alternativtext=Terézia Mora (2023)|mini|hochkant|Terézia Mora (2023) Terézia Mora [ ] (* 5. Februar 1971 in Sopron (Ödenburg), Ungarn) ist eine deutsch-ungarische Schriftstellerin, Drehbuchautorin und Übersetzerin.
Leben und Werk Terézia Mora wuchs in einer Familie, die zur deutschen Minderheit gehört, zweisprachig ungarisch und deutsch auf. Nach der politischen Wende in Ungarn ging sie 1990 zum Studium der Hungarologie und Theaterwissenschaft an die Humboldt-Universität nach Berlin. Seitdem lebt sie im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg. An der Deutschen Film- und Fernsehakademie (dffb) wurde sie zur Drehbuchautorin ausgebildet. Seit 1998 arbeitet sie hauptberuflich als freie Schriftstellerin und Übersetzerin. Mora verfasst ihre Werke auf Deutsch, nachträglich werden sie von der Übersetzerin Lidia Nádori ins Ungarische übertragen.
Mora arbeitete rund zehn Jahre an einer Trilogie um den IT-Spezialisten Darius Kopp: Der einzige Mann auf dem Kontinent von 2009, Das Ungeheuer von 2013 und Auf dem Seil von 2019. Für Das Ungeheuer, in dem ihr Romanheld Kopp versucht, den Selbstmord seiner Frau zu verarbeiten und droht, daran zu zerbrechen, wurde Mora 2013 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Im letzten Teil der Trilogie lässt Mora ihren Protagonisten nach einem Burn-out und Verlust seines Jobs in ein prekäres Leben in Berlin versinken.Terézia Mora über „Auf dem Seil“: Die Angst, alles zu verlieren, deutschlandfunkkultur.de, abgerufen am 5. September 2019
2021 erschien Moras Tage- und Arbeitsbuch Fleckenverlauf, in dem sie ihr eigenes Leben und den gesellschaftlichen Alltag genau über fünfeinhalb Jahre beobachtet.
2023 wurde auch ihr Roman Muna oder Die Hälfte des Lebens, in dem die Ich-Erzählerin Muna Abbelius mit seelischer und physischer Gewalt in ihrer Beziehung konfrontiert wird, für den Deutschen Buchpreis nominiert und schaffte es als Finalist auf die Shortlist. Der Roman thematisiert eine gesellschaftlich internalisierte Misogynie.
Mora ist Mitglied des Deutschen PEN-Zentrums und Gründungsmitglied des PEN Berlin. 2015 wählte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung sie zum Mitglied.Pressemitteilung: Neue Mitglieder der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, 16. Juni 2015 Sie ist verheiratet und hat eine Tochter.Deutscher Buchpreis: Terézia Mora – Eine Frau schreibt sich in die Freiheit, welt.de, 7. Oktober 2016
Auszeichnungen 1997: Würth-Literaturpreis für ihr Drehbuch Die Wege des Wassers in Erzincan sowie den Open-Mike-Literaturpreis der Berliner LiteraturWERKstatt für die Erzählung Durst 1999: Ingeborg-Bachmann-Preis für die Erzählung Der Fall Ophelia, enthalten in ihrem ersten Erzählband Seltsame Materie 2000: Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis 2001: Inselschreiber auf Sylt 2002: Jane Scatcherd-Preis der Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Stiftung für ihre Übersetzung von Péter Esterházys Harmonia Caelestis 2004: Mara-Cassens-Preis, Förderpreis zum Kunstpreis der Akademie der Künste (Berlin), Preis der Leipziger Buchmesse für ihren Roman Alle Tage (Kategorie: Belletristik) 2005: Preis der LiteraTour Nord 2005: London-Stipendium des Deutschen Literaturfonds:London-Stipendium, Deutscher Literaturfonds, abgerufen am 13. April 2026 Writer in Residence an der Queen Mary University of LondonWriters in Residence, Queen Mary University of London, abgerufen am 13. April 2026 2006: Villa Massimo-Stipendium 2006/2007: Tübinger Poetik-Dozentur zusammen mit Péter Esterházy 2007: Franz-Nabl-Preis 2010: Adelbert-von-Chamisso-Preis, Erich-Fried-Preis 2011: Übersetzerpreis der Kunststiftung NRW für ihre Übersetzung von Péter Esterházys Ein Produktionsroman (Zwei Produktionsromane) aus dem Ungarischen und zugleich für ihr LebenswerkHomepage Kunststiftung NRW, abgerufen am 26. Oktober 2012 2011: „Grenzgänger-Stipendium“ der Robert Bosch Stiftung für Recherchen zu Das Ungeheuer 2013: Deutscher Buchpreis für Das Ungeheuer 2013/2014: Frankfurter Poetik-Dozentur 2017: Bremer Literaturpreis für Die Liebe unter Aliens 2017: Preis der Literaturhäuser 2017: Solothurner Literaturpreis 2018: Roswitha-PreisRoswitha-Preis 2018 geht an Terézia Mora bei ndr.de vom 30. Juni 2018 2018: Georg-Büchner-PreisTerezia Mora erhält Georg-Büchner-Preis. ORF, 3. Juli 2018; abgerufen am 3. Juli 2018. 2021: Brüder-Grimm-Poetikprofessur 2021: Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland 2022: Samuel-Bogumil-Linde-PreisSamuel-Bogumił-Linde-Preis 2022 geht an Terézia Mora und Joanna Bator, kulturbuero-goettingen.de, veröffentlicht und abgerufen am 23. April 2022. 2023: Deutscher Buchpreis – Shortlist (Muna oder Die Hälfte des Lebens)
Werke Prosa Seltsame Materie, Erzählungen. Rowohlt Verlag, Reinbek 1999, ISBN 978-3-498-04471-8 Alle Tage, Roman. Luchterhand, München 2004, ISBN 978-3-630-87185-1 Der einzige Mann auf dem Kontinent, Roman. Luchterhand, München 2009, ISBN 978-3-630-87271-1 Das Ungeheuer, Roman. Luchterhand, München 2013, ISBN 978-3-630-87365-7 Die Liebe unter Aliens, Erzählungen. Luchterhand Literaturverlag, München 2016, ISBN 978-3-630-87319-0 Auf dem Seil, Roman. Luchterhand, München 2019, ISBN 978-3-630-87497-5Inhaltswiedergabe von Ingeborg Jaiser in Der Romanführer. Der Inhalt der Romane und Novellen der Weltliteratur, Bd. 59 (2025), S. 63–64. Der Roman wird hier als Entwicklungs- oder Gesellschaftsroman charakterisiert.. Fleckenverlauf. Ein Tage- und Arbeitsbuch. Luchterhand, München 2021, ISBN 978-3-630-87669-6 Muna oder Die Hälfte des Lebens, Roman. Luchterhand, München 2023, ISBN 978-3-630-87496-8Zusammenfassung von Rezensionen bei perlentaucher.de
Poetik-Vorlesungen Nicht sterben, Luchterhand, München 2015, ISBN 978-3-630-87451-7 Der geheime Text. Salzburger Stefan Zweig Poetikvorlesung, Sonderzahl Verlagsgesellschaft, Wien 2016, ISBN 978-3-85449-451-5
Drehbücher Die Wege des Wassers in Erzincan, Spielfilm, 30 Min. (1998) Boomtown/Am Ende der Stadt, Spielfilm, 30 Min. (1999) Das Alibi, Spielfilm, 90 Min. (2000)
Theaterstück So was in der Art (2003)
Hörspiel Miss June Ruby (NDR, 2005) Guter Rat. Ringen um das Grundgesetz (WDR/DLF/BR für die Hörspielprogramme der ARD, 2019)
Essay Über die Drastik. In: BELLA triste, Nr. 16 (2006)
Übersetzungen Péter Esterházy: Harmonia Caelestis. Berlin Verlag, Berlin 2001 István Örkény: Minutennovellen. Suhrkamp, Frankfurt 2002 Péter Zilahy: Die letzte Fenstergiraffe. Eichborn, Frankfurt 2004 Lajos Parti Nagy: Meines Helden Platz. Luchterhand Literatur, München 2005 Peter Esterházy: Flucht der Prosa. In: Einführung in die schöne Literatur. Berlin Verlag, Berlin 2006 Péter Esterházy: Keine Kunst. Berlin Verlag, Berlin 2009 Péter Esterházy: Ein Produktionsroman (Zwei Produktionsromane). Berlin Verlag, Berlin 2010 Gábor Németh: Bist Du Jude?. Edition Atelier, Wien 2011 Zsófia Bán: Abendschule. Fibel für Erwachsene. Suhrkamp, Berlin 2012 Zsófia Bán: Als nur die Tiere lebten. Suhrkamp, Berlin 2014 Zsófia Bán: Weiter atmen. Suhrkamp, Berlin 2020 Attila Bartis: Das Ende. Suhrkamp, Berlin 2017 Zoltán Danyi: Der Kadaverräumer. Suhrkamp, Berlin 2018 András Forgách: Akte geschlossen. Meine Mutter, die Spionin. S. Fischer, Frankfurt 2019Julia Schröder: András Forgách: „Akte geschlossen. Meine Mutter, die Spionin“. deutschlandfunk.de, 26. März 2019, abgerufen am 27. März 2019. Andrea Tompa: Omertà. Buch des Schweigens, Roman. Suhrkamp, Berlin 2022 Dénes Krusovszky: Das Land der Jungen, Erzählungen. Die Andere Bibliothek, Berlin 2024
Literatur Tobias Kraft: Literatur in Zeiten transnationaler Lebensläufe. Identitätsentwürfe und Großstadtbewegungen bei Terézia Mora und Fabio Morábito. 2007, ; Magisterarbeit Universität Potsdam 2007; Volltext (PDF; 3,8 MB), 130 Seiten Aurora Distefano: Körper und Geschlecht – Überlegungen zur Identitätsproblematik in Terézia Moras Roman „Alle Tage“. In: Corinna Schlicht (Hrsg.): Genderstudies in den Geisteswissenschaften. Beiträge aus den Literatur-, Film- und Sprachwissenschaften. Universitätsverlag Rhein-Ruhr, Duisburg 2010, S. 89–104, ISBN 978-3-940251-70-1 Erika Hammer: Identität im Transit. Nicht-Orte und die Dissoziation des Subjekts in Terézia Moras Roman „Der einzige Mann auf dem Kontinent“. In: Zeitschrift für interkulturelle Germanistik, Jahrgang 7, 2016, Heft 2, S. 117–130, ISBN 978-3-8376-3567-6 Klaus Siblewski: Terézia Mora. In: text + kritik, Zeitschrift für Literatur, Nr. 221, München 2018, ISBN 978-3-86916-776-3 Erika Hammer: Monströse Ordnungen und die Poetik der Liminalität. Terézia Moras Romantrilogie »Der einzige Mann auf dem Kontinent«, »Das Ungeheuer« und »Auf dem Seil«, Transcript Verlag, Bielefeld 2020, ISBN 978-3-8376-5330-4, 382 Seiten
Weblinks
Website von Terézia Mora Übersicht über Rezensionen zu Moras Büchern beim Perlentaucher Interpretationen und Werkverzeichnis im Autor*innenlexikon der Universität Duisburg-Essen / Fakultät für Geisteswissenschaften – Germanistik Audiomitschnitt: Lesungen mit Terézia Mora zum Anhören und Herunterladen auf Lesungen.net Ausführliches Gespräch zu Herkunft und Werdegang im Deutschlandfunk Kultur
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Drama Kategorie:Roman, Epik Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Übersetzer aus dem Ungarischen Kategorie:Übersetzer ins Deutsche Kategorie:Träger des Rompreises Villa Massimo Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande Kategorie:Träger des Deutschen Buchpreises Kategorie:Träger des Ingeborg-Bachmann-Preises Kategorie:Träger des Förderpreises zum Adelbert-von-Chamisso-Preis Kategorie:Träger des Adelbert-von-Chamisso-Preises Kategorie:Träger des Preises der Leipziger Buchmesse Kategorie:Träger des Georg-Büchner-Preises Kategorie:Mitglied der Akademie der Künste (Berlin) Kategorie:Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung Kategorie:Schriftsteller (Berlin) Kategorie:Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland Kategorie:Mitglied im PEN Berlin Kategorie:Ungar Kategorie:Geboren 1971 Kategorie:Frau Kategorie:Ungarischer Emigrant in Deutschland