miniatur|Egmont Schaefer, 1993 Egmont Schaefer (* 7. Mai 1908 in Niederschöneweide; † 11. Januar 2004 in Berlin) war ein Berliner Zeichner und Maler. Er wurde vor allem durch seine Zeichnungen aus dem Berliner Stadt- und Alltagsleben bekannt.

Leben

Egmont Schaefer studierte mm Anschluss von Schulbesuch und Abitur an der Humboldtschule, Realgymnasium in Berlin-Oberschöneweide 1927/28 in der Graphik-Tagesklasse der Berliner Kunstgewerbe- und Handwerkerschule und von 1928 bis 1931 an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin bei Emil Orlik. Nach Arbeitslosigkeit und freiberuflicher Arbeit als Grafiker erhielt Schaefer 1938 Berufsverbot als Grafiker durch die Reichskulturkammer, da er „Halbjude“ war. So arbeitete er bis 1944 als Hilfsarbeiter in einer großen Berliner Offsetdruckerei und wurde bis Kriegsende im Heeresbekleidungsamt dienstverpflichtet.

Nach 1945 arbeitete ES, wie er seine Zeichnungen signierte, wieder freiberuflich als Maler und Zeichner. So entstanden in den Nachkriegsjahren zahlreiche Zeichnungen und Illustrationen für die Berliner Zeitung Der Kurier. Von 1965 bis 1980 betreute er im Auftrag des Verbandes Bildender Künstler der DDR die Berliner Galerie im Turm am Frankfurter Tor. Von 1952 bis 1959 und von 1966 bis 1990 war Egmont Schaefer Mitglied des Verbandes Bildender Künstler der DDR. 1993 erhielt er das Ehrenstipendium der Berliner Senatsverwaltung für Kulturelle Angelegenheiten.

Egmont Schaefer gelang, das Großstadtleben Berlins in Zeichnungen festzuhalten und so auch zu dokumentieren. Aquarelle entstanden vorwiegend in den Jahren nach Kriegsende. Obwohl Schaefer als Fußgänger Berlin intensiv beobachtete, entstammten seine Werke vorwiegend seiner künstlerischen Fantasie.

Erbe seines Nachlasses und damit Inhaber sämtlicher Rechte am Werk ist der Verein „Berliner Kabinett“.Berliner Kabinett

Öffentliche Sammlungen mit Werken Schaefers (Auswahl)

Berlin: Berlinische GalerieWerke von Egmont Schaefer in der Online-Sammlung der Berlinischen Galerie Berlin: Kommunale Kunstsammlung PankowKommunale Kunstsammlung Pankow bei museum-digital Berlin: Stiftung Stadtmuseum Berlin: Staatliche Museen zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz, Kupferstichkabinett Gera: Otto-Dix-Haus

Werke

1926: Plänterwald, Wasserpromenade (Bleistift) 1927: Spiritistische Sitzung (Bleistift) 1927: Der genaue Aspekt (Feder) 1928: Spaziergänger (Feder) 1928: Zwei Mädchen im Café (Bleistift) 1950: Stadtleben (Feder) 1965: Blick von oben (Aquarell) 1984: Flüchtende Fische (Feder) 1984: Ein schönes Hochzeitsfest. 35 Erzählungen von Kurt Kusenberg. Mit Illustrationen von Egmont Schaefer. Verlag Volk und Welt, Berlin. 1984: An der Bar (Feder) 1989: Voriges Jahrhundert (Feder)

Ausstellungen (Auswahl)

Personalausstellungen 1971: Berlin, Institut Monbijou 1973: Berlin, Institut für Baugebundene Kunst Monbijou: Zeichnungen Egmont Schaefer 1977: Berlin, Galerie am Prater 1978: Berlin, Galerie im Turm, Frankfurter Tor 1988: Galerie Mitte 1991: Berlin, Galerie Inselstraße 13: Aquarelle und Zeichnungen aus 6 Jahrzehnten 1996: Berlin, Galerie Eva Poll: Zeichnungen und Aquarelle, 1926-1996 1998: Berlin, Galerie im Prater: Zeichnungen und Aquarelle 2002: Berlin, Galerie im Willy-Brandt-Haus Ich habe immer weitergezeichnet. Aquarelle und Zeichnungen aus acht Jahrzehnten 2003: Berlin, Galerie Im Turm 2004: Stadtgeschichtliches Museum Wismar Schabbelhaus und Galerie der Berliner Graphikpresse 2008: (zum 100. Geburtstag) Berlin: Ratskeller Berlin-Lichtenberg, Galerie Parterre, Galerie der Moderne Berlin-Lichterfelde, Berlinische Galerie

Teilnahme an Gruppenausstellungen (Auswahl)

1952: Bautzen, Görlitz und Zittau („Berliner Künstler“) 1974/1975 und 1978: Berlin, Galerie am Prater („Berliner Grafik“) 1975, 1977, 1979, 1983 und 1989: Berlin, Bezirkskunstausstellungen 1979: Berlin, Galerie am Prater („Berlin im Bild 1949–1979“) 1980/1981: Berlin, Ausstellungszentrum am Fernsehturm („Berliner Kunst. Malerei, Grafik, Plastik – Retrospektive“) 1983: Berlin, Galerie am Prater („Retrospektive 1973–1983“) 1985: Cottbus, Staatliche Kunstsammlungen („Zeichnungen in der Kunst der DDR. 1974–1984“) 1987: Berlin, Ephraim-Palais („Das Bild der Stadt Berlin von 1945 bis zur Gegenwart“) 1998: Berlin, Galerie am Prater („25 Jahre Galerie am Prater“) 2003: Berlin: Prater Galerie („Kunst am Prater 1973–2003“)

Literatur (Auswahl)

Jens Semrau: Egmont Schaefer 1908–2004. MCM ART, Berlin 2008, ISBN 978-3-9811946-0-9. Schaefer, Egmont. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin, 2010, ISBN 978-3-355-01761-9; S. 815

Egmont-Schaefer-Preis

Seit 1998 wird im Abstand von zwei Jahren der Egmont-Schaefer-Preis für Zeichnung durch den Verein Berliner Kabinett e. V. an Zeichner vergeben. Bisherige Preisträger: 1998: Frank Diersch, Berlin 2000: Peter Graf, Dresden 2002: Andreas Bindl, München 2004: Jürgen Köhler, Berlin 2006: Sati Zech, Berlin 2008: German Stegmaier, München 2010: Heinz Handschick, Berlin 2012: Doris Leue, Berlin 2014: Hans Scheib, Berlin 2016: Barbara Camilla Tucholski 2018: Joachim John 2020: Kazuki Nakahara 2022: Havin Al-Sindy 2024: Oskar Manigk 2026: Martin Colden

Weblinks

Ingeborg Ruthe: Stadt-Mensch. Artikel zum Tod Egmont Schaefers, in der Berliner Zeitung vom 15. Januar 2004 Geboren 1908 – Egmont Schaefer. Nachruf im Berliner Tagesspiegel vom 23. Januar 2004 Biografie Egmont Schaefers auf der Website des Vereins Berliner Kabinett Preisträger des Egmont-Schaefer-Preises auf der Website des Vereins Berliner Kabinett Egmont Schaefer in der Kunstsammlung des Bezirks Berlin-Pankow https://www.bildindex.de/ete?action=queryupdate&desc=Sch%C3%A4fer%2C%20egmont&index=obj-all?action=queryupdate&desc=Sch%C3%A4fer%2C%20egmont&index=obj-all Bildindex

Einzelnachweise

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