mini|Dreharbeiten zu einer „Willkommen Österreich“-Folge mit Sportstaatssekretär Reinhold Lopatka im August 2007. Willkommen Österreich ist eine österreichische Late-Night-Show, moderiert von Stermann & Grissemann, die in der Comedy-Schiene DIE.NACHT des ORF läuft. Das Konzept knüpfte anfangs an der Vorabendillustrierten Willkommen Österreich an, bereits ab der zehnten Episode wurden allerdings Design und Erscheinungsbild in Richtung Late-Night-Show geändert.

Geschichte Entstehung und anfängliches Konzept Die gleichnamige Vorgängersendung Willkommen Österreich war eine Vorabendillustrierte, die täglich auf dem Sender ORF 2 lief. Im Zuge der Programmreform 2007, die auch das neue Format hervorbrachte, wurde sie abgesetzt.

Das 2007 gestartete neue Format wurde explizit als schwarzhumorige Parodie auf die Originalsendung beworben und bediente sich ursprünglich sogar desselben Logos und Corporate Designs. Produziert im Media Quarter Marx, vor dem originalen „Willkommen Österreich“-Bühnenbild, griff die Show mit ihrem „Angst“-Konzept sehr direkt und ironisch den konservativen Charakter der einstigen Vorabendillustrierten an. Hierbei wurden in den ersten zehn Folgen ausschließlich Ängste thematisiert. Die Sendung bediente sich einer düsteren Beleuchtung und eines depressiven Grundtons, was sich auch in der Ausdrucksart der Moderatoren widerspiegelte. Verstärkt wurde der Eindruck durch musikalische und tontechnische Effekte.

Das Heile-Welt-Bild aus dem Nachmittagsprogramm wurde in der Neuauflage komplett auf den Kopf gestellt. So zeigte sich in der ersten Sendung zum Beispiel, dass in einem scheinbar bloß als Dekorationsobjekt dienenden kleinen Schrank seit vielen Jahren ein Mann wohnte, der vor lauter Ängsten nicht mehr herauskommen wollte. Die Beiträge der neuen Show bildeten ein ironisches und entlarvendes Gegenstück zur Vorgängersendung. Insbesondere der einstige „Ratgeber“-Teil wurde hier persifliert, indem etwa Experten zu einem Themengebiet eingeladen und mit unmöglichen Fragestellungen torpediert wurden.

Jede Folge beschäftigte sich ursprünglich mit speziellen Ängsten (Verbrechen, Flugangst etc.) die mit eingeladenen Gästen besprochen wurden. Der Humor der Sendung ergab sich zunächst weniger durch einzelne Gags oder Pointen als vielmehr durch den unkonventionellen und unverschämten Moderationsstil und durch überraschende, groteske Ereignisse im Studio. Ursprünglich wollte man ein Gastmoderationsformat auf die Beine stellen, was aber aus Kostengründen nicht gelang. So kam es dazu, dass vor dem Relaunch neben Stermann & Grissemann auch B- und C-Moderatorenteams zum Einsatz kamen.

Relaunch zur Late-Night-Show Nach den ersten neun Folgen gab es eine längere Pause, bis neue Episoden produziert wurden. Das Konzept wurde hierbei grundlegend geändert und orientierte sich mehr am Schema klassischer Late-Night-Shows sowie an Stermann & Grissemanns FM4-Radioshow Salon Helga. Das Augenmerk lag von nun an weniger auf dem Versuch, ein Gegenstück zur früheren Nachmittagssendung des ORF zu schaffen. Die bizarre Keyboard-Untermalung wurde durch die energische Band Russkaja ersetzt und die Live-Aufzeichnung zugunsten eines strafferen Zusammenschnitts aufgegeben. Außerdem wurde diesmal gezielt auf punktiertere Gags gesetzt und eine freundlichere, buntere Studiodekoration präsentiert. Viele Rubriken wurden ebenfalls zugunsten längerer Talk-Segmente abgesetzt. Statt Experten zu bestimmten Themenbereichen sind seitdem nur noch prominente Gäste aus Österreich und dem deutschsprachigen Raum zu Gast. Pro Sendung werden meistens zwei Gäste aus verschiedensten Bereichen eingeladen, mit denen dann über aktuelle Themen gesprochen wird. Der provokante, ungezwungene und spontane Moderationsstil des Duos, welcher schon in der Radioshow angewandt wurde, ist nun der Kern der Sendung.

Im Laufe der Jahre kam es zu weiteren Änderungen des Sendungsaufbaus, so ist seit der achten Folge ein knapp zweiminütiger Beitrag von Thomas Edlinger Bestandteil der Sendung, der stilistisch (Wort-Bild-Kombination) an die Sendung ohne Namen angelehnt ist und die jeweiligen Studiogäste vorstellen soll. Personell bezieht die Produktion bereits seit Beginn einen Großteil der Mitarbeiter aus dem FM4-Bereich: Albert Farkas, Thomas Edlinger, Fritz Ostermayer, Fred Schreiber und Herr Hermes, welcher sich als Nachfolger vom Supatopcheckerbunny den „unteren 10.000“ widmet. Seit 2012 sind zudem maschek. Teil der Sendung.

Im Februar 2017 produzierte Willkommen Österreich auch das Satire-Video America First, Austria Second, das Teil der Serie Every Second Counts von europäischen Late-Night-Shows ist. In diesen Videos persiflieren sie den Slogan des US-Präsidenten Donald Trump America First.America first - Austria second official (mit Untertitel) Willkommen Österreich auf YouTube.comeverysecondcounts.eu

mini|Außenreporter Peter Klien mit Christian Kern (2017) Von April 2016 bis September 2019 fungierte Peter Klien, der zuvor bereits als Gag-Schreiber für die Sendung tätig war, für die Sendung als Außenreporter für politische Events nach deutschem bzw. amerikanischem Vorbild.profil.at: Satire-Reporter Peter Klien: Der Schmähdrescher. Artikel vom 4. Juli 2017, abgerufen am 20. August 2017.derStandard.at: Anarcho-Reporter Peter Klien: „Vielleicht muss ich Kurz eine nette Frage stellen“. Artikel vom 2. Juli 2017, abgerufen am 20. August 2017. Danach übernahm er mit Gute Nacht Österreich eine eigene Satireshow.

Konzept und Rubriken Im anfänglichen „Angst“-Konzept Die ersten zehn Folgen der Sendung verfügten über folgende Rubriken:

Phobie im Bild: Fred Schreiber besuchte mehrere Plätze, bei denen die Angst besonders zu spüren war, und befragte die Menschen, die für die dortige Sicherheit zuständig waren oder auch einfach nur in der Umgebung lebten.

Neben dem Achten: In „Neben dem Achten“ redeten mehrere Jugendliche (vermutlich alle ausländischer Abstammung) aus dem 15. (anfangs 16.) Wiener Gemeindebezirk Rudolfsheim-Fünfhaus. Eigentlich war dieser Sendungsabschnitt nur dazu gedacht, sich offensichtlich über diese Jugendlichen lustig zu machen. Der Name galt als Anspielung auf den Quotenflop Mitten im 8en.

Angstberatung mit Supatopcheckerbunny: Die Außenreporterin Supatopcheckerbunny (deren Identität stets geheim gehalten wurde, sie stammt aber aus dem Umfeld der Zentralen Intelligenz Agentur) erklärt in Berlin, wie man seine Ängste überwinden kann – zynisch auf sehr einfache Weise. In der Folge über die Schweiz gab sie vor, sich in Bern zu befinden, was aber der zu Gast eingeladene Schweizer Vizebotschafter dementierte. In Wirklichkeit befand sie sich nur vor der Schweizer Botschaft in Berlin.

Hall of Fear: Die „Hall of Fear“ war eine Rubrik, in der man wöchentlich für das Bild abstimmen konnte, das einem am meisten Angst bereitete. In einer Ausgabe war es Christoph Grissemann selbst, da es in dieser Sondersendung darum ging, wer begraben werden musste, was tatsächlich geschah.

Jancker/Manker – Rommel/Van Bommel: Ein Quiz, in dem man auswählen konnte zwischen einer Sport- und einer Kunstfrage oder einer Geschichts- und einer Sportfrage. Pro Sendung wurde immer ein Kandidat aus dem Publikum geholt, damit er beim Quiz gegen Stermann & Grissemann antrat. Es ging darum, alle Fragen richtig zu beantworten, um einen Obstkorb zu gewinnen. Wenn der Kandidat das schaffte, durfte er ihn mitnehmen, wenn aber die zwei Moderatoren gewannen, blieb der Korb im Studio und wurde für die darauffolgende Woche erneut verlost. Als Quizmaster fungierte Albert Farkas, welcher es durch verwirrende Fragetechnik den Kandidaten unmöglich machte zu gewinnen.

Die Angstbörse: Die Börse, in der die Kurse der Ängste immer wieder stiegen und fielen. Beispielsweise, wenn es einen Anschlag gab, stiegen die Kurse für Verbrechen und Terrorismus. Dieser Abschnitt wurde immer von Paul Kraker präsentiert.

Das schlechte Zimmer: Hinter der Couch, auf der die Moderatoren ihre Talkgäste begrüßten, hing an einer Tür ein Schild mit der Aufschrift „Das schlechte Zimmer“. Aus diesem Raum kamen in den ersten Sendungen merkwürdige Geräusche, die thematisiert wurden. Zudem endeten die ersten Sendungen immer mit einer Kamerafahrt auf das Schild.

Fester Bestandteil des Konzepts war zudem Albert Farkas, welcher für die Sendung als Webhost fungierte und sich immer wieder mit durchaus eigenartigen Kommentaren bemerkbar machte. Meistens war er nicht guter Laune, wirkte sehr besorgt und erwähnte immer wieder private Probleme, wie Familie, Geld etc. Im Zuge des Relaunch übernimmt Albert Farkas keine Rolle innerhalb der TV-Sendung mehr, dreht aber dafür kurze Videos, in denen er die Gäste in absurde Quizspiele oder Kurzinterviews verwickelt. Die Filme sind auf der Community-Webseite der Sendung zu sehen.

Als Late Night-Show Hinter dem Moderatorentisch steht immer ein Bildschirm mit einem historischen Testbild im Schwarz-Weiß, einmal vom ORF, einmal von der RAVAG.

Rubriken der Sendung ab der elften Folge sind oder waren unter anderen:

Die unteren 10.000: Als Außenreporter für den Societybericht „Die unteren 10.000“ fungiert Herr Hermes. Er ist für Stermann & Grissemann ein „Dominic Heinzl für Arme“. In jeder Sendung besucht er eine andere kulturell irrelevante Veranstaltung, wie zum Beispiel eine Schulaufführung in einem unbekannten Dorf. In Folge 12 präsentierte er die Adoptionscastingshow Childmania, in Anspielung auf Starmania. „Die unteren 10.000“ ist die letzte noch regelmäßig laufende Rubrik der Sendung, jedoch entfällt sie in manchen Folgen, etwa zugunsten eines längeren maschek-Beitrages.

Der Mann im Schrank: In der Show wird ein „Mann im Schrank“ besucht, welcher unter dem Pseudonym Frank Baumann dort angeblich seit 22 Jahren lebt. Hinter dieser Person steckt der seit 1984 in Wien lebende Zeichner und Journalist Tex Rubinowitz. Wann immer er besucht wird, spielt die Band Russkaja eine Melodie, Christoph Grissemann öffnet sein Hemd und schleicht sich langsam tanzend zum Kasten. Wenn Dirk Stermann zu ihm geht, rennt er schnell zum Kasten und öffnet die Tür, bevor die Melodie zu Ende ist. In Folge 13 war Frank Baumanns Bruder René Baumann im Kasten, da sich Frank Baumann eine Tatze auf die Hand operieren ließ. In Folge 14 war diese zu sehen, verschwand in der Episode darauf jedoch wieder. Mit der Ausstrahlung der dritten Staffel im September 2008 wurde die „Mann im Schrank“ Rubrik vorübergehend abgesetzt. In Folge 51 war er wieder da, verließ erstmals den Schrank und ging, wie er behauptete, nach Washington, um dem neu gewählten Präsidenten bei der Arbeit zu helfen. In der 150. Folge tauchte er erneut auf.

Historische Glanzmomente: Zu Beginn der Sendung spielten Stermann & Grissemann geschichtlich wichtige Momente vor. Zumeist bestand die Pointe aus einem Wortspiel (z. B. Ludwig XIV.: „Le tasse? Le tasse, c’est moi“ – vgl. L’état, c’est moi oder Cäsar: „Auch du mein Sohn, Bluetooth?“ in Anspielung auf Cäsars Ausruf Auch du mein Sohn, Brutus?).

Der schönste Tag in Deinem Leben: Angebliche Fans von Stermann und Grissemann bekamen in dieser Rubrik die Chance, einen Nachmittag am Alltag der beiden teilzuhaben. Dieser entpuppte sich in den Einspielern aber als wenig glamourös und Kontakt zwischen den Moderatoren und dem Gast beschränkte sich meistens auf peinliches Schweigen und Beleidigungen.

Freunde fürs Leben: In kurzen Beiträgen wurde Stermann und Grissemanns Kindheit in Rückblenden mit jungen Schauspielern geschildert. Die beiden sprachen aber die Dialoge selbst. Die Handlung hat nichts mit der wahren Biographie des Duos zu tun.

Die Fischers: Stermann und Grissemann parodieren Bundespräsident Heinz Fischer und dessen Ehefrau Margit. Grissemann spielt den entscheidungsschwachen, touretthaft „Guten Morgen“ schreienden Präsidenten, Stermann die wortkarge Präsidentengattin. Zur 250. Folge reagierte Heinz Fischer mit einem ironischen Gratulationsvideo auf die Parodie.Sendung vom 1. April 2014

Austrofred