Die Straßenbahn Melbourne ist nach dem Schnellbahnnetz der zweitwichtigsteptv.vic.gov.au, Seite 12 Träger des öffentlichen Nahverkehrs im australischen Melbourne.
Mit einer Länge von 245 Kilometern und mit 1813 Haltestellen besitzt Melbourne eines der größtenAls größtes Straßenbahnnetz der Welt wird häufig noch immer das Netz von Sankt Petersburg (Russland) mit angeblich 285 Kilometern genannt. Durch etliche Streckenstilllegungen ist es allerdings inzwischen nur noch das viertgrößte. Straßenbahnnetze der Welt. Es werden jährlich 206 Millionen Personen befördert.
Das Liniennetz besteht aus 27 Linien, die mit den Nummern 1 bis 109 nummeriert sind.yarratrams.com.au (englisch) Sehr beliebt bei Touristen ist die City Circle tram (Linie 35) um einen Teil der Innenstadt, den sogenannten Central Business District (CBD), die mit historischen, teils in weinrot oder grün-gelb lackierten Fahrzeugen verkehrt und kostenlos benutzt werden darf. Zusätzlich darf innerhalb der Free Tram zone, begrenzt durch den Linienweg der Linie 35, der gesamte Trambetrieb gratis genutzt werden.
Geschichte miniatur|links|Eröffnungsfahrt der Kabelstraßenbahn am 11. November 1885
Die Anfänge gehen auf 1885 zurück, als eine Kabelstraßenbahn nach US-amerikanischem Patent (das gleiche, das die berühmten San Francisco Cable Cars noch heute antreibt, wenn auch inzwischen als kulturhistorisches Denkmal) eröffnet wurde. (englisch) Diese erste Bahn wurde noch aus New York City importiert, die weiteren wurden im Staate in Lizenz nachgebaut.
Zu Zeiten der Cabletrams erreichte der Maximalausbau insgesamt elf Powerhouses, das sind Maschinenhäuser mit Dampfmaschinen als Fördermaschinen für den Antrieb durch kilometerlange Stahlzugseile (engl. „rope“ oder „cable“) sorgen. Der jeweilige Gripman in den einzelnen Cars konnte sich über eine mechanische Klemmvorrichtung in ca. drei Fuß (etwa einem Meter) Tiefe unter der Straßenoberfläche anklinken und so den Wagen vorwärts bewegen – die Maximalgeschwindigkeit war durch die Seilzuggeschwindigkeit vorgegeben.
Dazu musste mittig in jedem Gleis (also zwischen den Schienen) ein bis zu vier Fuß (ca. 1,2 m) tiefer Kanal angelegt werden, in dem das Stahlseil über Rollen so geführt wurde, dass es die Klemmvorrichtungen der Wagen an allen Stellen erreichen und die angeklemmten Wagen gezogen werden konnten. Nach oben wurden diese Kanäle mit einem durchgängigen Spalt (engl.: „slot“) abgeschlossen und gesichert, damit die Straßenfahrbahn geschlossen war und sich niemand verletzen konnte.
Die bis zu acht Kilometer langen Stahlzugseile, die zum Einsatz kamen, waren sechskardeelig (mit „Seele“) aus gedrehten Drahtseilen mit jeweils sieben Drähten, „endlos“ verspleißt und besaßen ein enormes Gewicht. Beim Einklemmen durften sich diese Zugseile nur minimal von der Klemmkralle zusammendrücken lassen.
Mit Aufkommen stabiler elektrischer Motorantriebe wurden die Straßenbahnen nach und nach auf diese Antriebstechnik umgestellt, um die aufwändigen Unterhaltungsmaßnahmen (z. B. mussten die Zugseile mindestens jährlich erneuert werden) zu reduzieren. Um 1930 waren die meisten Strecken umgestellt, die letzten Straßenbahnen mit Kabelantrieb fuhren im Oktober 1940.
mini|City Circle Tram (2009) mini|Wagen der B2-class in der Spencer Street (2009)
Aktuelles Liniennetz Linie Linienweg Innenstadtkorridor Bemerkungen 1East Coburg – South Melbourne BeachSwanston Streetüber Lygon Street & Melbourne City CentreSonntagabend 20-Minuten-Takt 3Melbourne University – East MalvernSwanston Street 5Melbourne University – MalvernSwanston Streetabends nur zwischen Orrong Rd/Dandenong Rd und Malvern, Umstieg auf 64 nötig 6Melbourne University – Glen IrisSwanston StreetSonntag abend 20-Minuten-Takt, ehemals Linie 6 und Linie 8 (Nord) 11West Preston – Victoria Harbour DocklandsCollins Streetehemals Nord-Teil der Linie 112 12St Kilda/Fitzroy St - Victoria GardensCollins Streetehemals Süd-Teil der Linie 112 16Melbourne University – KewSwanston Streetüber St Kilda 19North Coburg – City Elizabeth StreetNachtverkehr Samstag und Sonntag früh 30St Vincents Plaza – Docklands Stadium, DocklandsLa Trobe Street seit 2019 täglich und ganztägig 35City CircleRing über Flinders St, Spring St, LaTrobe St, Harbour EsplanadeKostenlose Tramlinie in der City von Melbourne 48Victoria Harbour Docklands – North BalwynCollins Street 57West Maribyrnong – City (Elizabeth Street)Elizabeth Streetüber North Melbourne 58West Coburg - ToorakWilliam Streetüber City Sonntag abend 20-Minuten-Takt, ehemals Linien 8 (Süd) und 55 59Airport West – City (Elizabeth Street)Elizabeth Street 64Melbourne University – East BrightonSwanston Streetabends teilw. als 64/5 ausgeschildert, da Anschluss zum Pendelverkehr der 5 67Melbourne University – CarnegieSwanston StreetNachtverkehr Samstag und Sonntag früh 70Waterfront City Docklands – Wattle ParkFlinders Street 72Melbourne University – CamberwellSwanston Street 75City (Spencer Street) – Vermont SouthFlinders StreetNachtverkehr Samstag und Sonntag früh 78North Richmond – Balaclavakeine Innenstadtanbindung Tangentialverbindung Church St/Chapel St 82Moonee Ponds – Footscraykeine InnenstadtanbindungTangentialverbindung im Nord-Westenehemals Teil der Straßenbahn Footscray 86Bundoora RMIT – Waterfront City DocklandsBourke Stüber Smith StreetNachtverkehr Samstag und Sonntag früh 96East Brunswick – St Kilda Beachüber Bourke Streetüber City & St Kilda StadtbahnlinieNachtverkehr Samstag und Sonntag früh 109Box Hill – Port MelbourneCollins StreetCity & Port Melbourne StadtbahnlinieNachtverkehr Samstag und Sonntag früh
Gefahren wird Montag bis Freitag zu den Hauptverkehrszeiten alle 6–15 Minuten, außerhalb alle 8–20 Minuten, abends alle 20 Minuten (außer 82: alle 30 min), die letzten Züge fahren gegen Mitternacht. Am Wochenende gibt es auf 6 Linien einen Nachtverkehr alle 30 Minuten, die übrigen Linien fahren bis gegen 01.30. Tagsüber wird alle 8–20 Minuten gefahren, abends alle 20 Minuten. An Sonntagen wird – von oben genannten Ausnahmen abgesehen – abends nur ein 30-Minuten-Takt angeboten.
Rollmaterial W-class Die W-Class unterscheiden sich in mehreren Serien. W 198 Stück, W1 28 Stück, W2 180 Stück, W3 16 Stück, W4 5 Stück (H-Class Adelaide), W5 120 Stück, W6 30 Stück, W7 40 Stück, W8 10 Stück (Neubauten), SW2 6 Stück, SW5 84, SW6 120 Stück. Die SW2, SW5, SW6 sind Umbauten aus den einzelnen Klassen. Bei den Straßenbahnwagen der W-class handelt es sich um die ältesten noch in Betrieb befindlichen Fahrzeuge, welche von 1923 an gefertigt wurden. Insgesamt wurden bis in die 1950er-Jahre 752 Wagen in drei Ausführungen hergestellt, die als neues Standardmodell in Melbourne eine wichtige Rolle für den Straßenbahnbetrieb einnahmen. Mit dem Aufkommen neuer Fahrzeuge und dem zunehmenden Alter der W-class wurden zahlreiche Fahrzeuge nach Kopenhagen, Seattle und Savannah (Georgia) verkauft oder gelangten in den Besitz von Privatleuten bzw. Sammlern. Nach über 50 Jahren Betrieb konnte ein vorzeitiges Ende des Einsatzes nur durch den Einbau neuer Bremsen verhindert werden, sodass heute noch 26 Fahrzeuge im Straßenbahnnetz eingesetzt werden. Zusätzlich übernehmen sie die Beförderung von Fahrgästen auf dem touristischen City Circle, es stehen 26 Fahrzeuge als unmittelbar einsetzbare Reserve zur Verfügung. Weitere 175 Wagen sind in Straßenbahndepots abgestellt.
Z-class Die Z-Class unterscheiden sich in drei Serien: Z1 100 Stück, Z2 15 Stück. Die Z1 und Z2 unterscheiden sich am Fahrerfenster und an der Stoßstange. Sie wurden vom Göteburger M28 abgeleitet und haben ASEA Technik drin. Die Z1/Z2-Class hatten nur 2 Türen pro Seite gehabt. Die Fahrzeuge wurden 2016/17 Ausgemustert und stehen nicht mehr im Einsatz.
Der Z3 115 Stück, ist eine Neuentwicklung. Er hat den Düwag Tandemantrieb und die AEG Chopper-Steuerung. Auch die Front unterscheidet sich von den Z1 und Z2-Class. Der Z3-Class hat auch drei Türen pro Seite. Die Fahrzeuge sind bis auf den Wagen 149 alle noch im Einsatz.
A-class Die A-class-Straßenbahnwagen werden größtenteils noch im Linienbetrieb eingesetzt. Sie wurden von 1983 bis 1987 ausgeliefert und teilen sich auf die Serien A1 und A2 auf. Der A1 ist noch mit Stangenstromabnehmer ausgeliefert worden. Der A2 hat von vornherein schon die Einholmstromabnehmer erhalten und er hat neue Bremssysteme bekommen. Die neuen Türen und Zielanzeigen und gilt als wegweisend für die Entwicklung der Straßenbahnen Melbournes. Von den 70 gebauten Straßenbahnwagen ist nur der A1-Class 231 nicht mehr in Betrieb. Der A-Class ist eine Weiterentwicklung vom Z3-Class. Auch er besitzt die AEG Choppersteuerung und den Düwag Tandemantrieb.
B-class Für die Übernahme von Eisenbahn-Vorortstrecken in Süd-Melbourne durch die Straßenbahn mussten neue Straßenbahnfahrzeuge angeschafft werden, denen eine Führung über Eisenbahn- und Straßenbahnstrecken möglich ist. Dabei wurde aus der Z3-class und A-Class die neue B-class entwickelt, um den Betrieb auf diesen Strecken zu übernehmen. Auch bei diesen Fahrzeugen besteht eine Unterteilung nach Serien, der B1 (2 Stück Prototypen) und B2 130 Stück. Der B1 unterscheidet sich vom B2 durch die Schiebefenster Rollos und die fehlende Klimaanlage (die wurde beim B2-Class erstmalig für die Melbourner Straßenbahn eingebaut). Die 2 B1-Class wurden 2017 außer Betrieb genommen. Der Wagen 2001 steht konserviert im Betriebshof Preston. Der Wagen hatte bei seiner Auslieferung Klapptrittstufen gehabt. Während der Wagen 2002 entkernt in der Nähe von Sydney lagert. Beide B1 sind kurze Zeit mit Stangenstromabnehmer gefahren. Die 130 Serienwagen der B2-Class sind alle noch im Einsatz.
C-class Bei der C-class handelt es sich um niederflurige Multigelenkwagen des in Frankreich gefertigten Modells Alstom Citadis in der Version 202 mit den Baujahren 2001/2002. Die 36 dreiteiligen Einheiten fahren hauptsächlich auf der Linie 109 und teilweise auf der Linie 48. Durch einen Überschuss an Fahrzeugen bei der Straßenbahn Mülhausen konnten 2008 fünf weitere, jedoch fünfteilige Citadis 302 geleast werden. Diese als C2-class eingeordneten Fahrzeuge verkehren ausschließlich auf der Linie 96. Die Fahrzeuge der C-class sind die ersten Niederflurwagen in Melbourne.
D-class Von 2002 bis 2004 wurden Combinos aus deutscher Herstellung in Betrieb genommen. Dabei wurden sowohl 38 drei- und 21 fünfteilige Fahrzeuge bestellt, die als D1 bzw. D2 eingeordnet wurden. Sie werden von den Depots Malvern (D1) und Brunswick (D2) aus eingesetzt. Die dreiteiligen D1 verkehren auf den Linien 5, 6, 16, 58 und 72, die Fünfteiler auf den Linien 6 und 19. Außerdem können sie auf Veranstaltungslinien zu den Stadien MCG, Marvel/Etihad Stadium und den Tennisanlagen für die Australian Open angetroffen werden. 2013 wurden Durchsagen der nächsten Haltestelle und der dortigen Umsteigemöglichkeiten eingeführt.
E-class Von 2013 bis 2021 wurden 100 Niederflurwagen des Typs Flexity Swift von Bombardier in Dandenong gefertigt. Sie werden in die E1- und die E2-class mit je fünfzig Fahrzeugen eingeteilt. Beide Typen sind dreiteilige Achtachser in Zweirichtungsausführung. Bei 33,45 Metern Länge und 2,65 Metern Breite verfügen sie über 64 Sitzplätze. Die Wagen werden auf den Linien 11, 30, 58, 86 und 96 eingesetzt. Von den 24 bis Juli 2015 bereits gelieferten Fahrzeugen werden alle bis auf eins zur Schulung des Fahrpersonals im Linienbetrieb eingesetzt. Zu besonderen Anlässen sind sie auch auf anderen Linien anzutreffen. Beim E-Class stammen die Drehgestelle und Antriebstechnik aus den Werken in Siegen und Mannheim.
G-class