Die Kadsura, auch Kugelfäden genannt, sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Sternanisgewächse (Schisandraceae). Bekannteste Art dieser Gattung ist die aus Ostasien stammende Kadsura japonica. Einige Kadsura-Arten werden als Heilpflanzen genutzt.
Name Der Name Kadsura stammt von japanisch kazura (jap. , „Kletterpflanze“). Das Schriftzeichen wird jedoch auch für die Kudzu verwendet. Kadsura japonica wird in Japan sanekazura (, wörtlich „Frucht-Kletterpflanze“) oder auch binankazura (, wörtlich: „Schöner-Mann-Kletterpflanze“) genannt.
Beschreibung mini|links|Illustration von Kadsura japonica aus Flora Japonica, Sectio Prima (Tafelband), 1870 Vegetative Merkmale Kadsura-Arten sind verholzende Kletterpflanzen. Sie können immergrün oder laubabwerfend sein. Die Pflanzenteile sind kahl (außer bei Kadsura induta).
Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattspreite und Blattstiel gegliedert. Die papierartige bis ledrige Blattspreiten sind elliptisch, eiförmig oder verkehrt-eiförmig. Der Blattrand ist glatt oder gezähnt. Nebenblätter fehlen.
Blüten, Früchte und Samen mini|Fruchtstände von Kadsura japonica Die Kadsura-Arten sind meist einhäusig (monözisch) oder selten zweihäusig (diözisch) getrenntgeschlechtig. Die eingeschlechtigen Blüten stehen in Blattachseln oder über kurzlebigen Tragblättern, selten kauliflor meist einzeln oder seltener zu zweit bis viert zusammen.
Von den 7 bis 24 Blütenhüllblättern sind die innersten und die äußersten kleiner als die mittleren. Die männlichen Blüten enthalten 13 bis 80 Staubblätter; sie sind meist höchstens an ihrer Basis verwachsen, manchmal stehen kopfig zusammen. Der Pollen ist sechscolpat. In den weiblichen Blüten sind die 17 bis 300 freien Fruchtblätter spiralig angeordnet. Jedes Fruchtblatt enthält meist ein bis fünf, selten bis elf Samenanlagen.
An einem ellipsoiden oder gekeulten Blütenachse (Receptaculum) stehen mehrere bis viele Einzelfrüchte zusammen. Die fast kugeligen, verkehrt-eiförmigen oder länglich-eiförmigen Einzelfrüchte färben sich bei Reife rot oder gelb und enthalten jeweils meist einen bis fünf, selten bis zu elf Samen. Die Samen sind glatt.
Systematik und Verbreitung Die Gattung Kadsura wurde 1810 durch Antoine Laurent de Jussieu in Annales du muséum national d'histoire naturelle, Band 16, Seite 340 aufgestellt. Jussieu hatte den Namen von Engelbert Kaempfer (1651–1716) übernommen. Die Typusart ist Kadsura japonica . Die Gattung Kadsura gehört zur Unterfamilie der Schisandroideae in der Familie der Schisandraceae.
Die Kadsura-Arten sind hauptsächlich in Ost- und Südostasien beheimatet, beispielsweise gibt es in China acht Arten.
Die Gattung Kadsura enthält 14 bis 28 Arten: Kadsura acsmithii : Sie kommt nur auf Borneo vor. Kadsura angustifolia : Sie kommt von Guangxi bis zum nördlichen Vietnam vor. Kadsura borneensis : Dieser Endemit kommt in Borneo nur im Gebiet des Mount Kinabalu vor. Kadsura celebica : Dieser Endemit kommt nur im nördlichen Sulawesi vor. Kadsura coccinea (Syn.: Kadsura ananosma ): Sie kommt vom südlichen China bis Indochina vor. Kadsura heteroclita (Syn.: Uvaria heteroclita ; Kadsura polysperma ): Sie kommt vom südlichen China bis Sri Lanka und zum westlichen Malesien vor. Kadsura induta : Sie kommt von Yunnan und Guangxi bis zum nördlichen Vietnam vor. Kadsura japonica (Syn.: Uvaria japonica ): Sie kommt in China, Japan, Taiwan sowie im südlichen Korea vor. Kadsura lanceolata : Sie kommt in Malesien vor. Kadsura longipedunculata (Syn.: Kadsura peltigera ): Sie kommt vom zentralen China bis Hainan vor. Kadsura marmorata : Sie kommt von Borneo bis zu den Philippinen vor. Kadsura matsudae : Sie kommt von den Nansei-Inseln bis Taiwan vor. Kadsura oblongifolia : Sie kommt von Guangxi und Guangdong bis Hainan vor. Kadsura philippinensis : Sie kommt auf den Philippinen vor. Kadsura renchangiana : Sie kommt im chinesischen Autonomen Gebiet Guangxi vor. Kadsura scandens : Sie kommt vom westlichen Malesien bis Bali vor. Kadsura verrucosa : Sie kommt vom westlichen Malesien bis Indochina vor.
Quellen Yuhu Liu, Nianhe Xia, Liu Yuhu, Richard M. K. Saunders: Schisandraceae in der Flora of China, Volume 7, S. 39: Kadsura – Online. (Abschnitt Beschreibung und Systematik)
Einzelnachweise Walter Erhardt et al.: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7. Yuhu Liu, Nianhe Xia, Liu Yuhu & Richard M. K. Saunders: Schisandraceae In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 7: Menispermaceae through Capparaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2008, ISBN 978-1-930723-81-8. Kadsura, S. 39 – textgleich online wie gedrucktes Werk.
Weblinks
Kategorie:Sternanisartige Kategorie:Austrobaileyales