mini|General John Hope, 4. Earl of Hopetoun John Hope, 4. Earl of Hopetoun, (* 17. August 1765 in South Queensferry, Schottland; † 27. August 1823 in Paris) war ein aus Schottland stammender britischer General der napoleonischen Zeit.

Hopes Lehrzeit Hope war der Sohn von John Hope, 2. Earl of Hopetoun, und dessen zweiter Ehefrau Jean Oliphant. Er trat am 28. Mai 1784 in die britische Armee ein und diente sich bis 1793 zum Oberstleutnant hoch. In dem beginnenden Krieg mit Frankreich organisierte er bis 1795 von Plymouth aus ein Regiment, das als Verstärkung der von Admiral Samuel Hood, 1. Viscount Hood, eingesetzten Truppen diente. Im Sommer 1793 sammelte er erste Fronterfahrungen in Flandern, als er den erfolglosen Kampf von Friedrich August, Herzog von York und Albany, der unter dem Gesamtkommando des kaiserlichen Feldmarschalls Prinz Friedrich Josias von Sachsen-Coburg-Saalfeld stand, beobachtete.

Kampf um die Westindischen Inseln Sein erster echter Einsatz fand auf einen Nebenkriegsschauplatz statt. Sein aus 600 unerfahrenen Männern bestehendes Regiment wurde zur Verstärkung nach Grenada geschickt. Dort breitete sich eine durch die Franzosen organisierte Rebellion aus. Ein Angriff auf St. Catherine schlug aufgrund unkoordinierten Vorgehens fehl, wodurch die Rebellion weiteren Auftrieb bekam. Hope infizierte sich an Gelbfieber und musste daher im April 1795 zurück nach Großbritannien. Im Oktober 1795 wurde für den Kampf um die Westindischen Inseln eine große Expedition von 18.000 Mann unter Sir Ralph Abercromby ausgerüstet, der auch Hope, inzwischen Adjutant-General, angehörte. Diese reiste aber zu spät ab. Widrige Winde hielten einen Großteil der Flotte auf, nur wenige Schiffe schafften es in der Winterzeit nach Barbados. Auf einem von ihnen war Hope. Er reorganisierte die verschiedenen Truppenteile, die nach und nach auf 6000 Mann anwuchsen. Richtige Aktivitäten konnten erst im April 1796, mit Eintreffen der Hauptflotte und des Oberkommandierenden Abercromby, beginnen. Hope führte nur bei der Landung auf St. Lucia ein Regiment. Ansonsten wurde er mit logistischen Aufgaben betraut. Neben St. Luica wurden St. Vincent und Grenada zurückerobert. Der größte Teil der Truppe wurde in der Folgezeit vom Gelbfieber dahingerafft. Hope blieb bis Januar 1797 auf Barbados, nahm an einer erfolglosen Kampagne zur Eroberung von Puerto Rico teil und kehrte dann im August zusammen mit Abercromby nach Großbritannien zurück.

Einsatz in Irland Abercromby wurde beauftragt, Irland zu befrieden. Hope, als Adjutant-General kam die Inspektion der dortigen britischen Außenposten zu. Im Sommer 1798 heiratete Hope in Schottland Elizabeth Hope-Vere († 20. März 1801), musste aber bald nach Irland zurückkehren.

Misslungene Operation in Holland Inzwischen kam der Krieg der ersten Koalition zu einem ungünstigen Ende. Großbritannien befürchtete eine Invasion der Franzosen. Bonaparte wandte sich aber Ägypten zu, woraufhin die zweite Koalition gebildet wurde, die seine Abwesenheit nutzen wollte. Im Herbst 1799 führte Großbritannien mit Hilfe der Russen eine überhastete Invasion in Holland, unter Abercromby und dann dem Duke of York, durch. Diese misslang nach anfänglichen Erfolgen und forderte rund 10.000 Opfer unter den Briten. Als Ursachen wurden neben dem schlecht organisierten Nachschub eine Nichtsolidarisierung der Holländer mit der Invasionstruppe ausgemacht. Hope nahm daran teil und wurde an einem Bein verwundet.

Bildung der Mittelmeerarmee Im Frühling 1800 drängten die Österreicher und Russen die Franzosen aus Italien raus. Großbritannien entschied sich, dieses Vorgehen durch eine Mittelmeerarmee zu unterstützen. Abercromby und mit ihm wiederum als Adjutant-General Hope sollten mit den Österreichern zusammenarbeiten. Neben Italien waren aber auch dem Stützpunkt Malta und der französischen Armee in Ägypten Aufmerksamkeit zu schenken. Malta konnte befreit werden, aber durch die von den Österreichern verlorene Schlacht bei Marengo, mit anschließendem Waffenstillstand, wurde die Operation in Italien sinnlos. Hope wurde beauftragt, die Österreicher von einem Aufheben des Waffenstillstandes zu überzeugen, was ihm aber nicht gelang. Währenddessen plante Abercromby, dem inzwischen 21.000 Mann zur Verfügung standen, Cádiz anzugreifen. Hope sollte sich mit ihm vereinigen, wurde aber aufgrund widriger Winde aufgehalten. Abercromby brach die schlecht vorbereitete Landung ab, als er merkte, dass die Marine nicht genügend kooperierte.

Der Feldzug in Ägypten miniatur|General Hopes Unterschrift unter dem Friedensvertrag von Kairo vom 28. Juni 1801 Erst im Oktober 1800 trafen Hope und Abercromby in Gibraltar zusammen. Die Franzosen sollten nun mit Unterstützung der Türken aus dem Nahen Osten gedrängt werden. Dazu wollten die Briten bei Alexandria landen. Diesmal wurde die Operation sorgfältig geplant, mit der Marine abgestimmt und durch Manöver trainiert. Außerdem wurden der Truppe nach den Überfahrten genügend Regenerationszeiten gelassen und ausreichend Nachschub organisiert. Hope war für die Koordination der Aufklärung, des Nachschubes und teilweise auch für die Trainingsmaßnahmen zuständig. Von Malta ging es ab dem 20. Dezember 1800 mit 14.500 Mann zunächst zur Marmaris-Bucht (nördlich von Rhodos in der Türkei bei Marmaris). Die Landung fand, um die Unterstützung der Türken nicht zu verlieren, da gerade Ramadan war, erst am 7. März 1801 in der Abukir-Bucht (zur Vorgeschichte siehe Seeschlacht bei Abukir und Schlacht von Abukir (1799)) statt, traf die Franzosen aber nicht unvorbereitet. Es kam zu Gefechten, aber trotz hoher Verluste der Franzosen konnten die Nicopolis-Höhen bei Alexandria nicht überwunden werden. Bei diesen Gefechten wurde Abercromby tödlich verwundet. Auch Hope erhielt eine schwere Verwundung an einer Hand. General John Hely-Hutchinson, 2. Earl of Donoughmore, wurde der neue Oberkommandierende. Als am 25. März Ali Pasha mit 4000 Türken eintraf, entschloss sich Hutchinson, erst die Stellungen im Delta einzunehmen und die Nicopolis-Höhen nur mit einer Belagerungstruppe zu bewachen. Die Positionen im Delta wurden nahezu ohne Kämpfe erobert, da sich die Franzosen zurückzogen. Da die Türken aus Syrien auf Kairo marschierten, sah sich Hutchinson genötigt, diese zu unterstützen, da davon auszugehen war, dass die Türken auf sich allein gestellt keine Chance hätten. Die Truppen vereinigten sich am 16. Juni 1801 bei Kairo und begannen mit der Belagerung. Hope war inzwischen auch wieder zu ihnen gestoßen. Kairo kapitulierte, zu der Bedingung, dass die ca. 14.000 Mann Besatzung auf Kosten der Briten mitsamt ihrer Ausrüstung nach Frankreich gebracht würden. Hope führte diese Kapitulationsverhandlungen. Jacques-François Menou, der Befehlshaber in Alexandria war darüber sehr erbost, konnte aber, als die Briten Ende Juli, nachdem sowohl General Baird mit einer Truppe aus Indien, als auch weitere Verstärkung aus Großbritannien eingetroffen war, mit seinen 11.000 Mann auch nur kapitulieren, zumal die britische Marine französische Schiffe erfolgreich aufhielt und ein Großteil der Vorräte sich in Kairo befand. Auch diese Verhandlungen führte Hope und es wurden die gleichen Konditionen wie in Kairo vereinbart. Der Rücktransport der Franzosen und eines Großteils der Briten zog sich bis zum Ende des Jahres 1801 hin. Hope verblieb in Alexandria bis zum, am 25. März 1802 geschlossenen, Frieden mit Frankreich.

Die Expedition nach Schweden Im Mai 1803 brach der Krieg mit Frankreich wieder aus. Hope war bis 1808 in Camp Weeley nahe Colchester stationiert, wo er Truppen ausbildete. Im Februar 1803 heiratete er Louisa Dorothia Wedderburn, mit der er 12 Kinder hatte. Der Frieden von Tilsit im Juli 1807 ließ Großbritannien nur noch zwei Alliierte, nämlich Schweden und Portugal. Die Russen griffen im Februar 1808 die Schweden an und auch Dänemark erklärte, unter den Druck der Franzosen, den Schweden den Krieg. Die Briten schickten 10.000 Mann, unter dem Kommando von General John Moore, zur Unterstützung. Hope, inzwischen Generalleutnant, begleitete ihn. Allerdings konnten mit den Schweden keine Einigung erzielt werden, da diese die Versorgung der Truppen nur übernehmen wollte, wenn Dänemark angegriffen werden würde, was die Briten verweigerten. Infolgedessen verweigerte Gustav IV. sogar die Landung in Göteborg. Während Moore in Stockholm die Verhandlungen führte, war Hope für die Armee verantwortlich. Die erfolglosen Verhandlungen zogen sich bis Anfang Juli 1808 hin und die Flotte kehrte schließlich nach Portsmouth zurück.

Der Einsatz in Portugal Die Expedition nach Portugal, unter dem Oberkommando von Sir Hew Dalrymple begann Ende Juli 1808. General Artur Wellesley (Wellington) war bereits gelandet und Hope sowie Moore sollten ihn bei Lissabon unterstützten. Wellington schlug die Franzosen aber bereits und es wurde in der Konvention von Cintra wiederum ausgemacht, dass die Franzosen mit ihrer Ausrüstung nach Frankreich verbracht würden. Die Franzosen sollten Zug um Zug von den Briten ersetzt werden. Erst nach dem vollständigen Abzug der Franzosen, sollten die Stellungen an die Portugiesen übergeben werden, um Übergriffe zu vermeiden. Mit der Organisation wurde Hope beauftragt. Auch sollte er eine neue, den Briten wohlgesinnte, portugiesische Regierung einzusetzen. Als die Franzosen am 15. September 1808 die Kontrolle an die Briten übergaben und die portugiesische Regierungsbildung noch nicht abgeschlossen war, wurde Hope praktisch König von Portugal. Der Prozess war am 21. September 1808 abgeschlossen und Hope kehrte zu seiner Truppe zurück, um eine in dem südöstlich, an der spanischen Grenze, gelegenen Elvas stationierte französische Truppe zu evakuieren. Moore wurde mit den restlichen Truppen in den Nordosten nach Almeida geschickt.

Die Katastrophe in Spanien