Hindustan Aeronautics Limited (HAL) ist eines der wichtigsten Luft- und Raumfahrtunternehmen des indischen Verteidigungsministeriums. Sein Sitz befindet sich in der indischen Stadt Bengaluru. Die Hauptbereiche des Unternehmens liegen in der Herstellung von Flugzeugen, Luft- und Raumfahrttechnik sowie Kommunikations- und Navigationsausrüstung.

Geschichte Das Unternehmen wurde 1940 von Walchand Hirachand mit dem Namen Hindustan Aircraft gegründet, um Flugzeuge zu produzieren; das Vorhaben wurde vom Fürstenstaat Mysore unterstützt, insbesondere von seinem Fürsten Mirza Ismail. Die britische Regierung erwarb im April 1941 ein Drittel der Aktien, in dem Glauben an eine strategische Notwendigkeit. 1942 begann das Unternehmen mit der Herstellung von Flugzeugen, zunächst in Lizenzproduktion der Modelle Harlow PC-5, Curtiss P-36 Hawk und Vultee A-31 Vengeance für die indische Luftwaffe. Im April 1942 erwarb es den gesamten Aktienbestand von Walchand Hirachand sowie weiteren Teilhabern, mit der Folge frei handeln zu können, falls Japan während des Zweiten Weltkrieges angreifen sollte. Letztlich weigerte sich das Königreich Mysore seine Teilhabe zu verkaufen, gab jedoch das Management an die britische Regierung ab. Somit wurde das Unternehmen zwei Jahre nach seiner Gründung verstaatlicht.

Das Unternehmen begann 1957 mit der Herstellung von Strahltriebwerken, zunächst in Lizenzproduktion der Bristol Siddeley Orpheus Triebwerke. Am 1. Oktober 1964 wurde es als Hindustan Aeronautics Limited gegründet. Die HF-24 Marut, ein von HAL Ende der 1960er Jahre hergestellter Jagdbomber, war das erste in Indien gebaute Kampfflugzeug aus eigener Entwicklung. Der deutsche Ingenieur Kurt Tank entwickelte diesen.

Hindustan Aeronautics Limited (HAL) wurde am 1. Oktober 1964 gegründet (im Handelsregister ist als Gründungsdatum der 16. August 1963 vermerkt). Als sich Hindustan Aircraft Limited dem im Juni gegründeten Konsortium anschloss, das aus dem IAF Aircraft Manufacturing Depot in Kanpur (das zu dieser Zeit die HS748 in Lizenz herstellte) und der kürzlich gegründeten Gruppe zur Herstellung der MiG-21 in Lizenz bestand, deren neue Werke in Koraput, Nasik und Hyderabad geplant waren. Obwohl HAL – mit Ausnahme der HF-24 Marut – nicht aktiv an der Entwicklung neuerer Kampfflugzeugmodelle beteiligt war, hat das Unternehmen eine entscheidende Rolle bei der Modernisierung der indischen Luftwaffe gespielt. Im Jahr 1957 begann das Unternehmen in einem neuen Werk in Bengaluru mit der Herstellung von Bristol Siddeley Orpheus Triebwerken in Lizenz.

In den 1980er Jahren verzeichnete HAL ein rasantes Wachstum, was zur Entwicklung neuer, im eigenen Land hergestellter Flugzeuge wie der HAL Tejas und der HAL Dhruv führte. HAL entwickelte zudem eine weiterentwickelte Version der Mikojan-Gurewitsch MiG-21, bekannt als MiG-21 Bison, wodurch deren Lebensdauer um mehr als 20 Jahre verlängert wurde. HAL hat zudem mehrere Aufträge im Wert von mehreren Millionen Dollar von führenden internationalen Luft- und Raumfahrtunternehmen wie Airbus, Boeing und Honeywell zur Herstellung von Flugzeugersatzteilen und Triebwerken erhalten.

Im Juli 2006 trat HAL einem Joint-Venture mit Samtel, einem Hersteller von elektronischen Bildschirmsystemen bei. Dieser soll digitale Flugzeuginstrumente für HAL entwickeln und produzieren. Dies ist die erste staatlich-private Partnerschaft in dem Gebiet von militärischer Avionik. Die Verträge über umgerechnet 2,8 Mrd. Euro wurden im Geschäftsjahr 2005 bis 2006 abgezeichnet.

Bis 2012 war HAL Berichten zufolge in mit zu vielen Projekten gleichzeitig verstrickt und gab sich gleichzeitig zu vielen Detaisl hin so das man mit seinen Zeitplänen in Verzug geriet. Am 1. April 2015 bildete HAL seinen Vorstand neu, mit TS Raju als CMD, S Subrahmanyan als Direktor (Betrieb), VM Chamola als Direktor (Personal), CA Ramana Rao als Direktor (Finanzen) und D K Venkatesh als Direktor (Technik & F&E). Dem Vorstand gehören zwei von der Regierung benannte Mitglieder sowie sechs unabhängige Direktoren an.

Im März 2017 gab der Vorstandsvorsitzende und Geschäftsführer von HAL, T. Suvarna Raju, bekannt, dass das Unternehmen die Pläne für eine Lokalisierungsinitiative fertiggestellt habe. Das Unternehmen plant, in den nächsten zehn Jahren fast 1.000 Militärhubschrauber, darunter Kamov 226, LCH (Light Combat Helicopter) und ALH (Advanced Light Helicopter), sowie über 100 Flugzeuge zu produzieren. HAL wird den Hubschrauber Kamov 226T im Rahmen eines Joint Venture Vertrags mit russischen Rüstungsherstellern fertigen. Der Kamov 226T wird die Flotte der Cheetah- und Chetak Hubschrauber des Landes ersetzen. In den nächsten fünf Jahren wird HAL umfangreiche Modernisierungen an fast der gesamten Kampfflugzeugflotte der indischen Luftwaffe (IAF) durchführen, darunter Su-30MKI-, Jaguar-, Mirage- und Hawk Jets, um diese „schlagkräftiger“ zu machen. Das Unternehmen wird außerdem von 2018 bis 2019 123 „Tejas“-Leichtkampfflugzeuge an die IAF ausliefern, und zwar in einer Stückzahl von 16 Flugzeugen pro Jahr. Die Produktion des LCH wird nun in einem neu errichteten Produktionshangar für leichte Kampfhubschrauber in der Hubschrauberabteilung des HAL-Komplexes stattfinden.

Vor dem Hintergrund der „Make in India“ Initiative und zur Steigerung des Anteils der Rüstungsexporte. Um das Ziel von 5 Milliarden US-Dollar bis 2025 zu erreichen, plant HAL die Einrichtung von Logistikstandorten in Indonesien, Malaysia, Sri Lanka und Vietnam. Wobei der Schwerpunkt auf den Märkten in Südostasien, Westasien und Nordafrika liegt. Dies würde nicht nur zur Förderung der HAL-Produkte beitragen, sondern auch als Servicezentrum für Ausrüstung sowjetischen bzw. russischen Ursprungs dienen.

Am 29. Dezember 2023 weihte Verteidigungsminister Giridhar Aramane eine neue Konstruktions- und Testanlage im HAL Aero Engine Research and Development Centre (AERDC) in Bengaluru ein. Das AERDC befasst sich mit der Entwicklung, Erprobung und Vermarktung der von HAL selbst hergestellten Flugzeugtriebwerke.

Im Oktober 2024 wurde HAL der „Maharatna“ Status verliehen, der dem Unternehmen mehr operative und finanzielle Autonomie gewährt. Im Jahr 2025 lud HAL private indische Unternehmen ein, ein Joint Venture zur Produktion des Advanced Medium Combat Aircraft einzugehen, an dem HAL einen Anteil von 50 % und vier private Unternehmen jeweils einen Anteil von 12,5 % halten würden.

Im Juni 2025 übertrug die Indian Space Research Organization (ISRO) die Technologie der Small Satellite Launch Vehicle an HAL. Dies war das erste Mal, dass die ISRO die gesamte Technologie einer Rakete an ein einzelnes Unternehmen übertrug. Dafür zahlte HAL 5,11 Mrd. Rupien (46,5 Mio. Euro) an die ISRO. Ebenfalls im Juni 2025 unterzeichneten HAL und Safran Aircraft Engines (SAE), ein französischer Hersteller von Flugzeugtriebwerken, eine Vereinbarung, wonach HAL rotierende Teile für die LEAP Triebwerke von SAE herstellen soll.

Produkte Eigenentwicklungen mini|Tejas Mk2 (Navy)

Sprühflugzeug

HA-31 Basant (1972 bis 1980 in Produktion)

Kampfflugzeug

HF-24 Marut – Mk1 und Mk1T (200 Stück gebaut) MBB/HAL HF-73 HAL Tejas – Leichtes Kampfflugzeug HAL Tejas Mk2 HAL TEDBF Sukhoi/HAL FGFA HAL AMCA

mini|HAL HTT-40

Trainingsflugzeuge

HT-2 HUL-26 Pushpak HJT-16 Kiran – Mk1, Mk1A und Mk2 HPT-32 Deepak HTT-34 - Turboprop version des HPT-32 Deepak HTT-35 - Als Ersatz für den HPT-32 Anfang der 1990er Jahre vorgeschlagen; das Projekt wurde nicht weiterverfolgt HJT-36 Yashas – Jet-Trainer HJT-39 - Fortgeschrittenes Jet-Trainingsflugzeug, weiterentwickelt zum HLFT-42 (eingestellt) HTT-40 - Der Prototyp des Basis-Trainingsflugzeugs (in Produktion), absolvierte am 31. Mai 2016 seinen Erstflug. HFLT-42 - Vorgeschlagener Trainingsjet für Anfänger.

Passagierflugzeuge

Saras - ein gemeinsam mit dem National Aerospace Laboratories (NAL) entwickeltes ziviles Mehrzweck-Leichttransportflugzeug mit einer Kapazität von 14 bis 19 Sitzplätzen. Indian Regional Jet (IRJ) - (in Entwicklung) eines Regionalflugzeugs mit einer Kapazität von 70 bis 100 Sitzplätzen, das gemeinsam mit NAL entwickelt werden soll.

mini|HAL Rudra

Hubschrauber

Dhruv – Leichter Hubschrauber Rudra - (in Produktion) Bewaffnete und Aufklärungsversion des Dhruv Prachand - (in Produktion) Leichter Kampfhubschrauber Light Utillity Helicopter - (in limitierter Serienproduktion) Leichter Mehrzweckhubschrauber Indian Multi Role Helicopter - (in Entwicklung befindlicher) mittelgroßer Mehrzweckhubschrauber. Umfasst auch eine Marineversion.

Beobachtungsflugzeug HAOP-27 Krishak - (1959 bis ca. 1975) (ausgemustert) – Basierend auf HAL-26 Pushpak mini|Lakshya UAV

UAV

PTA Lakshya - Zieldrohne PTA Lakshya 2 - Zieldrohne Rustom - UAV Familie Nishant - Aufklärungs UAV NRUAV - unbemannter Hubschrauber HAL Combat Air Teaming System

Gleiter

G-1 - HALs erster Eigenentwurf aus dem Jahr 1941. Es wurde nur ein Exemplar gebaut. RG-1 Rohini Ardhra

Triebwerke

Raketentriebwerke

CE-7.5 - kryogenes Raketentriebwerk (in Produktion, wird in der kryogenen Oberstufe CUS15 der GSLV Mk.II eingesetzt) CE-20 - kryogenes Raketentriebwerk (in Produktion, wird in der C25-Oberstufe der LVM-3 eingesetzt)

Turbinen

Shakti - Triebwerk für den Hubschrauber HAL Dhruv, gemeinsam mit Safran Helicopter Engines auf Basis des Safran Ardiden 1 entwickelt (in Serienproduktion und im Einsatz bei LUH, Dhruv, Rudra und Prachand) Aravalli - für die Modelle HAL IMRH und HAL DBMRH. Hergestellt in Zusammenarbeit mit SAFHAL, einem Joint Venture mit Safran Helicopter Engines HTSE-1200 - kann als Triebwerksalternative für die von HAL entwickelten Hubschrauber LUH, Dhruv, Rudra und Prachand eingesetzt werden. HJE-2500 PTAE-7 - (im Einsatz) Für das im eigenen Land entwickelte Lakshya PTA mini|HAL HTFE-25GTX-35VS Kavari - Ein Turbofan-Triebwerk kann in den von HAL entwickelten Flugzeugen „Tejas“ und „AMCA“ zum Einsatz kommen, die gemeinsam mit GTRE (DRDO) und Safran Aircraft Engines entwickelt wurden (in Entwicklung) HTFE-25 - Ein Turbofan-Triebwerk kann in einmotorigen Jet-Schulflugzeugen, Geschäftsflugzeugen und Drohnen mit einem Gewicht von bis zu 5 Tonnen sowie in zweimotoriger Konfiguration für Flugzeuge mit einem Gewicht von bis zu 9 Tonnen eingesetzt werden (in Entwicklung)

Raketen

SSLV

Lizenzprodukte De Havilland Vampire Mikojan-Gurewitsch MiG-21 Mikojan-Gurewitsch MiG-27 – M-Version SEPECAT Jaguar – (Nicht mehr in Produktion) IS-, IB- und IM-Varianten (89 IS-, 27 IB- und 12 IM-Varianten wurden gebaut) Folland Gnat - (ausgemustert) Über 175 Stück hergestellt HAL Ajeet – Verbesserte Ausführung der Folland Gnat Aerospatiale Alouette III – HAL Chetak-, Chetan-VersionenInformationen über Chetak Helikopter (englisch) SA 315 Lama – HAL Cheetah-, Lancer-, Cheetal-Versionen Dornier 228 - (in Produktion) 117 Exemplare mit zusätzlichem Rumpf, Flügeln und Heckausleger für die Produktion der modernisierten Variante Dornier 228 NG. Wird manchmal auch als HAL 228 bezeichnet. Mehrere Varianten, darunter Versionen für die Seeüberwachung und als Mehrzweckflugzeuge, befinden sich bei Transport in Produktion. HAL HS 748 Avro - (ausgemustert) für militärische Zwecke umgerüstet, umfasst die Variante der Serie 2M mit großer Frachttür. Hergestellt in der Transport Aircraft Division in Kanpur. Suchoi Su-30MKI - (Im Einsatz) eine Weiterentwicklung der Suchoi Su-30 (272 ausgeliefert, 12 bestellt). Hergestellt im Flugzeugbauwerk in Nasik BAe Systems Hawk Mk 132 Advanced Jet Trainer – Zeitlich begrenzte Produktion von 42 Flugzeugen Harlow PC-5 Percival Prentice - 66, gebaut von HAL

Siehe auch Indian Space Research Organisation HAL Aerospace Museum Pragati Aerospace Museum Organisation für Verteidigungsforschung und Entwicklung HAL Airport Hindustan Aeronautics Limited SC National Aerospace Laboratories Mahindra Aerospace Tata Advanced Systems Aeronautical Development Agency

Weblinks

Offizielle Website (englisch)