Das Hypodermic-Needle-Modell (auch: Transmission-Belt-Modell) ist ein Kommunikationsmodell aus der Frühzeit der Medienwirkungsforschung vor dem Zweiten Weltkrieg. Es stellt Medienwirkung so dar, dass Stimuli über die Massenmedien jedes Mitglied der Gesellschaft erreichen, jedes Mitglied der Gesellschaft die Stimuli in gleicher Weise wahrnimmt und dass daraus eine für alle Individuen gleiche Reaktion folgt.Vgl. Michael Schenk: Medienwirkungsforschung. 2. Auflage. Tübingen 2002, S. 24. Der Name des Modells kommt von der Analogie zur direkten und üblicherweise einheitlichen Wirkung einer subkutan (unter die Haut) verabreichten medizinischen InjektionVgl. Norman Howard-Jones: A critical study of the origin and early development of hypodermic medication. In: J. Histor. Med. 2, (Frühjahr) 1947, S. 201–249. (bzw. zur direkten Kraft- oder Materialübertragung über Antriebsriemen oder Förderbänder).
Das Hypodermic-Needle-Modell basiert auf einem einfachen Stimulus-Response-Modell und der soziologischen Annahme einer Massengesellschaft. Wegen seiner zu starken Vereinfachung hielt dieses Wirkungsmodell empirischen Überprüfungen nicht stand und spielte deshalb in der Medienwirkungsforschung nie eine bedeutende Rolle.Vgl. Hans-Bernd Brosius, Frank Esser: Mythen in der Wirkungsforschung. Auf der Suche nach dem Stimulus-Response-Modell. In: Publizistik. Band 43, 1998, S. 341–361. Es wird allerdings für die Darstellung der Geschichte der Medienwirkungsforschung in der Literatur gern als einfacher Ausgangspunkt für die Entwicklung komplizierterer Modelle und Theorien genutzt.Vgl. z. B. Wolfgang Donsbach: Medienwirkung trotz Selektion. Köln/Weimar/Wien 1991, S. 19.
Einzelnachweise
Kategorie:Kommunikationsmodell Kategorie:Medienwissenschaft