Die TSG Wismar, offiziell Turn- und Sportgemeinschaft Wismar e. V., ist ein Sportverein in der Hansestadt Wismar in Mecklenburg-Vorpommern. Bekanntheit erlangte der Verein durch seine Damen-Handballmannschaft, die insgesamt zwanzig Jahre in der DDR-Oberliga und vier Jahre in der Handball-Bundesliga spielte. Zudem ist der Verein für seine ehemalige Fußballabteilung bekannt, welche in der DDR-Liga und der II. DDR-Liga spielte.

Geschichte Am 3. Februar 1961 wurde der Zusammenschluss der BSG Motor Wismar und der BSG Einheit Wismar von den Vorsitzenden der beiden Vereine Hans-Ulrich Lenz und Karl Ebert mit ihren Unterschriften besiegelt. Als Träger der TSG fungierten mehrere Unternehmen aus Wismar. Nach der friedlichen Revolution und der Wiedervereinigung wurde die TSG umgegründet, um auch in der Bundesrepublik Deutschland weiterbestehen zu können. Im Jahr 1997 entschied sich die Fußballabteilung für eine Abspaltung von der TSG und verließ den Verein am 12. Juni 1997. Gemeinsam mit den Fußballern des SV Schiffahrt Hafen Wismar gründeten sie den FC Anker Wismar.

Abteilung Handball Als Heimstätte des Vereins dient die Sporthalle an der Bürgermeister-Haupt-Straße, welche insgesamt über 1.500 Plätze verfügt.

Wismarer Handball in der DDR Saison Spielklasse Platz Sp. S U N Tore Diff. Punkte 1964/65 Bezirksliga Rostock 1 1965/66 DDR-Liga Nord 2 9 116:82 34 14:4 1966/67 DDR-Liga Nord 1 18 236:147 89 32:4 1967/68 DDR-Oberliga 9 18 2 0 16 124:293 −169 4:32 1968/69 DDR-Liga Nord 1 16 222:177 45 23:9 1969/70 DDR-Oberliga 9 18 3 0 15 141:299 −158 6:30 1970/71 DDR-Liga Nord 1 18 31:5 1971/72 DDR-Oberliga 6 18 8 2 8 213:223 −10 18:18 1972/73 DDR-Oberliga 5 18 10 1 7 245:200 −45 21:15 1973/74 DDR-Oberliga 6 27 10 1 16 308:332 −24 21:33 1974/75 DDR-Oberliga 5 26 9 4 13 290:340 −50 22:30 1975/76 DDR-Oberliga 6 18 7 1 10 221:288 −67 15:21 1976/77 DDR-Oberliga 7 26 11 1 14 348:403 −55 23:29 1977/78 DDR-Oberliga 6 18 6 1 11 236:327 −89 13:23 1978/79 DDR-Oberliga 7 18 4 2 12 211:286 −75 10:26 1979/80 DDR-Oberliga 10 18 2 1 15 229:308 −79 3:33 1980/81 DDR-Liga Nord 1 18 18 0 0 36:0 1981/82 DDR-Oberliga 8 18 4 1 13 330:397 −67 9:27 1982/83 DDR-Oberliga 7 18 4 4 10 355:417 −62 12:24 1983/84 DDR-Oberliga 6 18 5 1 12 320:387 −77 11:25 1984/85 DDR-Oberliga 6 18 4 4 10 323:366 −43 12:24 1985/86 DDR-Oberliga 8 18 4 2 12 312:406 −94 10:26 1986/87 DDR-Oberliga 10 18 3 0 15 317:428 −111 6:30 1987/88 DDR-Liga Nord 2 22 18 0 4 546:402 144 36:8 1988/89 DDR-Oberliga 7 18 4 3 11 328:424 −96 11:25 1989/90 DDR-Oberliga 8 18 5 0 13 308:392 −84 10:26 1990/91 1. Handball-Liga 9 20 4 1 15 347:455 −108 9:31

Die übernommene Handballabteilung vom BSG Motor Wismar, welche schon in der DDR-Liga spielte, konnte 1960/61 in die DDR-Liga, die damals höchste Liga im DDR-Handball, aufsteigen. Als Fünfter erreichten die Wismarerinnen einen Mittelfeldplatz in der Tabelle. Eine Spielzeit belegten die Wismarerinnen nur den neunten Platz und mussten in die Bezirksliga absteigen. In der Saison 1964/65 schaffte die Mannschaft aus Wismar den Aufstieg in die DDR-Liga, welche nun nur noch die zweithöchste Liga im DDR-Handball war. In der Saison 1965/66 verpassten sie als Zweite hinter der BSG Post Magdeburg den direkten Durchmarsch in die DDR-Oberliga.

In der Saison 1966/67 gewannen die Handballerinnen des Vereins die Staffel Nord der DDR-Liga und qualifizierten sich dadurch für die DDR-Oberliga. In ihrer ersten Saison in der DDR-Oberliga konnten sie nur zwei Mal gewinnen und stiegen gemeinsam mit dem Mitaufsteiger BSG Aktivist „Karl Marx“ Zwickau wieder in die DDR-Liga ab. Der TSG Wismar schaffte den erneuten Wiederaufstieg in die DDR-Oberliga. Am Saisonende lagen sie punktgleich mit der BSG Empor Zerbst. Im Entscheidungsspiel konnte sich die TSG mit 17:13 durchsetzen. Erneut konnten sich die Handballerinnen der TSG nicht in der Oberliga etablieren und mussten als Vorletzte gemeinsam mit der SG Dynamo Karl-Marx-Stadt absteigen.

In der Saison 1970/71 dominierten die TSG-Handballerinnen wieder die Staffel Nord der DDR-Liga und schafften zum zweiten Mal den direkten Wiederaufstieg. Erstmals konnten sie sich in der darauffolgenden Saison durch einen sechsten Platz in der DDR-Oberliga etablieren. Die Mannschaft konnte sich durch weitere fünfte und sechste Plätze einen Namen in der DDR-Oberliga machen. In der Saison 1974/75 wurde eine Hauptrunde und dann eine Play-off-Runde durchgeführt. Durch einen fünften Platz in der Hauptrunde qualifizierte man sich für die Meisterschafts-Play-Offs. Dort konnte man sich aber nicht verbessern und die Mannschaft beendete die Saison auf dem fünften Platz.

In der Saison 1975/76 wurde eine Pokalrunde ohne Nationalspielerinnen ausgetragen, um die Vorbereitungszeit für die Handball-Weltmeisterschaft der Frauen 1975 zu überbrücken. In dieser Pokalrunde belegten sie in der Staffel Nord den dritten Platz und verpassten damit ein Weiterkommen. Die Saison 1976/77 wurde dann erneut wie die Saison 1974/75 ausgespielt. Diesmal belegten die Handballerinnen der TSG nur den siebten Platz und mussten in die Abstiegs-Play-Offs. Dort konnten sie den siebten Platz sichern und schafften damit den Klassenerhalt. Nachdem man in den beiden folgenden Spielzeiten erneut sechste und siebte Plätze belegt hatte, war die Saison 1979/80 eine Saison zum Vergessen. Nach nur zwei Siegen und einem Unentschieden stieg die Mannschaft als Tabellenletzter ab.

Nach dem Abstieg dominierten sie die Saison 1980/81 in der Staffel Nord der DDR-Liga und stiegen ungeschlagen direkt wieder in die DDR-Oberliga auf. Als Achtplatzierte schaffte die Mannschaft aus Wismar knapp den Klassenerhalt in der DDR-Oberliga. Bis zur Saison 1984/85 belegten die Wismarerinnen entweder den sechsten oder siebten Platz und etablierten sich im Tabellenmittelfeld. In der Saison 1985/86 schafften sie als Achter erneut knapp den Klassenerhalt. In der darauffolgenden Saison konnte die Mannschaft den Abstieg nach nur drei Siegen nicht verhindern.

Erneut schaffte die TSG Wismar den direkten Wiederaufstieg, obwohl sie am Saisonende nur den zweiten Platz belegte. Da der Meister TSC Berlin II nicht berechtigt war, in die DDR-Oberliga aufzusteigen. Als Siebtplatzierte konnten die Wismarerinnen die Klasse halten und in der darauffolgenden Saison durch einen achten Platz. In der Saison 1990/91, welche nicht mehr unter dem Namen DDR-Oberliga lief, qualifizierte sich die Mannschaft aus Wismar durch einen neunten Platz für die Handball-Bundesliga.

Wismarer Handball in der BRD Saison Spielklasse Platz Sp. Tore Diff. Punkte 1991/92 Bundesliga 8 20 371:408 −37 16:24 1992/93 2. Bundesliga 1 22 477:358 +119 38:6 1993/94 Bundesliga 13 26 504:593 −89 12:40 1994/95 2. Bundesliga 1 26 604:451 +153 43:9 1995/96 Bundesliga 10 26 569:665 −96 18:34 1996/97 Bundesliga 12 22 469:596 −127 6:38 1997/98 2. Bundesliga 1 26 658:511 +147 44:8 1998/99 2. Bundesliga 3 26 660:585 +75 35:17 1999/2000 2. Bundesliga 9 26 553:590 −37 23:29 2000/01 2. Bundesliga 6 26 603:631 −28 26:26 2001/02 2. Bundesliga 6 26 618:625 −7 28:24 2002/03 2. Bundesliga 8 26 625:648 −23 24:28 2003/04 2. Bundesliga 7 26 674:675 −1 27:25 2004/05 2. Bundesliga 12 28 732:769 −37 17:39 2005/06 2. Bundesliga 4 26 789:699 +90 36:16 2006/07 2. Bundesliga 4 26 771:728 +43 33:19 2007/08 2. Bundesliga 12 24 673:756 −83 6:42 2008/09 Regionalliga Nordost 2 26 771:574 +197 46:6 2009/10 2. Bundesliga 8 20 529:564 −35 15:25 2010/11 2. Bundesliga 8 22 646:642 +4 21:23 2011/12 2. Bundesliga 16 30 816:993 −177 11:49 2012/13 3. Liga 3 24 705:683 +22 31:17 2013/14 3. Liga 5 26 743:684 +59 31:21 2014/15 3. Liga 3 26 697:620 +77 40:12 2015/16 3. Liga 8 22 516:549 −33 18:26 2016/17 3. Liga 10 22 520:580 −60 14:30 2017/18 Oberliga Ostsee-Spree 2 22 500:321 +179 39:5 2018/19 3. Liga 10 22 485:624 −139 11:33 2019/20 Landesliga West 1 13 423:241 +182 24:2 2020/21 Oberliga Ostsee-Spree Saison abgebrochen 2021/22 Oberliga Ostsee-Spree 10 24 546:623 -77 17:31 2022/23 Oberliga Ostsee-Spree 11 24 503:616 -113 10:34

In der Handball-Bundesliga, welche in der Spielzeit 1991/92 zwei Staffeln mit je 12 Mannschaften eingeteilt war, konnten sich die Wismarerinnen durch einen achten Platz in der Staffel Nord nicht für die eingleisige Bundesliga qualifizieren und mussten in die 2. Bundesliga absteigen. Dort wurden sie ebenfalls in die Staffel Nord einsortiert und dominierten sie. Als Tabellenerster schaffte die TSG Wismar den direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga. Auf den direkten Wiederaufstieg folgte in der Bundesliga-Saison 1993/94 der direkte Wiederabstieg. Punktgleich mit den beiden anderen Absteigern Berliner TSC und VfL Sindelfingen belegte die Mannschaft aus Wismar den 13. Platz.

Erneut waren die Wismarerinnen in der 2. Bundesliga spitze und beendeten die Saison 1994/95 auf dem ersten Platz und schafften den erneuten Wiederaufstieg. In der Spielzeit 1995/96 schafften die Wismarerinnen erstmals den Klassenerhalt in der ersten Bundesliga durch einen zehnten Platz. In der Saison darauf stiegen sie als Tabellenletzter wieder aus der Bundesliga ab. Am Saisonende belegte die Mannschaft aus Wismar den ersten Platz, punktgleich mit dem SV Union Halle-Neustadt. Weil der SV Union ein Spiel am grünen Tisch gewonnen hatte, musste ein Entscheidungsspiel um den Aufstieg in die erste Bundesliga ausgetragen werden. Nachdem sie das Hinspiel mit 23:32 verloren hatten, konnten sie den Rückstand mit einem 20:17-Sieg nicht wieder aufholen und verpassten den Aufstieg in die Bundesliga.

In der Saison 1998/99 verpasste sie mit einem dritten Platz erneut den Aufstieg in die Bundesliga. Nachdem sie in der Saison 1999/2000 einen neunten Platz belegten, beendeten die Wismarerinnen die vier darauffolgenden Spielzeiten auf einem sechsten, siebten oder achten Platz. Nachdem man in der Saison 2004/05 mit einem zwölften Platz knapp den Klassenerhalt geschafft hat, belegte die Mannschaft aus Wismar in den Spielzeiten 2005/06 und 2006/07 jeweils den vierten Platz und qualifizierte sich für die Aufstiegs-Play-Offs. In der Saison 2005/06 scheiterte man im Halbfinale gegen den TuS Weibern, obwohl man das Heimspiel gewinnen konnte. In der Saison 2006/07 scheiterte man erneut im Halbfinale und diesmal gegen die HSG Sulzbach/Leidersbach.

Nach den zwei guten Spielzeiten folgte eine schlechte Spielzeit, welche den vorletzten Platz in der Tabelle zur Folge hatte. Damit musste der Verein in die Regionalliga Nordost absteigen, welche die dritthöchste Liga im deutschen Handball war. Doch der direkte Wiederaufstieg gelang, obwohl sie in der Regionalliga Nordost nur den zweiten Platz hinter den Reinickendorfer Füchse nur den zweiten Platz in der Tabelle belegten, weil aus der Regionalliga West keine Mannschaft aufsteigen wollte. Die beiden darauffolgenden Spielzeiten belegte sie in der 2. Bundesliga jeweils einen achten Platz und konnte sich damit auch für die Spielzeit 2011/12 der zweiten Bundesliga qualifizieren, welche nur noch eingleisig ausgetragen wurde. Dort konnte sich die TSG Wismar nicht durchsetzen und stieg als Tabellenletzter in die 3. Liga ab, welche seit der Saison 2011/12 die Regionalligen ersetzt.

In der dritten Liga wurden sie in die Staffel Ost eingeteilt. In der Saison 2012/13 belegten sie hinter dem HC Rödertal und der zweiten Mannschaft des HC Leipzig den dritten Platz und verpassten dadurch den direkten Wiederaufstieg. Nachdem sie sich in den beiden folgenden Spielzeiten im oberen Drittel der Tabelle positionierten und der Umgruppierung in die Staffel Nord, belegten sie in der Saison 2015/16 einen achten Platz und schafften dadurch knapp den Klassenerhalt. Ein Jahr später beendeten sie die Saison auf dem zehnten Platz und konnten den Abstieg nicht verhindern.