Julian Schuster (* 15. April 1985 in Bietigheim-Bissingen) ist ein deutscher Fußballtrainer und ehemaliger -spieler. Er ist seit Juli 2024 Cheftrainer des SC Freiburg.
Spielerkarriere FV Löchgau Schuster ist der Bruder von Robin Schuster und der Cousin von Benedikt Röcker. Vater Hermann Schuster war Jugendtrainer beim FV Löchgau. Julian Schuster begann mit 4 Jahren das Fußballspielen, mit 17 Jahren rückte er dort in die Kreisligamannschaft auf und steuerte als Stürmer 40 Saisontore zum Aufstieg in die Bezirksliga bei. VFB Stuttgart In der Winterpause 2005 wechselte er als 20-Jähriger gemeinsam mit seinem Mannschaftskameraden Marco Pischorn zum VfB Stuttgart und spielte in der zweiten Mannschaft als Mittelfeldspieler in der Regionalliga Süd. Dort absolvierte er bis 2008 insgesamt 56 Pflichtspiele und erzielte drei Tore. Sein Bundesligadebüt für die Profimannschaft gab er am 27. Oktober 2007 beim 1:0-Heimsieg des VfB Stuttgart gegen Bayer 04 Leverkusen, nachdem Roberto Hilbert verletzt ausgewechselt worden war. Am 17. Dezember 2007 unterschrieb Schuster einen bis 2010 datierten Lizenzspielervertrag beim VfB, kam aber insgesamt nur zweimal in der Bundesliga zum Einsatz. SC Freiburg Ein halbes Jahr später wechselte er zum Zweitligisten SC Freiburg. Im Laufe der Saison 2008/09 erarbeitete er sich einen Stammplatz und war am Aufstieg der Mannschaft in die Fußball-Bundesliga beteiligt. Sein erstes Bundesligator erzielte Schuster am 27. September 2009 beim 3:0-Sieg über Borussia Mönchengladbach. Am 9. April 2011 verwandelte er beim 3:2-Sieg gegen TSG 1899 Hoffenheim einen Eckstoß direkt zur 1:0-Führung; dieser Treffer wurde später zum Tor des Monats gewählt. Nach dem Weggang von Heiko Butscher wurde Schuster in der Winterpause der Saison 2011/12 zum Mannschaftskapitän gewählt.
Am 31. März 2012 (28. Spieltag der Saison 2011/12) im Auswärtsspiel gegen Bayer 04 Leverkusen bestritt Schuster sein 100. Ligaspiel für die Badener und erzielte den Treffer zum 1:0. Für Freiburg bestritt er unter anderem Europa-League-Spiele und das DFB-Pokal-Halbfinale und erlebte den Abstieg 2015 aus der 1. Bundesliga. Bereits während des Abstiegskampfes bekannte er sich zu einem Verbleib beim Verein und stieg 2016 mit der Mannschaft als Zweitligameister direkt wieder auf.
Nach der Saison 2017/18 beendete er seine Karriere im Alter von 33 Jahren nach 219 Bundesliga- bzw. Zweitligapartien und 17 Toren für den Sport-Club. Zum Zeitpunkt seines Karriereendes war Schuster Freiburgs Spieler mit den zweitmeisten Bundesligaeinsätzen, nach Andreas Zeyer. Die Kapitänsbinde trug Schuster sieben Spielzeiten lang. Er baute sich als Führungsspieler und Identifikationsfigur eine besondere Stellung im Verein auf und die Fans widmeten ihm ein eigenes Fanlied.
Als Profi wurde Schuster vorwiegend variabel im Mittelfeld eingesetzt, agierte teilweise aber auch zentral in der Abwehr.
Trainerkarriere Im Anschluss an seine Spielerkarriere wurde Schuster 2018 Verbindungstrainer zwischen der U19, der U23 und dem Profibereich des SC Freiburg, aber auch Co-Trainer bei den Profis und absolvierte die Trainerausbildung beim DFB, welche er mit der bestandenen A-Lizenz-Prüfung Anfang 2020 abschloss.
Im Oktober 2022 vertrat er gemeinsam mit Patrick Baier den an COVID-19 erkrankten Cheftrainer Christian Streich beim Europa-League-Spiel gegen den FC Nantes. 2023 absolvierte er beim Deutschen Fußball-Bund den Lehrgang zum Erhalt der UEFA-Pro-Lizenz, der höchsten Trainerlizenz im deutschen Fußball.
Zur Saison 2024/25 wurde Schuster Nachfolger von Christian Streich bei der Profimannschaft des SC Freiburg und rückte somit als Co-Trainer auf den Cheftrainer-Posten auf. Streich hatte seinen Vertrag nach zwölfeinhalb Jahren nicht mehr verlängert. Schuster übernahm in sein eigenes Trainerteam seine beiden bisherigen Co-Trainerkollegen Lars Voßler und Florian Bruns und nahm als weiteren Trainer-Assistent Patrik Grolimund hinzu, der einer seiner Ausbilder bei der DFB-Trainer-Ausbildung war, und der Co-Trainer Patrick Baier beerbte, welcher als dienstältester Bundesliga-Trainerassistent sein Amt niederlegte.
Schusters erste Spielzeit als Trainer beendete die Mannschaft mit 55 Punkten auf dem fünften Tabellenplatz der Bundesliga, was die viertbeste Saison der Vereinsgeschichte darstellte. Die erstmalige Champions-League-Qualifikation wurde um lediglich zwei Zähler verpasst, was die Qualifikation für die Europa League bedeutete. Nach der Saison wurde Schuster zum Fußballtrainer des Jahres in Deutschland gewählt.
In der Saison 2025/26 erreichte er mit dem SC Freiburg den siebten Platz der Bundesligatabelle und somit die Qualifikation für die Conference League, gleichzeitig erreichte der Verein im DFB-Pokal das Halbfinale und erstmals das Finale der Europa League, welches der SC mit 0:3 gegen Aston Villa verlor.
Titel Als Spieler Deutscher Zweitligameister und Aufstieg in die Bundesliga (2): 2009, 2016
Als Trainer Fußballtrainer des Jahres: 2025
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