mini|Der Kreis Kröben in Südpreußen mini|Der Kreis Kröben in der Provinz Posen mini|Schloss Rokosowo (dt. Rufen)http://maps.mapywig.org/m/German_maps/series/150K_Gilly_SKvSudpreussen/Gilly_Spezialkarte_von_Suedpreussen_150k_BCUL_03_A2.jpg um 1860, Sammlung Duncker mini|Schloss Golejewko um 1860, Sammlung Duncker
Der Kreis Kröben bestand von 1793 bis 1807 in der preußischen Provinz Südpreußen und von 1815 bis 1887 im Süden der preußischen Provinz Posen. Das ehemalige Kreisgebiet gehört heute zur polnischen Woiwodschaft Großpolen.
Geschichte Das Gebiet um die westpolnischen Städte Kröben und Rawitsch gehörte nach der Zweiten Teilung Polens von 1793 bis 1807 zum Kreis Kröben in der preußischen Provinz Südpreußen.David Georg Friedrich Herzberg: Süd-Preußen und Neu-Ost-Preußen nebst dem zu dem Preußischen Schlesien geschlagenen Theile der vormahligen Woiwodschaft Krakau und den der Provinz West-Preußen einverleibten Handelsstädte Danzig und Thorn. Mit Tabellen. Berlin 1798 Digitalisat Durch den Frieden von Tilsit kam das Gebiet 1807 zum Herzogtum Warschau und bildete nun einen Powiat der Präfektur Posen mit einem Unterpräfekt an seiner Spitze. Das Kreisgebiet fiel nach dem Wiener Kongress am 15. Mai 1815 erneut an das Königreich Preußen und wurde Teil des Regierungsbezirks Posen der Provinz Posen.
Bei den preußischen Verwaltungsreformen wurde zum 1. Januar 1818 im Regierungsbezirk Posen eine Kreisreform durchgeführt, bei der die Abgrenzung des Kreises Kröben nur geringfügig geändert wurde.Walther Hubatsch (Hrsg.): Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte 1815–1945. Johann-Gottfried-Herder-Institut, Marburg/Lahn; Band 2, Teil 1: Provinz Posen. bearbeitet von Dieter Stüttgen, 1975, ISBN 3-87969-109-6 Kreisstadt und Sitz des Landratsamtes wurde die Stadt Rawitsch.
Als Teil der Provinz Posen wurde der Kreis Kröben am 18. Januar 1871 Teil des neu gegründeten Deutschen Reichs, wogegen die polnischen Abgeordneten im neuen Reichstag am 1. April 1871 protestierten.
Am 1. Oktober 1887 wurde der Kreis Kröben aufgelöst. Aus der Südhälfte wurde der neue Kreis Rawitsch gebildet. Aus der Nordhälfte wurde der neue Kreis Gostyn gebildet, zu dem außerdem die Landgemeinden Jawory, Strumiany und Wycisłowo, die Landgemeinden und Gutsbezirke Daleszyn, Dusina, Koszkowo und Ostrowo sowie der Gutsbezirk Jeżewo des nördlich angrenzenden Kreises Schrimm kamen.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1818 49.499 1846 69.704 1871 75.213 Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Posen und ihre Bevölkerung 1871 Die Bevölkerung des Kreises bestand zu etwa 75 % aus Polen und zu etwa 25 % aus Deutschen.
Politik Landräte 1793–1795Peter Boguslaus von Haza-Radlitz (1769–1817)http://www.gminabojanowo.pl/ 1795–1806Heinrich von Grotthuss 1818–1831Karl von Randow 1831–1838Stammer 1839–1848Ernst von Motz (1805–1858)Hans Booms, Marian Wojciechowski, Heinz Boberach (Hrsg.): Polacy i Niemcy w rewolucji 1848–1849, S. 689. 1851–1877Bernhard Schopis (1819–1880) 1877–1882Arthur von Posadowsky-Wehner (1845–1932) (Freikonservative Partei) 1885–1887Eugen von Steinmann (1839–1899)Vgl. »www.territorial.de«
Wahlen Der Kreis Kröben gehörte zum Reichstagswahlkreis Posen 5. Der Wahlkreis wurde bei allen Reichstagswahlen zwischen 1871 und 1887 von Kandidaten der Polnischen Fraktion gewonnen: 1871Roman Czartoryski 1874Roman Czartoryski 1877Roman Czartoryski 1878Roman Czartoryski 1881Casimir von Chlapowski 1884Casimir von Chlapowski 1887Adam Fürst Czartoryski
Kommunale Gliederung Zum Kreis Kröben gehörten die neun Städte Bojanowo, Dubin, Görchen, Gostyn, Jutroschin, Kröben, Punitz, Rawitsch, Sandberg und Sarne. Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 290.A. Bäck: Die Provinz oder das Großherzogthum Posen in geographischer, statistischer und topographischer Beziehung. Nach den neuesten, meist amtlichen Nachrichten. Berlin, Posen und Bromberg 1847, S. 132. Die Landgemeinden und Gutsbezirke waren anfangs in kleineren Woytbezirken (polnisch „wójt“ = deutsch „Vogt“) und später in größeren Polizeidistrikten zusammengefasst.
Gemeinden 1871 gehörten die folgenden Gemeinden zum Kreis: Alt Choyno Alt Gostyn Alt Guhle Alt Kröben Babkowitz Bärsdorf Bartoszewice Bialykal Bodzewko Bodzewo Bojanowo, Stadt Bonczylas Brzezie Brzezie Abbau Bukownica Carolinenthal Chwalkowo Ciolkowo Czachorowo Czajkowo Czarkowo Czaykowo Czeluscin Damme Dembionka Dlonie Domachowo Domaradzic Dombrowka golina Dombrowka konarzewo Drogi Drogoszewo godurowo Drogoszewo zalesie Drzenczewo Drzewce Dubin, Stadt Dubinko Dzienczyin Elencin Gembice Gerlachowo Gogolewo Gola Golejewko Golejewo Görchen, Stadt Goreczki Gory Gostkowo Gostyn, Stadt Grabianowo Grabonog Grodnica Grodzisko Grombkowo Groß Lenka Groß Strzelcze Gründorf Gusswitz Izbice Janiszewo Janowo Jeziora Jutroschin, Stadt Karzec Kawicz Klein Lenka Klein Strzelcze Kokoszki Kolaczkowice Konary Konarzewo Kossowo Krajewice Kröben, Stadt Krzyzanki Kubeczki Kuczyna Kuczynka Lang Guhle Laszczyn Lipie Lonkta Ludwinowo Magdalenowo Massel Michalowo Miechcin Nadstawy Neu Choyno Neu Dzienczyin Neu Sielec Niedzwiadki Niemarzyn Niepart Oczkowice Olbina Osiek Ostoje Ostrobudki Pakosław Pakowko Pasierby Pawlowo Pempowo Pijanowice Piskornia Placzkowo Podborowo Podrzecze Pomocno Possadowo Potarzyce Przyborowo Pudliszki Punitz, Stadt Raszewy Rawitsch, Stadt Rembowo Rogowo Rogozewo Rokossowo Rostempniewo Roszkowo Rzyczkowo Sandberg, Stadt Sarbinowo Sarne, Stadt Sarnowko Schlemsdorf Siedlec Siemowo Sierakowo Sikorzyn b. Kröben Sikorzyn b. Rawitsch Skoraszewice Slonskowo Slupia Smilowo Smogorzewo Smolice Sobialkowo Sowiny Sowy Stwolno Sulkowice Sworowo Szkaradowko Szkaradowo Szurkowo Szymanowo Szymonki Tarchalin Ugoda Waschke Wilkonice Wilkoniczki Woszczkowo Wydartowo Wydawy Zaborowo Zakrzewo Zalesie b. Gostyn Zalesie b. Jutroschin Zaorle Zawada Zawady Zdzientawy Ziemlin Ziolkowo Zmyslowo Zolendnice Zychlewo Zylice Zytowiecko
Literatur Gustav Neumann: Geographie des Preußischen Staats. 2. Auflage, Band 2, Berlin 1874, S. 146–147, Ziffer 5. Königliches Statistisches Büro: Die Gemeinden und Gutsbezirke des preussischen Staates und ihre Bevölkerung. Nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. Dezember 1871 bearbeitet und zusammengestellt. Teil IV: Die Provinz Posen, Berlin 1874, S. 110–123 (Digitalisat, S. 117–130). Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 342–343. A. C. A. Friederich: Historisch-geographische Darstellung Alt- und Neu-Polens. Berlin 1839, S. 578–579. Leopold von Zedlitz-Neukirch: Die Staatskräfte der preußischen Monarchie unter Friedrich Wilhelm III. Band 2, Teil 1, Berlin 1828, S. 97, Ziffer VII.
Weblinks
Kreis Kröben Verwaltungsgeschichte und die Landräte auf der Website territorial.de (Rolf Jehke), Stand 16. August 2013.
Einzelnachweise
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