. Bataillon in Stärke 197 Mann als Depot verwendet. Die Kompanien der Feldbataillone wurden auf jeweils 140 Mann verstärkt. Das I. und II. Bataillon wurden der 3. Brigade (Generalmajor Schuhmacher), 2. Division (Generalleutnant Freiherr von Feder) unterstellt. Am 4. Juli 1866 focht das Regiment bei Roßdorf und Zella, wo es keine Verluste zu beklagen hatte. Zur Schlacht bei Kissingen am 10. Juli 1866 trat es in Stärke 48 Offiziere, 133 Unteroffiziere, 53 Spielleute und 1532 Mann an. Oberleutnant Alfred Freiherr von Bibra wurde in dieser Schlacht für die Rückführung eines bayerischen Geschützes zu den eigenen Linien mit dem Ritterkreuz des Militär-Max-Joseph-Ordens ausgezeichnet. Es verlor bei Bad Kissingen an Gefallenen zwei Offiziere und zwölf Mann, an Verwundeten vier Offiziere sowie 67 Unteroffiziere und Mannschaften. In den Gefechten bei Helmstadt am 25. Juli 1866 hatte das Regiment keine Verluste hinzunehmen. Am Tag darauf (26. Juli) verlor es bei den Affairen zu Roßbrunn und Himmelreichwald sechs Gefallene, 33 Verwundete und zwei Mann vom III. Bataillon wurden als vermisst gemeldet. Am 30. Juli 1866 geriet die 10. Kompagnie bei Eschenau in Gefangenschaft.
Im September 1866 wurde das II. Bataillon von Kempten nach Landau verlegt. Mit dem 25. Dezember 1867 wurde Oberst August Heyl das Kommando über das Regiment übertragen. Im Jahre 1868 wurden als Ersatzbezirke für das Regiment die Ämter Augsburg und Dillingen festgelegt. Am 10. Mai 1868 wurden die Schützenkompanien aufgelöst; das Regiment war nun in drei Bataillone zu je vier Kompanien gegliedert, die zu jener Zeit mit höchstens 42 Mann aufgefüllt waren. Im Oktober 1868 wurde das II. Bataillon endgültig nach Neu-Ulm verlegt. Mit dem Tod König Ottos von Griechenland am 26. Juli 1867 erhielt das Regiment am selben Tag die Bezeichnung 12. Infanterie-Regiment „vacant König Otto von Griechenland“. Am 15. April 1870 wurde Königin Amalie von Griechenland zur Inhaberin des Regiments ernannt, das ab sofort 12. Infanterie-Regiment „Königin Amalie von Griechenland“ hieß.
Krieg gegen Frankreich 1870/71